Queer as Folk - Episode 2.15

Nach Unten

Im Babylon geht es wie üblich hoch her; auf einmal teilt sich der Bildschirm in Comicartige Fenster: Eines zeigt die Tanzfläche, ein anderes den Go Go Boy und das dritte... Justin und Michael, die kichernd an der Bar stehen und einen der Go Go Boys zeichnen. Michael sagt, dass er aussieht wie ein Superheld, und sofort sind die beiden enthusiastisch dabei, sich eine Superkraft und einen Anzug für ihn auszudenken (Da die beiden auf Drogen sind bietet sich praktisch an, dem Helden ein „E“ auf die Brust zu malen). Brian gesellt sich zu ihnen und verbietet Justin sofort jegliche weitere Einnahme von Drogen. Ted möchte jedoch eine Runde Drinks ausgeben, denn Fetch Dickson wurde für den Porno Award in der Kategorie Newcumer of the Year nominiert! Ted hofft, dass das Emmett aufmuntern wird, aber als er ihm den offiziellen Brief mit der verbundenen Einladung zu der Verleihung vorliest, hat dieser gerade mal ein müdes Lächeln für ihn übrig. Trotz Teds Ermutigung möchte er nicht zu der Preisverleihung. Wenn George noch dort wäre, um mit ihm zu gehen, dann vieleicht... außerdem hat er noch viel zu tun. Zum Beispiel muss er seine Rede für Georges Beerdigung beenden, welche er nebenbei auf einen Block schreibt. Er möchte der Welt mitteilen, was sie geteilt haben, und vor allem möchte er seinem Geliebten Auf Wiedersehen sagen.

Brian und Justin, beide mit einem Kater, sitzen im Diner und spielen halbherzig mit dem Besteck. Da stürzt Michael, übermütig und fröhlich und so gar nicht angemessen müde, herein. Er sagt, „E-Man“ hätte ihn gerettet und zeigt Justin die Zeichnung von gestern Abend. Justin kann nicht glauben, dass Michael die Zeichnung des GoGo-Boy-Superhelden von gestern behalten hat. Doch das hält Michael nicht davon ab, Justin die Idee zu unterbreiten, dass sie gemeinsam einen Comic zeichnen sollen. Seit Captain Astro tot ist kommen immer wieder Kunden in seinen Laden und suchen nach einem schwulen Superhelden, doch es gibt keinen. Erst finden sowohl Justin als auch Brian die Idee albern... doch dann lässt der Student sich überzeugen. Warum eigentlich nicht? Sie könnten sich ja einfach mal zu einem Brainstorming treffen. Brian grinst und sagt nur, dass sie dann endlich ein anderes Gesprächsthema als ihn haben werden.

Lindsay möchte gern den geräumigen Dachboden in ihrem Haus in ein Studio umbauen, in dem sie ihrer Kunst freien Lauf lassen kann. Sie hat sogar schon mit vielen Markierungen und Skizzen an die Wände gemalt, wo was später sein soll. Aber Melanie ist von der Idee nicht begeistert, denn das könnte sehr, sehr teuer werden. Darüber hat sich Lindsay aber schon Gedanken gemacht: Die Materialkosten werden nicht besonders hoch sein und zusammensetzen tun sie einfach alles ohne irgendwelche Handwerker oder Fachkräfte. Leda, die gerade in diesem Moment hinzukommt, bietet an, dass Studio für Lindsay zu bauen, wenn sie nur auf der Couch der beiden Frauen übernachten darf. Lindsay sieht nicht begeistert aus und lehnt ab, denn ein Studio ist etwas sehr persönliches, etwas, das der Künstler selbst erschaffen muss.

Michael und Justin sitzen seit Stunden vor Justins Computer im Loft und denken verzweifelt über eine Superkraft nach, die es noch nicht gab. Jemand, der unter Wasser atmen kann – Aquaman. Jemand, der von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde – Spiderman. Jemand, der von seinen Eltern auf die Erde geschickt wurde kurz bevor sein Heimatplanet explodierte – Superman. Justin ist endlos frustriert und bereit aufzugeben, aber Michael lässt das nicht zu. Sie müssen nur etwas warten, dann wird ihnen schon einen brilliante Idee kommen. Das tut sie auch, in Form von Brian, der mit freiem Oberkörper aus dem Schlafzimmer tritt, sich auf sein Laufband stellt und beginnt zu trainieren. Da ist der Geistesblitz auf einmal da! Michaels und Justins Superheld muss kein Stereotyp sein; es ist sein Verstand, der ihn sexy macht, seine kraftvolle Invidualität, die ihm Mut verleiht, sein kompromissloser Moralcode, der ihm Stärke gibt. Tagsüber ist er ein herzloser Werbespezialist, nachts der Verteidiger der Schwuchteln! Nun brauchen sie nur noch einen Namen... doch auch der lässt nicht lange auf sich warten, denn als Brians Disk-Man den Geist aufgibt schleudert er diesen voller Wut zu Boden: The Fury? Pissed-Off Man? ... Nein! RAGE ist geboren!

Georges Villa wird ausgeräumt. Emmett unterhält sich mit Georges Butler; sie bekunden sich ihr gegenseitiges Beileid, dann bittet Emmett darum, sich noch ein letztes Mal in Georges Zimmer aufhalten und wohlmöglich dessen rote Strickjacke mitnehmen zu dürfen. Da betritt jedoch Virginia den großen Saal. Sie gebietet dem Butler, den Pullover für Emmett zu holen. Sie scheint nicht besonders getroffen von dem Tod des Mannes. Emmett unterrichtet sie von seinen Plänen bezüglich Georges Beerdigung, erzählt ihr, wie in seiner Familie bei Beerdigungen nicht der Tot der Person betrauert sondern das vergangene Leben befeiert wurde und er das selbe für George möchte. Doch Virginia sagt ihm ohne Umschweife, dass für eine Mitwirkung seinerseits keine Zeit und kein Platz sein wird. George Schickel war ein bedeutender Mann, deswegen werden auch viele bedeutende Menschen Reden halten. Aber gewiss nicht Emmett. Sie lässt ihn den roten Pullover mitnehmen, doch das ist alles.

Michael und Justin sitzen in Michaels Geschäft, Comics verteilt um sie herum auf dem Boden. Sie möchten, dass Rage anders aussieht als jeder andere Superheld, dass sie andere Storylines haben, Geschichten, die in einer schwulen Welt passieren. Michael hatte eine Idee, doch er zögert, sie Justin vorzuschlagen... im Endeffekt tut er es aber doch: Er dachte, dass Rage das Leben eines jungen Mannes retten könnte, nachdem dieser mit einem Baseballschläger zusammengeschlagen wurde. Es ist furchtbar persönlich, doch Justin findet die Idee sehr gut. Er möchte über den Abschlussball reden, aber es will ihm einfach niemand zuhören. Stattdessen tun alle so, als sei es niemals geschehen. Das hier sei seine Chance. Außerdem könne Rage so die Liebe seines Lebens kennenlernen.

Justin kommt zu spät nach Hause, doch das zähle ja nicht, er sei ja schließlich bei Michael gewesen. Brian erwartet ihn schon ungeduldig im Bett und lässt erst gar nicht zu, dass Justin sich den Comics zuwendet, die Michael ihm zur Erforschung der Graphiken mitgegeben hat. Gerade als sie sich küssen klingelt das Telefon. Michael möchte Justin unbedingt eine geniale Idee mitteilen, doch Brian schnappt sich das Telefon und legt einfach auf. Justin sagt ihm, dass das wichtig war, und Brian erwidert, dass das hier genau so wichtig sei. Sie küssen sich also wieder, und Justin legt sich auf den Bauch. Brian küsst seinen Rücken, langsam hinunter... bis ihm auffällt, dass Justin eingeschlafen ist. Genervt fällt Brian auf seinen Rücken zurück.

Lindsay und Melanie haben sich ein Video besorgt, in dem eine mittelalte Frau ihnen vormacht, wie sie den Dachboden renovieren können. Die beiden Frauen stehen, bewaffnet mit ihrem Werkzeug und dem Material, auf dem Dachboden, als Brian hinaufkommt um nach den beiden zu sehen. Er ist damit beauftragt, auf Gus aufzupassen. Mel und Linds bringen es tatsächlich fertig, anstatt der Länge eines Brettes die Breite des Brettes auszumessen (gut, dass Brian sie berichtigen kann, bevor es zu spät ist), doch Lindsay hält fest daran, dass sie es ohne Leda schaffen können. Brian glaubt, eine Note von Eifersucht in der Stimme seiner Freundin zu erkennen, genau wie Melanie, doch Lindsay streitet das ab. Und dann nimmt sich auch noch eine Kreissäge in die Hand, was prinzipiell eine sehr schlechte Idee ist. Brian flüchtet vom Dachboden.

Auf Georges Beerdigungsgottesdienst spricht ein älterer Herr; er sagt, dass George seine Stadt liebte, dass Gott sein Unternehmen liebte, aber vor allem seine Familie liebte, auch seine treue Ehefrau Virginia. Emmett und Ted suchen möglichst leise einen Sitzplatz, um die Rede nicht zu stören. Ted erkennt alle bedeutenden Persönlichkeiten Pittsburghs wieder, doch Emmett weiß nur, dass alle diese Menschen mit George nichts zu tun haben wollten, als er noch am leben war. Als die Rede beendet ist sagt Ted Emmett, dass nun seine Gelegenheit ist, zu sprechen. Also steht er auf und verkündet laut, dass er auch gerne etwas mit der Gemeinde teilen würde... doch Virginia lässt ihn, gerade als er sein Blatt mit der Rede auseinandergefaltet und noch nicht einmal den Altar erreicht hat, von den Sicherheitskräften unter zeternd und wehren entfernen.

Brian kommt von der Arbeit nach Hause, findet sein jedoch Loft nicht vor – der Boden ist über und über bedeckt mit Zeichnungen und zwischen den Pfeilern wurden Wäscheleinen mit noch mehr Zeichnungen gespannt. Michael und Justin entwerfen gerade die verschiedenen Charaktere, unter anderem Zephyr, Rages besten Freund. Brian ist recht genervt und trampelt über die Zeichnungen, um in sein Schlafzimmer zu gelangen. Die beiden tragen es mit Fassung. Er fordert sie dazu auf, mit ihm zum Babylon zu gehen, doch sie möchten noch weiter machen. Sie würden dann später nachkommen.
Im Babylon sind auch Emmett und Ted. Emmett ärgert sich fürchterlich darüber, wie er einfach so hinausgeworfen wurde – wie irgendein dahergelaufener Fremder, von diesen zwei Monstern! Jetzt wird er wohl niemals dazu kommen seine Rede zu halten... Ted bietet ihm an, sie jetzt und hier ihm zu erzählen, doch Emmett lehnt ab. Es wäre nicht dasselbe.
Ben sagt Brian auf dem Catwalk, dass er das Gefühl hat, dass sie beide versetzt wurden. „Für einen Comic“, antwortet Brian spöttisch. Doch Ben klärt ihn über etwas auf: Die Kreation dieses Comics sei besser als jeder Orgasmus. Manchmal, wenn Ben schreiben würde, würde er sogar steif werden. Was Michael und Justin gerade teilen würden sei die intensivste Form der Intimität. Nichts kann dem gleich kommen, nicht einmal der beste Sex der Welt. Sie sollten also besser noch was trinken, denn ihre Freunde würden sie betrügen.

Melanie und Lindsay haben es geschafft, einige Bretter an die Wände zu zimmern, doch es sieht fürchterlich aus. Mel gesteht sich das ein, Linds spielt es herunter. Sie machen sich daran, das Waschbecken mit den Wasserleitungen zu verbinden. Lindsay folgt den Anweisungen der Frau auf dem Video mit penibler Genauigkeit und öffnet mit Melanies Hilfe die Wasserleitung. Sofort schießt ihnen Wasser ins Gesicht, während die Frau auf dem Video sagt, dass sie natürlich vorher das Wasser ausstellen müssen, sonst hätten sie ein ganz schönes Durcheinander. Das können Mel und Linds nur nachempfinden, die mit Mühe und Not und darüber streitend, wer denn nun das Wasser hätte ausstellen sollen, die Leitung wieder schließen. „Durcheinander“ ist noch ein freundlicher Ausdruck.

Brian hat sich zwei heiße Kerle mit ins Loft gebracht. Er warnt sie ironisch davor, bloß keine der ausgedruckten Zeichnungen zu berühren, tritt aber selber darauf, als er zum Bett läuft und „Sunshine“ dazu auffordert, aufzustehen – nur leider liegt „Sunshine“ schon mit Michael im Bett, Michaels Hand auf Justins Hüfte.
Brian starrt sie an – und nach einem gehissten „Scheiße.“, schmeißt er die beiden Kerle raus (die schon beinahe an der Tür stehend ficken) raus und dreht, ganz gemäß seines Namens, durch: Er tritt die auf dem Boden liegenden Drucke herum, reißt die Zeichnungen von den Wäscheleinen und pinkelt sogar auf die Bilder auf dem Boden – unter anderem ein Portrait von Rage. Und Michael und Justin liegen die ganze Zeit unberührt schlafend in seinem Bett.

Am folgenden Morgen erwachen Michael und Justin in der Löffelchen-Stellung, Michaels Brust an Justins Rücken. Im Halbschlaf legt Michael seine Hand auf Justins Arm und Justin zieht diese in seinen Schoß. Sie drehen einander die Gesichter zu – und schrecken schlagartig voneinander weg. Dann lachen sie beide verschlafen; Michael glaubte, Justin sei Ben, und Justin glaubte, Michael sei Brian. Michael macht sich auf dem Weg ins Bad, während Justin ins Wohnzimmer geht um Brian zu suchen, der wohl auf der Couch geschlafen haben muss... doch das hat er nicht. Eilig ruft Justin Michael zu sich, damit er sich die Verwüstung anschauen kann, die Brian angerichtet hat.

Der sitzt im Diner starrt strack in seinen Kaffee, als die beiden herein stürmen, um ihn zu konfrontieren. Sie schreien ihn beinah an, dass er ihnen gefälligst eine Erklärung dafür liefern soll, dass er auf ihre Arbeit gepisst hat, doch Brian ignoriert sie, auch als sie ihm das besorgte Portrait von Rage vor die Nase legen. Selbst als sie lautstark eine Antwort verlangen sieht er sich einfach nur schweigsam an und wendet sich dann seiner Zeitung zu. Michael zieht Justin schließlich aus dem Diner, der fassungslos scheint. Als die beiden gegangen sind stellt sich Debbie zu Brian, der sie darum bittet, ihm eine kurze Pause zu gönnen, bevor sie ihn auch noch fertig macht. Das hat sie aber gar nicht vor. Er habe sich zwar verhalten wie ein Arschloch, aber sie verstehe ihn: Er sei einfach eifersüchtig. Natürlich streitet Brian das ab – Brian Kinney ist nicht eifersüchtig – doch er kann Debbie nicht täuschen. Wenn er die beiden nicht so sehr lieben würde, würde es ihn gar nicht kümmern, dass sie etwas teilen, woran er nicht beteiligt ist. Aber was Brian nicht begriffen habe ist, dass Michael und Justin das genauso sehen würde. Sie küssen den Boden, auf dem Brian schreitet – oder ist ihm die Ähnlichkeit zwischen sich und Rage etwa nicht aufgefallen. Er sei ihr Superheld. Oder zumindest war er das.

Ted, bereits gekleidet in Abendgarderobe, versucht ein letztes Mal, Emmett davon zu überzeugen, mit ihm zu der Verleihung des Preises zu gehen. Jeder Pornostar wird dort sein, und Emmett könnte möglicherweise einer von ihnen werden, als Newcumer of the Year! Als Antwort bietet Emmett ihm eine Gewürzgurke von Georges Unternehmen an; er erzählt ihm, dass er sich immer noch so fühlt, als sei er in Georges Armen, wenn er seinen roten Pullover trägt. Er rieche sogar noch nach ihm... nach Vanille und Dill... . Ted seufzt und sagt Emmett, dass George nicht gewollt hätte, dass er ein Einsiedler wird. Wenn Emmett zulasse, dass diese Leute seinen Stolz nehmen, dann haben sie gewonnen. Es sei jetzt um so wichtiger, dass er hinausgehe und feiere! Aber Emmett fragt ihn, was es denn schon zu feiern gäbe. Dass er sich auf einer Website einen runterholt? Ted antwortet, dass er eine Menge Menschen glücklich gemacht hat – und George ganz besonders!
Doch Emmett möchte immer noch nicht mit ihm gehen, und Ted akzeptiert die Entscheidung. Sollte Emmett gewinnen, wird er den Preis in Empfang nehmen und der Welt erzählen, wie stolz er auf ihn ist.

Im Woody’s besorgen sich Justin und Michael starke Drinks, um ihren Ärger ein wenig zu dämpfen. Wenigstens haben sie jede Zeichnung auf Justins Computer gespeichert, sonst wären sie wirklich geliefert. Während Justin damit jedoch noch lang nicht zufrieden ist, scheint Michael ein wenig zu verstehen, was sich in Brian abgespielt haben können. Er verteidigt seinen besten Freund wie üblich – immerhin hätten sie ihn schon ausgeschlossen, hätten in seinem Loft gearbeitet, seinen Platz und sein Bett für sich beansprucht. Justin fragt Michael irritiert, ob er Brian etwa vergeben wird, so wie er es sonst immer tut und er verneint das. Aber wenigstens wüssten sie jetzt, was Rages größte Schwäche ist. Justin seufzt. Und die ganze Zeit habe er gedachte, dass Brian ihn lieben würde... Michael widerspricht ihm: Brian liebt ihn.

Bei der Verleihung des Porno Awards geht es ähnlich zu wie bei den Oscars – abgesehen davon, dass die Verkünder der Nominierungen nur einen Slip und eine Fliege tragen. Sie verlesen die Nominierungen für Newcumer of the Year... und dann ist es an der Zeit, den Briefumschlag zu öffnen. Und der Gewinner ist...
...Fetch Dickson! Ted springt vor Freude jubelnd auf und betritt die Bühne, völlig überwältigt davon, die Hand eines seiner liebsten Pornostars zu schütteln und und gleichzeitig den Preis, einen kristallenen Dildo, in der anderen zu halten! Während er verkündet, dass er nicht selbst Fetch Dickson ist, macht er mit seiner Hand Bewegungen entlang des Dildos, die einem guten Handjob entsprechen könnten... er sei hier, um den Preis in Empfang zu nehmen weil...
„...weil ich ohne dich, Ted Schmidt, niemals heute Abend hier stehen würde“, unterbricht ihn da Emmett, der in einem roten, seidenglänzenden Anzug auf einmal neben Ted steht. Applaus bricht aus und die beiden umarmen sich, bevor Ted Emmett am Mikrofon allein lässt. Nun kann er endlich seine Rede halten. Dieser Preis bedeute ihm so viel, weil er durch seinen Job bei jerkatwork.net den wundervollsten Mann dieser Welt kennen gelernt habe: George Schickel. Ein aufgeregtes Murmeln geht durch den Saal – George Schickel? Der von Schickels Pickles? Emmett fährt ungehindert fort: Für die Welt war George ein Mann des Reichtums, doch für ihn war er nur George; ein liebevoller Mann, im Herzen ein Junge, der lediglich einen anderen Jungen lieben wollte. Emmett hatte Glück genug, dieser Junge zu sein. Er hofft, er habe etwas Spaß in Georges Leben gebracht, obwohl George ihm doch so viel mehr gegeben habe: Er habe ihm das Gefühl gegeben, jemand zu sein. Was sie in den wenigen Monaten teilten war mehr, als viele Menschen in ihrem ganzen Leben erfahren. „Ich liebe dich, Georgie.“ Dieser Rede folgen Standing Ovations.

Leda zieht bei Melanie und Lindsay auf der Couch ein. Die beiden haben sich nach dem Chaos auf dem Dachboden dazu entschlossen, Linds’ Studio ihr zu überlassen, doch wenn sie es billig und gut haben wollen, wird das ein Weilchen dauern. Lindsay fordert Mel dazu auf, schon mal vor und ins Bett zu gehen, und bedankt sich dann bei Leda für ihre Hilfe, sagt aber auch, dass sie zuerst ihre Vorbehalte gegen Ledas Aufenthalt in ihrem Haus hatte. Leda verstehe das, aber Linds müsse sich ihrer Meinung nach keine Sorgen machen. Melanie würde sie sehr, sehr lieben. Lindsay bedankt sich erneut und geht dann die Treppen nach oben, dreht sich aber noch einmal um und beobachtet Leda dabei, wie sie ihr Oberteil auszieht und ihren nackten Rücken enthüllt... dann schüttelt sie den Kopf und geht schnell ins Schlafzimmer.

Michael und Justin betreten das Loft und sind von dem sie erwartenden Anblick sehr irritiert: Alles ist wieder an seinem Platz. Sämtliche Zeichnungen sind neu ausgedruckt und wieder aufgehangen worden. Der Täter des Ganzen steht vor Justins Computer und warnt die beiden, bloß nicht auf etwas zu treten. Michael fragt „Kinney“, was zum Teufel hier los sei, und als antwort lobt Brian ihr Comic – er hat es gelesen. Justin sagt ihm, er solle bloß nicht glauben, dass er sich da mit Komplimenten herausreden könne, sie wollen eine Entschuldigung! Brian erwidert etwas genervt, dass es ihm Leid gut, aber das ist den beiden nicht gut genug. Justin dreht sich enttäuscht weg und Michael sagt ihm, wie für Dumme, dass er die Entschuldigung gefälligst auch meinen soll. Brian schweig kurz, Justin wendet sich ihm wieder zu... und dann sagt er, dass es ihm Leid tut. Was er tat war kindisch, grausam und unreif, basierend nur auf unbegründeter Eifersucht und irrationalen Ängsten. Wenn er Justin und Michael wäre, würde er nie wieder mit sich reden. Das gefällt den beiden schon besser – doch Michael scheint etwas verstört – denn er bevorzugt Brian auf seine schamlose Weise, ohne Entschuldigungen oder Reue. Brian schlägt den beiden einen Deal vor: Sie stellen den Comic fertig (und bauen sein Kinn ein wenig auf, er sei schließlich ein Superheld!) und er wird eine Werbekampagne starten, die jede Schwuchtel im Internet dazu bringen wird, es haben zu wollen... das heißt, wenn die beiden möchten, dass er das tut.
Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt... aber natürlich möchten sie, dass er das tut. Er geht von dem Computer weg und stößt Justin dabei mit seiner Schulter an. Die beiden lächeln sich kurz zu, dann zieht Brian sich auf die Couch zurück und betrachtet eine Zeichnung von Rage, während Justin und Michael sich wieder an die Arbeit machen. Die letzte Szene zeigt einen Comic Rage, der über Gayopolis hinwegfliegt und auf dem Dach von Babylon landet.


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Text & Screencaps © QaF Germany
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