Queer as Folk - Episode 3.11

Nach Unten

Brian und Justin sind mal wieder des Nachts unterwegs, um nicht Zuhause Sex haben zu müssen. Dabei verschlägt es sie auf ein riesiges Lastwagen-Container Depot, wo eine geheime Sexparty stattfinden soll – und zwar in einem der Container. Innen ist es nicht nur dunkel und schmutzig, sondern auch noch verteufelt kalt, und zwar so kalt, dass Brian schmerzhaft aufschreit, als Justin seine Hose öffnet. ( Justin: “This sucks!” Brian: “And not in a positive, life-affirming way!”) Es muss doch einen anderen Ort geben...!
Den gibt es auch. Im orangescheinenden Licht der aufgehenden Sonne—pardon, den Lampen des Lofts—fickt Brian Justin auf seinem Bett, gut und heiß wie immer, aber verdammt noch mal, jetzt habe es Stockwell endgültig geschafft! Wie Heten zwinge er sie dazu, in ihren eigenen Betten zu vögeln. Justin weist Brian, der sich darüber beschwert, galant darauf hin, dass er persönlich Stockwell dabei geholfen habe. Brian tut das ab, doch als Justin ihn küsst und dann aufsteht, bleibt er scheinbar nachdenklich mit seiner Zigarette im Bett zurück.

Michael und Ben sind in aller Herrgottsfrühe im Diner, totmüde und geschafft. Auf Debbies Erkundigen hin antwortet ihr Sohn, dass Ben sie die ganze Nacht lang durch die Straßen gezerrt habe, auf der Suche nach dem jungen Stricher Hunter. Ben erzählt ihr, wie Hunter ins Krankenhaus kam, ihn als seinen Onkel angab und die Ärzte ihm erzählten, dass Hunter HIV positiv ist. Debbie fragt Ben, ob er denn wahnsinnig sei, die Verantwortung für das Leben dieses Jungen auf seine Schultern zu nehmen und sich dabei auch noch strafbar zu machen, aber sie sieht ein, dass es Hunter gesagt werden muss. Debbie weiß nämlich genau, wo die beiden suchen müssen – ihr Clienté besteht zu dieser Zeit nämlich nur aus Strichern.

Ted und Emmett sind zum Brunch bei Melanie und Lindsay eingeladen, doch trotz der heiteren Laune von drei der Gästen will dank Teds schweigsamer Gleichgültigkeit kein richtiges Gespräch zustande kommen. Emmett berichtet davon, wie sein Geschäft als Partyplaner immer besser läuft, inzwischen habe er mindestens zwei Veranstaltungen in der Woche – und nun habe er auch endlich im Torso gekündigt! Schließlich rücken Melanie und Lindsay mit ihrem eigentlichen Anliegen heraus: Sie haben es geschafft, ein wenig Geld beiseite zu legen, genaugenommen 5000 Dollar, und würden nun gerne einen Studienfond für Gus anlegen. Natürlich möchten sie nur jemanden damit beauftragen, dem sie vertrauen – also, würde Ted es für sie machen? Der erklärt sich dazu bereit, wenn auch immer noch ohne Enthusiasmus, aber mit viel Fachwissen. Sowohl Emmett als auch Linds und Mel lachen breit und glücklich, während Ted ein wenig sparsam aussieht.

Cynthia und Brian halten eines der letzten Meetings mit Stockwell: Der Wahlkampf geht in seine letzte Runde; Brian plant, Stockwell mit so vielen ethnischen, politischen und sonst nur irgendwie verschiedenen Gruppen zu zeigen wie möglich; eine Konferenz mit der asiatischen Organisationen, den afroamerikanischen Mitbürgern und dem Gay and Lesbian Center steht auf dem Programm. Jims Berater und er selbst sind von der Idee, eine Veranstaltung im Gay and Lesbian Center abzuhalten, nicht sehr begeistert, Stockwell sei dort nicht gerade beliebt. Doch Brian überzeugt sie: Immerhin habe das Center in unterstützt, und am Tag der Wahlen könnten es diese paar Stimmen sein, die ihm den Sieg einbringen werden, denn die Umfragen zeigen klar, dass es ein Kopf-an-Kopf Rennen geben wird.

Auf dem Weg nach Hause ist Ted schweigsam, bis Emmett ihm sagt, wie toll es denn sei, dass Mel und Linds ihn darum gebeten hätten, Gus’ Studiengeld zu verwalten. Jaaaa, wie toll, erwidert Ted, wie lang genau hätten Emmett und die beiden Frauen das denn schon geplant? Emmett schweigt kurz, dann gibt er zu, dass Mel und Linds so etwas erwähnten, als sie zum Brunch einluden. „Und ihr hieltet das für eine wunderbares kleines Projekt, um Ted zu beschäftigen, richtig?“, fragt Ted ihn verbittert. Emmett widerspricht, Melanie und Lindsay hätten ihn ausgesucht, weil sie ihm vertrauen. Da ruft auf einmal jemand Teds Namen – es ist Dr. Mark, der Mann, der ihm im Motel Paradise das Kokain gab, mit zwei Freunden. Alle drei sind eindeutig auf Drogen; nachdem Ted Emmett als seinen Partner vorgestellt hat, erzählen sie, dass das Hinterzimmer im Babylon geschlossen sei und sie deswegen zu Dr. Mark gehen würden, um zu ficken. Er lädt Emmett und Ted ein, mit ihnen zu kommen, doch die lehnen dankend ab. Als Em Ted fragt, woher er den Typen den kenne, behauptet dieser, er sei einmal wegen einer ärztlichen Behandlung bei ihm gewesen. Während Emmett sich ein Schaufenster anschaut, dreht Ted sich noch einmal zu Dr. Mark um – und dieser grinst ihn an... .

Im Gay and Lesbian Center haben sich einige Zuschauer, Brian, Stockwells Berater, Tannis und Philipp und der Bürgermeisterkandidat selbst versammelt. Stockwell steht auf einer Bühne und beantwortet soeben die Frage eines Mannes, der sich darüber beklagt, dass die Polizei erst nach zwei Stunden reagierte, als er wegen eines Einbruches anrief. Stockwell sagt, der Bürgermeister, der nun im Amt ist, habe sein Budget gekürzt, doch falls er gewählt würde, garantiere er für eine größere Präsenz der Polizei auf der Liberty Avenue. Als Philipp sich erkundigt, wer eine weitere Frage stellen möchte, erhebt sich Justin: „Margarita Lopéz.“ „Entschuldigung?“, fragt Stockwell verwirrt. Daphne erhebt sich, hält ein Schild in die Höhe, auf dem die Fotografie einer jungen Frau zu sehen ist, und sagt: „Margarita Lopéz war eine transsexuelle Frau. Sie wurde vor fünf Jahren ermordet, die Täter nie gefunden.“ Stockwell nickt, und antwortet, dass die Polizei stets ihr Bestes geben würde, doch ab und zu—Justin unterbricht ihn, ruft erneut einen Namen: „Jefferson Proctor.“ Brian schaut ihn an, reibt sich die Hände. Lindsay erhebt sich, auf ihrem Schild ist ein schwarzer Mann zu sehen. „Jefferson Proctor war ein schwuler Afroamerikaner. Er wurde erschossen, nur einen halben Block vom Woody’s entfernt. Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt.“ Stockwell sieht so aus, als könne er nur mit Mühe die Fassung bewahren, „Natasha Ginsburg“, Justin schaut ihn scharf an, während Melanie sich nun erhebt, ein Schild in ihren Händen, auf dem eine ältere blonde Frau prangt: „Natasha Ginsburg, 61 Jahre alt, lesbisch, ging mit ihrem Hund spazieren als sie erstochen wurde. Mörder werden immer noch gesucht.“ Stockwells Berater schreiten durch den Mittelgang auf die Bühne zu, Gemurmel macht sich breit, doch Justin fährt fort, wenn auch... schmerzerfüllt: „Justin Taylor.“ Jennifer steht auf, ein Foto von Justin an seinem Abschlussball in die Luft haltend: „Justin Taylor, mein wunderbarer schwuler Sohn. Beinah totgeschlagen an seinem Abschlussball, dem Tod überlassen. Die Polizei meldete es als eine simple Attacke anstatt dem Hassverbrechen, das es war. Sein Angreifer kam mit gemeinnütziger Arbeit davon.“ Während sie redet drückt Brian seine Hände so fest zusammen, dass es weh tun muss. Stockwell sagt, er würde all diesen betroffenen Bürgern dafür danken, dass sie ihn an die Verbrechen erinnern, die Mitglieder dieser Community bedrohten und sie auch manchmal ereilten. Doch die Mehrheit aller gewalttätigen Verbrechen würde aufgeklärt und die Kriminellen gefasst werden.
„Was ist mit ihm? Habt ihr für ihn euer Bestes getan?“
Debbie hält das letzte Schild in die Höhe, worauf Spanisches Omelette zu sehen ist, Jason Kemp, der Junge, den sie im Müllcontainer hinter dem Diner fand. Stockwell meint, er erinnere sich an diesen Jungen, und tatsächlich sieht er betroffen und geschockt aus, doch als Debbie ihn nach seinem Name fragt, kann er sich nicht erinnern. „Jason Kemp“, ruft Justin, und Debbie fährt fort: „Sein Name war Jason Kemp. Und der Grund, wieso du dich nicht erinnern kannst, ist, weil niemand bei der Polizei herausfinden konnte, wie er lautet. Aber ich habe es getan! Die Kellnerin, die ihn in den Müllcontainern des Diners fand, in dem sie arbeitet. Jason Kemp, alias „Dumpster Boy“. Mord nicht aufgeklärt!“ Stockwells Berater schaffen ihn von der Bühne, der Justin lange anschaut, als er an diesem vorbei nach draußen flüchtet.

Michael ist so durchgefroren, dass er versucht, Ben davon zu überzeugen, die Suche endlich aufzugeben; wahrscheinlich habe Hunter schon einen reichen Sugardaddy gefunden, der ihn in eine Cashmeredecke gewickelt hat und mit Kaviarhäppchen füttert. Gerade da sehen sie den Stricher jedoch an der Straßenecke stehen, wo er sich einem Mann durch das Seitenfenster anbietet – er hatte wohl doch nicht so viel Glück. Als Ben und Michael laut rufend auf ihn zukommen nimmt der Fahrer, wahrscheinlich besorgt, sie könnten Polizisten sein, Reißaus, und Hunter schreit die beiden an, wieso sie ihn ständig Geld kosten würden?! Ben rückt einfach mit der Wahrheit heraus: Hunter sei HIV positiv. Der sagt für eine Weile gar nichts, dann bedankt er sich für die Info und geht. Doch Michael und Ben lassen sich nicht so leicht abschütteln. Hunter meint, es sei doch kein Ding, hier habe fast jeder AIDS—HIV, wirft Ben ein—und seine Kunden... tja, die würden das Risiko eben auf sich nehmen. Und jetzt müsse er arbeiten!

Vic und Emmett bereiten in Teds Küche neue Gerichte für die nächste Party vor, während Vic sich darüber beschwert, dass dies alles mit einem professionellen Ofen um einiges leichter wäre. Emmett antwortet lächelnd, dass ihm die Küchenfee diesen Wunsch erfüllen würde: Nach dieser Party würde er genug Geld gespart haben, um einen zu kaufen. Er lässt Ted einen Happen probieren, der gerade an Gus’ Studiengeld arbeitet und nach Investitionsmöglichkeiten sucht. Ted verbrennt sich die Zunge, als plötzlich Dr. Mark ihm eine Nachricht per IM hinterlässt: Er lädt ihn zu einer Drogen-Sex-Party ein, die bei ihm an diesem Abend stattfinden wird. Hastig erhebt sich Ted, und schlägt Vic und Emmett vor, ins Kino oder die Oper zu gehen, sie könnten auch ein neues Restaurant ausprobieren – doch zu allem sagen die beiden nein, sie müssten sich noch um diese Party kümmern. Emmett schlägt jedoch vor, Ted könne Michael und Ben anrufen und mit ihnen ins Woody’s gehen, denn er wäre viel zu lange nicht mehr aus gewesen. Ted solle sich amüsieren!

Im Woody’s wird kräftig gefeiert: Daphne, Melanie, Lindsay, Jennifer, Debbie und Justin stoßen auf den Erfolg ihrer Aktion und Justins geniale Idee an – wie kam er nur darauf, all diese ungelösten Verbrechen zu verwenden? Justin zuckt nur geheimnisvoll mit den Schultern und kassiert fröhlich Lob für sein Genie, während Debbie sich entschuldigt und zu Brian hinübergeht, der allein am Billardtisch spielt. Sie merkt an, es scheine ihn nicht sehr aufzuregen, dass sie Stockwell soeben vor den Augen der Presse bis auf die Knochen blamiert hätten. Außerdem... früher, bevor Brian seine Seele für einen Sack Gold verkaufte, wäre er es gewesen, der Stockwell diese Falle stellt. Das ganze trug doch ganz offensichtlich die Handschrift des Meisters... aber anscheinend seien diese Tage vorbei. Debbie grinst überlegen – sie weiß genau, was mit ihren Kinder los ist. Brian sagt überhaupt nichts. Da tritt Michael gerade ein und erzählt den beiden, dass sie Hunter endlich gefunden und ihm gesagt hätten, er habe HIV, doch ihn kümmere das offensichtlich nicht einmal, geschweige denn, dass er sich bedanken würde. Brian fragt ihn spöttisch lachend, was er denn von einem Stricher erwartet hätte, während Debbie ihm sagt, dass er sehr liebevoll gehandelt habe. Sie geht, und Michael sagt zu Brian, dass sie beide unheimliches Glück hatten. Denn egal, wie sehr seine Mutter ihn verrückt machen würde oder Brian seine Eltern hassen würde, wenigstens hatten sie niemals versucht, ihre Kinder wegzugeben. Brian schnaubt nur – anscheinend hätte er es besser gefunden, hätten sein Eltern genau das getan.

Hunter sitzt frierend und in sich zusammengesunken auf dem Bürgersteig, als Ben auf ihn zukommt. Er gibt ihm ein Taschentuch und einen Daunenmantel, außerdem eine Packung Kondome, die er dem Stricher praktisch aufzwingen muss. Er solle diese gefälligst benutzen, auch wenn die Typen im 200 Dollar bieten würden! In diesem Moment kommt ein Auto vorbei, dem Hunter sich wieder anbieten möchte, doch der Kerl fährt einfach weiter, und blind vor Wut schleudert Hunter die Kondome hinter dem Auto her. Ben solle sich verpissen! Er solle einfach verschwinden und ihn gottverdammt noch mal in Ruhe lassen! „Okay.“ Ben gibt nach, drückt ihm den Mantel in die Hand und geht. Hunter schaut auf den Mantel in seiner Hand. Dann ruft er Ben hinterher, wieso er diesen ganzen Scheiß hier tun würde?! Wieso interessiere es ihn überhaupt?! „Weil ich auch positiv bin.“

Die Welt leuchtet wieder in warmen Farben, Teds Umgebung ist ganz verschwommen als er mit offenem Hemd auf Dr. Marks Couch sitzt und sich Drogen reinzieht. Dr. Mark leistet ihm Gesellschaft, fragt nach seinem Freund, doch Ted tut den lachend ab – der müsse irgendeine Party planen. Dr. Mark schlägt ihm vor, mit ihnen zur White Party nach Palm Springs zu fahren, die morgen beginnen würde. Ted lacht belämmert über diese Idee, doch Dr. Mark macht sie ihm schmackhaft: Überall seien die schönsten Männer, alle gekleidet in Weiß, überall gebe es Drogen... ein junger Mann streichelt Ted, zieht ihn aus, während Dr. Marc weitererzählt... es sei immer jemand dort, der ihn streicheln oder ihm einen blasen oder ihn ficken würde... und wenn der richtige Himmel nicht so ist, dann lohne es sich nicht, dort hinzukommen... es würde ja nur ein paar Tausender kosten, die könne Ted doch wohl locker machen... oder?

Ben hat Hunter eine kleine Schüssel Miso-Suppe zubereitet, und nun sitzen sie gemeinsam an Bens Wohnzimmertisch. Auf Hunters Fragen hin erzählt Ben, dass er schon seit drei Jahren HIV hat und seitdem gesund ist. Was sei denn dann das Problem, fragt Hunter, und Ben antwortet, dass es schwieriger sei, gesund zu bleiben, als er denke. Außerdem gebe es einige soziale und psychologische Nachteile. Hunter meint, er sei ein Kind, und er würde nicht darüber reden wollen. Ben nickt, er könnte das verstehen, doch irgendwann müsse Hunter reden. Da kommt Michael herein, entschuldigt sich, dass er so spät ist—und sieht Hunter. Er küsst einfach nur Bens Stirn und sagt ihm, er habe sehr liebevoll gehandelt, doch als sie allein im Schlafzimmer sind, fragt er Ben, was dieser denn nun eigentlich vorhabe! Was habe er Hunter gesagt, wie lang dieser bleiben könnte, was passiere hier eigentlich? Ben antwortet, er habe dem Angebot kein Zeitlimit gegeben. Michael merkt an, dass Ben Hunter doch nicht einmal richtig kennen würde, doch der widerspricht: Sie seien Blutsverwandte.

Justin zeigt Brian im Loft sein neuestes Poster, auf dem Stockwell und das Bild des toten Jason Kemps zu sehen sind, mit der Aufschrift: „Dump Stockwell.“ Brian bewundert das Kunstwerk, während sie planen, wo sie es anbringen können: Am Rathaus, beim Polizeihauptquartier, in seinem Arsch... . Beide grinsen, auch wenn Brian Justin sagt, er solle nicht zu viel erwarten, es sei nur ein Poster, doch der glaubt an dessen Wirkung: Das letzte hat immerhin die ganze Aufmerksamkeit der Presse auf sich gezogen. Brian schaut ihn lange an, und drückt ihn dann gegen die Säule direkt neben ihnen, hebt sein Kinn an und küsst ihn. Von wem habe Justin bloß gelernt, so ein gerissener kleiner Teufel zu sein?, fragt er, Stirn an die seines Freundes gedrückt. Der lächelt und streicht über Brians Krawatte, „vom Meister persönlich“, und Brian küsst ihn wieder, Hand an seiner Wange.
Zur selben Zeit betritt Vance mit Stockwell das stockdunkle Büro von Vanguard. Stockwell erzählt Vance, er müsse ihn zu dieser späten Stunde noch treffen, weil ihm klar geworden sei, dass jemand im Team seiner Kampagne, jemand, dem er vertraute, gegen ihn arbeitet. Vance bedauere das, doch warum erzähle Stockwell das ihm? „Weil es Kinney ist.“ Vance schweigt erst, vom Donner gerührt, dann lacht er. Das halte er für unmöglich, Brian habe zu viel in diese Kampagne investiert. Doch Stockwell sei sich sicher, er als Polizist wisse, wenn man ihm zum Narren hielte. Brian habe ihn ins Center geschickt und wusste ganz genau, was passieren würde; der Beweis dafür sei Justin Taylor, das Kind, das diese Namen gerufen hatte, denn Stockwell habe ihn schon einmal hier gesehen.
Justin und Brian entkleiden sich im Loft immer weiter, um sie herum die Poster, die Stockwell karikieren, Brian sinkt vor Justin auf die Knie und küsst seinen Bauch, Justin streichelt durch seine Haare, während Vance erzählt, dass Justin ein Praktikant bei ihnen sei, doch das würde noch lange nicht erklären, wieso Brian so etwas tun würde. Sich küssend stolpern Brian und Justin auf die Kissen im Wohnzimmer, legen sich hin, und Stockwell weiß nur eine Antwort: „Weil er eine Schwuchtel ist.“ Brian zieht Justins Socken aus, beugt sich über ihn, hält ihn mit seinem Körper am Boden. Vance kann es immer noch nicht glauben, dafür habe Brian sich zu viel Mühe für diese Kampagne gemacht. Stockwell wisse jedoch nur, dass er ihn loswerden will, doch das könnte etwas schwierig werden, antwortet Vance. Immerhin habe Stockwell selbst ihn als das schwule Mitglied seines Teams und seinen persönlichen Ratgeber und engen Freund dargestellt. „Raten Sie mal, wessen Idee das war.“
Brian und Justin sind gerade so richtig bei der Sache, als es klopft. Frustriert öffnet Brian, sich nur eine Unterhose vor den Schritt haltend, die Tür – und vor ihm stehen auf einmal Vance und Stockwell, der die Tür aufreißt. Überall liegen die Poster, Justin selbst nackt auf den Kissen. Stockwell hebt eines der Poster auf, schaut erst es, und dann Brian an, der immer noch an der Tür lehnt, als würde er jeden Moment auf ihn losgehen. Stattdessen knüllt er es zusammen und presst den Papierklumpen kochend vor Wut an Brians nackte Brust und stürmt davon, gefolgt von Vance. Justin schaut Brian schweigend an, der nach einen kurzen Moment der Stille gereizt fragt, ob er zu Ende ficken will?!

Michael sagt zu Ben am Morgen, dass sie auf gar keinen Fall den ganzen Tag hier bleiben könnten, nur um auf Hunter aufzupassen. Natürlich nicht, erwidert sein Freund, er würde ihm einfach sagen, dass er am Abend zurück kommen könne. Als Hunter angezogen aus dem Zimmer tritt, verlangt er als erstes nach Kaffee, tut die Frage, ob er nun zur Schule gehen würde, mit einem schnaubenden Lachen ab. Wer sei Ben denn, sein Sozialarbeiter? Michael grinst, zum ersten Mal fröhlich in der Gegenwart des Jungen: „Schlimmer, er ist Lehrer. Und ein Gesundheitsfreak.“ Ben sagt Hunter, er müsse nun gehen, doch um sieben Uhr gebe es Abendessen, da wäre er herzlich eingeladen. Hunter lacht, er hoffe doch, einen Kunden zu finden, der ihn bezahlen würde, um dort zu schlafen. Nun ja, falls nicht, sagt Michael, solle er um zwölf Uhr Zuhause sein, dann schließen sie nämlich ab. Hunter kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus, sie seien ja fast so schlimm wie einige seiner Pflegefamilien. Michael folgt ihm hinaus in den Flur und fragt ihn, ob er zurückkommen würde – nicht für ihn, sondern für Ben, denn der rechne damit, und es würde Michael nicht gefallen, zu sehen, wie er verletzte würde. Hunter fährt ihn an, er wollte niemals mehr als dass Ben behauptet, sein Onkel zu sein. Er wollte keinen Mantel und keine Suppe und er wollte schon gar nicht wissen, dass er HIV hat, deswegen könne Ben sich seine scheiß Hilfe sonst wohin stecken! Dann verlässt er das Gebäude.

Brian sitzt mit Vance in dessen Büro, der ihm sagt, er habe ihn in eine furchtbare Lage gebracht. Stockwell habe ihn vorgefunden, wie er den Praktikanten fickte, der die besagten Poster aufhing und die Falle im Gay and Lesbian Center legte, von der Stockwell denkt, dass Brian davon gewusst und gerade deswegen nichts unternommen habe! Er sei zwar Partner, aber Vance sei immer noch der Hauptbesitzer der Firma, deswegen gebe es eine Grenze, die Brian nicht überschreiten könne! Brian springt auf, schön und gut, aber was wolle Vance eigentlich von ihm? „Ich will wissen, wieso du das getan hast. Deine eigene Zukunft sowohl als auch die dieser Agentur opfern, für was?“ Brian schweigt kurz, dann sagt er, dass Vance das nicht verstehen würde. Denn er sei hetero. Vance schaut ihn ungläubig an, lacht verständnislos und sagt abschließend, Brian habe sich soeben aus einem Job gevögelt.

Ein verzweifelter Emmett telefoniert im Diner mit Michael und fragt ihn, wo Ted bloß sei, denn er ist nicht nach Hause gekommen. Habe er denn nicht mit Michael und Ben einen getrunken? Doch leider kann sein Freund ihm nicht weiterhelfen, weil er Ted ja am vergangenen Abend überhaupt nicht gesehen hat. Da kommen Melanie und Lindsay mit Gus herein, die ihn überraschenderweise ebenfalls nach Teds Aufenthaltsort fragen. Emmett legt auf und erzählt ihnen, Ted sei auf einem Spaziergang... zum Fitnessstudio, ähm, er würde natürlich zum Fitnessstudio gehen. Melanie sagt, sie würde ihn später anrufen, denn Gus’ Studiengeld sei auf einmal verschwunden. Lindsay findet, ihre Frau verhält sich einfach nur albern, Ted habe doch sicherlich nur ein Investment gefunden. Emmett bestätigt das, ja, Ted habe da irgendetwas erwähnt, aber nur um sie – und ihn selbst – zu beruhigen, würde er Ted sagen, er solle sie anrufen, sobald er von seinem Spaziergang zurück sei... vom Fitnessstudio, von seinem Spaziergang zum Fitnessstudio.

Debbie besucht Brian, der allein in seinem Loft vor der Couch sitzt und einen Joint baut. Sie hat Thuna-Maccaroni dabei, sein Lieblingsgericht, als er ein Kind war. Damit möchte sie ihn trösten, denn sie hat gehört, dass er seinen Job verloren hat – auch wenn sie es ihm hätte sagen können. Was er und Sunshine da taten war verräterisch und hinterhältig. Brian verdreht die Augen und nimmt einen Zug. „...und ich war noch niemals so stolz auf dich.“ Debbie lächelt den verwirrten Brian sanft an und gesellt sich, nach einer kurzen Überlegung, ob sie lieber Gras rauchen oder Zuhause die Wäsche waschen würde, zu ihm um mit Brian den Joint zu rauchen. Sie erzählt ihm, dass er ihr wirklich Angst gemacht habe. Debbie dachte schon, nun habe er seine Seele tatsächlich für Macht und Reichtum verkauft, doch jedes Mal, wenn Brian kurz davor sei, alle Moral fallen zu lassen und kopfüber in den Abgrund zu stürzen, rette er sich noch einmal. Debbie glaubt, das liege an seiner einzigartigen Gutherzigkeit. Brian lacht sie aus, doch Debbie beharrt darauf. Er solle also endlich mit diesem ganzen bad boy-Gehabe aufhören, denn er sei zu alt dafür – und es sei nicht wahr. Sie lächeln dieses Mal beide, als Debbie kurz ihre Stirn an seine legt. Dann geht glücklicherweise der Joint aus, und Brian und Debbie fahren mit Bier fort, beide schon kichernd... .

Der Abendbrottisch ist für drei gedeckt, doch Ben und Michael müssen alleine essen. Ben gibt zwar zu, er sollte nicht überrascht sein, dass Hunter nicht gekommen ist, aber er hatte doch Hoffnung... er glaubte, etwas gesehen zu haben, ein Schimmer in seinen Augen... vielleicht sei er einfach verrückt. Nein, erwidert Michael, Ben sei einfach gütig. Der fährt fort, dass sie nur hoffen könnten, Hunter bliebe vorsichtig, und dass er auf sich aufpasse... .

Brian und Justin laufen die dunkle Straße entlang, während Justin versucht, seinem Freund mehr oder weniger konstruktive Zukunftstipps zu geben. Der jedoch möchte ins Babylon und sich das Gehirn rausficken, aber das Hinterzimmer sei ja geschlossen und sie würden sich nicht in irgendeinem Container den Schwanz abfrieren. Justin schlägt vor, sich gemeinsam die Fotos anzuschauen, von damals, als sie mit den Kindern in Disney World waren. Und da grinst Brian. Er habe eine bessere Idee.

Emmett und Michael sind im Babylon, der letzte Ort, an dem sie hoffen, Ted zu finden. Michael glaubt nicht, dass Ted mit Gus’ Studiengeld durchgebrannt sein könnte, doch Emmett meint, das versuche er ihm ja schon die ganze Zeit zu erklären: Er wisse nicht mal mehr, wer Ted überhaupt ist. Sie entdecken einen der Freunde von Dr. Mark, der völlig high auf der Tanzfläche rumhampelt. Emmett fragt ihn langsam, deutlich und verzweifelt, ob er wisse, wo Ted sich befinde—„er ist nach Palm Springs gefahren.“ Bam. Der Freund erzählt, dass Ted und einige Leute neulich Nacht auf einer Drogen-Party waren – „Drogen-Party?“ „Ted??“ – und beschlossen hätten zur White Party zu fahren, aber er selbst habe es sich nicht leisten können. Michael glaubt ihm kein Wort und möchte weitersuchen, aber Emmett... Emmett will nach Hause gehen.

Ben und Michael liegen im Bett, Michael schläft schon, doch Ben hat noch Stift und Papier in der Hand und korrigiert Klausuren. Es ist still – das Warten auf zwölf Uhr. Nichts tut sich. Dann, auf einmal, schreckt Michael hoch: Es hat an der Tür geklopft. Ben öffnet... und Hunter steht vor ihm. Ben kann sich ein gutmütiges Lachen nicht verkneifen, als er den Jungen hineinlässt.

Die Menge im Babylon teilt sich vor Brian und Justin, die mit einem riesigen Vorschlaghammer über der Schulter zu der verschlossenen Tür des Hinterzimmers schreiten. Brian reicht Justin den Vorschlaghammer, zieht seine Jacke aus, gibt diese ebenfalls seinem Freund, krempelt seine Ärmel hoch und nimmt den Hammer wieder entgegen. Justin tritt hinter ihn, Brian setzt das Werkzeug ans Schloss. Er holt kräftig Schwung und mit einem Schlag ist das Vorhängeschloss aus dem Weg geräumt, ein weiterer Tritt und die Tür ist wieder geöffnet. „Das Hinterzimmer ist wieder offen, Jungs!“, verkündet Brian laut, die Menge bricht in Jubel aus, Brian küsst Justin, dann schickt er ihn vor, damit Justin als erster das Hinterzimmer betreten kann. Die Männer strömen hinein, allen voran das königliche Paar. Wenige Momente später sind sie schon ausgezogen und in einen Zungenkuss vertieft, der Vorschlaghammer und alles andere als ihre Freiheit vergessen.

“I’m blown to the maxim
Two hemispheres battlin’ […]
Hey Mr. Policeman
Is it time for getting away
Is it time for driving down the mother fuckin’ road
And running from your ass today […]
Got a revolution behind my eyes
We got to get up and organize”
(Battleflag – Lofidelity All Stars, Endlied)


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Text & Screencaps © QaF Germany
Background Image © Showtime