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Justin und Brian stromern durch die dunklen Gassen Pittsburghs – auf der Suche nach einem anderen Ort als das Babylon (klar, wer so oft Sex hat braucht Abwechslung). Aber zu ihrem Erstaunen ist die Sauna geschlossen. Na ja, was soll’s, einfach weiter zum nächsten schmutzigen Establishment; aber wo sie auch hingehen, überall stoßen sie auf verschlossene Türen und vernagelte Fenster. Was ist aus der guten alten Liberty Avenue geworden, wo man kommen konnte ohne Ende, wenn man wollte?! Auf einmal heult eine Polizeisirene kurz auf, und das Scheinwerferlicht eines Autos blendet sie am Anfang der Gasse. Ein uniformierter Beamter steigt aus und verlangt Justins ID, damit er sicher gehen kann, dass der Junge schon volljährig ist. Als er von Brian erfährt, sie suchten einen Platz zum Ficken, erklärt er ihnen kurz angebunden, dass die Nacht vorbei sei und es Zeit sei, ins Bett zu gehen, nachdem er Justin seinen Ausweis vor die Füße geworfen hat. Ja, was ist nur aus der guten alten Liberty Avenue geworden? Brian und Justin, die das natürlich nicht auf sich sitzen lassen wollen, verrichten ihr Werk: An der Hauswand in der dunklen Gasse lässt Brian sich einen von Justin blasen, der das aufbewahrte Sperma seines Freundes auf das Gesicht von Jim Stockwell spuckt, der auf einem Wahlplakat direkt neben ihnen hängt. Brian lacht und küsst Justin zärtlich – das muss Liebe sein! Im Fitnessstudio werfen Ben und Emmett Brian vor, er habe Stockwell die Macht dazu gegeben, alle ihre geliebten sexuellen Abenteuerspielplätze zu schließen. Brian erwidert trocken, in der Sauna habe es sowieso nur Trolle gegeben. Ben antwortet, das sei nicht der Punkt – ihre Welt würde ihnen weggenommen werden, und damit auch das Recht, zu ficken, wo und wann sie wollen. Aber wie Michael richtig bemerkt scheint das einzige, was Brian etwas bedeutet, Stockwells reiche Freunde und somit sein Ticket nach New York zu sein. Unterbrochen wird ihre Diskussion von Ted, der sich laut am Anmeldeschalter aufregt. Er verlangt, den Geschäftsführer zu sprechen, und zwar SOFORT! Emmett eilt dorthin: Der Mann am Empfang sagt, dass sie Ted nicht trainieren lassen können, weil bei dem Versuch, seine Mitgliedschaftsgebühr abzubuchen, ein leeres Konto vorgefunden worden war. Emmett versucht, Ted zu beschwichtigen, es handele sich doch sicherlich nur um ein Missverständnis und sie würden ihm eine Gästekarte besorgen, doch der stürmt fluchend hinaus. Emmett stößt wieder zu seinen Freunden. Er erzählt, dass Ted in letzter Zeit jede kleinste Kleinigkeit ein Messer in die Brust rammen würde. Ben schlägt als Lösung einen Urlaub, Brian Valium vor. Michael, Lindsay und die Frauenärztin stehen um Melanies Bett herum und schauen sich den ersten Ultraschall an. Lindsay versucht, ruhig zu bedenken zu geben, dass Melanie sich doch sicher ausruhen müsse, damit dem Kind nichts passiere. Sie würde nämlich regelmäßig bis zur Erschöpfung arbeiten. Die Frauenärztin warnt ihre Patientin, dass zu viel Stress und sogar schon unregelmäßiges und ungenügendes Essen zu ernsthaften Komplikationen führen könne. Michael versteht nur Bahnhof, macht sich aber Sorgen ohne Ende, während Mel behauptet, sie könne auf sich selbst aufpassen. Im Diner macht Brian sich darüber lustig, wie besorgt Michael ist. Ben, ganz der gute Partner, erinnert ihn daran, dass Melanie die Trägerin ist und er könne nichts dagegen tun. „Aber es ist unser Kind!“, erwidert Michael aufgelöst. Ben fragt ihn, ob er es denn sehen konnte, ob der erste Ultraschall nicht wundervoll war! Brian fügt hinzu, ob das Kind seine süßen Knopfaugen und seinen perfekt geformten Penis habe. Unter einem ausgerufenen „hey!“ von Ben grinst Michael geschmeichelt, und berichtet, dass das Kind erst so groß wie eine Erdnuss sei. Da klingelt Bens Handy. Er hört erst eine Weile zu, dann steht er auf und telefoniert abseits des Tisches weiter. „Geht es ihm gut?“ Er könne nach drei Uhr vorbeikommen. Als Michael ihn fragt, ob alles in Ordnung sei, bejaht er das und macht sich auf den Weg, während stattdessen Debbie sich neben ihren Sohn setzt und ihm die Geschichte einer Prinzessin erzählt, die sich bis zum letzten Tag ihre Schwangerschaft den Arsch abarbeitete und drei Tage nach der Geburt ihres Kindes damit weitermachte. Aber Michael erwidert, sie sei 17 Jahre alt gewesen, Mel sei schon in ihren 30er und habe auch noch diese komische Fruchtbarkeitsbehandlung hinter sich! Debbie schweigt... dann steht sie auf und meint, jemand sollte auf das Mädchen aufpassen. Michael stöhnt. Jetzt brauche er erst Recht eine Valiumtablette. Ted durchstöbert seine E-Mails und offensichtlich versagt sein Spam-Filter: Nicht nur das klassische Viagra ist im Angebot, nein, auch ein Video, wie jugendliche Mädchen es mit Bauernhoftieren treiben und die Einladung zu einer heißen Sexparty im Paradise Motel in Pittsburgh, die er nur erhalten hätte, weil er der heißeste Typ der Stadt sei! Mein Gott, oh Freude. Emmett tritt ein und ruft freudig, dass der Urlaub auf dem Lande in einem Wellnesshotel für morgen nun fest für sie gebucht sei! Ted erinnert ihn daran, dass er sich keinen Urlaub leisten könne und auch das Geld von Emmett nicht annehmen wolle, doch der lässt keine Widerrede zu. Ted seufzt. Alles habe er verloren. „Aber doch nicht mich“, sagt Emmett sanft und drückt seine Hand. Dann klingelt sein Handy. Eine reiche Frau möchte seine Dienste als Partyplaner beanspruchen! Wenn das nicht mal ein glücklicher Fang ist. Nur leider besteht sie darauf, sich am folgenden Tag mit Emmett zu treffen – doch er möchte, dass Ted trotzdem fährt, auch ohne ihn. Ben steht vor dem jungen Prostituierten mit dem Namen Hunter, der in einen Kittel gekleidet in dem Bett eines Krankenhauses liegt und ihn fragt, wieso verdammt noch mal er so lange gebraucht habe?! Ben lächelt sanftmütig und sagt, das er sich ebenfalls freue, ihn zu sehen. Es sei doch interessant: Er erhielte einen Anruf, dass sein Neffe im Krankenhaus sei. Nur... Ben hat keinen Neffen. „Jetzt schon, Onkelchen.“, Hunter grinst. Er erzählt, dass er eine Infektion der Niere hat und es weh tat wie Scheiße. Er lag eine Stunde ohnmächtig am Straßenrand bis jemand sich mal die Mühe machte, einen Krankenwagen zu rufen. Und dann habe er dem Personal eben erzählt, dass Ben sein erziehungsberechtigter Onkel sei. Für Ben kommt es selbstverständlich nicht in Frage, diese Lüge fortzusetzen, er steht auf, um dem Personal die Wahrheit zu sagen, doch Hunter hält ihn entsetzt zurück. Dann würden sie ihn wieder zu einer Pflegefamilie stecken! Wieso habe Ben ihm überhaupt seine Nummer gegeben, um sein Gewissen zu beruhigen?! Er wollte ihm doch sowieso nicht wirklich helfen! Da betritt gerade eine Ärztin das Zimmer und fragt Ben, ob dieser Hunters Onkel sei, er müsse nämlich einige Formulare ausfüllen. Ben wirft Hunter einen langen Blick zu. Im Babylon sind die Go-Go-Tänzer in dieser Nacht als Polizisten verkleidet. Das scheint der Menge zu gefallen, auch Brian und Justin, die sich mitten auf der Tanzfläche befinden. Ein Mann gesellt sich zu ihnen, den Brian zu sich heranzieht und Justin in seinem anderen Arm hält, doch der hat wohl heute keinen Lust auf einen Dreier. Er müsse etwas erledigen. „Ja, ich auch“, worauf hin Justin sich verabschiedet. Brian nimmt eine Nase voll Poppers und plötzlich hört sein Trick auf zu tanzen und sagt mit harter Stimme, dass Brian wegen dem Besitz illegaler Drogen verhaftet ist. Mit einem zugedröhnten Grinsen drückt Brian sein Gesicht gegen den Mann und erwidert lediglich, dass er eine bessere Idee habe – und schiebt den Trick mit polizist-artigem Griff gen Hinterzimmer.
Melanie läuft mit prall gefüllten Einkaufstüten über den stockdunklen Parkplatz eines Supermarkts... hält aber auf einmal inne und dreht sich um. War da nicht etwas? „Hallo? Ist da jemand?“ Aber niemand antwortet. Sie läuft weiter, aber ihre Schritte sind unsicher...... da ist doch irgendetwas! Mit einem gezielten Griff in ihre Tasche zückt Mel ihr Pfefferspray und hält es schussbereit, als Michael hinter einem Auto hervorgesprungen kommt! Sie solle das Ding wegstecken, es sei doch nur er! Die arme werdende Mutter hätte die Herzattacke beinah nicht überstanden, aber richtig ärgerlich wird sie erst, als sie erfährt, dass Michael ihr hinterherspioniert hat! Eine schwarzvermummte Gestalt läuft entschlossenen Schrittes durch eine ruhige Seitenstraße der nächtlichen Liberty Avenue. Sie greift nach Kleister, beschmiert damit Stockwells Wahlplakate und überklebt diese mit anderen! Eines nach dem anderen, bis auf einmal Polizeisirenen zu hören sind. Die Gestalt schaut auf und macht, dass sie schnell wegkommt – es ist Justin! Am Morgen hängen seine Plakate überall im hellen Tageslicht: Es ist Stockwells Gesicht, genau wie auf seinem Wahlplakat, nur dass Justin ihn zu einem Hitler gemacht und „Heil to the Chief“ auf das Plakat geschmiert hat. Debbie, Ted, Emmett und Lindsay bewundern das Kunstwerk, während Brian sich wundert, ob das nicht eine Straftat sei. Da stößt Justin zu ihnen, der müde aussieht – er habe die ganze Nacht an einem Projekt für die Schule arbeiten müssen. Gemeinsam mit Lindsay interpretiert er die künstlerischen Aspekte des Plakates (eine starke Anlehnung an die Propaganda-Kunst) während es Debbie und Emmett einfach nur ungemein freut, dass Stockwell, pardon, in den Arsch gefickt wird. Dann gehen Ted und Emmett zu Teds Auto, denn dieser möchte sich auf den Weg machen, damit er noch vor der Dämmerung in seinem Hotel ist. Em gibt ihm noch einen Umschlag für Notfälle, in dem sich Geldscheine befindet. Ted sagt gar nichts dazu, also küsst Em ihn nur noch zum Abschied auf die Wange. Ben ist so vertieft in seine Lektüre, dass Michael das Telefon abnimmt – und Todesangst kriecht ihm ins Gesicht, als er den Hörer an Ben weiterreicht. Es sei das Krankenhaus, sie würden seine Rechnungsadresse bestätigen wollen. Als Ben auflegt kann er Michael jedoch beruhigen: Es gehe nicht um ihn, sondern um Hunter. Michael kann nicht glauben, was Ben ihm da für eine Geschichte erzählt. Er wechselt von ängstlich zu wütend innerhalb weniger Momente. Ben würde nicht einige 1000 Dollar für irgendeinen Stricher bezahlen! Er würde jetzt sofort in das Krankenhaus gehen und die Wahrheit erzählen! „Habe ich mich klar und deutlich ausgedrückt?!“ Ben schweigt. Ted steht an einer roten Ampel, völlig deprimiert, als Emmett ihn auf dem Handy anruft, um zu fragen, wie nahe er denn schon am Paradies sei. Das Telefonat ist kurz, und als Ted wieder aufschaut sieht er auf einmal eine schmutzige, abgerissene Leuchttafel am anderen Ende der Straße: „Motel Paradise“. Er erinnert sich an seine E-Mail, in der stand, er sei zu einer Sexparty eingeladen, weil er der heißeste Typ der Stadt sei... der heißeste Typ der Stadt... . Er ist so sehr in Gedanken versunken, dass er das inzwischen grüne Licht der Ampel nicht bemerkt und erst durch das energische Hupen hinter ihm aufgeschreckt wird. Kurzerhand trifft Ted eine Entscheidung und biegt in die Einfahrt des Motels ein. Justin und Brian bereiten gemeinsam einen Konferenzraum in Vangard vor. Brian lädt Justin ein, an diesem Abend mit ihm in ein neues Restaurant zu gehen, das einen Stern haben soll, doch sein Freund lehnt ab, er habe zu tun. „Noch ein Projekt?“, fragt Brian etwas ungehalten, gerade als Cynthia eintritt, gefolgt von Jim Stockwell, der außer sich ist. Die Zeitungen würden ihn einen Nazi nennen! Einen Nazi!! Brian bittet Justin, zu gehen, der von Stockwell etwas schief angesehen wird. Endlich allein macht Stockwell seinem Unmut Luft: Die Plakate seien über all, an jeder Straßenecke, sogar an den Wänden des Polizeipräsidiums! Brian bleibt jedoch gelassen. Wenn Stockwell diese Poster ernst nehmen würde, dann könne die Presse in bei lebendigem Leibe braten. Er müsse sie auslachen. Bei seinem nächsten öffentlichen Fernsehauftritt an diesem Tag müsse er die Poster ansprechen, darüber lachen und klarstellen, dass er für Kritik offen ist, ganz im Gegensatz zu Nazi-Deutschland. Und jetzt solle er lächeln. Stockwell zieht eher eine Raubtiergrimasse. Ted läuft in seinem schäbigen Motelzimmer auf und ab, schaltet den Fernseher ein und wieder aus, öffnet eine Whiskyflasche. Schließlich geht er in den Flur und passiert dort mehrere Zimmer, in denen die angekündigte Sexparty stattfindet. Am Getränkeautomaten steht ein Mann, nur in ein Handtuch gewickelt, und ärgert sich darüber, dass er nicht genug Kleingeld dabei hat – wie auch, ihm fehlen ja die Taschen. Ted springt hilfreich ein und fragt ihn, was er denn gerne haben würde. „Coke“, antwortet der Mann und schnieft, habe Ted welches? Oder wolle er etwas davon, Mark, wie der Mann heißt, habe etwas in seinem Zimmer – natürlich nur das Beste, Mark sei ja schließlich Arzt, er wisse, was man nehmen könne und was nicht. Doch Ted verneint, das sei nicht so sein Ding. Mark lädt ihn ein, an einer kleinen Sexparty in seinem Zimmer teilzunehmen, da seien auch süße Typen, doch Ted meint, er könne nicht, er sei auf dem Weg nach Norden, aufs Land. Mark erwidert nur, falls er sich es anders überlegen und nach Süden reisen wolle, sollte er vorbeischauen... .
Hunter macht sich über die Gerichtsshow lustig, die er schaut, und fragt Ben, ob das wohl richtige Richter seien und wo sie diese seltsamen Leute—doch Ben sagt ihm nur verärgert, er solle es ausschalten. Hunter wartet einen Trotzmoment ab, dann drückt er die Aus-Taste auf seiner Fernbedienung. Ben meint, dass ihn dieser Krankenhausaufenthalt Hunters ein paar tausend Dollar koste, also könne der Junge dies hier vielleicht als eine Chance sehen, nicht auf die Straße zurückzukehren. Fast zu erfrieren und in Hauseingängen zu schlafen sei nicht gut, und nicht gesund, und schon gar nicht für Hunters Leben. Das hier könnte sein Weckruf sein, sein Leben endlich umzudrehen! Hunter schweigt kurz, dann antwortet er, Ben habe Recht. ...ja, er würde in eine dieser Fernsehsendungen gehen und den Herrn dafür preisen, dass er ihm eine zweite Chance gegeben habe! Ben nickt. Gut, dann könne er sich auch einfach das Geld sparen. Er würde jetzt zu einem Sozialarbeiter gehen und ihm die Wahrheit erzählen, und das nächste Mal, wenn Hunter einen Idioten brauche, sollte er jemanden anders anrufen! Mel telefoniert im Flur ihrer Kanzlei mit Lindsay um ihr zu sagen, dass sie gleich Zuhause sein wird. Als sie auflegt fällt der Stapel Akten, den Mel trägt, zu Boden – und als sie sich bückt, um ihn aufzuheben, krümmt sie sich auf einmal vor Schmerzen. Michael ist sofort an ihrer Seite, fragt, ob alles in Ordnung sei, doch der Krampf ist anscheinend schon wieder vorbei und gemeinsam sammeln sie die Akten ein und gehen weiter. Mel meint, er habe doch versprochen, sie nicht mehr zu verfolgen, Michael antwortet, er habe gelogen, zum Glück! Doch sie behauptet, es sei nur ein kleiner Krampf gewesen... bis sie plötzlich wieder von einer Schmerzenswelle überrollt wird! Im stockdunklen, verlassenen Vangard kopiert Justin seine Poster, als Brian auf einmal hereinschneit. Hastig versucht Justin, die neuen Kunstwerke zu verstecken, doch Brian fischt das Original aus dem Kopierer. Na gut, meint Justin spielerisch, jetzt kenne Brian also seine geheime Identität. Der sieht das jedoch nicht so gelassen: Justin habe seinen Spaß gehabt, nun sei Schluss! „Wie bitte?“ Justin traut seinen Ohren nicht. Er würde natürlich nicht aufhören! Stockwell sei ein homophober Faschist, der alles und jeden hasst, den sie kennen würden. Brian habe ihm gesagt, dass er der beste Homosexuelle werden solle, der er irgendwie sein kann, und das schließt mit ein, selbst nachzudenken und sich von niemanden sagen zu lassen, was er zu tun habe! Er tue hier das, woran er glaubt, und nur weil Brian nicht so über Stockwell denke—Brian unterbricht ihn beinah schreiend. Justin hätte nicht das geringste bisschen Ahnung, was Brian denke. Er interessiere sich einen Scheiß für Stockwell, aber Justin würde nicht nur Stockwell in die Scheiße reiten sondern auch Brian. „Und jetzt verschwinde!“ Ted hat gerade seine Tasche genommen und ist im Flur des Motels, um es zu verlassen, als Emmett anruft und ihn fragt, ob er schon da sei und wie es ihm gefalle. In diesem Moment laufen zwei nackte Männer an ihm vorbei, und Ted antwortet, dass Emmett sich die schöne Aussicht nicht einmal ansatzweise vorstellen könne. Dann wimmelt er seinen Freund mit der Ausrede ab, im viktorianischen Ruheraum gäbe es Wein und Käse. Tatsächlich aber führt es ihn nicht zum viktorianischen Ruheraum, sondern zu Dr. Marks Zimmer, das er auf dem Weg nach draußen zufällig passiert. Ted kann nicht widerstehen und tritt ein: Auf dem Bett findet eine Orgie statt, der Dr. Mark, immer noch in sein Handtuch gekleidet, fasziniert zuschaut. Als er seinen neuesten Gast erkennt, lädt er ihn herzlich ein, zu bleiben und etwas von seiner „Coke“ zu probieren. Ted lehnt ab, kann jedoch den Blick nicht von den wunderschönen Männern auf dem Bett lassen... . Dr. Mark grinst, sie seien wunderschön, oder? Mark sei wunderschön, alles ist wunderschön... „möchtest du auch wunderschön sein?“ Ted schaut die Männer an, lange, seine Wangen eingefallen und dunkle Ringe unter seinen Augen, und nimmt dann schließlich einen Zug des weißen Pulvers. Die Welt verändert sich, das graue, schmutzige Hotel beginnt, ihn roten Farben zu leuchten, alles wird weicher und schöner, er ist jetzt selbst auf dem Bett und die Männer küssen ihn, berühren ihn, und Ted sieht so unfassbar und glücklich aus wie schon lange nicht mehr.
Im Krankenhausbett werden Melanie beruhigende Nachrichten zuteil: Sie ist gesund, genau wie das Kind, doch es war sehr gut, dass sie so schnell gekommen sind wie sie es taten. „Dank meines Stalkers“, antwortet Mel grinsend. Die Ärztin fragt, ob es sich bei Michael um den Vater handele. Sowohl Melanie als auch Michael stottern herum, bis Lindsay schließlich sagt, dass sie alle drei die Eltern sind. Ted betritt seine vom Sonnenlicht hellerleuchtete Wohnung, gekleidet in Schal, Mantel und Sonnenbrille. Seine ersten orientierungslosen Schritte führen ihm zum Kühlschrank, er scheint völlig neben sich zu stehen, wo er Orangensaft aus dem Karton trink und sich dann einen Donut aus einem Karton nimmt, den er in großen Bissen isst. Unterbrochen wird er von dem schrillen Aufschrei Emmetts, Schlafmaske noch immer auf der Stirn, der im Schlafanzug in der Tür steht und sich zu Tode erschrocken hat. Ted entschuldigt sich flüchtig, antwortet auch auf Ems Fragen, ob es ihm gefallen habe, nur ausweichend und irgendwie... gehetzt. Emmett fragt lächelnd, wieso er denn eine Sonnebrille trage, nimmt sie ihm ab und schaut ihn das müde, völlig erschöpfte Gesicht seines Freundes. Der erklärt ihm, es sei einfach zu still gewesen. Emmetts Freude über Teds angebliche Erholung wird plötzlich sehr gedämpft, doch er fängt sich wieder und verspricht ihm, sie würden das nächste Mal zusammen gehen und sehr viel Lärm machen. Ted nickt, schenkt seinem Freund ein halbherziges Lächeln. Emmett ruft, er würde sich nur schnell umziehen, dann könne Ted ihm alles erzählen! Michael und Ben liegen im Bett, Michaels Kopf auf Bens Brust und sein Arm um seinen Freund geschlungen. „Wie willst du es ihm sagen?“ Aber Ben hat keine Ahnung. Auch wenn HIV kein Todesurteil mehr ist, könne er sich doch daran erinnern, wie sehr er damit gekämpft habe – und Hunter habe nichts. Wie solle er überleben? Ohne Dach über dem Kopf, ohne zu wissen, wo er die nächste Mahlzeit auftreiben wird, ohne Medikamente und Ärzte? Deswegen müsse er in eine Pflegefamilie, antwortet Michael, doch Ben bezweifelt, dass irgendjemand Hunter haben möchte. Vorher wollte ihn schon niemand haben, und wer würde ihn jetzt noch aufnehmen? Aber auch all diese Überlegungen lösten die Frage nach den richtige Worten nicht, denn es gäbe keine; „es gibt keine richtigen Worte, um einem Kind die eine Illusion zu nehmen, auf die es ein Recht hat: Seine Unverwundbarkeit. Seine Unsterblichkeit.“ Stockwell stürmt Brians Büro. Brian sei ein Genie! Er habe es genauso gehandhabt wie er ihm geraten hatte, mit vollem Erfolg! Die Zeitungen ziehen ihre Vorwürfe zurück. Und, was noch besser sei: Er habe einen Brief vom Gay and Lesbian Center erhalten, von einer Frau namens Tannis. Brian sieht so angewidert aus, dass man nur darüber lachen kann. Stockwell berichtet weiter, Tannis habe ihm geschrieben, das Gay and Lesbian Center unterstütze offiziell seine Kampagne und die Säuberung der Liberty Avenue, deren sexuelle Establishments schon immer ein Schandfleck auf dem Image ihrer Community waren. Nun könnten sie ihn nicht mehr als homophob bezeichnen! „Ich schätze nicht“, sagt Brian, und Stockwell ist ganz in seinem Element: Sein Bedürfnis, die Stadt zu einem aufrichtigen, moralischen, familienfreundlichen und sauberen Ort für alle ihre Bewohner zu machen – das könnten Brian und die guten Menschen im Gay and Lesbian Center verstehen. Alles dies habe er Brian zu verdanken, nur durch ihn konnte er diese Botschaft verbreiten. Brian sagt nichts, Jim verlässt das Büro... und Brian macht den Eindruck, als könne er sein Gewissen doch nicht mehr ganz abschalten. Lindsay und eine erschöpft-wirkende Melanie betreten ihr Haus und erlösen Debbie, die auf Gus aufpasst, und anscheinend überhaupt nicht damit aufhören möchte – er sei das wunderbarste Kind der Welt! Sie streichelt beruhigt Melanies Bauch, als sie erfährt, dass es ihrem Enkel gut geht, und droht der werdenden Mutter, sie solle gefälligst besser auf sich aufpassen! Sonst wäre es nicht Michael, sondern Debbie, die Mel verfolgt! Beide lachen gutmütig, dann verlässt Debbie das Haus. Lindsay nimmt Gus auf ihren Arm und fragt ihre Frau, ob sie dieses Tempo so weiter durchziehen möchte? Wird sie wieder bis zum Zusammenbruch arbeiten? Denn das nächste Mal werden sie vielleicht nicht so viel Glück haben. Doch Melanie verspricht, dass ihr das nicht noch einmal passieren wird. Der Fall sei wichtig – für das Richtige zu kämpfen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, das sei alles wichtig – aber nicht wichtiger als Lindsay, und Gus, und ihr Baby. Mel küsst erst ihre Frau, dann ihren Sohn, und macht sich dann auf den Weg ins Schlafzimmer, um sich auszuruhen. Ben und Michael sind im Krankenhaus, doch Hunters Zimmer ist leer. Eine Frau am Schalter erzählt ihnen, dass die Nachtschwester gesehen habe, wie er es um vier Uhr morgens verließ – er kehrte nie zurück. Michael und Ben schauen sich an. Verdammt!
Brian ist im Babylon, in seinem Revier läuft alles wie sonst, die halbnackten Männer, das schwule thumpa thumpa... doch das Hinterzimmer ist abgeschlossen.
“Walking on thin ice, |
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