Queer as Folk - Episode 3.04

Nach Unten

Bunte Lichter fegen über die Bühne hinweg, auf der Ben, Michael, Brian, Justin, Emmett und Ted sich in ihren besten Anzügen versammelt haben und vorstellen. Einer nach dem anderen laufen sie durch das Scheinwerferlicht, bis dann der Gewinner verkündet wird: Und es iiiiiiiiiiist...
Brian Kinney! Der tut natürlich völlig überrascht, stellt sich in das Zentrum der Bühne und grinst beinah bösartig, als Melanie schreiend aus dem Schlaf hochschreckt. Lindsay fragt sie, das anscheinend schon gewohnt, ob es wieder dieser Traum gewesen sei. Vielleicht ist es ja ein Zeichen, meint sie, immerhin hätten sie ja beschlossen, dass ihre Kinder denselben Vater haben sollen. Aber Melanie bleibt hart: Sie wüsste, wie viel Brian Lindsay bedeute, er habe immer und würde immer, aber das gelte nicht für sie. Na gut, dann solle Melanie eben einen Namen aus einem Hut ziehen.

Brian berichtet Vance von seinem neuen Kunden, „Hot Potatoes“, einer Chipssorte, die so scharf ist, dass Vance, als er sie probiert, Brian um Wasser anfleht, der die Flasche mit Genugtuung außerhalb seiner Reichweite hält. In diesem Moment stürzt auf einmal Brians Schwester Claire mit ihrem Sohn John hinein. Brian müsse ihr helfen! Ihr anderer Sohn Peter habe sich den Arm gebrochen, sie muss sofort zur Notaufnahme, könne er vielleicht für ein paar Stunden auf John aufpassen? Ihre Mutter ist gerade „ungeeignet“ – sprich: wahrscheinlich wieder betrunken. Brian weigert sich nach besten Kräften, doch was soll er schon tun? Sie lässt ihren Sohn bei ihren Bruder, und John setzt sich auf einen Stuhl in Brians Büro. Der Junge schaut verkrampft auf seinen Game Boy, aus dem Brian nervlich belastende Musik tönt. Beide schweigen sich an, Brian offensichtlich nicht wissend, was er mit dem Blag tun soll, John Brian ignorierend. Bis John aufschaut und seinen Onkel fragt „Bist du noch immer ’ne Schwuchtel?“ Brian macht sich nicht die Mühe zu antwortet, sondern schiebt seinem Neffen nur die Tüte „Hot Potatoes“ hin. „Nimm einen. Nimm zwei.“ John nimmt sich eine ganze Hand voll – und Brians teuflisches Grinsen und leises Lachen spricht Bände.

Melanie und Lindsay sitzen an der Theke des Diners und überlegen sich während des Frühstücks, wer noch als Samenspender in Frage kommt. Ted – ein wenig zu... langweilig – und Emmett – ein wenig zu... schwul – streichen sie schnell von der Liste, genau wie Ben, der perfekt wäre, hätte er nicht HIV. Auch gegen Justin entscheidet sich Melanie, weil sie kein Kind mit einem Kind zeugen möchte, obwohl Lindsay den jungen Künstler wohl bevorzugen würde. Sie meint frustriert, es sei einfacher, einfach ein Genie von der Samenbank zu nehmen. Da betritt Brian mit John das Diner, der völlig angeekelt ist und nur betet, dass ihn niemand sieht. Ted fragt lachend, ob Brian sich jetzt einen Freund zugelegt hat, der noch jünger sei als sein letzter, und Justin, der gerade an seinem Tisch vorbeiläuft, ha-ha-t ironisch-beleidigt. John ist zu Debbie, was Brian überhaupt nicht gern sieht, unfreundlich und abweisend; Justin passiert seinen Tisch und begrüßt Brian, während John verlangt, zu den Spieleautomaten in der Markthalle gebracht zu werden – dort sei er jeden Tag und seine Mutter denkt, er gehe zum Chor. Michael, der von ihm nicht weniger unfreundlich behandelt wird, ist nett und zuvorkommend und lädt ihn in seinen Comicladen ein. Das scheint John schon mehr zuzusagen als das Diner, und auch Melanie und Lindsay, die Michael auf einmal in Betracht ziehen... er liebt Kinder... und er würde ihnen keine Probleme bereiten.

Es gefällt John sehr im Red Cape Comics, er redet freundlich mit Michael und mit seinem Onkel, der nichts als genervt zu sein scheint. Er fragt Ben, ob dieser ein Kind haben möchte, und unterbricht dessen Antwort, bevor dieser weiter ausführen kann, wieso zwei Männer genauso gute Eltern sein können wie ein heterosexuelles Paar: Er meinte das hier, und zieht John aus dem Laden, nachdem dieser einige gratis Comichefte abgestaubt hat. Ben sagt zu Michael, dass er wundervoll mit John umgegangen ist, und dass es für ihn ganz klar sei, warum Kinder Michael lieben würden... sie küssen und reden spielerisch, natürlich, bis Michael erfährt, dass Ben an diesem Abend ins Fitnessstudio gehen möchte. „Ich dachte, wir hatten Pläne.“ „Dann ändere ich sie. Ist das ein Problem?“ Und Michael verneint auf die Art und Weise, die ganz klar zeigt, dass es ein Problem ist.

Emmett ist erstaunt und begeistert davon, dass Ted ein so hervorragender Koch ist: Das Abendessen, dass er für sie in seiner Wohnung gezaubert hat, ist umwerfend. Emmett könne kaum auf den „Nachtisch“ warten... aber Ted löst sich aus dem Kuss, denn erst muss er aufräumen! Emmett merkt an, das alles schon beinah aufgeräumt ist, doch Ted möchte auch die letzten paar Spuren noch beseitigen. Er sagt, dass dies so schön sei... und unpraktisch, dass Emmett immer wieder nach Hause müsse, um Unterwäsche zu holen. Wäre es nicht besser, wenn die Unterwäsche zu ihm käme? Ted möchte, dass Emmett einzieht! Der überlegt, ob sie nicht vielleicht noch etwas damit warten sollten – natürlich, erwidert Ted enttäuscht, sie kennen sich ja gerade erst seit wann, acht Jahren? Sie würden niemals herausfinden, ob sie sich gegenseitig verrückt machten, wenn sie es nicht versuchen würden. Emmett stellt sein Weinglas ab und grinst. „Solange ich nicht im Weg bin...“ „Wie könntest du jemals im Weg sein?“, fragt Ted, küsst ihn, und stellt dann Emmetts Weinglas von der Theke auf die Küchenfläche.

Michael spielt mit Gus, während Melanie und Lindsay den Tisch abräumen. Der kleine Junge scheint Michael zu lieben, der sich auch ehrlich und mit allen Mitteln der Gestik und Mimik darum bemüht. Melanie und Lindsay meinen, dass Kinder ihn so sehr mögen würden, weil er ein ehrliches, gutes und gütiges Herz habe, etwas, dass sie auch Gus... und ihrem zweiten Kind vermitteln möchten. Michael wusste noch nicht einmal, dass sie ein zweites Kind haben werden! Er nimmt Gus’ Hände und freut sich mit ihm über eine kleine Schwester oder einen kleinen Bruder, als die beiden Frauen ihm endlich sagen, dass sie möchten, dass er der Vater ist. Michael schaut sie wie vom Donner gerührt an.
Auch Ben sieht erstaunt aus, als Michael ihm die Neuigkeit mitteilt, sagt jedoch, dass er es für eine gute Idee hielte. Dann steht er auf und packt die Tasche vom Fitnessstudio aus, und gerade als Michael sagt, dass er vielleicht nicht dazu bereit ist, Vater zu werden, fällt Ben ein benutztes Gläschen Steroide aus der Tasche auf den Teppich. Er versucht, es unauffällig aufzuheben und stottert dabei ein wenig, doch Michael scheint es nicht aufzufallen. Sie gehen gemeinsam unter die Dusche. Michael meint, er wünschte, sie könnten ein Kind haben – Ben könne es auch austragen, aber der will seine Figur nicht verlieren, also würde Michael sich auch dazu bereit erklären, meint er lachend. Es sei doch ein schöner Gedanke, oder? Als Antwort dreht Ben sich ihm zu und küsst ihn leidenschaftlich, seine Hände auf einmal überall an Michaels Körper.

Während Brian im Loft duscht durchsucht John die Wohnung mit verabscheuender Neugier. Er findet nicht nur die Sammlung von Pornos und Sexspielzeug sondern auch Brians Muschelarmband, Uhr und Brieftasche. Er grinst, steckt das Armband in die Hosentasche und nimmt eine beträchtliche Menge Scheine aus dem Portemonnaie. Ein Handtuch trifft seine Hand auf einmal, und Brian, nur gekleidet in Jeans, sagt ihm, er solle das Geld zurücklegen, aber John weigert sich. Seine Mutter habe ihm gesagt, Brian sei ein egoistisches Arschloch, das niemandem in seiner Familie jemals auch nur einen Penny gegeben habe. „Ja, warum wohl?“, fragt Brian ironisch, und anstatt das Geld zurückzutun, türmt John auf einmal damit! Brian fängt ihn ein, greift in Johns Hosentasche und dieser kreischt, dass Brian seinen Schwanz berührt habe, tritt ihn zwischen die Beine und flüchtet zur Tür, Brian durchgehend als Schwuchtel und Arschficker beschimpfend. Brian packt ihn fest und führt ihn ins Badezimmer, wo er den Kopf seines Neffens in die Toilette steckt und abspült. „Das wird dich lehren, dich mit Schwuchteln anzulegen!“ Triefnass und nach Luft schnappend schreit John nur: „Das wird dir noch so leid tun!“

Brian und Michael, ganz die guten Freunde, die sie sind, beobachten gemeinsam mit Ted und Emmett, wie Möbelpacker Emmetts Hab und Gut in Kartons verpackt das Treppenhaus hinunter und hinaus tragen. Sie seien aus den schwulen Gelben Seiten – die übrigens pink sind – und hervorragend ausgestattet. Einfach eine Augenweide. Das kann Brian nur bestätigen. Er weist Ted und Emmett auch darauf hin, dass sie die Kartons lieber aufbewahren sollten. Er gebe ihnen keine 24 Stunden. Doch dann wirft einer der Möbelpacker Brian von unten einen vielsagenden Blick zu – und Brian verabschiedet sich natürlich sofort.

Im Diner erzählt Debbie jedem Kunden, gleichgültig ob sie es hören wollen oder nicht, DASS SIE EINE GROßMUTTER WERDEN WIRD! Dann setzt sie sich neben Vic und gegenüber von Michael und Ben an einen Tisch und gibt ihrem Sohn alle möglichen Tipps, von weiteren Boxershorts bis hin zu weniger Sex mit Ben. An diesem Punkt steht Ben auf und verabschiedet sich, weil er zum Fitnessstudio muss. Vic folgt ihm hastig, ohne seiner Schwester oder seinem Neffen davon zu erzählen, und holt ihn auf der Straße ein. Dieses ganze Baby-Gerede gehe ihm auf die Nerven, er habe ja niemals Kinder gewollt. Ben schon, meint dieser auf einmal unvermittelt, doch das wird ja jetzt nicht mehr passieren. Ja, sie seien anders als die Anderen, antwortet Vic, doch Ben meint, dass es ihm manchmal sogar gelinge, das zu vergessen. „Ja“, sagt Vic, „doch dann passiert immer wieder etwas, um mich zu erinnern: Ein Anflug einer Grippe, ein Partner, der Sperma spendet, ein Geliebter, der stirbt... .“ Ben sagt laut seinen Namen, als ob er ihm zum Schweigen bringen wolle, und verabschiedet sich dann gehetzt.

Brian fickt schon in seinem Aufzug mit heruntergelassenen Hosen den Umzugshelfer, schreiend und so, wie es sich eben gehört. Doch vor Brians Lofttür erwartet ihn ein Mann, der wie ein Polizist gekleidet ist, und nach ihm zu suchen scheint. Brian lacht, „Oops, da haben Sie mich aber erwischt, Inspektor!“, und lädt ihn ein, hereinzukommen... bis ihm langsam dämmert, dass der Polizist wohl echt ist, als dieser ihm befiehlt, mit ihm zum Präsidium zu kommen.

Melanie, Lindsay und Michael sitzen in einem Café, und er teilt ihnen mit, dass er gerne für sie spenden würde. Alle drei scheinen sehr froh zu sein, bis Melanie einen Stapel Papiere zückt, den Michael unterschreiben soll. Die Formulare bedeuten, dass er all seine elterlichen Rechte aufgibt, gleichzeitig aber auch von allen finanziellen Pflichten befreit wird. Michael ist geschockt. Er versteht zwar, dass Melanie und Lindsay nach dem, was mit Brian passiert ist, auf Nummer sicher gehen wollen, aber er weiß, wie es ist, keinen Vater zu haben. Seine Rolle im Leben dieses Kindes soll nicht die des Samenspenders sein, sondern die des Vaters – genau das, worum Mel und Linds ihn in erster Linie gebeten hätten. Sie müssten das tun, was das richtige für sie sei, ohne Frage, doch er genauso. Also steht er auf und geht, ohne auf Linds zu achten, die seinen Namen ruft.

Justin sitzt an Debbies Küchentisch während Vic die Wäsche bügelt und seine Ersatzmutter ihm einige Familienerbstücke überlässt, zum Beispiel ein Geschirrtuch mit Jesus am Kreuz (Ethan ist jüdisch) und die Statue einer weißen, langhaarigen Katze mit blau-leuchtenden Augen, die Justin immer daran erinnern soll, dass Debbie auf ihn aufpasse, egal, wo er sei. Vic wie Justin finden sie wohl ähnlich kitschig, deswegen betont Vic noch einmal, dass er sich gerade so von ihr losreißen konnte, während Justin höflich fragt, ob Debbie sie denn wirklich nicht haben möchte, aber sie meint, dass sie doch wüsste, dass er und Ethan Einrichtung und Dekoration bräuchten. Da betritt Carl das Haus und küsst sein Mädchen. „Heterosexuelle Liebe. Siehst du, Justin, sie sind gar nicht so anders“, bemerkt Vic grinsend. Carl ist nur kurz dort, um Debbie eine schlechte Nachricht zu überbringen: Einer ihrer „verlorenen Jungs“ sei in Schwierigkeiten: Kinney. Justin fragt sofort nach, ob Brian etwas passiert sei, und auch Vic und Debbie scheinen besorgt. Carl erzählt, dass sein Neffe John ihn der sexuellen Belästigung beschuldigen würde und Anzeige erstattet hätte. Justin ist der erste, der es sagt, und zwar sofort: „Bullshit. Brian würde so etwas niemals tun!“ Debbie bestätigt das, und Vic fragt, ob er bereits verhaftet sei; nein, bis jetzt befragten sie ihn erst. Justin schaut zur Seite, als sei ihm ein Einfall gekommen.

Emmett kocht. Zu lauter Technomusik. In Teds Wohnung. Es sieht aus wie... wie nach einem Hurrikane. Milde gesagt sieht Teds gesamtes Apartment aus wie nach einem Hurrikane, mit halb ausgepackten Umzugskartons garniert. Dasselbe denkt wohl Ted, als er von der Arbeit nach Hause kommt, nicht einmal die Tür richtig öffnen kann und in seinem Badezimmer Emmetts nasse Unterwäsche findet. Er ist aus der Fassung gebracht, aber versteckt es noch gut, selbst, als er erfährt, dass Emmett die Dekoration seiner Wohnung nach Feng-Shui angeordnet hat – bis er dann seinen Nagel nicht mehr findet. Einen Nagel, den Emmett weggeworfen hat, denn er war so verrostet und verbogen, damit könne man doch nichts mehr anfa—ja, unterbricht Ted, aber das sei nicht irgendein Nagel gewesen, sondern der Nagel von Pavarotti! Jeder wisse, dass er backstage vor seinen Aufführungen immer einen verbogenen Nagel als Glücksbringen finden müsse. Das sei der Nagel gewesen, den er gefunden, aufgehoben, geküsst und über seine Schulter geworfen habe, als er in Pittsburgh auftrat. Seitdem ist der Nagel Teds Glücksbringer gewesen, und nun sei er einfach so weg?! Emmett entschuldigt sich – er habe das ja nicht gewusst. Tja, erwidert Ted, Emmett habe nicht das Recht dazu gehabt, ihn anzufassen – überhaupt irgendetwas anzufassen! Er solle alles wieder so herrichten, wie es war, und das schließe seine tropfende Unterwäsche in Teds Badezimmer mit ein! Emmett entschuldigt sich wieder, aber er dachte doch, dass dies hier ihre Wohnung wäre. Aber anscheinend nicht. Umso besser. Er nimmt seine Schürze ab. Sie wollten doch herausfinden, ob sie zusammen leben könnten oder nicht. Und anscheinend geht es nicht.

Michael holt Brian von der Polizeistation ab, der ihm um die Kippe in seinem Mund herum erzählt, dass sein Neffe seiner Schwester erzählt hätte, er habe Brians Schwanz lutschen müssen, und das habe seine Schwester dann der Polizei gesagt. Michael kann kaum glauben, dass er diesem kleinen Wichser Comics geschenkt hat! Sie würden ihm das doch nicht etwa glauben, oder?! Brian fragt ihn, ob er ihm zuhört, was Michael bejaht, bevor er ihm sagt, dass diese Polizisten alle Heteros seien, die denken, dass jede Schwuchtel nichts dringlicher will als einen süßen kleinen Jungen. Sie werden ihn doch nicht etwa verhaften?! Brian könnte ins Gefängnis kommen! Er kann doch jetzt nicht einfach darauf warten, dass sie ihn holen! Brian schleudert den Strafzettel zwischen den Scheibenwischern seiner Corvette auf den Boden, sagt, dass er das nicht vorhabe und dass Michael sich nicht aufregen solle und rast davon, zu seiner Schwester.
Die weigert sich zuerst ihn hineinzulassen, doch er stößt die Tür auf. Er brüllt im Treppenhaus nach John, der seinen Arsch hinunter bewegen solle, und Claire fragt ihn, ob er tatsächlich glaube, dass sie ihn auch nur in die Nähe ihres Sohnes lassen würde. Brian drängt sie gegen die Wand, fragt sie, ob sie tatsächlich glaubt, dass er ihren Sohn belästigt hätte. Warum sollte er sich so etwas denn ausdenken, erwidert sie, weil dein Sohn ein verdrehter, schwulen-hassender Lügner ist, deswegen, antwortet Brian, von wem habe er das nur gelernt?! Ein Blick ins Wohnzimmer verrät es ihm: Seine Mutter steht dort mit einem Drink in der Hand und sagt ihm, dass er ganz schön Nerven habe, sein Gesicht zu zeigen. Er fragt sie, immer noch rasend vor Zorn, warum er denn keinen Hallo-Kuss bekommen würde? Wie konntest du?, fragt seine Mutter, wie konntest du?, seine Schwester, und er fragt sie erneut, ob sie das tatsächlich glaubten. Dass der kleine Johnny seinen Schwanz gelutscht hätte. Er schreit, in der Hoffnung, dass John ihn hört, dass er diesen finden wird, und dass er ihn dieses Mal nicht wieder Luft schnappen lassen wird. Claire will die Polizei rufen, und Brian muss beinah lachen. „Ja, ruf’ die Polizei, Schwesterherz, sag ihnen, ich sei ein verkommenes Monster – eine gottlose Schwuchtel, richtig, Ma?!“ Er kann seine Wut kaum unter Kontrolle halten, doch seine Mutter zeigt keine Regung. Wenn er glaube, von ihr eine Reaktion zu erhalten, dann irre er sich, aber sie könne dies sagen: Bei dem Leben, das er lebe, den Menschen, mit denen er verkehre , sei sie nicht überrascht – das passiere, wenn man dem Herrn seinen Rücken zuwendet. Brian sagt gar nichts, für eine Weile, sondern blickt sie nur an, völlig sprachlos – völlig am Ende. Schließlich antwortet er ruhig, aber bestimmt: „Fick den Herrn. Und fick dich.“ Dann verlässt er das Haus.

Michael liegt enttäuscht auf dem Bett – na großartig! Seine Mutter wird so traurig sein, wahrscheinlich auch noch tagelang schmollen! Gut, dass Michael nicht so sei, meint Ben und sie müssen grinsen. Ben tröstet Michael damit, dass er selbst enttäuscht ist, er wäre gerne Onkel Ben gewesen. Näher an das Dasein eines Vaters würde er niemals herankommen... er lächelt Michael sanft an, der den Kopf schief legt. Er wusste nicht, dass Ben ein Kind haben wollte. Ben antwortet, dass er es selbst nicht gewusst hat, bis er es nicht mehr konnte—da öffnet sich auf einmal die Tür und leise Schritte sind aus dem Wohnzimmer zu hören. Die beiden spannen sich an. Da ist jemand in ihrer Wohnung! Leise, lautlos, vorsichtig luken sie um die Ecke in den dunklen Raum und erkennen dort Emmett, mit einem einzelnen kleinen Karton im Arm. „Brian hatte Recht. Gut, dass ich die Kartons behalten habe.“, meint er nur, und tritt dann die Tür seines Zimmers hinter sich zu.

Im Babylon findet Brian Ted vor, der auf der Treppe steht und sich betrinkt. Er fragt ihn, wo seine Frau sei. „Ist nach Hause zu ihrer Mutter gegangen“, antwortet Ted. Man man, erwidert Brian, in weniger als 24 Stunden, er habe ja sogar seine eigenen Erwartungen übertroffen. Er fühlt allerdings nicht Befriedigung, sondern eher Abscheu, weil zwei armselige Schwuchteln versucht haben, sich in etwas noch armseligeres zu verwandeln: zwei fröhlich verheiratete Heteros. Ted fährt ihn an, dass das nichts damit zu tun hätte! Nur weil er nicht an Liebe glaube, heiße das nicht, dass auch der Rest von ihnen dazu verdammt sei, ihr Leben in Einsamkeit und Unglück zu verbringen! Brian legt ihm einen Arm um die Schulter, sehr poetisch für einen ehemaligen Buchhalter, aber wolle er ihm nicht lieber einen Drink spendieren? Ted wirft ein „fick dich“ über die Schulter, während er verschwindet, was Brian für eine gute Idee hält. Im Hinterzimmer wird er von einem Mann angesprochen, den er durchaus in Betracht zieht. Er streichelt mit einem Zeigefinger dessen Brust hinunter... sagt dann jedoch, dass der Typ vielleicht ein wenig zu jung für ihn sei und wendet sich ab. Der will aber offensichtlich nicht locker lassen und erwidert: „Das ist nicht, was ich gehört habe... .“

In den Markthallen bei den Spielautomaten befindet sich ein selten gesehener Gast: Justin läuft an Automat nach Automat vorbei, bis er John findet, der Menschen erschießt, während er sie beleidigt. Er fragt den Jungen, wie der Chor denn so sei. Er sei ein Freund seines Onkels. Noch eine Schwuchtel, antwortet John, er solle verschwinden, sonst würde er die Polizei rufen. „Und was wirst du ihnen erzählen? Dass ich dich auch dazu gezwungen habe, mir einen zu blasen?“ „Was willst du?“ „Die Wahrheit.“ „Ich hab die Wahrheit schon gesagt. Er hat mir Geld geboten, aber ich wollte es nicht. Hat er dir auch Geld angeboten?“, fragt John. Justin lacht kurz. „Das musste er nicht. Ich hätte ihn bezahlt.“ Wenn John nicht zugeben würde, dass er lügt, dann könnte Brian ins Gefängnis kommen, sagt Justin, doch John scheint das zu freuen: Dann würde er von einer ganzen Gang Schwarzer vergewaltigt werden. Justin umfasst Johns Handgelenk, an dem sich Brians Muschelarmband befindet, und dieser fängt wie wild an zu schreien, dass er ihn nicht anfassen soll! Justin lässt ihn los und sagt, bevor er geht: „Das ist ein cooles Armband.“

Melanie und Lindsay streiten sich, während sie die Straße entlang laufen. Linds meint, dass die Bedingungen, die sie an Michael gestellt haben, vielleicht etwas grob gewesen seien, woraufhin Mel erwidert, dass sie doch nur versucht habe, sie zu beschützen; Mel will nicht noch mal so etwas wie mit Brian erleben, doch Linds erwidert, Michael sei doch eben nicht Brian, würde Melanie ihr überhaupt zuhören?! „Baby, die ganze Straße hört dir zu!“ Aber Lindsay geht es auch gar nicht um den Vater, sagt sie. Es gehe darum, Vertrauen zu haben, Vertrauen in das Schicksal, in Gott, dass alles irgendwie gut ausgehen wird. Und wenn Melanie das nicht kann – vielleicht sollte sie dann kein Kind haben. Vielleicht sollten sie einfach aufhören, hier und jetzt.

Als John nach Hause kommt, ist er erstaunt, nicht nur seine Mutter, sondern auch Carl, Debbie und Justin im Wohnzimmer vorzufinden. Carl bittet Debbie, ihn das handhaben zu lassen, zeigt seine Dienstmarke und stellt sich als Inspektor Carl Horvath vor. Er fragt John, ob Brian ihn tatsächlich missbraucht hat, und John lügt ohne Scham mit bemitleidenswertem Gesicht und zittriger Stimme. Als Carl nach dem Armband fragt, streitet er ab, dieses zu besitzen, doch Justin wirft ein, dass er ihn heute noch damit gesehen habe. „Warum sollte dir jemand glauben?“, fragt John angewidert, doch da erinnert sich auch Claire daran. Er habe ihr doch erzählt, dass er es im Kaufhaus bekommen habe! Carl möchte es sehen, John behauptet, es verloren zu haben, doch davon will seine Mutter nichts wissen, die ihm befiehlt, es dem Inspektor zu geben; Justin sagt, dass Brians Initialen auf einer Muscheln eingraviert sind, und tatsächlich, es ist seins. Claire sieht ihren Sohn scharf an, sie wolle jetzt die Wahrheit wissen! John bricht beinah in Tränen aus. Brian sei eine Schwuchtel! Wie sie gesagt habe, eine gottverdammte Schwuchtel! „Schande über dich“, sagt Debbie kalt, und John flüchtet die Treppe hinauf. „Aber am meisten...“, fährt sie fort, „...Schande über Sie.“ Und meint damit Claire, bevor alle das Haus verlassen.

Melanie und Lindsay besuchen Michael in seinem Comicladen. Er berät noch einen Kunden zu Ende und möchte eigentlich nichts mehr über diese Vatersache hören, doch die beiden können ihn umstimmen: Sie zerreißen die Formulare über die Abgabe seiner elterlichen Rechte vor seinen Augen und sagen, dass, sollte er seine Pflicht als Samenspender erfüllen, er zum Vater werden würde. Die beiden Frauen lächeln, während Michael sie noch geschockt anstarrt. Dann schließlich sich alle drei Eltern in die Arme.

Ted nähert sich vorsichtig dem allein im Woody’s sitzenden Emmett, der ihm klar und deutlich sagt, dass er nicht pingelig war, sondern durchgedreht ist, und möglichst nie wieder jemanden darum bitten sollte, bei ihm einzuziehen! Dann schnappt er sich sein Getränk und geht zu einem anderen Tisch, doch Ted folgt ihm hartnäckig. Er erzählt ihm von einem Leserbrief in Pittburgh Out, den er um zwei Uhr morgens im Diner gelesen hatte, nachdem er stundenlang umhergelaufen war. In diesem Brief bittet ein verzweifelter Mann um Hilfe, dessen Freund bei ihm eingezogen ist und nun seine Wohnung einnehme. Die Antwort des Kummerkastenonkels: Besorgt euch eine Wohnung, die euch beiden gehört. Das ist, was Ted gern tun würde. Nicht nur das: Er möchte ein Haus kaufen. Mit Zimmern, die Emmett dekorieren könne, und außerdem wäre es die beste Investition, die man machen könnte, auch gegen Inflation und eine unsichere Wirtschaft... . Dies, Ted Schmidt, antwortet Emmett, seien die romantischsten Worte die er jemals gehört habe. Sie küssen sich glücklich.

Neben ihrem Bett hängt Michael einen Plan von Melanies Fruchtbarkeitszirkel auf, was Ben für einen schlechten Ort hält, während er einige Dinge zusammensucht. Michael erwidert, dass er jetzt, als vollberechtigter Vater, auch besonders gut sein und wissen müsste, wann sie es tun können und wann nicht. An diesem Abend sehe es jedoch gut aus... habe Ben Lust? Der bejaht das – aber erst, wenn er vom Fitnessstudio wieder da ist. Michael hält ihn fest. Er gehe schon wieder ins Fitnessstudio? Dann solle er aber nicht zu spät wieder da sein! „Und meine einmalige Chance verpassen?“, fragt Ben lachend. Michael zieht ihn noch einmal zurück für einen Kuss - und dann sehen wir, wie Ben sich im Badezimmer Steroide spritzt.

Justin gibt Brian, beide im offenen Türrahmen des Lofts stehend, sein Armband zurück. Brian bedankt sich, und Justin legt ihm das Armband selbst an. Brian schaut ihn an... Justin hebt seinen Augen wieder von dem Handgelenk und zu Brians... kurz, so kurz, aber es scheint lang... „solltest du nicht zu deinem Freund zurück?“ Justin bejaht das und geht grinsend. Brian lehnt noch einen Moment am Türrahmen und schaut sich das Armband an, das Justin ihm gerade umgelegt hat. Dann dreht er sich um und geht in das Loft, sein Blick noch immer auf das Armband gerichtet, wirft einen Blick zurück durch die offene Tür - und zieht das Armband wieder aus.


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Text & Screencaps © QaF Germany
Background Image © Showtime