Queer as Folk - Episode 3.03

Nach Unten

Brian lässt sich im Babylon mitten auf der Tanzfläche einen blasen, während Michael im Keller seines Mietshauses steht und seine Wäsche wäscht. Ein alter Mann in Leder, der gerade seine erschreckend großen Dildos reinigen will, hört nicht auf, ihn einladend anzustarren, und er ist so furchtbar angeekelt, dass er es kaum abwarten kann, seine Wäsche aus der Maschine zu holen. Die ist zum Glück gerade in diesem Moment fertig, und als er sich bückt, um sie zu leeren, dreht er seinen Hintern extra zur anderen Seite und flüchtet dann mit seinem Wäschekorb aus dem Keller, wobei er eine Unterhose und einen Strumpf verliert. Ben, der auf dem Sofa sitzt und die Zeitung liest, hört ihm kaum zu, als er von diesem schaurigen Ereignis erzählt, sodass Michael seine Geschichte ein klein wenig verändert: „...und dann hat mich dieser heiße Typ so was von gut gefickt!“ „Hmhm“, antwortet Ben, und Michael stellt den Wäschekorb ab, um sich auf seinen Schoß zu werfen und ihm die Zeitung abzunehmen. Ben sucht dort nach einer neuen Wohnung, doch Michael betont noch einmal, dass das nicht nötig sei. Er habe hier eine Wohnung, mit Einbauküche, Parkettboden und integriertem Freund! Ben fragt, ob er nicht lieber mit Brian unterwegs wäre; Michael gibt grinsend zu, dass es verführerisch ist, doch dann würde er ja all das Wäsche waschen hier verpassen... sie strecken sich lang aufs Sofa und küssen sich... und den heißesten Mann in ganz Pittsburgh auf seinem Sofa... .

Während eines Besuches von Lindsay und Gus im Loft bittet diese Brian darum, ihr und dem Gay and Lesbian Center zu helfen: Sie wollen ein Wohltätigkeitsevent, den Center Carnvial, veranstalten, um einige Dollar zu verdienen, denn sonst müssten sie Mittel des AIDS Hospiz und der Zuflucht für Jugendliche kürzen – oder gar ganz schließen. Sie möchte, dass er ein paar seiner Kunden anruft, fragt, ob sie vielleicht Sponsoren sein möchten... doch Brian antwortet klipp und klar, während ein nackter, braunhaariger Kerl durch das Loft zum Kühlschrank läuft (Lindsay hält Gus schnell die Augen zu), dass er keine ehrenamtliche Arbeit verrichtet, schon gar nicht, nachdem das Center in wie einen Haufen Scheiße behandelt hat – aber sie könnten doch zu einer anderen Einigung kommen. Auf dem Bildschirm seines Laptops sieht man das Bild einer alten Corvette.

Als Lindsay Tannis, Phillip und den anderen Vorsitzenden des Gay and Lesbian Centers vorschlägt, mit Brian zusammenzuarbeiten, lehnen diese ab, scheinen es sich jedoch anders zu überlegen, als Lindsay einige Fakten auf den Tisch legt: Brian würde alles organisieren und hat Sponsoren gefunden, die bis zu 100.000 Dollar mitgehen würden. Tannis und Phillip grinsen breit und bitten Lindsay, Brian für seine ehrenamtliche Arbeit zu danken. Lindsay erklärt ihnen, dass Brian nicht ehrenamtlich arbeitet. Er will 20 % des Gesamtgewinns, denn seine Meinung ist: Hättet ihr lieber 100 % von nichts oder 80 % von mehr als ihr euch jemals zu träumen wagtet?

Gemeinsam mit Mikey fährt Brian die Corvette Probe und fragt ihn, ob er den Wagen kaufen soll. Michael meint, dass 30.000 etwas zu viel seien, nur um einen Freund zu ersetzen. Brian schaut ihn verständnislos an. Er hatte niemals einen Freund. Natürlich nicht, erwidert Michael, dann müsste das hier wohl eine midlife-crisis sein. „Aber da ich ja eh plane, mit 39 tot zu sein...“, antwortet Brian und Michael grinst. Klar, daran würde er ihn an seinem sechzigsten Geburtstag erinnern. Brian fragt ihn, ob er nicht mit ihm einen spontanen Ausflug nach New York machen möchte, doch der steigt dankend aus und sagt noch gutmütig „Wegen dir ist Ben beinahe ausgezogen.“ – und für einen kurzen Moment scheint es, als hätte Brian deshalb ein schlechtes Gewissen.

Carl sitzt an der Theke des Diners und schaut Debbie verliebt an, die diesen Blick erwidert. Sie wollen sich gerade küssen, da klingelt die Glocke – Teds und Emmetts Mittagessen ist fertig. Sie verabreden sich wie üblich für Freitagabend, doch Carl schlägt vor, das Bowlen dieses Mal ausfallen zu lassen, und sich stattdessen zum Abendessen bei Debbie zu treffen, und nachher etwas fernsehen zu schauen. Aber der einzige Fernseher, der funktioniere, sei in ihrem Schlafzimmer, entgegnet Debbie. Carl grinst. „Ich weiß.“ Dann verabschiedet er sich und Debbie serviert ihren beiden Schützlingen das Essen. Ted und Emmett fragen sie gespannt, wie es so ist, mit einem Polizisten zu schlafen: Macht er eine Leibesvisitation? Fesselt er sie mit Handschellen? Sie sagt ihnen, dass sie sich um ihren eigenen Kram kümmern sollen, gerade als Brian hereinkommt und vor Teds Gesicht einmal schnippt. Er geht zu Justin, der gerade einen Tisch abwischt, und sagt: „Ich habe dir einen Angebot zu machen.“ Justin schaut ihn sehr irritiert an, woraufhin Brian korrigiert: „Ein geschäftliches Angebot.“ Er brauche etwas heißes und brillantes und das bis Morgen. Justin verdreht die Augen, aber Brian setzt nach. Er würde ihn ja nicht fragen, wenn er nicht denken würde, dass Justin es könnte. „Oder wenn du nicht verzweifelt wärst.“ „Ja, das auch.“ Als Justin erfährt, dass es für das Center ist, kann er sich das Lachen nicht verkneifen. „Du hasst das Center!“ Er möchte das Poster kostenlos beisteuern, bis Brian ihn fragt, ob er ihm denn gar nichts beigebracht hätte, und verlangt dann 500 Dollar, kein Handeln erlaubt. Brian grinst etwas verkrampft und sagt, dass er Justins Art, Geschäfte zu machen, mag. Er schaut Justin nach, als dieser zum nächsten Tisch läuft.

Melanie kommt nach Hause und erzählt der völlig erstaunten Lindsay, dass sie sich der Behandlung unterzogen hat, um wieder fruchtbar zu sein. Warum habe Mel nicht angerufen, Linds wäre doch gekommen! Aber das sei etwas gewesen, dass sie hätte allein tun müssen, erwidert Melanie. Ihren Ängsten geradewegs entgegen treten und hoffen, nicht auf der, pardon, Fresse zu landen. Und sie ist es nicht. Sie kann, wenn sie will, sofort schwanger werden. Lindsay umarmt sie fest, während Melanie ihr sagt, dass sie Recht hatte – sie habe es nur als Ausrede benutzt, und sie würde die Mutter ihres nächsten Kindes sein wollen! Jetzt müssten sie nur noch einen Spender finden. Lindsay sieht sie unsicher an, denn sie hätten doch schon jemanden. Aber Melanie kann darüber nur lachen. Sie würde niemals Brian Kinneys Sperma an sich heranlassen, nicht nach all dem Ärger, den sie wegen ihm hatten. Lindsay sagt, sie würde ihre Argumentation verstehen, aber Melanie müsse auch beachten, wie gut Brian zu ihnen und Gus gewesen ist: Er war immer bereit einen Scheck zu schreiben, eine Schaukel aufzustellen und ihre Hochzeit vor einer Katastrophe zu bewahren. Er sei nicht der alte Brian Kinney, und außerdem würden ihre Kinder ohne Brian als Vater nicht verwandt sein.

Michael, Brian, Ted und Emmett machen im Fitnessstudio sit-ups und beobachten dabei Ben, der mit einem Freund trainiert. Ted und Emmett finden Bens Trainingspartner unheimlich heiß, bis Brian sie darüber aufklärt, dass der Typ nur solche Muskeln hat, weil er Steroide nimmt. Es wundere ihn, dass seine Leber noch nicht zerfallen ist.
„Nicht zu vergessen die ganzen Nebeneffekte: Stimmungsschwankungen und kleine Eier!“
Alle vier Männer richten sich schlagartig auf. Diese Stimme kennen sie doch... Debbie ist im Fitnessstudio! Sie will trainieren und im Rahmen ihrer Diät abnehmen, doch Michael ist nicht begeistert. Sie sei schon in denselben Bars und Clubs wie er, müsste sie jetzt auch noch hierher kommen? Könnte er nicht einen Platz haben, der ihm gehört? Als Debbie fragt, ob sie gemeinsam trainieren wollen, flüchten sowohl Brian als auch Michael. Emmett und Ted hingegen gesellen sich zu ihr und fragen sie erneut nach ihrem und Carls Sexleben, was Debbie wiederum mit einem „ich teile mein Privatleben nicht“ abwürgt. „Mit anderen Worten, ihr habt es noch nicht getan.“ Debbie sieht sich unsicher um. Es sei ja nicht so, als würden sie nicht wollen, aber es sei eben schon eine Zeit lang her, seit Debbie das letzte Mal... trainiert hat. Nach einem kurzen Schweigen bieten Ted und Emmett ihr einen kleinen Auffrischungskurs bei Professor Schmidt und Professor Honeycutt an!
Michael betritt so misstrauisch und vorsichtig die Männerumkleide, als ob er denken würde, dass die Armee ihn eingekreist hat. Er fragt Ben, ob seine Mutter hier sei. „Michael, dass ist die Männerumkleide.“ „Glaubst du, das würde sie aufhalten?!“ Ben lacht und begrüßt dann einen Mann, Jason, der sich gerade mit einem schwarzhaarigen Freund darüber unterhält, dass sie abnehmen müssen. Der Freund fragt, ob sich Jason an die Welle in den 90er erinnern könne, als alle wie verrückt zunahmen, weil das bedeutete, dass man nicht starb. Das würde dem armen Paul jetzt auch nicht mehr helfen, antwortet Jason, aber wenigstens müssten sie jetzt nicht mehr in dieses Hospiz zurück... Gott, das war deprimierend. Ben horcht auf und fragt nach, was sie da gerade über Paul – den Mann, den er geliebt und der ihn infiziert hat – gesagt haben. Sie teilen ihm mit, dass dieser letzte Nacht gestorben ist.

Während Justin an dem Poster für Brian arbeitet telefoniert Ethan mit einem seiner Freunde, der ihn zu einer kleinen Party einlädt und fragt, ob sein imaginärer Geliebter ihn begleiten wird. Justin sagt Ethan, dass er lieber Scheiße essen und sterben würde, und Ethan antwortet seinem Freund, dass Justin es nicht erwarten könne, ihn kennenzulernen. Er legt auf und fragt Justin, warum dieser so ungesellig sei, während er ihn von hinten umarmt und auf die Wange küsst. Justin antwortet, dass er nicht ungesellig sei, er kann einfach Leute nicht ausstehen. Was solle er auf dieser Feier, sich mit Fremden über die Independent Filmszene unterhalten? Ethan lacht. Justin sei ja sogar noch ein größerer Snob als er selbst, aber deswegen liebe er ihn wahrscheinlich so. Er fragt ihn, wofür das Poster ist, und Justin erzählt ihm, dass er fünfhundert Dollar für die Anfertigung erhält – dank jemandem, den er kennt. Ethan nickt wissend; jemanden, den sie beide kennen? Justin meint, dass Brian nun mal ihn gefragt hat – obwohl er den ganzen Tag mit so vielen Künstlerin in seiner Agentur zusammenarbeitet?, wirft Ethan ein – „vielleicht hielt er mich einfach für am besten“ – „vielleicht versucht er einfach, dich zurückzugewinnen.“ Das könne er versuchen, so viel er wolle, erwidert Justin, er will mit Ethan zusammen sein. Der fordert ihn auf, das zu beweisen, also schubst Justin ihn aufs Bett und gibt ihm einen blowjob.

Melanie und Lindsay geben Brian in einer Bar ein Getränk aus, da fragt er sie schon, was sie jetzt wieder wollen. Lindsay verkündet vor Glück strahlend, dass sie Gus ein Geschwisterkind schenken möchte. Brian fragt scherzhaft, ob das nicht ein schlechter Zeitpunkt sei, gerade wo Lindsay wieder abgenommen hätte, ist aber bereit, ihnen hier und jetzt eine Becher zu befüllen – bis er hört, dass Melanie die Mutter sein soll. Das will auch er nicht. Lindsay sagt auch ihm, dass dann Gus und ihr zweites Kind nicht verwandt seien! Doch er meint, das sei ein sehr schlechtes Argument, haben sie schon seine Schwester kennen gelernt? „Wir hatten eine Abmachung“, fährt Lindsay ihn an, aber Brian steht schon auf. „Ihr seid diejenigen, die die Umstände geändert haben.“

Ted und Emmett breiten Dildos in verschiedenen Farben und Größen auf Debbies Küchentisch aus, die sie entsetzt fragt, ob sie wüssten, dass Leute hier essen würden! „Keine Sorge, sie sind alle frisch“, antwortet Ted, und sie beginnen ihre Stunde mit einer sehr zögerlichen Schülerin, die sich noch nicht gesetzt hat. Sie fragen Debbie, welcher Dildo Carls bestem Stück am ähnlichsten ist, und sie fragt scharf, woher sie das denn wissen sollte?! Sie habe ihn bis jetzt nur geküsst... Debbie klingt wirklich wie ein kleines, verängstigtes Mädchen, setzt sich aber dann doch an den Tisch. Emmetts Anweisungen befolgend rotieren sie ihren Kiefer im und gegen den Uhrzeigersinn, legen eine Hand fest um ihre Dildos, dann bedeckt Emmett seine Zähne mit den Lippen und demonstriert für eine völlig geschockte Debbie und einen faszinierten Ted, wie ein blowjob aussehen muss. Debbie sagt leise, dass Ted und Emmett wissen, dass sie sie liebt, aber sie habe eine Frage... sind sie verrückt?! Das würde Debbie niemals tun! Ted zeigt mit dem Dildo auf sie wie mit einem Schwert – in Beverly Hills gebe es Hausfrauen, die tausend Dollar im Voraus zahlen würde, um das zu erlernen, was sie von ihnen kostenlos erfahren kann. Emmett versucht es anders: Debbie will Carl doch glücklich machen, oder? Ted schaltet sich ein: Danach würde er sie als seine Göttin ansehen, seine Königin! Das scheint Debbie umzustimmen. Was sei so schlimm daran, zu lernen, wie man es richtig macht, und dabei selbst noch ein bisschen Spaß zu haben? Also nehmen sie alle einen angemessenen – Debbie zuerst einen etwas kurzen – Dildo in ihre Hände, bedecken ihre Zähnen, beugen sich runter und 1… 2… –

Ben sitzt vor dem Diner auf einer Bank in der Kälte und raucht eine Zigarette, sein Atem weiße Wölkchen. Michael setzt sich mit einem warmen Kaffee, den er ihm mitgebracht hat, neben ihn und sagt nach einem kurzen Schweigen, dass es ihm Leid tut. Für Paul, und für Ben. Der sagt, dass es ihm gut gehe... er habe einfach nicht damit gerechnet, dass es so früh passieren würde. Wenn er das gewusst hätte, dann hätte er diesen Mann, den er geliebt hat, öfter besucht. Doch Michael ist sich sicher, dass Paul das verstanden und ihm vergeben hat, genauso wie Ben ihm vergab, doch Ben sagt, wie wütend es ihn macht, an ihn zu denken. Sein Ton ist ungewöhnlich scharf. Er habe Paul gesagt, dass er auf sich aufpassen müsste, gesund leben, trainieren! Muskelmasse aufzubauen sei so wichtig! Aber Paul dachte sich eben, er wird sowieso sterben... und vielleicht hat er ja Recht. Ben würde zwar alles tun, was er könnte, aber das reicht vielleicht immer noch nicht. Natürlich reiche das, erwidert Michael energisch, und am wichtigsten sei es, dass Ben daran glauben würde! Er will näher an ihn heranrücken und ihn küssen, doch Ben wendet das Gesicht ab, und sie bleiben stumm auf der Bank sitzen.

Debbie sieht wunderschön aus, als das Hauptgericht mit Carl zu Ende geht, dem das wohl auch auffällt, denn er macht ihr ehrliche Komplimente. Als sie den Nachtisch, Früchte, holen möchte, zieht er sie auf seinen Schoß und sagt, dass er eine viel bessere Idee habe. Sie widerspricht unsicher, dass sie doch viel zu schwer sei, doch er küsst ihre Wange und antwortet, dass sie wunderschön ist. Debbie gesteht ihm, dass sie ein wenig nervös ist... er hört ihr geduldig zu, während sie sich, Gesichter nah beieinander, anschauen und Debbie ihm sagt, dass sie mit ihm zusammen sein möchte, aber das letzte Mal sei schon ein wenig länger her... im letzten Jahrhundert. Er lächelt zärtlich und küsst sie wieder. Debbie sollte sich keine Sorgen machen. Er würde sanft mit ihr sein, und ihr vielleicht sogar das eine oder andere beibringen... .

Justin lehnt im Loft an der Küchensäule während Brian am Esstisch steht und sich sein Poster anschaut. Er hat einige Verbesserungen vorzubringen, so möchte Brian zum Beispiel, dass der Gesichtsausdruck des Mannes auf dem Poster sagt: „Betreten auf eigene Gefahr, bereite dich darauf vor, gefickt zu werden.“ Justin grinst, das wird er wohl schaffen, meint er. Brian sagt, dass er vermutlich besser sehen könne, wenn er näher kommen würde, und Justin stellt sich zögerlich neben ihn. Weiterhin führt Brian aus, dass seine Hüften weiter ins Profil gerückt werden müssten, um seinen Schwanz zu betonen. „Es dreht sich immer um Sex“, antwortet Justin. „Außer es geht um Tod. Aber Tod verkauft keine Tickets“, erwidert Brian. In diesem Moment betritt Michael mit chinesischem Essen das Loft – er hat Justin offensichtlich nicht erwartet, der aber sagt, dass er sowieso gerade gehen will. Er fragt Brian, ob sie hier fertig seien, und Brian nickt nach einer kurzen Pause. Michael und Justin begrüßen sich mit einem kurzangebundenen „hi“, und Brian sagt, dass er ja so froh sei, dass sie sich wieder vertragen hätten. Er gibt Michael einen Joint, da dieser das Essen bezahlt, und kurze Zeit später liegen sie wieder – Michaels Kopf auf Brians Schoß - auf seinem weißen Teppich, leere Chinesenkartons und Bierflaschen, einem gefüllter Aschenbecher und Drogen um sie herum. Sie schauen sich ihr altes High School Jahrbuch an, und selbst die Tatsache, dass der Typ, der ihnen beigebracht hat, ihre Fürze anzuzünden, in einem Autounfall starb, bringt sie zum Lachen. Dann war da noch eine Mitschülerin, die rausgeworfen wurde, weil sie einem Lehrer einen blowjob gab, und eine Lap Dancerin geworden ist. Michael erzählt, dass Bens Ex, der, der ihn infiziert hat, gestorben ist. Brian antwortet, dass man entweder verrückt oder ein egoistisches Arschloch sein muss, um ein Kind in diese Welt setzen zu wollen. Michael erinnert ihn daran, dass er das getan hat, aber er meint, da sei er auf Drogen gewesen. Michael solle ihm nur einen guten Grund nennen, wieso eine Schwuchtel bei Verstand ein Kind in diese Welt bringen sollte, sagt Brian und reicht Michael eine Mini-Bong. Michael fällt erst nichts ein, also zündet Brian die Bong and, Michael zieht daran… und beginnt plötzlich breit zu Brian hochzugrinsen: „Um Heteros anzupissen!“

Debbie und Carl liegen nackt im Bett, Carl noch völlig mitgenommen, Debbie so nervös wie eh und je. Er sei nicht enttäuscht, oder? Aber Carl ist alles andere: Hingerissen, könnte man eher sagen. Besonders nach all diesem Geplapper darüber, wie nervös Debbie doch gewesen sei. „Was soll das heißen, ‚Geplapper’?“, fragt Debbie. Erst möchte Carl das fallen lassen, doch sie beharrt, also sagt er ihr, dass das, was sie da getan hat, niemals jemand ohne etwas Übung hätte vollbringen können. Debbie zieht ihre Decke etwas höher und fester um sich. Sie beteuert noch einmal, dass sie schon seit Ewigkeiten keinen Sex mehr hatte, und als er ihr nicht glaubt, wirft sie ihn kreischend wie eine wahre Frau hinaus.

Justin und Brian spazieren gemeinsam die Liberty Avenue entlang, wo Justins Poster reihenweise an den Fenstern kleben – der Karneval wird immerhin an diesem Abend stattfinden. Brian übergibt Justin die 500 Dollar, plus 100 als Bonus, weil er es rechtzeitig fertiggestellt hat, und außerdem zwei Karten für den Karneval, eine für ihn und die andere für seinen Freund... Ian. Gerade in diesem Moment kommt Ian-Ethan um die Ecke und zieht Justin in einen Kuss, während Brian ihnen zusieht. Er sagt, dass er gerade die neueste Kreation von Ethans Freund bewundern würde, woraufhin dieser antwortet, dass die besten Arbeiten eines Künstlers immer dann entstehe, wenn er jemand hätte, der ihn lieben und inspirieren würde. „Ja, hab’ ich auch schon gehört“, antwortet Brian schnaubend, und Justin erzählt Ethan von den Karten, die dieser jedoch dankend an Brian zurückgibt; er und Justin hätten schon andere Pläne. Brian sagt ihnen, dass ihre Namen auf der Gästeliste stehen, falls sie es sich anders überlegen sollten; er schaut ihnen hinterher, bevor er selbst in die andere Richtung verschwindet.

Im Diner fragen Ted und Emmett Debbie, ob sie ihrer Schülerin eine 1 geben sollten – mit anderen Worten, wie die letzte Nacht war. Sie erzählt ihnen, dass sie einen riesigen Erfolg hatte! Carl ist auf jede ihrer Techniken angesprungen, genauso, wie sie es prophezeit hatten. Und jetzt denkt er, dass sie eine Schlampe sei! Emmett bricht vor Stolz fast in Tränen aus, während Ted den Ernst der Lage zu begreifen scheint. Debbie sagt ihnen, dass sie Carl nie wieder sehen will.
An einem anderen Tisch gehen Melanie und Lindsay einige Angebote von der Samenbank durch, bis Brian von hinten Sahne in Mels Kaffee gießt, die er an diesem Morgen angeblich frisch „gemolken“ habe. Lindsay lacht, Melanie findet das abstoßend. Er bietet ihr an, doch der Spender für ihr Kind zu sein. Falls es ein Junge wird, könnten sie ihn Brian jr. nennen. „Lasst uns ein paar Heteros anpissen!“, ruft er entzückt, und Lindsay lacht freudig, während Melanie etwas sparsamer lächelt.

Ben trainiert wie ein Verrückter. Er trainiert und trainiert und trainiert... bis er den Typen entdeckt, über den sich Emmett, Ted, Brian und Michael noch unterhalten haben, der, der Steroide nimmt, und unglaubliche Gewichte stemmt. Ben spricht ihn an, fragt, ob er ihm helfen kann. Nichts ungewöhnliches eigentlich. Doch er betont, dass es um eine andere Art von Unterstützung gehen würde... Ben schaut sich noch einmal um, bevor er mit dem Mann in der Männerumkleide verschwindet.

Ted und Emmett (in einem umwerfenden, flokati-ähnlichen Mantel) besuchen die Polizeistation von Carl. Ted schickt Emmett vor, damit dieser den Polizeiinspektor anspricht. Als sie endlich wegen einem „mündlichen Fehlverhalten in der gestrigen Nacht“ unter sechs Augen miteinander sprechen, berichten sie Carl von ihrem Unterricht, den Debbie mit hervorragenden Noten und vielversprechenden Zukunftsaussichten abschloss. Das Problem sei nur, dass Carl Debbie jetzt für eine Schlampe hielt... während die eigentlichen Schlampen sie seien. „Sprich für dich selbst“, fügt Ted hinzu, und wendet sich dann noch einmal an Carl: Unter all ihrem Bravado sei Debbie doch auch nur ein Mädchen, dessen einziges Verbrechen es gewesen ist, ihren Mann zufrieden stellen zu wollen. In diesem Moment wird eine Prostituierte den Flur entlang geleitet, die denselben Mantel trägt wie Emmett. Ted legt seinem am Boden zerstörten Freund tröstend die Hand auf die Schulter.

Ethan, der seinen Arm auf Justins Schulter gelegt hat, unterhält sich mit seinen Freunden über den nahenden Heifitz-Wettbewerb und seine dortigen Rivalen, die mit ihm um das Stipendium und die möglichen Konzerte und Plattenverträge kämpfen werden. Justin scheint recht gelangweilt zu sein und zündet sich eine Weile später alleine stehend eine Zigarette an. Ethan gesellt sich zu ihm und fragt ihn, ob er sich gut amüsiere, doch er deckt sein gelogenes ‚ja’ natürlich sofort auf. Justin bestätigt jedoch noch mal, dass er Spaß haben würde – Ethans Freunde seien wirklich klug – aber er sei wohl nur nervös. Ethan meint, dass er das nicht müsste, er ist doch mit ihm hier, und küsst ihn. Ein Freund von Ethan, der gerade hinzukommt, möchte Justin endlich etwas besser kennen lernen und fragt ihn, was für eine Art von Kunst er gerade kreiere. „Ich verändere klassische Form mit digitalen Werkzeugen.“ „Also hast du nicht nur ein hübsches Gesicht.“ „Nein“, entgegnet Justin, charmant lächelnd. „Ich habe auch einen ziemlich großen Schwanz. Und ich gebe einen richtig guten blowjob. Stimmt’s, Ethan?“ Der weiß nicht, was er sagen soll.

Der Karneval des Centers ist... sehr Brian. Es hängen halbnackte Menschen von Schaukeln an der Decke, die Spiele auf den Bühnen umfassen alles von Whip-O-Rama, das Peitschenaktion beinhaltet, bis hin zu Butthole Bingo, in dem die Bingo Kugel aus dem Hintern eines jungen Mannes „geschleudert“ wird. Sehr leicht gekleidete Frauen und Männer laufen mit Laden herum und bieten darin Ware an. Es ist voll, es ist herrlich, alle sind glücklich – alle außer Tannis, Philipp und Melanie. Sie sagen Brian, dass von all diesen Dingen in seinem Entwurf keine Rede war! Sie sollen ein positives Bild der schwulen Community verbreiten, was für eine Botschaft wird das hier wohl aussenden?! Dass alle Menschen ‚geil’ erschaffen wurden, erwidert Brian, und dass es okay ist auch mal Spaß zu haben. Melanie schreit ihn über die laute Musik hinweg an, dass er völlig verrückt geworden sei, und er erwidert genervt, dass sie immerhin 10.000 Dollar mit dem Hintern des Butthole-Bingo-Mannes verdienen würden, wenn das ein Trost sei!

Auf der Party von Ethans Freunden nimmt Justin sich seine Jacke und verabschiedet sich von ihm (der gerade eine sehr beeindruckende Nachahmung seiner offensichtlich deutschen Musiklehrerin vorführt), weil er so müde sei. Ethan fragt ihn, ob er wirklich jetzt schon gehen möchte, bietet dann aber an, mit ihm nach Hause zu gehen, doch Justin sagt ihm, dass er ruhig bleiben könne. Ethan verabschiedet sich mit einem „lieb dich“, was Justin mit „dich auch“, erwidert, dann verlässt er die ruhige, zivilisierte Feier.

Inspektor Carl Horvath klopft an Debbies Tür, die diese öffnet, und sich wortlos wieder an ihren Tisch setzt, wo sie ihr Abendessen fortführt, nachdem er darum gebeten hat, eintreten zu dürfen. Er findet, dass ihr Abendessen ein wenig zu spärlich sei, sie müsse doch bei Kräften bleiben! „Stimmt ja“, meint Debbie ironisch lächelnd, „ich muss ja heute Abend noch 10 Kerlen einen blasen.“ Carl wünscht sich, dass Debbie nicht so reden würde, doch so drückten sich Professionelle nun einmal aus, erwidert sie schnippisch. Er wüsste das, sagt Carl, und berichtet ihr von dem Besuch eines großen, wuscheligen Mannes – „Emmett“, sagt Debbie – und einem, der aussehe, als sei er ein Buchhalter – „Ted“, folgert sie sofort. Sie hätten ihm erzählt, dass sie Debbie unterrichteten und dass diese das alles nur getan hätte, um ihn zufrieden zu stellen. Sie legt ihr Besteck beiseite und antwortet, dass sie das nicht einfach für jeden tun würde. Er erwidert, dass sie sich auch nicht vorstellen kann, was ihm das bedeutet. Debbie meint nur, dass sie dachte, dass das selbstverständlich ist, wenn man etwas für jemanden empfindet. „Genau“, bestätigt Carl. Und das sei auch der Grund, wieso er sich heute mit zwei seiner lesbischen Kolleginnen getroffen hat. Sie haben ihm auch eine kleine Unterrichtsstunde erteilt. Debbie muss breit und glücklich grinsen, weil sie das kaum glauben kann. Und wenn sie sich von ihrer Mahlzeit losreißen könnte, dann würde Carl ihr zeigen, worin seine Hausaufgaben bestehen... .

Emmett und Michael werden Zeuge, wie es Ted auf „Brians schmutzigem Karneval“ gelingt, alle seine Ringe um den Penis einer Pappfigur zu werfen. Als Preis erhält er eine Actionfigur, die er Emmett schenkt. „Mein Held“, meint dieser strahlend, und küsst ihn. Das erinnere Michael an Ben, und er macht ein sehr, sehr trauriges Gesicht – sein Freund sei immer noch zu geschafft wegen Paul, um zu kommen. Doch da taucht Ben auf einmal auf, vor Energie sprühend! Er zieht Michael zu sich, küsst ihn, wirft ihn dann über seine Schulter und trägt ihn von dannen!

Melanie stürmt die Treppe ihres Hauses hinauf zum Schlafzimmer. Die heutige Nacht habe mal wieder bewiesen, dass Brian ein unzuverlässiger, vertrauensunwürdiger Nichtsnutz sei. Und egal was Lindsay sagt – immerhin habe er 100.000 Dollar verdient, die angebliche Erniedrigung hat das Center auch nicht davon abgehalten, das Geld anzunehmen, Linds hat immerhin ein Kind mit ihm – sie will nicht, dass Brian der Samenspender wird. Das sei ihre alleinige Entscheidung und ihr letztes Wort.

Justin ist nun auch auf dem Karneval angekommen und huscht da etwa ein kleines Grinsen über sein Gesicht? Tatsächlich. Diese Art von Feier scheint Justin Taylor ein wenig mehr zuzusagen. Brian, der sich gerade eine Zigarette an einer Fackel angezündet hat, tritt auf ihn zu und begrüßt ihn, fragt ihn, wo „Ian“ denn sei. „Ethan“, korrigiert Justin ihn lachend. Brian sagt, dass er ihn ruhig hätte mitbringen können, auch wenn Justin das nicht glaubt, denn hier hätte sein Freund etwas lernen können, was nicht am College gelehrt wird. Einen Blick auf den halbnackten Typen neben Brian werfend sagt Justin, dass er wohl besser gehe. Brian ruft ihm hinterher, dass er „Ian“ sagen soll, dass sie ihn vermisst hätten. Kaum ist Justin außer Sichtweite lässt er den Typen stehen und verlässt kurze Zeit später den Karneval, nimmt dann aber einen Mann mit ins Loft, der an seiner brandneuen Corvette lehnt, die Königin unter den Autos.

“It’s time to take control again and be the only one […]
Rising with the sons of madness crossin’ over the road”

(Soundtrack of our Lives – Infra Riot, Endlied 3.03)


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