
|
Melanie, Lindsay, Emmett, Michael, Brian und Justin haben sich im Woody’s versammelt, wo ein Sängerinnen-Trio auf der Bühne Elvis’ Follow That Dream wieder aufleben lässt und neu interpretiert: „When your heart gets restless, time to move along, when your heart gets weary, time to sing a song…“ Gute Neuigkeiten machen die Runde: Melanie und Lindsay verkünden endlich, dass sie bald heiraten werden und Justin steht kurz vor seinem ersten Schultag auf dem College! Brian wirft wie üblich sarkastische Kommentare in die Runde, und auch Michael scheint nicht gut gelaunt sein – alle Träume um ihn herum gehen in Erfüllung, und er selbst hat nicht mal einen. Außerdem macht er sich Sorgen um Ted, genau wie Emmett, der befürchtet, dass sein Freund vielleicht etwas drastisches wie Selbstmord begehen tun könnte, weil er seit dem Verlust seines Jobs so depressiv ist, und ihn daraufhin besuchen geht.
Teds Apartment ist dunkel... still... unaufgeräumt... es wirkt beinah verlassen. Niemand öffnet Emmett die Tür – wird Ted am Ende etwas zugestoßen sein?! Im Loft gehen die Dinge ihren gewohnten Gang… fast: Denn nachdem Justin Brian einen vorzüglichen blowjob gegeben hat will der Student diesen Gefallen doch tatsächlich nicht erwidert haben. Er erklärt dem etwas ungläubigen Brian, dass er sich seine Energie für den morgigen ersten Schultag aufsparen möchte. Während Brian im Badezimmer ist versucht Justin, eine Skizze zu vollenden, doch seine Hand fängt immer wieder an heftig zu zittern, kaum, dass er den Stift auf das Blatt gesetzt hat. Brian unterbricht seine hartnäckigen Versuche, doch noch etwas zu erreichen, indem er ihm den blowjob mehr oder weniger aufzwingt – denn Justin hat im Moment offensichtlich andere Gedanken. Am nächsten Morgen sitzen Brian und Michael im Diner. Michael überlegt, ob er sich vielleicht einen neuen Haarschnitt zulegen soll. Als Erwiderung fragt Brian ihn, was nicht in Ordnung sei. „Immer wenn du einen neuen Haarschnitt willst ist irgendwas nicht in Ordnung.“ Als Michael das abstreitet erzählt Brian Debbie, dass Michael einen neuen Haarschnitt haben will. Sofort setzt sich die Kellnerin ihrem Sohn gegenüber und fragt ihn, was nicht in Ordnung sei. Da bleibt Michael ja nichts anderes übrig, als es zuzugeben: Es würde sich für ihn anfühlen, als würde das Leben aller anderen rasen – Mel und Linds heiraten, Justin war vor wenigen Monaten noch praktisch tot und geht jetzt zur Kunstschule – während bei ihm nichts geschieht. Debbie rät ihm, dann etwas zu ändern! Und als er fragt was, sagt Brian ihm ziemlich grob, dass er als ersten Schritt im Big Q kündigen könnte. Das kommt für Michael nicht in Frage, er ist ja schließlich nicht nur sich selbst, sondern auch anderen verpflichtet. Debbie jedoch sagt ihm, dass seine erste Verpflichtung bei sich selbst liegt. Dann will sich Michael auf den Weg zur Arbeit machen, damit Andrew keinen Grund hat, ihm eins auszuwischen, aber da betritt Emmett, völlig am Ende, das Diner. Er hat die ganze Nacht bei Ted verbracht und braucht Brians und Michaels Hilfe. Gemeinsam stehen die drei Freunde dann auch in Teds Wohnung vor dessen Fernseher um ihm die Sicht auf den gerade laufenden Porno zu versperren. Ted versucht natürlich so zu tun, als wäre alles in Ordnung und bietet seinen Freunden höflich Kleinigkeiten an: Kaffee, Saft und Drogen. Erst versucht Michael den „eine große, gigantische, fabelhafte Welt dort draußen“ Spruch, doch der bleibt wieder einmal ineffektiv. Emmett und Michael fassen Ted bei jedem Satz mit Samthandschuhen an bis schließlich Brian klipp und klar und recht ungeduldig sagt: Ted solle seinen Arsch bewegen und duschen, denn er stinke fürchterlich, und dann einen Job finden! Michael und Emmett helfen Ted im Badezimmer, während Brian einen Bekannten anruft, und Ted einen Job als Buchhalter in seiner Firma besorgt. Justins erster Tag scheint nicht gut zu verlaufen: Die Schüler stehen in einem Kreis um ein nacktes Model herum und sollen es auf ihren Staffeleien zeichnen. Justin flucht leise, als seine Hand schon wieder anfängt unkontrollierbar zu zittern, und dehnt die Muskeln schnell. Als seine Lehrerin ihn fragt, ob etwas in nicht in Ordnung sein, verneint er; doch auch als er fortfährt zu zeichnen beginnt seine Hand wieder und wieder zu zittern, schon bevor er sie auf das Blatt setzt. Michael erscheint zu spät bei der Arbeit. Tracy sagt ihm gerade, dass Andrew nach ihm gesucht hat, da erscheint dieser auch schon und sagt Michael, dass er nicht einfach antanzen kann, wann er will. Michael wird wütend, doch Andrew sagt ihm, dass er das nicht falsch verstehen soll; denn mit all der Erfahrung, die Michael habe, gäbe es viele Dinge, für die Andrew ihn brauche. Michael beruhigt sich und bedankt sich für diese Worte – bis Andrew ihm sagt, dass ja keiner so gut wie Michael das Erbrochene eines Kindes vor dem Käse-Regal wegwischen könnte und grinsend geht. Tracy fragt Michael, warum er sich das Verhalten dieses Arschloches, wie sie ihren Chef bezeichnet, bloß gefallen lässt, doch er antwortet nicht. Lange nachdem sein Kurs beendet ist sitzt Justin noch in dem Zeichensaal und arbeitet an seiner Skizze – als der Direktor der PIFA überraschend eintritt. Er habe von Justins Lehrerin gehört, dass der junge Mann Probleme gehabt hätte. Justin versichert ihm mehrere Male, dass es nicht der Rede wert sei. Die Kraft würde bald in seine Hand zurückkehren. Trotzdem rät der Direktor ihm, ernsthaft darüber nachzudenken, ob er den schwierigen Anforderungen dieses Studienganges gewachsen ist. Das lässt Justin nur noch frustrierter zurück. Michael geht nach diesem schwierigen Tag in den heißgeliebten Comicladen, den er schon seit seiner Kindheit besucht – und erfährt dort schockierende Neuigkeiten: Buzzy, der Besitzer, will nach Florida ziehen, in Rente gehen und den Laden schließen!
Am Abend sind die vier Freunde zusammen im Babylon; sie feiern Teds Wiedereinstieg ins Berufsleben, nachdem Brian ihm gesagt hat, dass, sollte er ihn jemals beim Mittagessen sehen, er so tun sollte als würde er ihn nicht kennen. Michael ist schlecht gelaunt, weil sogar Buzzy einen Traum hat, den er sich jetzt erfüllen wird – und im Prozess auch noch seinen Lieblingscomicladen, seinen Comicladen, schließt. Am folgenden Morgen im Big Q ist der „Family Tag – Fun für die ganze Familie!“ Während Familien fröhlich den Sonderangeboten frönen scheint dies für die Mitarbeiter der furchtbarste Tag der Welt zu sein; insbesondere für den neuesten Kollegen, denn der muss einen „speziellen Job“ erledigen. Die Kassiererin, die dafür vorgesehen war, hat sich jedoch krank gemeldet – und jetzt will Andrew Michael dazu zwingen, ihren Teil zu übernehmen, denn immerhin habe er den Big Q ja zwischenzeitlich verlassen und sei deswegen ebenfalls ein sehr neuer Angestellter. Er weigert sich erst, doch dann steht er letztendlich doch im Clownskostüm mit großen Schuhen, roter Nase und einem Bündel Luftballons vor dem Laden und schnauzt kleine Kinder an, die einen Ballon von ihm haben wollen. Zu allem Überfluss sind auch noch Melanie und Lindsay mit Gus unter den Kunden, die ihn erkennen und versuchen, sich zusammenzureißen, sich das Lachen aber dann nicht verkneifen können.
Als Brian mit einem Kollegen durch die Firma geht begegnet er im Vorbeilaufen Ted, der ihn ohne Umschweife grüßt; als sein Kollege ihn fragt, wer das sei, tut Brian so als hätte er ihn noch nie gesehen. Im Art Department seiner Firma fragt er einen der Künstler nach einem Layout, ist aber viel mehr fasziniert von dem Gerät, an dem der Künstler arbeitet. Es scheint eine Art Computer zu sein, nur, dass man mit einem Stift auf dem Bildschirm wie auf einem Touchscreen malen kann, mit allen möglich Effekten und Spielereien.
Emmett legt auf, als Michael herein kommt, der furchtbar schlecht gelaunt ist – nach diesem Tag kein Wunder. Emmett, der sich gerade Fotos anschaut, sagt Michael, dass er gut mit etwas Make-up aussieht und Michael ist natürlich sofort noch wütender und denkt, Mel und Linds hätten Emmett brühwarm von seinem Auftritt als Clown erzählt. Doch Emmett hat sich lediglich die Fotos vom Pride angeschaut. Im Loft wartet Brian mit dem Zeichencomputer aus dem Art Department auf Justin; der kommt schließlich auch nach Hause und schüttet sich als erstes auf Brian-Kinney-Art eine Flasche Wasser über den Kopf, wohl, um nach dem Drogenkonsum nicht zu dehydrieren. Er wollte zu Daphne, doch die musste lernen – zum Glück sei das nicht sein Problem – also ging er ins Woody’s und ließ sich von allen Getränke ausgeben – wenigstens habe er noch sein Aussehen. Brian muss ihn gewaltsam davon abhalten, ihn nicht lebendig zu vernaschen, damit er ihm den Computer zeigen kann. Doch Justin sagt sofort, dass er kein Interesse hat, das Ding sei nur falsche Hoffnung. Als Brian beharrt, dass er es sich wenigstens einmal anschauen sollte, fängt er an, laut zu werden: Wofür denn? Für Brian? Damit Brian sich sagen kann, er habe Klein-Justins Probleme gelöst? Es sei vorbei, er würde nie wieder zeichnen können! Nichts und niemand würde das ändern können, auch keine ‚elektrische Bundstift-Kiste’ und Brian solle das einfach akzeptieren! „Warum kommst du nicht und fickst mich bevor ich ohnmächtig werde?!“ Im Big Q wird Michael von seinen Kollegen wegen seinem Auftritt als Clown am Vortag aufgezogen, bis Tracy zu seiner Rettung eilt. Doch fast zeitgleich taucht auch Andrew auf, der Michael zwingen will, noch einmal den Clown zu spielen. Doch dieses Mal weigert er sich standhaft. Andrew tritt einen Schritt näher und sagt: „Zieh es an, oder du bist gefeuert.“ Michael überlegt kurz, senkt den Blick… und erwidert dann: „Fick. Dich!“ Er küsst Tracy als Abschied auf die Wange und dann seinen Chef auf den Mund, wie beim Pride Marsch, und verabschiedet sich wie damals mit seiner Frauenstimme: „So long, loverboy.“ Er zieht eine Augenbraue hoch, dann rennt er praktisch aus dem Big Q, augenscheinlich befreit von allen Lasten der Welt. Lindsay erkunden im Diner Ems Methoden, einen Doughnut zu essen (mit Messer und Gabel) und Emmett erklärt ihr, dass sei eine Art Überlebenstrick – denn bei so vielen Geschwistern muss man lernen, mit der Gabel blitzschnell zuzustechen um das letzte Stück Doughnut vor gierigen Mäulern zu schützen. Dann bitten sie Justin um mehr Kaffee, doch seine Hand beginnt beim Einfüllen plötzlich zu zittern und die Tasse läuft über. Debbie, die ihm freundlich sagt, dass er seiner Hand eine Pause gönnen sollte, fährt er grob an. Daraufhin sagt sie ihm, dass sie weiß, dass er eine beschissene Zeit durchmacht – aber sie hat etwas ähnliches erlebt, als Vic im Sterben lag, und alles was man in solchen Situationen tun kann ist weiterzumachen, bis die Umstände sich ändern. Also warum lässt er nicht sie zumindest das heiße Zeug tragen, bis er wieder vollkommen einsatzbereit ist? Er nickt und geht schon wieder los, doch da fügt Debbie noch hinzu, dass er sie besser nie wieder in demselben Tonfall wie kurz vorher anfährt, wenn er weiß, was gut für ihn ist. Justin sieht in diesem Moment wahrhaft so aus, als könnte er einen Pause gebrauchen... und das bemerkt auch Lindsay, die ihn zu einer Ausstellung mitnimmt.
Lindsay bittet Justin um seine Meinung zu den Bildern in der Ausstellung, während sie an ihnen vorbeilaufen. Erst fragt er, wer sich denn schon für seine Meinung interessiere, doch dann spricht er wie ein wahrer Experte. Er mag eines besonders, da es seiner Meinung nach weniger repräsentativ als die anderen, aber spontaner und vor allem wütender wäre. Lindsay trifft den Nagel auf den Kopf: „So wie du jetzt.“ Debbie stürmt Michaels Wohnung: Sie habe gerade im Big Q angerufen und erfahren, dass er nicht mehr dort arbeiten würde! Warum habe er dort gekündigt? Das sei so dumm! In diesem Moment verlässt Brian das Badezimmer und Debbie wird alles klar – es war ja logisch, dass er etwas damit zu tun haben würde. Die beiden geraten sich in die Haare, bis Michael ihnen sagt, dass sie gefälligst ruhig sein sollen; er würde nur seinem Traum folgen. Er sitzt am Computer und versucht, sein Captain Astro Comic, Vol. 1 Issue 1, das Brian ihm geschenkt hat, bei ebay zu versteigern. Wenn es ihm genug einbringt, wird er Buzzys Laden kaufen. Debbie ist entsetzt und überlegt sich laut, wie er wohl seinen Job im Big Q wiedererhalten könnte, während Brian sich zu Michael gesellt. Der Preis ist momentan bei $1.000, und es sind nur noch wenige Minuten übrig. Brian ist völlig entsetzt – der Comic sei viel mehr wert! Also übernimmt er die Kontrolle über den Computer und bietet selbst $5.000, denn das Geheimnis, jemanden dazu bringen etwas zu wollen, sei ihn davon zu überzeugen das jemand anders es noch mehr haben möchte. Tatsächlich bietet jemand anders auch höher – $6.000. Nun gesellt sich auch Debbie dazu. Melanie ist mit Ted in der Porno-Videothek, um seine ausgeliehenen Pornos zurückzugeben. Er hat einen ganzen Haufen dabei, und den Rest wird er auch noch holen. Melanie kann nicht aufhören zu lachen, und als ein Kunde den Verkäufer um Rat fragt erwidert dieser: „Denkst du, ich guck die Scheiße? Frag ihn, er hat sie alle gesehen“, und deutet auf Ted, der den Kunden auch ohne Probleme kompetent beraten und ihm weiterhelfen kann. Als sie den Laden verlassen sagt Mel ihm, dass es unglaublich ist, dass er so viel über Pornos weiß, auch wenn es nicht gerade ein Beitrag zu wertvollen literarischen Schätzen der Welt zählt. Es sei immerhin ein schmutziges Geschäft. Ted wehrt sich dagegen vehement: Ein hirnloser Action Film soll besser sein als ein Film, der voll von wunderschönen Kerlen ist, die nur da sind, um ihn persönlich zufrieden zu stellen? Pornos machen Menschen immerhin glücklich! Buchhalter sein dagegen, das sei ein schmutziges Geschäft, denn alles was er tun würde sei jemanden dabei zu helfen, „Onkel Sam“ auch noch den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen. Melanie lacht und verabschiedet sich, weil sie ins Gericht muss; Ted jedoch läuft weiter und sieht sich auf einmal in einem Fernseher in einem Schaufenster. Daneben hängt ein Plakat eines halbnackten Mannes. Ted schaut sich an... und auf einmal scheint ihm eine ganz und gar unglaubliche Idee zu kommen.
Noch dreißig Sekunden. Immer noch werden nur $6.000 geboten. Brian bietet mehr. 7.000 Dollar. Es klappt, jemand anders bietet $8.000. Noch zehn Sekunden. Brian atmet tief durch, bietet $9.000. Nichts. Niemand bietet mehr. Die Uhr tickt. Debbie kann nicht hinschauen und schreit den Computer an. Brian vergräbt das Gesicht in den Händen — doch dann, plötzlich, 10.000 Dollar! Noch in der letzten Sekunde hat irgendein Freak 10.000 Dollar für das Comicheft geboten. Michael, Debbie und Brian brechen in Begeisterungs- und Umarmungsstürme aus. Das muss im Woody’s gefeiert werden! Michael Novotny hat seinen eigenen Laden! Mel, Linds, Emmett und Brian loben ihn in den Himmel, und da erscheint Ted mit Drinks für jeden! Und was verkündet er? Er dankt all seinen Freunden für ihre Hilfe; er habe sich entschlossen, wieder ein produktives Mitglied der Gesellschaft zu werden. Deswegen würde er nun seinen neuen Job, den Brian ihm besorgt hat, kündigen und seine Pornointernetseite starten.
Justin liegt im Loft und starrt auf das Bild, welches ihm die Künstlerin bei der Ausstellung geschenkt hat – das ‚Wütende’, dass ihm besonders gut gefallen hat. Dann wird sein Auge von etwas anderem gefangen: Brian, der nur mit einem Handtuch um die Hüfte geschlungen aus der Dusche tritt und sich auf sein Bett legt. Durch die Jalousien hindurch beobachtet er wie Brian ein Messer aufklappt und beginnt, Stücke von einem Apfel zu schneiden und zu essen. Justin schaut wieder auf das Bild... dann auf seinen Skizzenblock, und schließlich auf den Computer, den Brian ihm mitgebracht hatte, und der immer noch angeschaltet auf dem Tisch steht.
Michael geht zur Arbeit. Er schließt mit seinem Schlüssel die Tür zu seinem Comicladen auf... da kommen die drei Elvis Sängerinnen von einigen Tagen zuvor aus dem Woody’s vorbei, und sie singen wieder Elvis’ Follow That Dream. Michael betritt seinen Laden, und steht dort, im Schatten einer großen Spiderman Pappfigur. |
![]()
|
< Episode 2.04 / Episode 2.05 / Episode 2.06 >