Queer as Folk - Episode 3.09

Nach Unten

Schwärze. Doch das schwule thumpa thumpa ist eindeutig zu hören. Cha cha, flüstert es zwischen den Beats, cha cha, und ein Bild blitzt auf, rot und blau zwei Gesichter, cha cha, zwei Körper, cha cha, die Beats steigern sich zu einem Crescendo! Ein Glitzerregen explodiert, fällt von der Decke, regnet herab auf Brian und Justin die tanzen, inmitten der Menschenmassen können sie die Hände nicht voneinander lassen. Justin küsst sanft Brians Hals, Brian zieht den lachenden jungen Mann an einem Zipfel seines Oberteils zu sich heran, ihre Köpfe berühren sich, sie verschlingen ihre Finger, das Licht fegt über sie hinweg, Glitzer fällt erneut regengleich von der Decke als sie sich küssen.
Michael, Ted, Emmett und Ben beobachten die beiden – Michael etwas verstimmt, Ted desinteressiert, Emmett verträumt-glücklich und Ben wirft seinem Freund amüsierte Blicke zu. Dies sei ja wohl die größte Wiedervereinigung in der Geschichte der Menschheit seit Deutschland! Justin und Brian lassen sich von der Vielzahl neugieriger Blicke überhaupt nicht stören, sondern bleiben ganz in ihrer eigenen Welt, Brian küsst Justins Haar, und Emmett hat auf einmal auch Lust, zu tanzen. Nachdem Ted wegen seinen Rückenschmerzen abgelehnt hat, angelt Em sich Ben während Michael Ted an die Bar folgt, wo dieser sich einen Drink bestellt um seine Schmerztabletten zu schlucken. Michael warnt ihn, vorsichtig mit dem Zeug zu sein, es sei sehr stark. Ted grinst nur ironisch: „Ist ja nicht so, als müsste ich morgen aufstehen, um zur Arbeit zu gehen. Oder für irgendwas anderes.“ Brian und Justin passieren sie Händchen haltend und laufen in das Hinterzimmer, wo Justin Brian gegen die Wand drückt. Vielleicht sollten sie lieber ins Loft gehen, hier würden angeblich überall verdeckte Polizisten ermitteln. Brian streichelt seinen Arm entlang und zieht ihn dann lachend tiefer hinein. Das mache es doch gerade so heiß!

Vor der Kamera spielt Jim Stockwell mit seinen Söhnen und Modellbauflugzeugen. Er erzählt der Kamera (die das vermutlich kaum interessiert), dass er dies früher auch mit seinem Vater getan hätte, der ihm immer einen Rat gegeben habe: „Wenn du es sagst, musst du es auch meinen. Stimmt’s Jungs?“, fragt er seine Söhne, die gleichzeitig „Stimmt, Dad“ antworten. Das gelte auch für ihn – Jim Stockwell würde seine Wahlversprechen halten!
Cut!
Der Dreh ist perfekt. Jims Frau, die auch dabei ist, schickt die kleinen Jungs zum Basketball spiel und Jim lädt Brian auf ein Bad in seinem Whirlpool ein – dass Brian keine Badehose dabei hat, stört ihn nicht, denn sie seien doch alle nur Männer.

Michael betritt gemeinsam mit Ted ein altbekanntes Geschäft: den Big Q! Er betont, dass Ted bloß nicht zu viel erwarten solle. Dies hier sei vollkommen unter seinen Möglichkeiten, seinen Qualifikationen, doch das scheint seinem ungewöhnlich munterem Freund gleichgültig zu sein – er will anscheinend einfach nur einen Job, koste es, was es wolle. Sie werden von Tracy empfangen, der Michael glücklich in die Arme fällt. Sie ist jetzt Geschäftsleiterin! Das Wiedersehen zwischen den Freunden ist herzlich, und auch Ted wird von Tracy wärmstens willkommen geheißen – obwohl sie ebenfalls denkt, dass Ted für die von ihre angebotene Stelle eines assistierenden Buchhalters überqualifiziert ist. Doch wie Ted schon zu Michael meinte: „Es ist nichts peinlich daran, einen ehrlichen Lohn für eine ehrliche Arbeit zu erhalten.“ Tracy gefällt diese Einstellung sichtlich und sie und Ted ziehen sich in ihr Büro zurück.

Melanie sitzt in einem hellen Büro mit ihren Kollegen und gibt einige ihrer Fälle ab, da sie wegen ihrer Schwangerschaft weniger arbeiten soll. Ihre Kollegen sind immer noch gutmütig amüsiert darüber, dass gerade Melanie es etwas leichter angehen lässt. Da betritt ihr Chef den Raum und verkündet, dass es ihnen endlich gelungen ist, einen Fall vor den Supreme Court zu bringen! Besonders Melanie, die den Fall leitet, bricht in Jubel aus – sie hätten alle niemals geglaubt, dass dies noch passieren würde! Der Chef verteilt die Aufgaben, und sagt ihr, dass er ab jetzt die Leitung übernehmen würde. Mel ist fassungslos. Auf ihren Widerspruch antwortet er nur mit Bedauern, es sei nun mal unmöglich, nur halbtags zu arbeiten und diesen Fall trotzdem zu gewinnen. Das könnten sie sich nun nicht erlauben.

Brian steigt nackt zu Jim in den Whirlpool, vorsichtshalber an das andere Ende des Beckens. Sie unterhalten sich darüber, dass Stockwell ihm alle seine Anhänger als Kunden auf einem Silbertablett servieren würde, was auch der einzige Grund sei, wieso Brian dies hier alles tue. Danach hat Jim ein überraschendes Geständnis abzulegen: „Ich mag dich, Kinney.“ Und deswegen würde er ihm nun auch etwas sagen, dass er bisher niemanden anvertraut habe, abgesehen von seiner Frau: „Ich habe Angst.“ „Zu verlieren?“ „Zu gewinnen.“ Jim sei immerhin nur ein Polizist, sein Vater war Polizist, seine Brüder sind Polizisten – nie habe er mehr erwartet. Und nun würde er vielleicht bald eine ganze Stadt leiten und Verantwortung für ihre Bewohner übernehmen. Er frage sich, ob er das könnte. Das sei normal, erwidert Brian, jeder habe Zweifel. „Sogar du?“ Brian zögert kurz, dann antwortet er: „Manchmal.“ Aber er könne alles schaffen. Genauso wie Jim.

Im Diner herrscht Heten-Alarm! Debbie serviert Carl mit einem Kuss das Pink Plate Special – für ihren besonderen Mann. Währenddessen erzählt Ted seinem besonderen Mann, nämlich Emmett, von dem Bewerbungsgespräch: Tracy habe ihn praktisch schon eingestellt, sie müsse nur noch die Erlaubnis von dem Bezirksleiter einholen, doch das sei eine bloße Formalität. Emmett küsst ihn und schlägt vor, diese Errungenschaft an diesem Abend in trauter Zweisamkeit zu feiern, doch Debbie hat offensichtlich andere Pläne: Die beiden wollten doch sicher zu dem Stripcontest kommen, der im Woody’s stattfinden wird, um Geld für die Selbstmord-Telefonhelpline zu sammeln. In diesem Moment bricht Kellnerin Kiki, ehemals Kellner Kenny, nun neue Kellnerin, auf einmal mit Magenschmerzen zusammen – sie hat gerade eben das Pink Plate Special gegessen! Entsetzt schaut Debbie zu ihrem geliebten Freund, der die Gabel schon zu seinem Mund führt. In Zeitlupe rennt Super Mom wie bei einem Sprintwettbewerb los und reißt Carl in letzter Minute das Besteck aus der Hand. Emmett und Ted applaudieren ihrer ganz persönlichen Heldin, die ihrem Freund einen Burger bringen wird. Kiki bittet sie an der Theke darum, sie an diesem Abend bei dem Stripcontest zu vertreten – als Moderatorin! Debbie fühlt sich überfordert, aber einer sich übergebenden Freundin kann man schlecht widersprechen.

Justin und Michael diskutieren in seinem Laden über das Cover für RAGE: Issue # 2. Justin hat zwei Entwürfe mitgebracht, von denen er allerdings eines vehement verteidigt: Es zeigt JT, der dem vereisten Rage einen blowjob gibt – sehr explizit. Sie würden doch einen schwulen Comic machen, unzensiert, mutig und ohne Entschuldigungen! Michael dagegen verteidigt den zweiten Entwurf: Eis-Tina, die Rage vereist. Sie sollten doch nicht Sex nur um Sex’ Willen haben! „Denkst du wirklich, dass das hier nur Sex ist?“, fragt Justin aufgebracht. Hier ginge es um JTs und Rages Liebe! Ihre unausgesprochene Verbindung! „Kunst, die das Leben imitiert?“, fragt Michael, und Justin vergräbt seine Hände in den Taschen seines Mantels. „Du hattest Recht“, gibt er schließlich zu, „Brian hat mir gezeigt, dass er mich liebt. Jeden Tag.“ Michael scheint ob dieser Erkenntnis nicht außergewöhnlich fröhlich und Justin verlässt das Geschäft, mit den Worten, Michael solle sich die Covers noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Melanie kocht, während sie Lindsay empört von dem Fall erzählt, den sie in den Supreme Court gebracht hat: eine Frau hatte nach Jahren endlich ihren sie missbrauchenden Ehemann verlassen, um mit ihrer Geliebten zusammen zu leben, da erhielt der Typ doch tatsächlich das Sorgerrecht über ihre Kinder, obwohl er nicht nur sie, sondern auch Alkohol missbrauche! Den Kindern ginge es schlecht, ihr ginge es schlecht... und deswegen müsse Mel diesen Fall gewinnen! Lindsay schaut ihre Frau an. Melanie ergänzt schnell, sie wüsste, dass sie versprochen habe, weniger zu arbeiten, und das tue sie doch auch, oder? Aber dieser Fall sei nicht nur für die Frau, die klagt, wichtig, sondern auch für die schwullesbische Gemeinschaft, für Linds und für sie, für ihre Kinder! Denn im Grunde genommen sage der Staat doch hier, dass eine gleichgeschlechtliche Familie weniger wert sei als eine heterosexuelle! Lindsay erwidert, all das stimme, aber Melanie sei immer noch schwanger. Natürlich, erwidert Mel, aber sie würde einfach ganz besonders vorsichtig mit ihrem Zeitplan umgehen. Sie hebt die Pfanne vom Herd und grinst triumphierend – wer würde behaupten, man könne nicht alles auf einmal schaffen?! Lindsay kann nicht anders, als dem Charme ihrer Frau zu erliegen.

Der Stripcontest im Woody’s ist ein voller Erfolg! Die Bar ist brechend voll und Debbie spielt ihre Rolle großartig: Als Moderatorin führt sie mit geschickten, aber aufgeregten Sprüchen durch den Abend, während ihr Sohn sich nur fragt, wieso sich denn bloß alles immer nur um Sex drehen müsse! Genau wie Justins neues Cover, das könnte sie glatt ins Gefängnis bringen! Es zeige detailliert, wie JT Brian—Rage einen blowjob gibt. Aha, meint Ben, und wie würde sich Michael, ähm, natürlich Zephyr, dabei fühlen? Michael schaut ihn an und antwortet, es würde sie alle beide nicht interessieren. Der Künstler selbst sitzt mit Brian an der Bar, der dem Stripper, der als nächstes an der Reihe ist, 100 Dollar verspricht, sollte dieser seinen Schwanz auf der Bühne zeigen. Ohne Hemmungen willigt dieser ein, und Justin kann nur lachen. Brian sei so böse! „Ich bin süß“, antwortet dieser und Justin küsst ihn unvermittelt. Ted und Emmett stoßen zu Michael – Emmett um die Show zu genießen, Ted um Michael darüber auszuquetschen, ob er etwas von Tracy gehört habe. Nach etwas Herumdrucksen rückt Michael schließlich mit der Wahrheit heraus: Ted habe den Job nicht bekommen, weil der Bezirksleiter anscheinend jemanden gefunden habe, der geeigneter sei. „Sie meinte doch, dass ich überqualifiziert bin!“ Doch Teds Aufregung hilft nicht – mehr wisse Michael nämlich auch nicht. Also zieht der deprimierte Ted sich an die Bar zurück, während der von Brian geköderte Stripper die Bühne betritt. Er legt eine beeindruckende Show hin, bis er schließlich seinen Schoß enthüllt – da rufen auf einmal zwei Männer laut, dass die Bar geschlossen sei! Wegen „unangebrachter Enthüllung“. Es sind verdeckte Polizisten, die das Woody’s schließen und alle Anwesenden dazu auffordern, zu gehen, auch wenn Debbie lautstark protestiert. Einer der Polizisten schaut Brian erstaunlich lange an.

Melanie und ihr Chef besprechen die Strategie für den Fall der lesbischen Frau, als ihr Assistent herein kommt und sagt, dass ihre Klientin das Meeting auf vier Uhr verlegen musste. Mel flucht, lehnt jedoch das Angebot ihres Chefs, dass er das übernimmt, ab und greift stattdessen zu ihrem Handy, um Lindsay anzurufen. Sie bittet ihre Frau um einen Gefallen.

Im Diner hat Debbie eine Horde wütender Menschen mit Schildern um sich versammelt – sie hätten genau dieselben Rechte wie jeder andere Amerikaner, und das schließe Strippen mit ein! Und deswegen würden sie jetzt zum Polizeipräsidium gehen und Stockwell wissen lassen, was sie von seiner Diskriminierung hielten! Brian tritt in diese fröhliche Versammlung ein und wird mit bösen Blicken und Worten gestraft, weil er Stockwell unterstützt, nur verteidigt von Michael – doch es scheint alles an Brian abzuprallen. Michael folgt ihm vor die Tür und sagt ihm, dass er denkt, dass Brian absolute Scheiße baut. Brian schnaubt nur, Stockwell würde doch nur falsche Versprechungen machen, wenn er erst einmal gewählt wurde, würde sich nichts verändern. Außerdem sei das sein Ticket raus aus dem zweitklassigen Pittsburgh und rein nach New York. Wenn er dort erst mal in seinem Büro im 99. Stock säße, würde ihm all dies wie eine ferne Erinnerung erscheinen. Gut, meint Michael, solle er doch gehen und Justin mitnehmen, doch Brian ruft, er habe ihn nicht ausreden lassen. Es würde alles eine ferne Erinnerung sein, außer Michael. Denn wo oder mit wem auch immer Brian zusammen sei, er würde Michael immer lieben. Er küsst die Stirn seines Freundes und steigt dann in sein Auto.

Emmett bereitet mit Vic einige Köstlichkeiten für einen Geburtstag vor, den er organisieren soll, als Ted endlich aufsteht. Er hat wohl etwas länger geschlafen, drückt Emmett einen Kuss auf die Lippen und geht dann zum Kühlschrank. Wenigstens sorge einer von ihnen dafür, dass sie nicht verhungerten – beim Big Q wurde er ja wegen seiner Vorgeschichte abgelehnt. Er mischt sich einen Bloody Mary und Emmett und Vic, die einen Barkeeper suchen, glauben, gerade fündig geworden zu sein. Sie könnten Ted zwar nicht viel bezahlen, doch der ist begeistert – ein Job ist ein Job!

Vor dem Polizeipräsidium haben Debbie und die Demonstranten schon lokale TV-Sender angelockt, die Michaels Mutter interviewen. Debbie nimmt kein Blatt vor den Mund, bezeichnet Stockwell als Rassisten, vergleicht ihn mit Nazis und behauptet, er würde Homosexuelle diskriminieren. Carl und einige seiner Kollegen kommen gerade an, um dieses Spektakel mitzuerleben, und natürlich erkennen die Polizisten Carls Freundin sofort – vielleicht würde er ja gerne mitmachen? Der schüttelt nur den Kopf, als besagte Freundin auf ihn zustürmt und ihn anfaucht, dass er ein Verräter sei. Er brauche ihr doch gar nicht erst erzählen, dass er von dieser Aktion nichts wusste! Wie konnte er das nur zulassen?!

Lindsay ist wütend. Sehr wütend. Melanie sagt, dass sie sich tausend Mal entschuldigt habe, aber es war doch wohl keine Katastrophe für die Galerie, dass Linds mal kurz dort weg musste! Linds erwidert, dass das genau das Problem sei – das, was Lindsay tue, könne niemals auch nur halb so wichtig sein wie das, was Mel tut! Und es gehe auch nicht um Geld, sondern darum, dass Mel ihr Wort halte! „Das ist der Fall meiner Karriere!“ „Und das hier ist die Wäsche, und dort drüben ist das Geschirr und das ist unser Sohn!“, schreit Lindsay, nimmt Gus auf den Arm und geht die Treppe hinauf. Melanie folgt ihr: Sie sei eben einfach nicht die Art Mutter, die Linds sei, die alles aufgeben würde, nur um mit ihrem Kind zusammen zu sein. Sie könnten doch ein Kindermädchen einstellen oder Dusty, ihre Freundin, bitten, nachmittags auf Gus aufzupassen. Doch Lindsay, die selbst von Kindermädchen aufgezogen wurde, will nicht, dass es Gus genauso geht und seufzt tief. Mel sei selbst kein sehr gutes Beispiel für die Mutterschaft von Lesben, die sie so angestrengt verteidige. Was solle das denn heißen, fragt Mel aufgebracht, heterosexuelle Mütter würden beinah nur noch die ganze Zeit arbeiten und ihre Kinder bei Fremden lassen. „Ja, aber wir müssen besser sein!“, antwortet Lindsay. „Ich bin mir sicher, dass deine Klientinnen mir zustimmen würden.“

Die Party ist ein voller Erfolg und Ted sehr geschäftig. Es scheint ihm Spaß zu machen, endlich mal wieder zu arbeiten. Emmett schleicht sich an ihn heran und flüstert ihm ins Ohr, dass er ihn schon den ganzen Abend lang beobachten würde... es sei heiß... . Ted grinst, die Versprechung auf eine auch noch spätere schöne Nacht gefällt ihm doch sehr gut. Da tritt plötzlich jemand an die Theke, den er kennt: Garth Racine, den A-Klasse Schwulen, der ihn damals, als seine Website florierte, in seine Kreise akzeptierte. Ted hält den Kopf gesenkt, während Garth einen extra dirty Martini bestellt, damit dieser ihn nicht erkennt. Es gelingt ihm beinah, doch als Garth seinen Drink entgegen nimmt, scheint ihm das Gesicht doch noch bekannt vorzukommen. Er erinnere sich an Ted ... das war ja wirklich eine ganz schlimme Sache mit den Zeitungen gewesen. Garth probiert einen Schluck und schaut Ted dann verächtlich an – gerade von ihm hätte er erwartet, dass ihm ein extra dirty Martini gelingt. Hastig fügt Ted noch einen Schuss hinzu, dann verabschiedet sich Garth. Als ein Freund ihn fragt, wer der Mann sei, mit dem er sich unterhalten hat, antwortet Garth: „Niemand.“ Ted starrt verbissen auf die Theke.

Brian betritt Jim Stockwells Büro, um ihm das Video seines neuesten Werbespots zu zeigen, doch der Polizeipräsident meint, er würde es sich später anschauen. Stattdessen sagt er Brian, dass er sich mit seinen Beratern darüber unterhalten und entschlossen habe, sich an dieser kritischen Stelle von Brian zu trennen. Der ist wie vom Donner gerührt. Er habe Stockwells beschissener Kampagne den Arsch gerettet! Also warum würde er ihn an dieser „kritischen Stelle“ feuern? Stockwell lehnt sich zurück und antwortet, dass sie nicht mehr im selben Team spielen würden. Da wird Brian natürlich so einiges klar. Einer von Stockwells Polizisten habe ihn also im Woody’s gesehen und es Stockwell erzählt, und jetzt wüsste dieser, dass Brian ganz wild auf Schwänze anstatt auf Pussys ist. Stockwell erwidert, dass er es ihm hätte sagen müssen. Brian antwortet, dass ihn das einen Dreck angehe, solange es nicht sein Schwanz sei, den er lutsche. Doch Stockwell bleibt hart: Alles, was ihn diese Kampagne kosten könnte, gehe ihn etwas an.

Debbie stopft etwas sehr kalorienreiches in sich hinein, während sie mit Vic zum Woody’s läuft, der meint, dass sie Carl anrufen solle. Vielleicht wusste der Polizist ja wirklich nichts von der Razzia. Er habe Debbie geliebt und verehrt und das sei Grund genug, um ihn zu verteidigen. In der Bar selbst spielen Michael und Brian Dart. Michael meint, dass Brian das ideale politische Monster sei: Er würde alles sagen, alles tun, seine Augen fest fixiert auf das Ziel—„er hat mich gefeuert.“ Diese eigentlich sehr bedauerliche Nachricht freut Michael ungemein! Oh mein Gott, Brian Kinney, in seiner eigenen Falle gefangen, Opfer seines eigenen Spiels – das müsse er sofort seiner Mutter erzählen! Vergnügt stürmt er zu Debbie, die ein Pinnchen nach dem anderen leert und sich kaum freut, sie müsse nachdenken. Es spiele nämlich keine Rolle. Stockwell habe die Macht über sie, da könnten sie tun, was auch immer sie wollten. Gerade da erscheint die Nachrichtensprecherin und zeigt einen kurzen Ausschnitt von Debbies leidenschaftlicher Rede während der Demonstration. Außerdem berichtet sie, dass Stockwell in den Umfragen durch dieses Vorkommnis erheblich abgefallen sei! Im Woody’s bricht Jubel aus, alle klatschen für Debbie, die nun anscheinend doch aufgeheitert ist und Brian fröhlich angrinst. Der ignoriert all ihre Anspielungen und wirft einen weiteren Dartpfeil, der das Herz der Zielscheibe durchbohrt.

Stockwell selbst ist entsetzt darüber, was Debbie bewirkt hat – so entsetzt, dass er Brian wieder in seinem Büro haben will. Brian sagt ihm, dass Stockwell heute einen Sieg brauche.

Debbie besucht Carl im Polizeipräsidium, um sich zu entschuldigen. Der schaut sie nur an. Sie berichtet glücklich davon, dass Woody’s wieder eröffnet wurde und der zweite Stripcontest ein voller Erfolg war, die Leute haben ihr loses Mundwerk geliebt! Carl allerdings nicht... zumindest nicht, wenn sie seinen Boss beleidigen würde! Debbie schaut ihn erstaunt an – aber es sei doch nun einmal wahr! Stockwell sei ein scheiß Nazi! „Würdest du bitte leiser sprechen?!“ Carl schließt die Tür seines Büros, er habe wegen Debbies losem Mundwerk bereits einige Schwierigkeiten, könne sie denn nicht einmal den Mund halten? Doch das kommt für Debbie überhaupt nicht in Frage! Solange es die Meinungsfreiheit gäbe wird sie davon Gebrauch machen, und zwar so laut und oft sie will! „Ist das deine Entscheidung?“, fragt Carl sie. „Ja.“ Er nickt, und lässt sie allein in seinem Büro stehen. Dann sei dies hier seine.

In Teds Wohnung haben Emmett und Vic wundervolle Häppchen für Michael, Ben, Linds und Melanie vorbereitet, die diese vorkosten sollen – nicht, dass am Ende noch ihre reichen Kunden sterben! Ted sei unterwegs, um Wein auszusuchen, aber das schon seit drei Stunden, doch Emmett scheint nicht beunruhigt. Als Ted dann endlich hereinspaziert, ist er eindeutig ein wenig zu fröhlich, um nur die eine Flasche Wein ausgesucht zu haben, die er in der Hand hält. Er torkelt lallend durch den Raum, was die anderen noch leicht amüsiert, doch auch etwas verunsichert mit anschauen. Ted möchte, dass Emmett ihm einen Kuss gibt, doch dieser bittet ihn darum, vorher etwas zu essen. Ted verneint. Emmett hält ein Häppchen vor seinen Mund und bittet noch einmal. Ted verneint erneut. Emmett bittet ihn noch einmal, und da stößt Ted ihn plötzlich wütend gegen die Küchenablage, er habe ‚nein’ gesagt!!
Entsetzt starren alle auf die Szenerie, schon bereit, einzugreifen, doch Ted ist wieder bei Sinnen. Über sich selbst am geschocktesten schließt er Emmett sofort in die Arme, entschuldigt sich tausendmal bei ihm, er wollte ihn doch nicht wegstoßen... Emmett nickt, Ted habe einfach nur zu viel getrunken und er würde ihn jetzt ins Bett bringen. Der lässt sich ohne Widerrede, beinah schon gelähmt, ins Schlafzimmer führen.

Jim Stockwell gibt eine Pressekonferenz, bei der er verkündigt, dass sich die Attacke gegen das Woody’s nicht gegen Homosexuelle, sondern gegen dort ablaufende illegale Aktivitäten richtete. Er habe keine Vorurteile gegenüber irgendwelchen Bevölkerungsgruppen, viele Homosexuelle würden sein Vorhaben, die Straßen zu säubern, sogar unterstützen. Außerdem sei der Leiter seiner politischen Kampagne, ein enger Freund und persönlicher Ratgeber, schwul. Sein Blick gleitet zu Brian, der in seinem grauen Mantel dort steht und nicht wirklich ganz glücklich scheint.

Später liegen Brian und Justin im Loft, getaucht in das rot-orangefarbene Licht der Lampen über Brians Bett, der den wohl besten blowjob seines Lebens erhält. Neben ihm liegt das neue Comicbuch, die Zeichnung von JT, der Rage einen blowjob gibt, zur selben Zeit, mit derselben Bedeutung.
Justin grinst sehr selbstzufrieden, als er fertig ist und Brian ein „das war heiß“ entlocken kann. Sie küssen sich, dann hält Brian zufrieden RAGE: Issue #2 in die Höhe. Michael hat sich endlich dazu durchringen können, die explizite Zeichnung als Cover zu verwenden. Sie küssen sich wieder – dann klopft es unpassenderweise an der Tür. Brian entschuldigt sich, das sei sein Elf Uhr. Elf Uhr stellt sich als ein großer, braunhaariger Mann heraus, dem Brian direkt den Weg ins Schlafzimmer weist, aus dem Justin gerade fertig angezogen tritt. „Wer ist das denn?“, fragt der Mann verächtlich. Brian antwortet, dass dies eine schwierige Frage sei, weil die meisten Menschen doch zu konventionell denken und der Wortschatz einfach zu beschränkt sei, aber man könnte sagen, dass Justin die Person ist, die Brian mehr als einmal fickt. „Ganz im Gegensatz zu dir“, fügt Justin breit grinsend hinzu und verabschiedet sich von Brian mit einem letzten Kuss.


( Trivia: Der Schaupieler, der die Rolle von Brians Elf Uhr übernahm, sprach ursprünglich für die Rolle des Brian Kinney vor. Wir wollen Cowlip an dieser Stelle nebenbei von ganzem Herzen danken, dass Gale letztlich die Rolle bekommen hat. *g*)


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