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Darren sitzt auf dem Sofa in seiner Wohnung, die mit Shanda Leers persönlichen Gegenständen gefüllt ist, Arm und Bein in Gips, das Gesicht völlig lädiert. Aber eine Schwuchtel ist niemals geschlagen genug für Filmzitate, auch wenn Justin das nur mal mehr, mal weniger beispielhaft unter Beweis stellen kann, als dieser Darren ein Thunfischsandwich aufdrücken möchte. Darren soll essen, wieder zu kräften kommen. „Wozu denn?“, fragt Darren gereizt, die Ärzte hätten ihm sowieso gesagt, er würde vielleicht sein Leben lang humpeln. Shanda Leer ist so gut wie tot! Justin setzt sich auf einen Stuhl gegenüber seines Freundes und sagt ihm, er dürfe den Ärzten nicht zuhören. Sie hatten ihm auch gesagt, er würde nie wieder zeichnen, und jetzt könne er das ja. Nun ja, fünfzehn Minuten lang, bevor seine Hand von Krämpfen geschüttelt wird und er gezwungen ist, einen Computer zu benutzen, aber das sei einfach nebensächlich. Der Punkt ist— „du hast weiter gemacht“, schnaubt Darren, der einfach nur Rache möchte. Wieder und wieder stellt er sich vor, wie seine Angreifer geschnappt werden und zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt werden, wo sie regelmäßig von AIDS-erkrankten Mitgefangenen in den Arsch gefickt werden. Justin betrachte das alles so... vernünftig, aber Darren könne nur daran denken, wie er den Stiefel dieses einen Typen festhielt, damit dieser aufhören würde, ihn in den Magen zu treten, doch der machte einfach weiter, immer weiter. „Ich habe einfach versucht, nicht daran zu denken. Solange du diesen Stiefel immer noch festhältst, liegst du immer noch auf dem Boden und lässt es über dich ergehen.“ Michael sitzt vor Schmerzen gekrümmt an einem Tisch im Diner. Ben und Debbie fragen ihn besorgt, was los sei und mit weinerlicher Stimme erzählt er ihnen, seine Weisheitszähne würden schmerzen wie die Hölle! DIE HÖLLE! „...aber du hast sie alle vor Jahren rausgekriegt“, bemerkt Debbie. „Das weiß Emmett aber nicht!“, erwidert Michael, auf einmal schmerzensfrei. Er hat in einem schwachen Moment zugestimmt, mit Emmett zu der Feenversammlung zu gehen – was hat ihn nur geritten?! „Du bist ein Mann mit einem guten Herzen, der alles für seine Freunde tun würde.“ „Ich bin eine Fußmatte, die nicht weiß, wie man ‚nein‘ sagt.“ Da kommt Justin gerade in Eile vorbei, der Debbie ausrichtet, Darren würde sich bei ihr für das Essen bedanken. Es würde wohl noch eine Weile dauern, bis sie Shanda Leer wieder in Aktion erleben. Ben bittet Justin, Darren auszurichten, sie würden an diesem Abend im Gay and Lesbian Center sicherstellen, dass so etwas nie wieder vorkommt. Debbie gibt Justin einen Kuss, „wenigstens hat Darren einmal Sonnenschein in seinem Leben.“ Auf dem Weg nach draußen grüßt Justin Emmett, der sich seinerseits zu Ben und Michael setzt, der wieder die Hand an seine Wange hält; doch bevor dieser seine Ausrede vorbringen kann, beginnt Emmett einen kleinen Vortrag. Sie wüssten alle, was für schwere Zeiten er habe durchmachen müssen, wie schlecht es ihm ginge... „aber ich werde nie vergessen, dass dein Sohn... dein Freund... und mein bester Freund mich so bedingungslos mit seiner Liebe unterstützt hat. Danke, Michael!“ Debbie und Ben schauen Michael herausfordernd an. Der seufzt tief, nimmt die Hand von seiner Wange und lächelt Emmett zu. „Dann lass uns besser aufbrechen!“ Debbie verabschiedet sich mit wedelnden, abgeknickten Handgelenken von den beiden, woraufhin Ben in Gelächter ausbricht. Ted sitzt wieder in der Selbsthilfegruppe. Sein Gesicht ist klar, seine Augen nicht mehr vernebelt oder verunstaltet durch dunkle Ringe. Er berichtet, wie wichtig es für ihn war, nach Hause zu gehen – erst einmal musste seine Wohnung gereinigt werden, er vertraut seiner Putzfrau nicht, die anderen Patienten lachen, und außerdem hat es ihn realisieren lassen, wo er sein und was er tun müsste. Deshalb kam er zurück in die Klinik, obwohl es nicht einfach war. „Aber du hast es getan“, sagt Blake lächelnd. Und nun, fährt Ted fort, sei es für ihn wieder an der Zeit, zu gehen. Mit klarem Blick und erhobenem Haupt. Dank seines hervorragenden Therapeuten. Die Patienten applaudieren Ted, nur einer hat Zweifel, die er laut äußert: „Du wirst wiederkommen.“ „Natürlich, für die Gruppensitzungen und...“ „Nein, ich meine, du wirst wiederkommen, weil du wieder süchtig bist.“ Aber Ted lässt sich, zumindest äußerlich, nicht beunruhigen: „Ich werde es schaffen.“ Brian telefoniert nackt im Bett mit einer Frau, die offensichtlich einen Job für ihn hat, den Brian als „interessant“ bezeichnet, gerade, als Justin nass und ebenfalls recht nackt aus der Dusche und ins Schlafzimmer tritt. Er lehnt sich über das Bett, Brians Hand streicht über seine Wange, dann zieht dieser ihn hinunter, küsst ihn und dreht innerhalb weniger Momente auf den Rücken, alldieweil er der Frau mitteilt, sie könnte doch nicht ernsthaft glauben, er würde einen Job annehmen, der nur zwei Drittel seines vorherigen Gehalts bringt, keine nennenswerte Position enthält und eine Gewinnbeteiligung erst nach dem fünften Jahr zulässt. Er legt auf, und Justin erinnert ihn daran, dass er ein sehr großes Risiko eingehe. Wenn seine Firma nichts werde, dann würde er alles verlieren. Brian grinst und streichelt Justins Gesicht. Sein Freund solle nicht so vernünftig sein, er würde neue Kunden finden... „und wenn ich das jetzt nicht tue, dann werde ich es niemals tun.“ Emmett und Michael sind in irgendeinem gottverlassenen Wald in irgendeiner gottverlassenen Gegend – wobei die Betonung auf gottverlassen liegt. Alles ist dekoriert in regenbogenfarben, Männer nur mit Blumenkränzen und Schuhen bekleidet kommen ihnen entgegen, als sie sich der Feenversammlung nähern. Dort werden sie vom König der Feen begrüßt, der sich als „Periwinkle“ vorstellt. Er sieht unbeschreiblich aus: Lorbeer-Efeu-Kranz auf seinem Kopf, eine Blumenkette um den Hals, eine offene Weste über einem seltsam anmutenden Kilt/Rock – schaut es Euch auf den Caps an. Periwinkle fordert sie dazu auf, es sich bequem zu machen und sich einen Feennamen auszudenken, da ihre echten Namen für die echte Welt zwar in Ordnung wären, aber dies sei ein spezieller Ort an dem man sein echtes Leben hinter sich lässt. Er weißt die sehr verwirrt dreinschauenden Männer noch auf die Mitternachtsmassage hin – die sollten sie auf keinen Fall verpassen - dann hüpft er davon. Emmett starrt ihm hinterher und bittet Michael, zu gehen. Der zerrt seinen Freund jedoch mit zu ihrer Hütte – er sei extra mit ihm hierher gekommen, jetzt würden sie auch bleiben! Brian ist auf der Liberty Avenue auf Kundensuche. Er befindet sich in einer kleinen Lederaccessoire-Boutique und schlägt dem Inhaber ein brillantes Konzept vor: Imagewechsel, Sponsoren, Anzeigen, neue Ware. Der jedoch dekoriert seelenruhig weiterhin seine Schaufensterpuppe und merkt an, dass ihr Budget für Werbung nur 200 Dollar im Monat betragen würde. Brian beißt sich anscheinend hart auf die Lippe, bevor er sich korrigiert: Dann wird es wohl eine sehr schlanke Kampagne werden. Blake und Ted, mit seiner Reisetasche über der Schulter, gehen gemeinsam zum Ausgang. Ted bedankt sich bei seinem Therapeuten für alles, was dieser für ihn getan hat und... bittet Blake um seine Telefonnummer. Für den Fall, dass er sich mal in einer Notfallsituation mit einer Schlinge um seinen Hals befinden sollte... „oder um einfach mal Hallo zu sagen?“, fragt Blake lächelnd, und notiert seine Nummer für Ted auf einem kleinen Zettel. Der wendet sich der Tür zu – „ich hätte niemals gedacht, dass eine Tür mir so viel Angst machen würde.“ „Dann sieh sie nicht als Tür, sondern als Türschwelle.“ Ted nickt hoffnungsvoll und umarmt Blake dann impulsiv, fest, der davon völlig überrumpelt scheint, aber schließlich seine Arme doch um Teds Rücken legt und die liebevolle Berührung erwidert. Als Ted dann die Tür aufstößt und als neuer Mensch in die Freiheit tritt, schaut Blake ihm noch lange hinterher. Cynthia ist bei Justin und Brian im Loft und zeigt ihrem ehemaligen Vorgesetzten seine letzte Kampagne, die dieser für Ramson Pharmacy entworfen hat. Es geht um eine Pille, die den Körper im Kampf gegen HIV unterstützen soll; Brians Werbeposter zeigen halbnackte, trainierte Männer, die Sport treiben und über denen der Schriftzug prangt: „BACK ON TOP“. Cynthia erzählt, dass Vance seine Idee benutzen und sie am folgenden Tag Ramson verkaufen möchte. Und?, fragt Brian. Die blonde Frau grinst und schlägt vor, unterstützt von Justin, er solle sich eine neue Kampagne einfallen lassen und Ramson Vangard wegschnappen – und dabei seine ehemalige Assistentin gleich mitnehmen. Aber Brian schüttelt den Kopf. Dieses Mal wird er bei seiner Lederboutique bleiben.
Periwinkle führt Emmett und Michael aufgeregt zu einigen Kleiderständern mit Kleidern, Röcken, Schals, Hosen, Schuhen, Hüten, Ketten – ein Traum für jede Frau und Schwuchtel. Allerdings sind die Stücke alle sehr... außergewöhnlich. Periwinkle sagt ihnen, das sei doch die geheime Kraft einer Fee, aus etwas Hässlichem etwas Wunderschönes zu kreieren! Sie müssten ihre zivile Kleidung, ihr „normales“ Leben, weit, weit hinter sich lassen! Dann lässt er die beiden allein, die sich kaum überwinden können, diese Dinge auch nur anzuschauen. Michael merkt zwar an, er wäre nicht mitgekommen um wie seine Mutter auszusehen, aber schließlich fassen sie sich ein Herz. Vielleicht habe Periwinkle ja Recht, und sie kämen durch die richtige Kleidung in die richtige Stimmung.
Im Gay and Lesbian Center ist eine große Schar Menschen versammelt, vor denen Melanie und Ben stehen und nach Lösungen suchen, damit so ein Vorfall wie der Darrens verhindert werden kann. Die zuständige Polizeichefin ist ebenfalls bei ihnen, und bittet darum, verstärkt auf Männer zu achten, die der Beschreibung von Darren ähnlich sehen. Debbie ist die Erste, die sich meldet: Sie bräuchten vor allem mehr Polizei auf der Straße. Ben antwortet, sie hätten dem neuen Polizeipräsidenten bereits geschrieben, er sagte, er würde sehen, was sich machen lässt. Ein ungläubiges Schnauben läuft durch die Menge. Jemand anderes schlägt vor, insbesondere die Seitenstraßen besser zu beleuchten und eine Petition an den Bürgermeister zu richten, dass etwas getan werden muss, um die finanziellen Mittel zu beschaffen. Eine andere Frau schlägt vor, sie sollten alle Pfeifen um ihren Hals tragen, und wenn sie bedroht würden könnten sie hineinblasen. Am folgenden Tag lesen Mel und Linds im Diner in der Zeitung, die Debbie ihnen unter die Nase hält und sich mächtig freut, dass die drei Angreifer Darrens gefasst wurden! – zumindest drei Männer, die auf die Beschreibung passen. Die beiden freuen sich gewaltig, genau wie Justin, der stolz berichtet, ohne Darrens Beschreibung sei das niemals möglich gewesen. Plötzlich fragt eine altbekannte Stimme: „Hey, Deb, wie wär’s mit einem Kaffee?“ Es ist Ted, der sanft, beinah zaghaft spricht. „Natürlich, Schatz, setz d—oh mein Gott, Teddy!!“ Sie umarmt ihn fest, auch Melanie, Lindsay und Justin rufen laut erfreut seinen Namen. Als er ihnen aber detailliert von seinen Erlebnissen in der Klinik erzählen möchte ist ihre Zeit jedoch plötzlich knapp bemessen. Die Küchenglocke läutet immer hastiger nach Debbie, Lindsay und Melanie starren immer unruhig auf die Uhr, und schließlich verabschieden sich alle drei mit einem Kuss. Ted fragt Justin, ob dieser nicht auch irgendwo sein müsste, und der steht schnell auf: „Danke, dass du mach dran erinnerst.“ Nur einer bleibt zurück, der an der Theke gesessen hat: Brian. Dieser gratuliert seinem Freund: Niemand sonst außer Theodor Schmidt hätte es vollbringen können, sein Leben dermaßen zu zerstören und so tief erniedrigt zu werden. Die gute Nachricht jedoch ist: Wenn du einmal auf dem Boden gelandet bist, gibt es nur noch einen Weg, nämlich nach oben! Brian bietet auch dem Fitnessstudio seine Dienste als Werbemann an; der Mitarbeiter meinte, das höre sich alles sehr gut an, er würde Brian anrufen. Da treten Hunter und Ben ein. Sie sind hier, um gesund zu bleiben. Hunter schaut auf ein Werbeplakat, dass über Brians Kopf hängt und auf dem eine HIV-Pille, ähnlich der Ramsons, angepriesen wird. „Wieso schlucke ich nicht eine davon?“ Ben erklärt ihm, dass HIV nicht so aussieht wie die zwei heißen Männer auf dem Poster, die Medikamente hätten erstens nicht nur Nebenwirkungen, sondern könnten ihm höchstens Zeit erkaufen, wenn überhaupt. „Ist ein bisschen früh, um dem armen Kind Angst zu machen, oder?“, fragt Brian Ben unangenehm berührt, aber Ben bleibt hartnäckig: Er wolle nur, dass Hunter nicht denkt, man könne einfach eine Pille schlucken und damit sei’s denn erledigt. Das gibt Brian doch zu denken.
Emmett, in einem neuen, noch furchtbareren Outift als dem vorhering, sitzt auf einem Stein an einem Seeufer und beobachtet ein Paar beim Ficken, als Periwinkle ihm wie aus dem Nichts einen Pilz anbietet. Ted ist wieder allein in seiner Wohnung, vor seinem Laptop; in seiner E-Mail Inbox warten hunderte besorgte Mails von Dr. Marc auf ihn, der ihn auch über Instant Messaging kontaktiert. Ted atmet tief durch, und erinnert sich wieder an alles, das Glück, das Licht, die Schönheit, wie er sich selbst in dem Porno sah, „du bist so heiß, Darling...!“ Schnell löscht er alle E-Mails, klappt seinen Laptop zu und geht nervös zur Küche. Dort zieht er fahrig eine Blechdose hervor, in der seine Pfeife ruht. Vorsichtig streichelt er das Glas, als es plötzlich an der Tür klopft. Es sind Melanie und Lindsay, die nicht nur mit Teds Post, sondern auch mit Einkäufen hereinkommen. Kaffee, Brot, Milch, Wurst, alles, was man eben so braucht! Und da haben sie die Pfeife und die Drogen auch schon gesehen. Ted greift nach der Dose und lässt sie in den Mülleimer fallen, während er ihnen erklärt, er müsste jetzt alles in seiner Wohnung, was ihn an seine Zeit als Drogenabhängiger erinnert, loswerden. „Alles, was einen an das erinnert, an das man nicht erinnert werden will.“ Er will nicht, dass sie glauben, er hätte vorgehabt, das zu benutzen, denn er wollte nicht. „Nein, natürlich nicht!“, beteuern Melanie und Lindsay und widmen sich wieder lächelnd dem Einräumen der Lebensmittel, doch eine gewisse Unruhe ist offensichtlich.
Während Cynthia in einem Konferenzraum in Vangard die Boards aufstellt, präsentiert Vance Brians Idee dem Chef von Ramson Pharmacy. „Was ist Endovir? Ist es ein Medikament? Eine Pille? Ein Wundermittel? Selbstverständlich ist es all das, und mehr.“ Endovir würde eine Zukunft voller erfüllter Träume und strahlender Hoffnung bedeuten, so Vance, und deswegen haben sie eine Kampagne entwickelt, die nur auf einem Wort basiert. „Und dieses Wort ist—“ „Scheiße?“, fragt Brian, der genau in diesem Moment schwungvoll eintritt und einen Teller mit ansehnlichen Snacks auf den Tisch vor den Kunden stellt. Vance raunt ihm leise zu, wie zum Teufel er von diesem Meeting wisse und dass, sollte er nicht sofort verschwinden, Vance das Sicherheitspersonal rufen wird. Brian lächelt, selbstverständlich wird er gehen, aber zuerst – er verteilt eigene Boards, die er bis jetzt getragen hatte, auf den Ständern – möchte er mit Mr. Ramsons Erlaubnis eine neue Kampagne vorstellen, die nur auf einem Wort basiert. Und dieses Wort ist Ehrlichkeit. Die Schilder zeigen schwarz-weiß Aufnahmen von Schwarzen und Weißen, Frauen und Männern, Jungen und Alten. Die Aufschriften variieren von „Ich will keinen Berg besteigen, sondern nur noch einen weiteren Tag leben“ bis zu „Natürlich gibt es Nebenwirkungen, aber nichts, womit ich nicht zurecht käme.“ Justin liest Darren den Artikel aus der Zeitung vor, indem von der Festnahme der drei Verdächtigen berichtet wird, doch Darren scheint ihm nicht einmal zuzuhören. Stattdessen fragt er seinen Freund, ob Shanda Leer für ihr Comeback blond werden sollte. Justin sagt, das sei völlig egal, wann würde er die Verdächtigen identifizieren?! Aber Darren hat das nicht vor. Was, wenn er sie identifiziert und sie kommen davon, bekommen nur ein paar Sozialstunden aufgehalst? Was, wenn sie zurückkommen? „Was“, erwidert Justin, „wenn sie morgen wieder auf der Straße sind und jemanden zusammenschlagen, nur weil du nicht gehandelt hast?!“ Darren fährt ihn an, Justin habe ihm doch noch gesagt, er solle das hinter sich lassen! „Ach und als du angegriffen wurdest und der Kerl praktisch ungeschoren davon kam, was genau hast du getan??“, schreit Darren Justin an. Justin starrt wie gelähmt, schweigend mit leicht geöffnetem Mund zurück. Ted sitzt mit Blake im Diner. Ted hat ihn angerufen, weil er sich schrecklich fühl. Seine Freunde seien nervös, sie wüssten nicht, was sie sagen sollten, sie denken, er würde immer noch abhängig sein ... sie vertrauen ihm nicht. Blake beruhigt ihn, das brauche alles seine Zeit. Im Endeffekt würden seine Freunde sich ihm zuwenden, ganz bestimmt, denn so war es auch bei Blake. Nacheinander verziehen sie ihm alle, auch wenn es dauerte. „Bis auf einen. Der erste, der an mich geglaubt hat, daran, dass ich es schaffen könnte. Ich habe ihm den Schmerz, den ich ihm angetan habe, nie wieder gut machen können.“ „Hast du es je probiert?“ „Wir haben uns aus den Augen verloren. Aber neulich haben wir uns wiedergetroffen.“ Blake sieht Ted eingehend an. „Vielleicht ist das meine Chance.“ Justin sitzt auf dem Boden im Loft, zeichnet beinahe fanatisch Rage und Zephyr dabei, wie sie Verbrechern ihre Schwänze ausreißen und in den eigenen Mund stopfen. Seine Hand schmerzt, aber er zeichnet weiter, wirft die skizzenhaften Meisterwerke achtlos auf den Boden, zur Seite, ein neues Blatt, eine neue Grausamkeit. Brian schreitet vorsichtig über die Kissen zu ihm heran und betrachtet die Zeichnungen. Seit wann seien die beiden Superhelden denn die fröhlichen Schlachter von Gayopolis? Justin schnaubt, irgendjemand müsse es ja tun. Seine Hand krampft, er muss unterbrechen. Brian kniet sich neben ihn und greift danach, „da ist jemand angepisst“, aber Justin umfasst sie mit seinen eigenen Fingern. „Das wärest du auch, wenn dir der Schädel eingeschlagen wurde.“ Brian schaut ihn verstimmt an. „Ich weiß, ich war dabei.“ Justin antwortet nicht, sondern zeichnet weiter, und Brian streichelt sanft durch die langen blonden Strähnen und über seine Wange. Justin nimmt Brians Hand von seinem Gesicht und lässt dann los. Er erzählt, dass Darren seine Angreifer nicht identifizieren wird, und dass er selbst damals genauso feige gewesen ist! Brian fragt ihn, ob es Rache ist, die Justin will? Dann sollte er seine Wut nutzen, sie in seine Arbeit stecken, so erfolgreich werden, wie irgendwie möglich - er legt seinen Arm um Justins Schulter – er sollte mehr Geld, mehr Ruhm, mehr Macht, mehr Sex haben als jeder Heterosexuelle, denn nichts würde eine Hete mehr anpissen als eine erfolgreiche Schwuchtel. Justin nimmt erneut Brians Hand von seiner Haut und sagt, das sei doch alles totale Scheiße. Er fegt seine Zeichnungen vom Tisch, „das hier ist alles Scheiße! Es bewirkt überhaupt nichts!“ Frustriert steht er auf und geht, während Brian den Kopf sinken lässt und die Zeichnungen seines Freundes betrachtet. Blake hält den Müllsack, in Ted alle möglichen Gegenstände aus seiner Wohnung hineinschleudert: Pornovideos, Pornohefte, Dildos, seinen Laptop und ein historisches Portrait von Guiseppe Verdi, wobei Blake bei vorletzterem protestiert und bei letzterem eingreift. Guiseppe habe zwar alle Drogenexzesse gesehen, aber auch, als Ted zum ersten mal La Traviata für Blake gespielt hat. „Ich finde, wir sollten ihm noch eine Chance geben.“ Ted zögert, dann stimmt er lächelnd zu. Als Blake fragt, ob er allein zurecht kommen, kann dieser nicht leugnen, dass er sich einsam, unsicher und zusammengefasst wie ein nervliches Wrack fühlt, also bietet Blake an, zu bleiben. Er besteht darauf, dass es kein Problem sei, deswegen fragt Ted: „Also, wo schlafen wir dann—ich meine du, wo... ähm...?“ „Ach, die Couch ist in Ordnung“, antwortet Blake ruhig. „Couch, natürlich“, erwidert Ted und holt ihm eine Decke und ein Kissen. Im Türrahmen seines Schlafzimmers winkt er Blake noch einmal zu, nachdem sie sich eine gute Nacht gewünscht haben. Wieder beim Feentreffen sitzen mehrere Feen um ein loderndes Feuer herum und geben einen Stab an ihren Nachbarn weiter. Jeder, der den Stab hält, sagt: „Ich fühle die Kraft.“ Auch Periwinkle und Mich—wir meinen natürlich Dumbling—sind dabei, und sich mit hoher, heitere Stimme stößt auch Emmett dazu! Er lacht, imitiert in bester Emmett Manier Hollywood Diven und sofort ist erkennbar, dass seine innere Flamme wieder entflammt ist und dem Lagerfeuer in nichts mehr nachsteht! Er stellt sich als „on a clear day you can see forever“ vor, bittet aber darum, dass sie ihn einfach „Clearday“ nennen. Der Zeremonienmeister heißt Clearday willkommen und erklärt ihm, dass sie in einem Kreis der Gefühle sitzen. Habe er ihnen etwas mitzuteilen? Emmett nickt. Er sei ins Land der Feen gekommen, um Kraft zu finden. Und als Periwinkle sagte, es sei die geheime Kraft einer Fee, aus etwas Hässlichem etwas Wunderschönes zu kreieren, da wurde ihm klar, dass diese Kraft nur von einem Ort kommen könne. Wissentlich nicken alle Anwesenden lächelnd, und der Zeremonienmeister erhebt sich, mit ihm die anderen Feen, und sie ergreifen ihre Hände. Er dankt für die Kraft der Feen und bittet darum, dass sie diese niemals verlieren oder vergessen mögen. Er dankt auch ihren Vorfahren, insbesondere dem Gründungsvater der Feenversammlung, Harry. Emmett fragt Periwinkle, wo Harry sich eigentlich herumtreibe, er würde ihm gerne danken. Periwinkle sieht ihn etwas verstört an: „Mein Lieber, er ist vor zwei Jahren verstorben.“
Eine Gruppe verschiedener Menschen sitzt in einem dunklen Zimmer und betrachtet Bilder der Back On Top Kampagne, die Vance Ramson verkaufen möchte. Eine Frau fragt die potentiellen Testkäufer, ob sie nach dieser Werbung das Produkt würden erwerben wollen. Ein Mann witzelt: „Natürlich, wenn ich seine Telefonnummer gratis dazu kriege.“ Die anderen lachen. Ein schwarzer Mann meint, sei alles wieder das Gleiche, weiße, heiße Männer, die Spaß haben. Eine Frau bemerkt jedoch, sie mag die Botschaft der Hoffnung. Jetzt wechseln die Bilder: Brians Kampagne zeigt sich den Testkäufern. Alle lehnen sich über den Tisch, rücken näher, sie können nicht fassen, was sie da sehen! „Wer würde solche Werbung machen?“ „Es stimmt aber, manchmal fühle ich mich scheiße.“ „Aber das auch zu sehen?!“ „Ach kommt, Leute, das ist eine Werbung, die ihr niemals sehen werdet. Sie hätten nicht den Mut.“ Im Babylon ist Emmett mehr als nur eine Flamme, er ist ein Bunsenbrenner! Er tanzt so wild, sein Outfit, sein Tanz, seine Frisur, seine Schminke, alles ist so frisch, ausgefallen, lebendig, er könnte den gesamten Club beherrschen. Völlig losgelöst von allen Zwängen, Ängsten und Sorgen tanzt er, während Ben, Michael und Brian an der Theke stehen und die Fotos betrachten. Brian macht, als er Michaels Feennamen erfährt, dieselbe Flügelbewegung wie Debbie, Michael droht ihm lachend, er sollte das bloß niemals kommentieren! Emmett springt zu ihnen heran, umschlingt Brian mit beiden Armen, hängt sich an ihn und bestellt überglücklich einen Cosmo. Ben schlägt vor, sie sollten das nächste Mal alle zusammen gehen. „Ich würde lieber meine Zunge mit Sekundenkleber an der Fotze einer Lesbe befestigt haben“, entgegnet Brian, außerdem habe er ja gar keine Zeit mehr. Denn sein neuer Kunde, Ramson Pharmacy, wird Kinnetik nach ganz oben bringen! Ben, Emmett und Michael brechen in Jubel aus, erheben ihre Gläser: „Auf Kinnetik!!“
Justin sitzt allein im Woody’s und beobachtet den jungen Mann mit den eisblauen Augen, der mit einer Gruppe Freunde an einem Tisch sitzt und leidenschaftlich predigt, man müsse endlich zurückschlagen, sollte sich nicht mehr unterbuttern lassen! |
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