
|
Als Justin abends mit seiner Reisetasche und in eine warme Jacke eingepackt aus Vermont zurückkehrt findet er im Loft nicht nur Brian vor, sondern auch einen Typen, der auf allen Vieren gerade von seinem Partner gefickt wird. Brian begrüßt Justin noch währenddessen mit „Du bist zurück.“, was Justin mit einem „Du hast es bemerkt.“ kommentiert und ins Badezimmer verschwindet, während Brian ungestört weiter seinen Trick nagelt. Ben kocht ein asiatisches, sehr scharfes Gericht, an dem Michael sich bildlich die Zunge verbrennt. Ben sagt ihm, die Schärfe sei gut für ihn, sie würde ihn ins Schwitzen bringen. Michael küsst Ben, um zu verdeutlichen, dass er gerne auf andere Art und Weise schwitzen würde, doch auf einmal löst Ben den Kuss und hält, leicht übergebeugt, inne. Dasselbe passiert ihm ein zweites Mal nur wenige Sekunden später, doch er meint, dass es tatsächlich an der Schärfe des Gerichtes liegen würde. Er würde gerne auch mal im Tibet bei den Mönchen leben... und so verläuft sich das Gespräch. Emmett bespricht mit Ted, Melanie und Debbie im Diner die Klage der Schickel-Familie. Melanie fasst es als Emmetts Anwältin für ihn zusammen: Er ist gefickt. Die Schickel-Familie will beweisen, dass er George dazu gezwungen hat, ihm das Geld zu geben. Und sie rechnet sich keine hohen Chance für ihn aus. Emmett fragt sie, was dann aus dem George Schickel Zentrum für schwule und lesbische Jugendliche und den Geschenken werden soll, die er seinen Freunden gemacht hat? Entmutigt lässt er den Kopf auf den Tresen sinken. An der Arbeit drückt Vance Brian eine neue Kampagne in die Hand: Eine Steakhouse-Kette mit mehr als 10.000 Geschäften, die ein neues Image brauchen und denen Brian nur eines am liebsten vorschlagen würde: Macht den Laden dicht! Vance erklärt ihm jedoch, dass er das bei seinem Gehalt besser nicht tut, und gibt im einen Tag Zeit, um sich ein Wunder einfallen zu lassen, womit er die Kette für Vangard gewinnen kann. Brian ruft ihm hinterher, dass das kein Wunder, sondern eine göttliche Fügung benötigen wird. Justin spaziert mit Daphne die Straße entlang und beschwert sich darüber, dass Brian ihn nicht einmal in Vermont angerufen hat oder nachgekommen ist. Sie erwidert, dass es ihn sicher geärgert hat, dass Justin einfach so gefahren ist, ohne Bescheid zu sagen. Justin verteidigt sich, dass Brian ihm immerhin abgesagt hat, nicht umgekehrt – außerdem habe er nie gesagt, dass er nicht nach Vermont fahren würde. Da entdecken sie an einer Straßenecke Ethan, der mit seiner Violine spielt und schon ein Publikum um sich versammelt hat. Daphne bemerkt, dass er sehr talentiert ist, und Justin erzählt ihr, dass er an seiner Schule ist und er schon ein Konzert von ihm gesehen hat. Dann macht sich seine Freundin auf den Weg zu ihrer Biologie Vorlesung während Justin Ethan weiterhin zuhört und ihm am Ende des Liedes laut Beifall klatscht. Als Ethan ihn sieht packt er seine Violine in den mit 80 Dollar gefüllten Koffer, um sich mit ihm zu unterhalten. Er sagt, dass er ein Genie sei – das hätten ihm alle erzählt, seit er vier ist, irgendwann musste er es glauben. Justin lacht. Ethan sagt, dass die Musik eigentlich gar nicht von ihm kommt, sondern durch ihn hindurchfließt, scheinbar von einem anderen Ort. Justin antwortet, dass das mit seiner Kunst genauso ist. Und dann entdeckt Ethan eine Couch, die gerade vom Sperrmüll abgeholt wird. Justin bezeichnet sie als ein Stück Dreck, rennt aber trotzdem mit Ethan zu dem Lastwagen, um das Möbelstück für Ethans Wohnung zu retten. Die Schickel-Familie hat nicht nur einen, sondern fünf Anwälte, denen Melanie in einem Sitzungssaal das Video vorspielt, welches George Emmett hinterlassen hat. Doch die Anwälte sind davon kaum überzeugt und verdrehen die Tatsachen so überzeugend, dass jeder ihnen glauben würde: George Schickel war ein verwirrter alter Mann, der von einem sexuell überlegenen Prostituierten ausgenutzt wurde; warum habe Emmett ihn dazu gebracht, mit ihm auf eine Weltreise zu gehen, die Georges Gesundheit so sehr gefährdete? Warum habe Emmett ihn, wenn es doch Georges Idee war, dazu bewegt, ihm 10.000.000 Dollar zu vermachen? Gleichgültig, was Emmett auch sagt, keine Liebesbeteuerung, kein Wort der Wahrheit kann die standfeste Theorie der Anwälte angreifen. Doch Melanie kann es. Sie droht den Anwälten damit, das Video an die Presse zu geben, damit die Öffentlichkeit erfährt, dass Emmett seiner Rechte einer legitimen, liebevollen Beziehung beraubt wird – und wie auch immer es endet, danach werden die Leute niemals wieder an einen Schickels Pickles denken wie zuvor. In Bens Vorlesung über Oscar Wilde passiert es schon wieder: Er hält kurz nach vorne übergebeugt inne. Seine Studenten fragen ihn besorgt, ob alles in Ordnung sei, und er versichert ihnen, dass es ihm gut gehe. Er setzt seinen Vortrag mit Leidenschaft fort — und bricht dann auf einmal zusammen und fällt leblos zu Boden. Die Studenten springen auf, rufen seinen Namen, und schließlich rennen einige los, um einen Arzt zu holen. Justin lacht. Er hätte Ethan niemals dabei geholfen, die Couch in seine Wohnung zu tragen, wenn er gewusst hätte, dass diese im obersten Stockwerk ist! Die beiden Studenten hieven das sperrige Teil durch die Tür und hinein in Ethans Ein-Zimmer-Wohnung. Sie gefällt Justin wohl, obwohl Ethan im mitteilt, dass er beinah die gesamte Einrichtung auf der Straße gefunden hat – inklusive Wolfram. Justin fragt, ob das sein Freund sei, und Ethan bejaht das. Dann zeigt er ihm Wolfram von Eschenbach, einer der besten deutschen Poeten: Es ist seine Katze. Justin gibt ein sehr weibliches Geräusch von sich und streichelt das Tier. Er hätte auch gern eine Katze, sagt er, doch sein Freund würde das niemals erlauben. Ah, der Freund, der nicht an Geburtstage glaubt, antwortet Ethan. Justin erzählt vom Loft, der perfekten Architektur, den italienischen Designermöbeln, von dem Beruf seines Freundes und dass dieser 31 Jahre alt ist... Ethan sagt, dass sein Freund ein glücklicher Mann sein muss: Er habe einen guten Job, eine perfekte Wohnung – und er wirft Justin einen bedeutungsvollen Blick zu – mit lauter wunderschönen Dingen darin... dann fangen sie beide an, verlegen zu lachen. Justin macht sich auf den Weg zu einer Vorlesung, doch nicht, bevor er Ethan zu einer Ausstellung seiner Werke in der Schule eingeladen hat. Emmett erzählt Ted und Michael empört in seiner Wohnung davon, wie die Anwälte ihn behandelt haben. Wie einen Stricher! Ted wirft ebenso entsetzt ein, dass er ein Preisträger sei, und hält den kristallenen Dildo hoch. Michael meint, er solle sich keine Sorgen machen: Melanie würde das schaffen. Emmett erzählt ihnen von ihrer Idee, das Video der Presse zu geben und Ted findet das genial; er erklärt Emmett, was es für einen Skandal auslösen würde: Die Schickel-Familie will sicher nicht, dass jede schwangere Frau, jedes kleine Kind, jeder Typ bei einem Football Spiel an seine und Georges Liebesbeziehung denken, wenn sie einen Hamburger kaufen. Da klingelt das Telefon. Es ist für Michael, dessen Gesicht mit jeder Sekunde blasser wird. Als er aufgelegt hat fragen die andere beiden ihn, wo er essen gehen wolle, doch er antwortet nicht. Er lehnt nur am Türrahmen, sein Gesicht abgewandt, und als er sie dann endlich anschaut können sie nur Furchtbares erahnen. Justin sortiert einige seiner Zeichnungen an seinem Computer als Brian von der Arbeit nach Hause kommt. Während Brian ohne viele Worte im Schlafzimmer verschwindet und sich über die neue Kampagne aufregt, beginnt Justin damit, Brians Stimme nachzuahmen, die ihn fragt, wie sein Tag gewesen sei. Er antwortet ihr, fragt wie Brians Tag war. Brians Stimme antwortet, dass er besser sei, nun, dass er mit Justin zusammen ist. Nach einer Weile fragt Brian ihn, mit wem zum Teufel er da rede. Justin sagt mit niemandem – so höre man aber wenigstens, was man hören will. Brian holt sich ein Bier aus dem Kühlschrank und hockt sich neben Justin, eine Hand auf dessen Nacken. Er fragt ihn, wie der Ausflug nach Vermont war. Justin antwortet, dass es ohne Brian recht langweilig war... und Brian fragt leiser, wieso Justin ihm nicht gesagt hat, dass er fahren würde. Justin erwidert, dass er nicht dachte, dass es Brian interessieren würde. Es herrscht ein kurzes Schweigen, dann sagt Brian, dass es Dinge gibt, die er tun musste. Justin wendet sich ab und Brian steht auf, und dann fragt Justin: „Hast du mich vermisst?“ Es folgt eine lange Stille, in der Justin ein Gesicht macht, als würde er sich selbst dafür hassen, dass er gefragt hat. Dann legt Brian von hinten die Arme um ihn und zieht ihn nach oben, sein Shirt über den Kopf, drückt ihn an die Säule in der Küche und fickt ihn dort, eine Hand auf Justins Hüfte, die andere auf Justins Hand... . Ben liegt in einem Krankenhausbett, Sauerstoffmaske über seinen Lippen. Michael fragt ihn, ob es ihm gut geht. Er öffnet die Augen – doch da tritt der Arzt ein. Ben hatte eine beinah fatale Reaktion auf die Umstellung seiner Medikamente, die seine Ärzte aufgrund des dramatischen Falls der T-Zellen Anzahl veranlasst hatten. Sie wissen noch nicht, ob er es überstehen wird, denn die nächsten paar Tage werden kritisch bleiben. Michael fragt ihn, ob es irgendwie möglich sei, dass er die Nacht hier verbringe. Der Arzt fragt, ob er ein Familienmitglied sei, was Michael nach einem kurzen Zögern verneint uns sich als Bens Geliebten vorstellt. Auch der Arzt zögert kurz, dann sagt er, dass er jemanden schickt, der ihm eine Decke und ein Kissen bringen wird. In Michaels und Emmetts Wohnung haben sich Mel, Linds, Justin, Brian, Emmett und Ted versammelt und warten auf ihn. Sie planen, was alles zu tun ist: Mahlzeiten werden sie bestellen, eine Tasche für Michael ist gepackt... was Emmett fast wahnsinnig macht, weil alles, was er tun will schon getan wurde. Doch als Michael endlich kommt will er keine Hilfe. Sie überschwemmen ihn mit Fragen, wird Ben es schaffen?, aber alles was er herausbringt ist ein schwaches „sie wissen es nicht“, bevor er in sein Zimmer verschwindet und Brian die Tür vor der Nase zuschlägt. Der folgt ihm natürlich trotzdem. Michael sucht einige Dinge zusammen, doch er kann seine schwarze Jeans nicht finden. Brian macht ihn darauf aufmerksam, dass er sie in der Hand hält. Er sagt ihm, dass Michael nicht tapfer sein muss, um ihn zu beeindrucken. Michael erwidert genervt, sogar ungläubig, dass er nicht eine Sekunde an Brian denke, sondern an Ben. Er könnte sterben. Dann sollte Michael sich helfen lassen, erwidert Brian, doch Michael brauche niemanden. Er könne auf sich selbst aufpassen. Und wo ist sein blaues Shirt?! „Du trägst es“, sagt Brian sanft. Michael brauche weder Brian noch jemanden anderes, der ihn rettet. Er habe Vic angerufen, seine Mutter nicht. Und wo ist seine verdammte Brieftasche?! Brian umfasst lediglich Michaels Hand, die die Brieftasche bereits festhält. Daphne sagt Justin auf der Ausstellung der Schüler im PIFA, dass seine Kunstwerke mit Abstand die besten seien. Er erwidert, dass sie das nur sagen würde, weil sie seine Freundin ist und nichts über Kunst weiß. Sie sagt, er solle das blöde Kompliment einfach annehmen. Da pflichtet ihr eine Stimme bei: Ethan steht vor Justins Bildern. Er solle einfach zugeben, dass er brilliant ist. Justin sagt es. „Ich bin brilliant.“ Dann gesellt er sich zu Ethan, während Daphne sich mit der Bemerkung verabschiedet, dass dies der Violinenspieler von vorhin sei. Ethan fragt ihn, wer das gewesen sei. „Nur eine Freundin von der High School.“ Er möchte außerdem wissen, wie viel Justin für das Bild verlangt. 3, antwortet der. 3 Hundert? 3 Millionen! Justin grinst. Ethan bietet ihm fünf Dollar, doch er schenkt es ihm – im Gegenzug für ein Lied. Ethan stimmt zu und fordert Justin dazu auf, es später abzuholen, bevor er geht. Justin bleibt allein vor seinen Bildern stehen und schließt für einen kurzen Moment die Augen. Vic erzählt Debbie im Diner, dass Ben im Krankenhaus ist – seit letzter Nacht. Debbie fragt ihn, wieso zum Teufel er ihr das erst jetzt erzählen würde?! Er antwortet ihr, dass Michael nicht wollte, dass sie es weiß. Die beiden können sofort benennen, dass die Tabletten Bens Kollaps ausgelöst haben, und Debbie sieht ehrlich betroffen aus. Dann muss sie ein Gericht aus der Küche abholen, doch bevor sie es den Kunden bringt sagt sie Vic noch einmal, dass sie es Michael doch gesagt hatte. Sie hatte es ihm doch gesagt! Vic lacht ironisch und klingt fürchterlich nach Brian, als er antwortet: „Und schon wieder Recht gehabt. Herzlichen Glückwünsch!“ Michael streichelt Bens Hand, als dieser inzwischen ohne Sauerstoffmaske die Augen wieder öffnet und ihn schwach lächelnd begrüßt. Michael küsst seine Stirn und gibt ihm ein wenig Eis, welches gegen das Fieber helfen soll; er erzählt Ben, wie sexy er in diesem Kittel aussehe. Das bringt ihn zum Lachen. Ben sagt, dass er niemals damit gerechnet hätte, so schnell hier zu enden. Seine Stimme ist leise, behutsam. Michael widerspricht: Er sei hier nicht geendet, in ein oder zwei Tagen könne er wieder nach Hause, doch dafür hat Ben nur ein mildes Lachen übrig. Er wisse, wie es von nun an weitergehen würde: Raus aus dem Krankenhaus und immer wieder rein, bis irgendwann bald der letzte Besuch anstehe. Michael sagt mit Überzeugung, dass der einzige Ort, wo er in nächster Zeit hingeht, Tibet sein würde. Er habe natürlich schon ein Hotel inklusive Rucksacktour gebucht. Da müssen sie beide wieder lachen, und Ben schläft schon nach wenigen Momenten wieder ein. In diesem Augenblick kommt die Schwester, die ihm seine HIV-Medikamente geben möchte. Michael reißt ihr die Dose aus der Hand und erklärt ihr mit leiser, aber zischender Stimme, dass das ebenjene Medikamente seien, weswegen Ben beinah gestorben wäre. Wenn sie ihm diese jetzt geben würde, würde sie ihn umbringen! Die Krankenschwester nimmt Michael erst nicht ernst und schnauzt ihn an, doch dann macht sie sich auf, einen Arzt zu suchen. Vance und Brian stehen vor dem Meetingsaal, wo das gesamte Führungspersonal der Steakhouse-Kette versammelt ist. Sie reden leise darüber, was für Hinterwäldler die allesamt übergewichtigen Männer doch sind. Aber Gardner sagt Brian, sie sollen sie mit dem selben Respekt behandeln, den jedes Menschliche wesen verdient – wenn es 30 Millionen Dollar schwer ist (puh, und Gardner hatte Brian schon für einen Moment verunsichert). Gardner begrüßt den Vorstand des Steakhouse-Kette als Brians Handy klingelt. Das Telefonat ist kurz und Brians Gesicht ist unbewegt; er sagt nicht mehr als „Bleib dort sitzen. Beweg dich nicht.“, legt dann auf und geht, ohne ein Wort der Widerrede von Vance zu akzeptieren, der verzweifelt. Ethan und Justin haben ein Picknick auf dem Boden, begleitet von klassischer Musik. Ethan erzählt von seinem Großvater, der für die Berliner Symphonie gespielt hat, bevor er in ein KZ geworfen wurde. Er übte trotzdem noch sechs Stunden am Tag, mit einer Luft-Violine. Alles, was ihn am Leben erhielt, war seine Musik. Manchmal fühle er sich genauso. Justin auch; gleichgültig, wie scheiße die Dinge sind, er kann sich immer in seine Kunst flüchten. Er schweigt kurz. Das habe er noch nie jemandem erzählt... noch nicht einmal seinem reichen, erfolgreichen Freund, wie Ethan es ausdrückt. Dann fragt Justin ihn, ob er einen Freund habe. Und Ethan erzählt ihm von einem Kerl, nach dem er total verrückt war, doch der wollte jeden Abend in die Clubs gehen, hat jeden Abend andere Typen mit nach Hause gebracht. Sie waren ein Jahr zusammen und eine Zeit lang fand er es auch aufregend. Doch irgendwann realisierte Ethan, dass er das nicht wollte. Er will jemanden, der nur mit ihm zusammen sein will. Jemanden, der keine anderen Typen ficken muss. Jemanden, der nicht jede Nacht in die Szene geht. Jemanden, mit dem er auf dem Boden liegen und Picknicks haben kann, dem er Dinge erzählen kann, die er noch nie jemandem erzählt hat... er will jemanden, der nur mit ihm zusammen sein will. Michael lehnt mit der Stirn an der Wand auf dem Flur des Krankenhauses, als Brian ihm die Hand auf die Schulter legt. Er dreht sich zu seinem Freund und entschuldigt sich dafür, dass er ihn gestört hat, doch Brian sagt nur, dass er Klappe halten soll und schließt ihn in die Arme, als Michael die ersten Tränen über die Wangen laufen. Er erzählt Brian aufgelöst, dass die Ärzte Ben irgendwelche Schmerzmittel gegeben haben, von dieser blöden Krankenschwester. Er will nicht, dass Ben stirbt. Brian küsst seine Stirn und versichert ihm, dass Ben nicht sterben wird. Er wird es nicht. Michael löst sich von ihm, lehnt sich an die Wand und sagt, dass seine Mutter Recht hatte. Er sei nicht stark genug für das hier. Brian nimmt sein Gesicht in beide Hände und fragt Michael heftig, ob er ihm zuhören würde. Michael bejaht das immer noch unter Tränen. Brian versucht ihm in die Augen zu schauen und sagt ihm mit schneller Stimme, dass Michael damals, als Brian ihn nach Justins Abschlussball angerufen hat, als er gerade in ein Flugzeug steigen wollte und dann noch zu ihm kam, Brians einzige Rettung gewesen war. Ohne ihn hätte Brian diese drei Tage, in denen nicht klar war, ob Justin leben oder sterben würde, niemals überlebt. Er war damals stark genug für Brian und für sich selbst, und er wird dieses Mal stark genug für sich und für Ben sein. Dann küsst Michael Brian und sie schließen sich wieder in die Arme. Eine Millionen Dollar! Melanie verkündet Ted und Emmett, der den Mund gar nicht mehr zu kriegen kann (was ja nichts neues ist), die frohe Botschaft im Woody’s: Die Schickel-Familie zahlt Emmett 1.000.000 Dollar, wenn sie das Video nicht an die Presse aushändigen... und wenn Emmett ein Statement unterschreibt, dass er und George niemals eine Beziehung geführt haben. Emmett legt das Dokument sofort aus den Händen und sagt „vergesst es“, doch Ted und Melanie raten ihm, nicht überstürzt zu handeln. George wollte, dass er das Geld hat und Emmett weiß doch, dass sie sich geliebt haben. Das sei alles, was zählt. Er könnte für sein Leben ausgesorgt haben, könnte immer noch das Zentrum für schwule und lesbische Jugendliche gründen. Und Emmett wird nachdenklich. Als Brian endlich nach Hause kommt wartet Justin auf ihn... der ein Picknick auf dem Fußboden vorbereitet hat. Drei weiße Kerzen und wundervolle Delikatessen aus dem Gourmet-Geschäft. Brian fragt ihn, was zur Hölle das sei; Justin wisse doch, er esse keine Kohlenhydrate und kein Fett nach sieben Uhr. Justin bittet ihn darum, dieses eine Mal eine Ausnahme zu machen und er legt sich tatsächlich auf die Kissen, Justin hinter ihm, der seine Schultern massiert und seinen Nacken küsst. Es würde romantisch werden. Brian schaut ihn kurz an... dann greift er sich die geöffnete Weinflasche, steht auf und spring auf die nahestehende Bank. Er habe einen scheiß Tag hinter sich und würde jetzt ins Babylon gehen wollen. Justin steht ebenfalls auf und hält sein Handgelenk fest. Könnten sie nicht wenigstens eine Nacht lang Zuhause bleiben, nur sie beide, allein? Brian lehnt sich zu ihm herunter, Justin streichelt sein Kinn, Brian küsst seine Nase. Justin sei zu jung, um sich niederzulassen. Brian sei zu alt, um rumzuficken, erwidert Justin. Brian sagt, dass Justin entweder mit ihm ins Babylon kommt oder im Loft bleibt. Es sei seine Entscheidung und dreht sich weg. Justin setzt sich zu seinem Picknick und mach nach kurzen zögern die Kerzen aus. Im Hinterzimmer des Babylon herrscht die übliche Orgie. Brian nimmt eine Ladung Poppers, läuft vorbei an den Paaren (und Dreiern und Vierern...) und lehnt sich schließlich, Hand an seinem Hals entlangstreichend, an die Wand. Ein Typ geht sofort vor ihm auf die Knie. Gegenüber steht ein Mann, dem gerade ebenfalls einer geblasen wird... und er sagt etwas, dass Brian nach kurzem Nachdenken ein Grinsen aufs Gesicht zaubert: „Eat the meat.“ Debbie betritt Bens Krankenzimmer, doch schleicht sich beinah sofort schon wieder hinaus, weil sie glaubt, dass Ben schlafen würde, bis dieser ihren Namen sagt. Sie entschuldigt sich dafür, dass sie nicht eher gekommen ist, doch Michael habe es ihr nicht erzählt. Sie hat Ben hausgemachte Hühnersuppe, die Familienmedizin gegen jede Krankheit, mitgebracht, und macht sich dann wieder auf den Weg, um Ben nicht zu sehr zu erschöpfen. Als sie schon im Türrahmen steht ruft Ben sie noch einmal zurück, um ihr zu sagen, wie Leid ihm tut, dass Michael das durchmachen muss. Er hätte auf Debbie hören sollen. Die streitet das vehement ab: Sie sei nur eine kontrollsüchtige Schlampe. Ben widerspricht: Sie sei eine besorgte, liebende Mutter. Er bittet sie, ihm noch ein wenig Gesellschaft zu leisten, und sie geht los, um ihm die Hühnersuppe aufzuwärmen. Keine Widerrede! Melanie und Emmett, in seinem schwarzen Pelzmantel, sitzen wieder in dem Verhandlungssaal mit den Anwälten, die Emmett das Statement geben, damit er es unterschreiben kann. Sie richten ihm ebenfalls Mrs. Schickels Grüße aus. Emmett verlangt den Scheck zu sehen, bevor er unterschreibt; er habe sich immer gewundert, wie ein Scheck über eine Millionen Dollar aussehe, und nun wüsste er es: Viiiele Nullen... . Und dann zerreißt er ihn! Er will keinen Cent von George. Er wollte nie einen Cent von George. Er sei vielleicht kein Millionär, aber er habe die Wahrheit. Das, was er und George geteilt haben, das kann ihm niemand wegnehmen. Auch die Anwälte nicht. Niemand. Emmet steht auf und Melanie verkündet mit etwas verwirrter Stimme, dass die Angelegenheit hier wohl erledigt sei. Und Emmett wirft den Anwälten zum Abschied seinen schwarzen Pelzmantel auf den Tisch. |
![]()
|
< Episode 2.17 / Episode 2.18 / Episode 2.19 >