Queer as Folk - Episode 3.05

Nach Unten

Michael sitzt gemeinsam mit Melanie und Lindsay in der Klinik, alle drei fummeln an ihren Händen herum: Die beiden Frauen, weil sie aufgeregt und nervös sind, Michael, weil er sich seit drei Tagen nicht mehr berührt hat. Lindsays nettgemeinte Hand auf seinem Oberschenkel entfernt er dankend – das könnte kontraproduktiv sein. Als die Schwester seinen Name ruft, springt er auf wie beim Militär. Lindsay und Melanie bedecken sein Gesicht von beiden Seiten mit Küssen und umarmen ihn fest, was die anderen wartenden Paare mit Erstaunen beobachten. Die Schwester führt ihn in einen Behandlungsraum, zeigt ihm Tücher, Gleitgel, eine Zeitschrift und sagt ihm, dass er sich beeilen soll, die Klinik schließe um fünf. Sie geht gezielt nicht auf Michaels nervöse Witze ein und lässt diesen mit der Zeitschrift allein, in der er nicht einen einzigen Schwanz finden kann. Also setzt er sich mit seinem Becher auf den Stuhl und öffnet seine Jeans.

Ethan läuft mit Justin hinter einer Bühne entlang, gekleidet in einen Anzug, so aufgeregt, dass er nicht mal mehr Zeit für Humor hat. Das ist sein großer Auftritt. Der Heifitz-Wettbewerb steht an, es ist das Finale. Er ist einer der wenigen, die es bis hierher geschafft haben!, damit versucht Justin ihn zu beruhigen. Sie küssen sich. Als seine Mutter ihn anrief und ihm sagte, dass sein Großvater zu krank sei, um zu reisen, wäre er beinah nicht gekommen. „Du bist meine Muse, das weißt du doch, oder? Ich könnte das hier nicht ohne dich tun!“, sagt Ethan, doch Justin meint, dass er das natürlich könne. Aber für wen würde er dann spielen, fragt Ethan; er bittet Justin darum, hinter der Bühne zu bleiben und sich nicht ins Publikum zu setzen, damit er ihn sehen und nur für ihn spielen kann. Er drückt Justins Hand fest bevor er auf die Bühne gerufen wird. Die Jury greift zu ihren Stiften, das Publikum applaudiert, und Ethan selbst sieht so angespannt aus, als würde er gleich zu schreien beginnen. Stattdessen verbeugt er sich, nimmt seine Violine und beginnt zu spielen, so schwung- und kraftvoll, so schnell und lebendig als hinge sein Leben davon ab. Justin beobachtet ihn, dann wechselt das Bild zu Michael, der kräftig bei der Sache ist... aber irgendwie scheint nichts zu passieren!

Debbie bittet ein schwules Pärchen auf der Liberty Avenue darum, sich zum Wählen zu registrieren (Anm.: In den USA gibt es keine Einwohnermeldeämter, deswegen muss sich jeder, der wählen möchte, erst mit Personalien und Wohnort registrieren lassen), doch sie lehnen einstimmig ab. Dabei ist es so wichtig, dass ein Mann namens Deekins gewählt wird, denn neben ihm gibt es nur noch einen: Jim Stockwell, Polizeipräsident und laut Debbie ein homophobes Arschloch. Vic scheint nicht viel mehr Glück zu haben: Er hat bis jetzt vier dazu bringen können, Debbie sechs. Würde sich denn keine Schwuchtel für etwas anderes interessieren als einen blowjob?! „Zum Beispiel einen rimjob, oder einfach mal Sex?“, fragt Brian, der gerade an ihnen vorbeiläuft und Vic den Arm um die Schultern legt. Vic lacht, betont jedoch, dass Wählen wichtig sei, aber bei Brian selbst ist es wohl schon lange, lange her, dass er das letzte Mal im Wahllokal stand, als es nicht darum ging, wer den größten Schwanz hat. Seine Meinung ist: Ob es nun die Demokraten sind, die ihn hinter seinem Rücken hassen, oder die Republikaner, die es ihm ins Gesicht sagen – was soll’s? Wenn sie erst einmal an der Macht seien, würden sie sowieso keinen Finger mehr rühren. Also, möge der beste eigennützige Hurensohn gewinnen! Vic holt tief Luft und beginnt: „Ich hasse es, das zu sagen, aber—“ „Dann lass es sein!“, unterbricht Debbie ihn scharf.

Ethans Lied wird immer schneller und leidenschaftlicher, und auch Michael strengt sich sichtlich an. Schneller schneller und schneller bewegen sie ihre Hände bis man sie fast nicht mehr wahrnehmen kann, die Schwester klopft ungeduldig an die Tür, Justin beobachtet den völlig in seiner eigenen Welt gefangenen Ethan, das Lied setzt zum Finale an, und Ethan beendet seine Vorstellung mit einem donnernden Schluss. Es folgt begeisterter und langer Applaus, und Ethan fällt Justin nach einigen Verbeugungen hinter der Bühne in die Arme, während es für Michael nicht so gut ausgeht: Als die Schwester erneut anklopft und ihm sagt, dass die Putzkräfte gerne hinein und sie nach Hause gehen würde, muss er sich ohne Sperma geschlagen geben.

Auch Jennifer versucht, Passanten dazu zu überreden, sich zu registrieren, doch ihre höflichen Manieren helfen ihr auf der Liberty Avenue kaum weiter. Nachdem sie mehrere Male ignoriert und abgewiesen wurde begegnet sie endlich Ted und Emmett; Ted bestätigt, dass er bereits registriert sei – Jahr für Jahr wählt er Republikaner. „Du meinst, ich lebe mit einem Yankee und mit einem Republikaner?!“, fragt Emmett entrüstet und greift nach Jennifers Clipboard, um sich zu registrieren. Ted werde sich sowieso bald neu registrieren müssen, da sie ja jetzt umziehen... . Da horcht Jennifer auf. Hätten die beiden schon eine Immobilienhändlerin? Als Ted und Emmett verneinen gibt sie ihnen, sehr glücklich, ihre Visitenkarte: jetzt schon!

Die fünf Finalisten des Heifitz-Wettbewerbes stehen auf der Bühne, Ethan in der Mitte, und der Gewinner wird verkündet: Es ist..............
Ling Lu!
Ethan sieht aus wie erschlagen. Mit leicht geöffnetem Mund und einem gezwungenen Lächeln applaudiert er, und kann einfach nicht fassen, dass er verloren hat, genauso wenig wie Justin, der mit verschränkten Armen hinter der Bühne steht. Kurze Zeit später streichelt Justin sanft seinen Arm im geleerten Publikums Saal. Ethan ist völlig am Boden zerstört, es war dieser eine Teil des Liedes, seine Finger waren verkrampft, er wusste einfach, dass er es verschissen hatte! Justin nimmt seine Hand und umarmt ihn, das sei jetzt egal, sie sollten erst mal ins Hotel fahren. Sie werden jedoch von einem Mann Ende 30 aufgehalten, der sich als Musikagent vorstellt. Trotz der Entscheidung der Jury hielte er Ethans Auftritt für hinreißend, das Publikum sei von seiner Leidenschaft verzaubert gewesen – und gut sehe er auch noch aus! Er würde ihn gerne auf ein Getränk einladen, worauf Ethan durchaus Lust zu haben scheint (und zwar auf mehr als nur eins) – sofern der Agent auch für seinen festen Freund bezahlen würde. Der bejaht das mit Freude und bittet sie, voraus zu gehen.

Michael sitzt völlig deprimiert im Diner und erzählt Brian von dem katastrophalen Verlauf seines allerersten Versuches, ein Kind zu zeugen. Brian meint, dass er den Becher mitgenommen und in einem Sexclub gefüllt habe, und Michael weist ihn dezent darauf hin, dass es ein klein wenig eklig ist, dass Gus in so einer Umgebung entstand. Brian zuckt nur mit den Schultern, sei nicht so schlimm wie bei einer Zeitschrift voller Muschis. Als Debbie sich zu ihnen gesellt teilt Brian ihr natürlich nur allzu gern mit, dass Michael versagt hat, und sie versucht sofort, ihn zu trösten: Das passiere jedem mal, wer könne bei so steriler Atmosphäre überhaupt einen hochkriegen (Brians gehobene Hand wird ignoriert), er würde es schon noch schaffen. Brian kann sich das Lachen kaum verkneifen und Michael springt auf: Er verstehe überhaupt nicht, warum jede Schwuchtel in Pittsburgh wissen müsse, was in seinem Privatleben vorgehe! Er würde jetzt nach Hause gehen und sich einen runterholen und das bräuchte niemand zu wissen! Unglücklicherweise sagt er das so laut, dass das gesamte Diner ihm zuhört. Schnellstmöglich flieht Michael aus der vielsagenden Stille.

Ethan, Justin und der Agent, Glen Bishop, sitzen an einem Tisch in einem Restaurant; er erklärt den beiden jungen Männern, dass er einer Firma angehört, die junge Talente vertritt: Sie sorgten für Plattenverträge, Tourneen, Konzerte und die für all das nötige Aufmerksamkeit. „Wie?“, fragt Justin. Das sollten sie ihm überlassen. „Warum ich?“, fragt Ethan, „ich habe nicht mal gewonnen.“ Auch das ist leicht zu beantworten: Die klassische Musik verändere sich, sie werde „cool“. Es gibt keine alten, weißhaarigen Männer mehr, sondern junge, gutaussehende Musiker, ähnlich wie in der Pop- und Rockabteilung. Sie schmücken die CD-Cover, sie sind die Stars – auch klassische Musik lässt sich mit einen hübschen Gesicht gut verkaufen. „Also wollen Sie Ethan, weil er süß ist?“, fragt Justin entgeistert, doch Bishop antwortet souverän: „Ich will ihn, weil er ein außergewöhnliches Talent hat. Umso außergewöhnlicher, weil es ein Talent ist, dass ich verkaufen kann.“ Nachdem Justin sich auf die Toilette entschuldigt hat sagt Bishop, dass er diesen sehr nett findet, sich freut, ihn getroffen zu haben, aber ihn nie wieder sehen will, wenn Ethan einen Vertrag bei ihm unterzeichnet. Ethan schaut ihn erstaunt an, fragt ihn, was das heißen soll. „Was deine professionelle Karriere betrifft existiert er nicht.“

Brian ist mit Vance, der dafür Unmengen Geld bezahlt hat, auf einer Spendenaktion von Jim Stockwell, der Geld für seine eigene Kampagne sammelt. Selbstverständlich sind dort beinah ausschließlich seine Anhänger, allesamt reiche Männer und Frauen, die Vance kennt und die er für sich gewinnen will. Er zeigt Brian einen wichtigen, potentiellen Geldbringer nach dem anderen, bis dessen Aufmerksamkeit von einem jungen, attraktiven dunkelhaarigen Mann auf sich gezogen wird. Er folgt und fickt ihn in den Toiletten; der junge Mann verlässt diese sofort wieder, doch Brian lässt sich Zeit – und begegnet dort Jim Stockwell, der sich gerade an eins der Pissoirs stellt. Er sagt ihm, dass es ihn erstaunt, dass Stockwell hier so viel Geld einnehme aber Deekins’ Kampagne immer noch erfolgreicher und besser sei. Stockwell erwidert, dass seine Berater ihm gesagt haben, dass er ihrer Taktik folgend sehr bald den Sieg in der Tasche haben wird. Brian erwidert, dass seine Kampagne scheiße sei, seine Berater ihm Rauch in den Arsch blasen würden und dass seine eingeübten Antworten genau so fad seien wie seine Kampagne. Stockwell bedankt sich für diese wenigstens ehrliche Meinung von einem treuen Unterstützer, doch auch das stellt Brian richtig: Er sei kein Unterstützer, sondern ein Werbemann, der an alle von Stockwells reichen Freunden heranmöchte und sich dachte, dass über den Polizeipräsidenten der einfachste und schnellste Weg sei. Er gibt Stockwell seine Visitenkarte; sollte dieser jemals keine Lust mehr haben, Millionen auf eine Kampagne zu verschwenden, die ihn genau dort positioniert, wo seine Berater ihn haben wollen, soll er ihn anrufen.

Um halb sechs wacht Michael auf, weil Ben angezogen und mit seiner Sporttasche um die Schultern im Türrahmen steht. Er möchte vor der ersten Vorlesung an der Uni noch ins Fitnessstudio, doch Michael bittet ihn, wenigstens noch ein kleines bisschen zu bleiben. Nur ganz kurz! Ben sei so heiß, es würde bestimmt nicht lange dauern, um einen Becher Liebe zu machen. Ben lächelt, er scheint es sich zu überlegen, denn wer kann Michael schon widerstehen? Als dieser jedoch sagt, dass es wichtig sei, das Sperma so schnell wie möglich zu Melanie und Lindsay zu bringen, wird Ben schlagartig wütend. Er fährt Michael an, dass es genauso wichtig sei, dass er so schnell wie möglich ins Fitnessstudio käme! Er müsse gehen, jetzt! Michael schaut ihm verständnislos nach.

Justin fragt Ethan bei einem Spaziergang durch den Pittsburgher Park, warum dieser so still sei. Er würde herumrennen und jedem von seinem Erfolg erzählen! „Mein Freund wird ein Star!“ Sie sollten wenigstens ins Diner gehen, damit Justin für Ethan angeben könnte, meint dieser lachend, und Ethan erzählt ihm endlich, was Glen ihm gesagt hat: Wenn er den Vertrag unterzeichnet, dann muss er hetero sei. Er darf weder in der Öffentlichkeit mit Justin gesehen werden noch ihn als Partner anerkennen. Was habe es mit Violinmusik zu tun, dass Ethan schwul ist? Nichts, erwidert Ethan, das sei eben Glens Strategie: All die Mädchen, die eine Milliarden Dollar im Jahr für Musik ausgeben (und wahrscheinlich denken, Paganini sei eine Marke Tiefkühlpizza) und Ethan Golds CD nicht mehr kaufen würden, wenn sie wüssten, dass er auf Kerle steht. „Und was ist mit uns?“, fragt Justin. Ethan holt tief Luft. „Wir bleiben zusammen. Ich werde den Vertrag nicht unterzeichnen.“ „Bist du sicher? Das könnte dein Durchbruch sein.“ „Es ist mein Talent... meine harte Arbeit...“, und er küsst Justin, „...und mein Freund.“

In seinem Büro erwartet Brian eine Überraschung: Jim Stockwell und seine beiden Berater sind dort. Er wiederholt mit Freuden, dass er Stockwells Kampagne für Scheiße hält, obwohl er keine Ahnung von politischen Kampagnen habe. „Warum sind wir dann überhaupt hier?“, fragen Stockwells zu Recht pikierte Berater. „Weil Kinney Recht hat, und der Einzige ist, der die Eier hatte, es zu sagen.“ Brian fährt fort, dass Jim Stockwell im Grunde genommen auch nur eine Packung Cornflakes sei, die man präsentieren müsste: hip, so, dass man ihm länger als fünfzehn Minuten Beachtung schenkt, so, dass man lieber ihn als die andere Marke kaufen möchte. Der Einwand der Berater, dass Stockwell schon seit 15 Jahren Verbrechen bekämpfe und für ihre moralischen Werte eintrete tut Brian ab: Sie wüssten doch alle, dass er seine Familie, seine Flagge und seine Mutter liebte. Aber das sei nicht genug, um Bürgermeister zu werden.

Ted und Emmett lassen sich von Jennifer ein Haus nach dem anderen zeigen. Ein brandneues, modernes, helles, schön in Stand gesetztes Haus sagt Ted sehr zu, während Emmett sich für das genaue Gegenteil entscheidet: Gebaut in den Vierzigern, originale Küche und Bäder, ein weißer Zaun vor dem Haus. Während Jennifer sich bemüht, die positiven Aspekte beider Häuser herauszustellen, bekämpfen sich Emmett und Ted bis aufs Blut: Teds Haus sei kalt – zeitgemäß – unpersönlich – voller Möglichkeiten – ohne Charme – das beste Investment. Emmetts Haus dagegen sei gemütlich – klaustrophobisch – charmant – abgerissen – bewohnt – müsste durch und durch für ein Vermögen renoviert werden. Sie fragen Jen nach ihrer Meinung – doch die sagt, das müssten die beiden selber ausmachen.

Debbie serviert Mel und Linds anstatt ihrem bestellten Thunfischsandwich zwei Pink Plate Specials, weil sie ja jetzt eine Familie seien. Melanie murmelt, dass Michael sich dafür besser beeilen sollte – und wiederholt das auch für Debbie. Sie hätten ja immerhin nur ein Zeitfenster von drei Tagen. Michaels Mutter betont noch einmal, dass sie sich keine Sorgen machen sollten, ihr Sohn sei ein waschechter schwuler Junge. Da spaziert Brian herein und fragt Debbie, ob er ein Schild in ihr Fenster stellen darf: „Wählt Jim Stockwell!“ Lindsay fragt Brian enttäuscht, wie er seine Seele nur an den Teufel verkaufen konnte. Doch Brian widerspricht: „Ich habe sie nicht verkauft, ich kassiere lediglich für Zeitaufwand und Umkosten.“ Die drei Frauen sagen ihm, dass jede Stimme, die er für Stockwell gewinne, ihnen schaden wird, denn dieser sei ein dreckiger Faschist. Debbie nimmt Justin in den Arm und erzählt von Ethan, der ja wenigstens noch Anstand besitze: Dieser hätte die Möglichkeit gehabt, den Durchbruch zu erreichen, aber lehnte es alles ab, weil sie von ihm verlangten, Justin aufzugeben. Brian schnaubt – und all das habe er geopfert? Jemand sollte dem Jungen sagen, dass nichts nobel daran ist, arm zu sein. Und verbrennt sich dann die Zunge an Debbies Kaffee, die sich diebisch freut.

Michael liegt in Teds Firma auf der Couch und beschwert sich darüber, dass er unter Zeitdruck einfach nicht auf Kommando kommen kann! Das sei doch unmöglich (Ted widerspricht grinsend als einer seiner Arbeiter in dieser Sekunde abspritzt)! Und Ben sei auch keine große Hilfe, denn der wäre einfach nur launisch und ständig im Fitnessstudio. Als Michael ihn heute morgen gefragt habe, hätte Ben ihm praktisch den Kopf abgebissen. Ted redet ihm gut zu, während ein neuer Mitarbeiter eintritt und loslegt: Es ist... Rage. Rage. Auf dem Bildschirm. Rage! Michael bittet Ted mit angespannter Stimme um einen Becher. Sofort! Nach vollendetem Werk rennt Michael mit dem Papierbecher unter dem Mantel durch die ganze Stadt, zu Melanies und Lindsays Haus, übergibt Linds den Becher und die Tür wird ihm vor der Nase zugeschlagen.
Linds stürmt damit die Treppe hinauf, füllt das Sperma in eine Art Spritze und fordert Melanie dazu auf, ihre Hose auszuziehen – mit Kleidung wird das hier nicht funktionieren. Sie kniet sich vor Melanie aufs Bett, doch die hält sie auf. Sie möchte, dass sie diesen Moment auskosten. Sie werden ein Leben erschaffen... ein Kind... . Lindsay lächelt und ergreift ihre Hände. „Ich liebe dich.“ Melanie lächelt zurück. „Ich liebe dich auch.“ Sie küssen sich sanft. Lindsay fragt ihre Frau, ob sie nun bereit sei, und Melanie nickt, aufgeregt und glücklich.

Michael und Brian spazieren gemeinsam durch den nächtlichen Park. Michael möchte unbedingt ins Babylon, denn jetzt, wo er „seine Soldaten in den Kampf geschickt“ habe, könne er nur noch an Muschis denken. Brian lacht, und erspäht dann Ethan wieder für Cents den Bogen schwingend. Er sagt Michael, dass dieser vorgehen soll, wartet bis sein Freund außer Sicht ist und geht dann auf den Musiker zu, um ihm ein wenig Geld in den Koffer zu tun. Ethan jedoch packt seine Violine ein und lehnt dankend ab, er brauche es nicht. „Da habe ich aber etwas anderes gehört.“ Ethan sei also wieder auf der Straße, wie jede andere Hure – er verkaufe zwar nicht seinen Körper, dafür aber, pardon den Ausdruck, seine Seele. Und was, erwidert Ethan, könnte Brian über die Seele wissen? „Ich weiß, dass du jede Stunde gespielt haben musst, bis deine Finger taub waren, seit du ein Kind gewesen bist. Dass du verzweifelt versucht hast, jede Note perfekt zu machen. Aber wer wird dich jetzt hören?“ Ethan hält inne und schaut Brian ernsthaft an. „Sie wollten, dass ich mich selbst verrate.“ „Und das hättest du tun sollen.“ „Damit du Justin zurückhaben kannst?“ Brian lacht verächtlich: „Ich will ihn nicht. Aber du verdienst es, gehört zu werden und ich hasse es, zu sehen, wie jemand ohne guten Grund an seinem Anstand festhält. Alles, was sie wollen, ist, dass du ihr Spiel spielst, und wenn du es gut machst, kannst du es zu deinem Vorteil spielen!“ Ethan schnaubt. Er habe sich so etwas gedacht – Brian hätte vermutlich auch für die Nazis gespielt. „Wenn es mich nur einen Tag länger am Leben erhalten hätte, dann hast du verdammt Recht, ich hätte. Aber es ist nichts nobles daran, arm zu sein.“ Ethan schaut Brian hinterher, als dieser, Hände in den Manteltaschen vergrabend, davon schreitet.

Während im Babylon eine Barbie-Drag Queen ihren großen Auftritt hat, diskutieren Ted und Emmett über ihre Häuser, bis Emmett schließlich nachgibt: Wenn es Ted glücklich mache, solle er sein Haus kaufen, aber könnten sie nun bitte bitte bitte über etwas anderes reden? Ein mit Drogen vollgepumpter, ohnmächtiger Mann wird hinausgetragen, Michael wundert sich, warum denn niemand nicht einmal für einen Moment innehält, Emmett fragt, ob noch jemand einen Cosmo haben möchte. Da erscheint auf einmal Ben und legt den Arm um Michaels Schulter, der ihn etwas wütend fragt, was er hier tue, er dachte, er sei mal wieder im Fitnessstudio. Ben entschuldigt sich kleinlaut und fragt, ob Michael ihn immer noch liebe. Dieser schweigt erst, aber bejaht das dann natürlich. Ben fragt ihn verführerisch lachend, ob sie sich in eine dunkle Ecke zurückziehen wollten... doch Michael kann nicht, er hat Melanie und Linds versprochen, noch eine Ladung abzugeben—„Scheiße, seit wann kontrollieren diese Lesben unser Leben?!“, fragt Ben wütend und dreht sich um, doch Michael folgt ihm. „Was soll das?! Alles scheint dich in letzter Zeit anzupissen, insbesondere ich!“ Ben schaut ihn an, und geht dann ohne ein Wort. Neben ihm bricht der nächste junge Mann zusammen.

Vance bespricht mit Brian in Vangard, dass sie sich, sollte Stockwell gewinnen, vor seinen reichen Freunden kaum retten können werden! Das wäre vermutlich der Durchbruch, den sie für eine Geschäftsstelle in New York benötigten! „Falls er gewinnt, und falls er wiederkommt“, antwortet Brian, gerade als Cynthia aus seinem Büro tritt und ihnen mitteilt, dass ihr Lieblingskunde dort ist. Brian rückt noch einmal Vances Krawatte zurecht, dann betreten die vorher noch aufgeregten Männer als perfekte Geschäftsleute den Raum. Stockwell und seine Berater sind da, weil sie Brian etwas zeigen möchten, von dem sie glauben, dass es ihn hip machen würde: Stockwell reicht Brian eine Zeitung, dessen Überschrift lautet: „Fünf Teens im Krankenhaus nach Club Überdosis“. Brian schaut ausdruckslos, dann macht er gute Miene zu bösem Spiel.

Justin wird in Ethans Wohnung von unzähligen Kerzen, einem gedeckten Tisch und seinem Geliebten mit Champagner in der Hand begrüßt. Was würden sie feiern? Ethan setzt sich mit ihm auf das Bett, füllt die Gläser und hebt seins: „Darauf, dass wir zusammen sind.“ Justin streichelt seine Schulter – darauf würde er gern trinken, und Ethan fährt fort: „...was auch immer passiert... .“ „Was sollte passieren?“ Ethan schaut Justin lange an, dann sagt er: „Ich habe darüber nachgedacht, den Vertrag zu unterzeichnen.“ Justin stellt sein Glas ab und Ethan erklärt, dass er nicht ewig auf der Straße spielen könne, und obwohl er wie von Justin eingewandt im „closet“ sein, seine und Justins Beziehung verschweigen müsste... es ist nichts nobles daran, arm zu sein. „Wo hast du das gehört?“, fragt Justin scharf. Ethan antwortet nicht, also steht Justin auf, geht in die andere Ecke des Zimmers und hakt weiter nach: Und wie stelle sich Ethan das vor, wie sollte ihre Beziehung weiter verlaufen? Sie könnten es spannend gestalten!, Ethan folgt ihm, geheime Rendez-Vous, eine riskante Liebschaft... er ergreift Justins Hände, doch der erwidert, dass er einmal sein Comingout hatte, er würde nicht wieder zurück in den „closet“ gehen! Das müsse er auch gar nicht, antwortet Ethan, der Punkt sei doch, dass es die anderen überhaupt nichts angehe, was sie füreinander empfinden, dass es egal ist, was die anderen denken. Wichtig ist nur, dass sie wissen, dass sie sich lieben. Dann umarmen sie sich.

Emmett erzählt Michael auf dem Weg zum Woddy’s verträumt von seinem Traumhaus: Er und seine Familie in Hazelhurst waren so arm, dass es ein Jahr gab, in dem sie allesamt in einem Zelt leben mussten. Es übertraf seine wildesten Fantasien, tatsächlich einmal ein Haus zu besitzen, und jetzt sei es so weit! Deswegen würde er nicht mehr von seinem wunderschönen, gemütlichen Haus schwärmen sondern sich mit dem zufrieden geben, was er hat: Ein kluges Investment, ein guter Kauf, und früher oder später wird er es lieben lernen. Sie betreten die Bar und werden von aufgeregten Familienmitgliedern empfangen: Debbie, Vic, Ted und Jennifer können kaum erwarten, Emmett mitzuteilen, dass sie das Haus gekauft haben! Debbie und Vic können sie gar nicht genug beglückwünschen und die Fotos von den Rosenbüschen und dem weißen Zaun nicht aufhören zu bewundern... „Nein nein, das ist das falsche Haus.“ „Nein“, wirft Ted ein, „ist es nicht.“ Ted und Jennifer lachen beide, glücklich über ihre gelungene Überraschung: Jennifer hat den Besitzern von Emmetts Traumhaus einen unschlagbaren Preis abgehandelt – aber selbst wenn nicht. Ted wollte, dass Emmett glücklich ist, also hat er sein Haus gekauft, nicht das kluge Investment, den guten Kauf. Überglücklich springen sie sich in die Arme. Sie haben ein Haus gekauft!! In diesem Moment läuft ein Bericht über den Fernsehbildschirm: Polizeipräsident Jim Stockwell berichtet über die armen jungen Männer, die mit einer Überdosis in einem schwulen Club aufgefunden wurden; das würde ihn nur noch darin bestärken, als Bürgermeister zu versuchen, den Missbrauch von Drogen in einem gewissen Teil seiner Stadt – „warum sagt er nicht Liberty Avenue?“, ruft Debbie wütend – zu beenden, um seine Straßen – „seit wann gehören sie ihm?“, fragt Vic entrüstet – wieder sicher für Kinder und Pittsburgh familienfreundlich zu machen. „Familie? Was sind wir denn?!“, schreit Debbie, und Michael legt ihr eine beruhigende Hand auf die Schulter, doch außer ihrer scheint niemandes Aufmerksamkeit länger als für die Dauer der Durchsage beschäftigt zu sein.

Michael betritt unfreiwillig geräuschlos seine Wohnung, noch immer nachdenklich. Als er gerade ins Schlafzimmer gehen will sieht er Ben, der ihn offensichtlich nicht bemerkt hat und sich gerade eine Spritze gibt. Michael dreht sich lautlos wieder weg. Er weiß genau, was das ist.

Ein lange nicht mehr gesehener Gast, der ehemalige König, ist ins Babylon zurückgekehrt: Justin läuft zielstrebig über die Tanzfläche, ins Hinterzimmer, und zu Brian. Dem Typen, der Brian gerade einen bläst, sagt er, er solle sich verpissen. Brian erwidert, Justin könnte eine Nummer ziehen und sich hinten anstellen wie jeder andere auch. Justin fragt ihn, was zum Teufel er Ethan erzählt habe! „Die Wahrheit.“ „Es ist nichts nobles daran, arm zu sein?!“ Brian lacht. „Oh mein Gott, er hat sogar zugehört.“ „Mehr als das!“ Justin sieht verzweifelt aus. „Er hat den Vertrag unterzeichnet!“ Selbst wenn Ethans Musik erfolgreich sein würde, selbst, wenn er ein Star werden würde, selbst, wenn das alles Ethans Traum ist, fragt Justin sich doch: „Und was ist mit mir?“ Was sei schon mit ihm, fragt Brian verächtlich, glaube er wirklich, dass Ethan seine gesamte Karriere für einen blonden Arsch opfern würde? „Ist das deine Vorstellung von wahrer Liebe, Sunshine?“
Justin hat Tränen in den Augen - doch Brian geht und lehnt sich erneut an die Wand, um seinen blowjob zu Ende zu bringen. Justin schaut zu Boden, dreht sich um und verschwindet.


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Text & Screencaps © QaF Germany
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