Queer as Folk - Episode 15

Nach Unten

Lindsay gibt Gus übers Wochenende zu Brian, da sie auf ein Fortbildungsseminar fahren muss und auch Melanie nicht in der Stadt ist. Er soll auf seinen Sonny-boy aufpassen.
Michael und David schaffen währenddessen Platz im Gästezimmer, da Davids Sohn Hank aus Oregon zu Besuch kommen wird. David ist überglücklich, Michael ist eher nervös, da er befürchtet, dass Hank ihn nicht mögen könnte, da er der schwule Lover seines Vaters ist.
Ted begegnet einem alten Studienkollegen von Ted, Dale Wexler, der es beruflich schon sehr jung sehr weit gebracht hat.
Im Diner klagt Michael bei Brian, der Gus mitgenommen hat, währenddessen über seine Ängste, dass Hank ihn nicht mögen wird. Justin fasst diese Ängste sehr passend zusammen: „Du bist die böse Stiefmutter“, teilt er Michael mit seiner besten Imitation einer bösen Hexe mit. Brian versucht Michael zu beruhigen, doch das misslingt. Debbie kommt an ihren Tisch und als sie hört, dass Brian ein ganzes Wochenende lang auf seinen Sohn aufpasst und deswegen den Lederball im Babylon ausfallen lassen wird, ist sie sehr positiv erstaunt.
Als Michael und David Hank am Flughafen abholen, ist das erste, was dieser zu Michael sagt: „Wow. Du bist jung.“ Danach wird Michael bereits auf den Rolltreppen von Hank und seinem Vater getrennt, die nur Augen für den jeweils anderen haben.
Brian steht überfordert in seinem Loft vor einem schreienden Gus und versucht, den kleinen Schreihals dazu zu bringen, seinen Schnuller in den Mund zu nehmen und das Weinen einzustellen, als die Com-Anlage an der Tür klingelt: Brian öffnet, da er denkt, dass endlich sein Abendessen, welches er schon vor über einer Stunde bestellt hat, geliefert wird. Danach kehrt er zu seinem Kind zurück und stiftet es dazu an, an Nippel oder Schwänze zu denken, was auch immer Gus dazu bringt, seinen Schnuller endlich zu benutzen! Anscheinend wirkt das Wort „Schwanz“ Wunder, denn Gus akzeptiert endlich den Schnuller und gibt Ruhe. Dann klopft es an der Tür des Loftes: Doch nicht der Zustellungsservice des Thairestaurants, sondern Brians Vater steht vor der Tür. Brian wird sofort wieder zu seinem unsicheren, unbeholfenen Selbst als Jack eintritt und Gus entdeckt. Brian erzählt ihm, dass Gus Lindsays Sohn ist, erwähnt aber nichts von seinem Status. Dann fragt er, warum Jack ihn besucht und dieser teilt ihm trocken mit, dass er Lungenkrebs hat.
Alles, was Brian sagt, ist: „Sorry“, während er seinen Sohn eng an sich presst und sieht nur noch seinen eigenen Sonny-boy an, dem er durch seine Sperma wahrscheinlich Krebserbgut in die Wiege gelegt hat…
David und Hank dagegen spielen am nächsten Morgen beim gemeinschaftlichen Frühstuck ungetrübtes Vater-Sohn-Glück (Auch, wenn offensichtlich wird, dass David die ganzen „neuen“ Hobbys und Vorlieben seines Sohnes nicht kennt), bis Hank versehentlich seinen Stiefvater als „Dad“ bezeichnet. David geht ins Bad und Michael kommt zum Tisch. Michael versucht, mit Hank zu reden, doch dieser fährt ihn nur an: Er wolle eigentlich gar nicht hier sein, aber seine Mutter hätte ihn gezwungen und er will die ganze Geschichte einfach nur durchstehen und so schnell wie möglich wieder nach Hause.
Brian legt einen Not-Stop im Haus seiner „Ersatzmutter“ ein, nachdem Gus auf seine Lieblingslederjacke gebrochen hat. Brian fragt Debbie, ob sie vielleicht für einen ganzen Abend lang auf Gus aufpassen möchte, und sie durchschaut sofort, dass er zum Lederball gehen will – doch sie hat die Nachtschicht im Diner. Brian scheint beinah apathisch während Vic nach oben geht, um seine Medikamente zu nehmen. Brian sagt, dass es hart sein muss, mit dieser Krankheit zu leben.
Er kennt Vic schon fast sein ganzes Leben lang und hat niemals so etwas verlauten lassen. Debbie bemerkt sofort, dass mit ihrem beinahe-Adoptivsohn etwas nicht stimmt. Besorgt, dass Brian HIV haben könnte, nähert sie sich ihm vorsichtig mit der Frage: „Brian... Liebling... du bist nicht...?“ Brian kann sie schnell beruhigen, aber erzählt ihr und Justin dann, dass sein Vater Krebs hat. Debbie rät ihm, seinem Vater vor seinem Tod noch zu sagen, dass er schwul ist, aber Brian hält die Idee für Schwachsinn - und fragt Justin stattdessen, was dieser denn heute Nacht vor hat.
Michael und Hank werden währenddessen von David durch die Stadt und von einer Sehenswürdigkeit Pittsburghs zur anderen geschleppt, von deren Existenzen selbst Michael noch nichts wusste. David unterschätzt sein Kind und vor allem dessen Alter ununterbrochen und sie sind fünf Stunden am Stück unterwegs, doch der begeisterte Vater denkt nicht an eine Pause.
An diesem Abend ist es endlich so weit: Der Lederball findet in Babylon statt. Ted, Emmett und Brian, der einen Babysitter gefunden hat, sind dort. Während Brian und Emmett, komplett in Leder gekleidet, gemeinsam herumalbern und sich auf das Spiel einlassen, trägt Ted nichts weiter als einen Ledergürtel und ist so steif wie immer (keine Doppeldeutung). Zu dritt beobachten sie die Show, die sich im Zentrum des Clubs abspielt: Ein Mann wird gefesselt und von einem sogenannten „Lederdaddy“ mit einer Peitsche geschlagen. Und auch wenn Ted noch Sekunden vorher gesagt hat, dass er weder auf Leder noch auf BDSM oder Schmerzen steht, scheint ihm die Vorstellung sehr zu gefallen. Zu Teds unbeschreiblichem Erstaunen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Lederdaddy um niemand anderen als Dale Wexler handelt!
Michael, David und Hank sind wieder zu Hause und die zwei Männer endlich allein. Michael kleidet sich an, um eine Nacht bei seiner Mutter zu verbringen, da er glaubt, dass Hank wegen ihm nicht bei David sein möchte. David jedoch lässt das nicht zu - und erfreut sich eher an der Captain-Astro Unterwäsche, die Michael extra wegen ihm angezogen hatte.
In Babylon trifft Ted auf seinem Weg nach draußen Dale, der ihn zu sich nach Hause einlädt. Brian hat währenddessen selbst als „Daddy“ einen ’Trick’ in das Hinterzimmer mitgenommen und will ihn gerade ficken, als er von einem anderen Kerl angemacht wird, der sein Lederdaddy sein will. Brian lehnt mehrfach ab, aber der Mann lässt nicht locker, fragt immer wieder „Wer ist dein Daddy?“ und erwähnt das Wort „Dad“ einmal zu oft. Alles, was Brian wollte, war seinen Vater für einen Moment vergessen, aber das genaue Gegenteil trifft ein. Er lässt seinen ’Trick’ wütend stehen.
In Dales Haus erzählt dieser Ted, dass er bereits seit drei Jahren “Mr. Leather“ ist und unzählige Auszeichnungen erhielt. Ted wundert das, da Dale tagsüber ein langweilig wirkender, seriöser Buchhalter ist, aber dieser sagt, dass das nicht das ist, was er wirklich ist. Es sei so befreiend, jemand anderem die totale Kontrolle über sich zu überlassen und zu erlauben, dir Schmerzen und Zufriedenheit zufügen zu lassen, dass es das ganze eigene Wesen verändert. Dann entschuldigt sich Ted ins Bad, nimmt allerdings die falsche Tür und entdeckt Dales kleinen Spielraum: Fesseln, Handschellen, Gestelle, Masken, Peitschen und selbstverständlich Leder zieren das Zimmer. Ted ist fasziniert und sein Gastgeber, der ihm gefolgt ist, bietet ihm eine kleine, kostenlose Vorführung an – mit Ted als Teilnehmer. Der scheint die Idee nicht sofort ausschlagen zu können, doch dann besinnt er sich und flieht praktisch aus dem Haus. Allerdings nicht, bevor Dale ihm sagen kann, dass Ted ihn immer am meisten damit erstaunte, dass er Tag für Tag dasselbe Mittagessen in der Kantine bestellte.
Brian kehrt ins Loft zurück und findet dort Justin (den Brian hinterlistig als Babysitter eingespannt hatte) und Melanie vor – Melanie war vorbeigekommen, um nach Gus zu sehen. Und sie ist außer sich vor Wut, weil Justin kurz davor war, Gus heiße Milch zu geben, bevor er sie an seinem eigenen Arm getestet hat. Sie macht jedoch Justin keine Vorwürfe, sondern Brian, der zu Hause hätte bleiben müssen um auf seinen Sohn aufzupassen. Sie will Gus mit zu sich nach Hause nehmen. Brian kann darüber nur lachen, denn er ist Gus’ Vater – wer ist Mel schon? Sie antwortet, dass sie vielleicht niemand ist, aber Gus wenigstens genug liebt, um zu wissen, dass seine Bedürfnisse wichtiger sind als ihre.
Michael, Hank und David verbringen den nächsten Morgen mit Schlittschuhlaufen, als der Arzt von einem Patienten angerufen wird: es ist ein Notfall und er lässt seinen Sohn mit Michael alleine.
Zum Mittagessen treffen sich Ted, Emmett, Debbie, Justin und Brian im Diner: Ted bestellt das, was er schon seit Jahren bestellt – bzw. tun das seine Freunde für ihn, da alle genau wissen, was er immer bestellt - und ärgert sich sehr darüber, dass er so verlässlich ist. Also ändert er seine Bestellung in etwas anderes – eine nicht allzu appetitliche Kombination von Nahrung. Debbie weist Ted daraufhin, dass er sich damit vergiften könnte und Brian bestellt für seinen Freund einfach das übliche, denn seinen Worten nach ist es gleichgültig, was Ted isst. Er wird immer der „alte, alte zuverlässige Ted“ sein.
Michael und Hank halten sich an Davids Aktivitäten-Liste, bis Hank verkündet, dass er nach Hause gehen möchte. Er erzählt Michael außerdem, dass er kein Problem damit hat, dass sein Vater schwul ist – er will nicht bei David sind, weil dieser „ein Kontrollfreak ist, der jede einzelne Minute geplant haben muss“! Allerdings traut er sich auch nicht, dass David zu sagen. Michael bringt Verständnis dafür auf und dann ist das Thema „David“ vergessen, als die zwei einen Comicbuchladen entdecken, den sie sogleich erstürmen.
Am selben Abend fährt Brian zum Haus seiner Eltern, wo er seinen Vater beim Tragen von Kisten in der Garage vorfindet, denn Jack versucht ein wenig Ordnung in seine alten Besitztümer zu bringen. Dabei findet er auch seine alte Bowlingkugel, die er Brian stolz zeigt: Er und sein Sohn sind in Brians Kindheit gemeinsam Bowlen gewesen und Jack hatte immer gehofft, dass Brian das Bowlen fortführen würde. Als Brian nach dem kurzen Smalltalk schließlich versucht, ein Gespräch mit seinem Vater zu beginnen, ist Jack zwar erst erstaunt, lässt seinen Sohn aber dennoch keinen einzigen Satz zu Ende führen - also sagt Brian es einfach und ohne Umschweife: „Ich bin schwul.“
Sein Vater ist erst sprachlos, dann wütend. Jack wirft Brian vor, dass dieser den Zeitpunkt ihm zu sagen, dass er „Eine Fee“ ist, nicht schlechter hätte wählen können, da er auch schon so mit genug zu kämpfen hat - doch Brian bleibt stumm. Erst als Jack sagt: „Du solltest sterben, nicht ich“, packt Brian seinen Vater an der Jacke und hebt wut-geladen die Faust zum Schlag. Nur mit dem letzten Bisschen Selbstkontrolle kann Brian sich zurückhalten und schlägt stattdessen einen der Umzugkartons vom Stapel. Mit den Worten: „Aber ich sterbe nicht, du egoistischer Scheißkerl. Du stirbst.“ verlässt er die Garage.
Michael und Hank liegen während dessen gemeinsam auf dem Boden in Michaels und Davids Haus, als David nach Hause kommt, und lesen Comics. Als Hank sich zurückzieht erfährt David von Michael, dass er und Hank „eine kleine Abweichung“ vom Plan unternommen und den ganzen Tag nur Comics gelesen haben – worauf hin David wütend wird. Sie geraten in einen Streit und Michael erzählt schließlich, dass Hank nicht in Pittsburgh sein will, und zwar nicht aus den Gründen, die Michael erst vermutet hatten, sondern wegen David. Dieser verlässt den Raum ohne ein weiteres Wort.
Ted ist zu Dales Haus und dessen Spielraum zurückgekehrt, um endlich loszulassen und die Wunder von S/M kennen zu lernen. Er unterwirft sich Dale als dessen „Diener“ für eine Nacht lang vollkommen und lässt sich widerstandslos an ein Kreuz binden, womit er seinem ehemaligen Studienkollegen alle Kontrolle über seinen Körper überlässt.
Michael und David bringen Hank zum Flughafen und der Junge schlägt eine Einladung deines Vaters nach der anderen, wieder nach Pittsburgh zu kommen, aus. Als Hank David dann auch noch gereizt anfährt, dass „dieser es einfach nicht versteht“, muss David einsehen, dass Michael Recht hatte. Er versucht, Hank zu erklären, dass er so wenig von ihm hat und ihre kurze gemeinsame Zeit perfekt machen möchte. Hank versteht das und er verabschiedet sich herzlich von seinem Vater, aber noch herzlicher von Michael, der es letztlich eigentlich gar nicht so schlimm findet, eine Stiefmutter zu sein.
Am Abend ist Lindsay zurückgekehrt und hält Brian in dessen Loft einen Vortrag über Vertrauen und Verantwortung - was Brian wirklich nicht hören will – als sein Vater überraschend wieder vor der Tür steht. Er ist gekommen, um Brian zu sagen, er solle seiner strenggläubigen Mutter nicht erzählen, dass er eine Schwuchtel ist, und um Brian ein Photo von sich und ihm zu geben, als Brian gerade mal vier Monate alt gewesen war. Brian will das Foto jedoch nicht und Jack legt es weg. Als Jack Lindsay entdeckt, sagt dieser ihr, was für einen schönen Sohn sie doch hat, und will wieder gehen - Doch Brian nutzt diese – vielleicht letzte – Gelegenheit, um Gus seinem Vater ein zweites Mal vorzustellen: jedoch dieses mal als dessen Enkel. Jack glaubt seinem Sohn erst nicht, doch Brian, mit Gus auf dem Arm und Lindsay an seiner Seite, überzeugt seinen Vater. Lindsay bietet Jack an, den Kleinen Gus einmal auf den Arm zu nehmen – und während Jack Gus zögerlich auf den Arm nimmt und beinah verliebt anschaut, schaut Brian sich das Photo an, welches sein Vater mitgebracht hat. Das Motiv und das Bild, das sich ihm dort mit seinem Vater und Gus bietet ähneln sich sehr; aber Brian wendet sich ab – das Photo jedoch behält er.


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Text & Screencaps © QaF Germany
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