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Brian ist im Babylon: thumpa thumpa, geile, halbnackte Kerle, Technomusik, alle wollen ihn, und er kann sie alle haben – das Übliche eben. Er geht allerdings erst mal zur Bar, um sich einen zu genehmigen, wo er zu seiner großen Überraschung Vic trifft. „Was zum Teufel machst du hier?“ „Ich glaube, dass war mein Satz“, erinnert ihn Vic grinsend. Brian entschuldigt sich irritiert. „Sollen wir noch mal?“, fragt der ältere Mann, und fragt dann freudig: „Was zum Teufel machst du hier?“ Brian, noch immer völlig verstört, fragt, ob sie denn nicht im Babylon seien. „Falls du’s vergessen hast, der große Schriftsteller im Himmel hat mich letztens rausgeschrieben – und zwar dauerhaft.“ „...wo sind wir dann?“ „Lass mal sehen... du hast zwei Möglichkeiten.“ Brian dreht sich um und sieht auf einmal, dass all die heißen Männer verschwunden sind: Stattdessen tanzen Senioren mit Bärten, Brillen und Falten zu YMCA. Sein größter Alptraum! „Wenn das dein Himmel ist“, sagt er zu Vic, „dann muss es meine Hölle sein.“ „Na na“, warnt ihn Michaels Onkel, und grinst dann, „jetzt sind wir uns doch so ähnlich – und du bist alles, was du nicht sein wolltest: Alt, krank und—“, er greift lachend an Brians künstlichen Hoden, „—nicht mehr perfekt!“ In diesem Moment wacht Brian auf. Er liegt im Krankenhaus, und ein Arzt sagt ihm, er befinde sich im Aufwachraum und fragt Brian, wie es ihm ginge. Brian wirkt noch immer wie von einer Dampfwalze überrollt, schwach, hat die Augen geschlossen und braucht einen Moment um die Antwort herauszupressen. Heiser-müde antwortet er schließlich. „Ging mir nie besser.“ Michael, Brian und Hunter fahren gemeinsam auf ihren Fahrrädern eine verschneite Straße entlang, während sich Michael darüber beschwert, dass er sich überhaupt nicht auf den heutigen Tag freuen würde. „Wieso, du wirst du doch einen berühmte Hollywood-Regisseur treffen.“ „Ja, aber vorher muss ich mit meiner Mutter einkaufen gehen.“ Hunter hat nicht viel Mitleid für seinen Pflegevater übrig, stattdessen fragt er: „Werden wir reich, wenn Brett Keller Rage zu einem Film macht?“ „Reicher als in unseren wildesten Träumen“, antwortet Michael, wobei Ben sich zurückhält. Hunter bittet noch um ein signiertes Foto von Cameron Diaz, sie sei verdammt heiß, Michael fragt, ob er denn nicht lieber eines von Leo hätte, bevor der Junge zur Schule abbiegt. Ben sagt Michael, er müsse noch zur Post, um sein Manuskript an einige Verlage zu schicken. „Viel Glück.“ „Ja, dir auch“, wünscht Ben ihm halbherzig und will abbiegen, da ruft Michael: „Hey, kriege ich keinen Kuss?“ Ben hält an, gibt ihm einen zahmen Kuss auf die Lippen und verschwindet dann eilig. Michael schaut ihm verstimmt hinterher, fährt dann aber auch seines Weges. Sein Weg führt ihn gemeinsam mit Emmett und Debbie zu einem Grabsteinverkäufer. Debbie hat an jedem Stein etwas auszusetzen, der sei zu groß, zu klein, zu eckig, zu rund – dann entdeckt sie plötzlich den Einen, den Einzigen! Es ist ein gewaltiges Monument des Engels Gabriel, der die Kinder Gottes mit seiner Trompete vor den Toren des Himmels empfängt. Er ist tatsächlich wunderschön, kostet allerdings auch 27.000 Dollar. „Für einen Grabstein?!“, fragt Michael entsetzt. Der Verkäufer schaut ihn beinah pikiert an: „Das ist massiver Marmor, Sir. Hält garantiert bis in die Ewigkeit.“ „Bei dem Preis sollte es das auch besser!“, fügt Em ungläubig hinzu. „Mom, das ist verrückt.“ „Dein Onkel stand auf Größe, er würde es lieben!“ „Ich bin mir sicher, er wäre mit einem simplen Stein ganz zufrieden.“ Aber das kommt für Debbie nicht infrage. „Jeder, der auf den Friedhof geht, soll sehen, wie sehr Vic Grassi von seiner Familie geliebt wurde.“ „Und wie willst du ihn bezahlen?“ Für Debbie scheint es ganz klar: „Ich werde meine Rentenversicherung auszahlen lassen, noch eine Hypothek auf das Haus aufnehmen, ein paar Extraschichten im Diner einlegen.“ Emmett hat sich bisher herausgehalten, wirft dann jedoch ein: „Debbie, du arbeitest jetzt schon fast 24/7.“ Michael weigert sich, seine Mutter ihren letzten Cent für diesen Stein ausgeben zu lassen, aber Debbie weist den Verkäufer an, den Grabstein einpacken zu lassen. Sie könne ihr Geld so ausgeben wie sie es beschissen noch mal will! Im Diner ist ohne Debbie die Hölle los, Justin kommt mit den Bestellungen gar nicht mehr nach. Das müssen auch Ted und Melanie bemerken, Mel wartet nämlich immer noch auf ihren Speck. Da tritt Brian ein: Sonnenbrille, dunkler Mantel, perfekte Frisur, aber blass, die Lippen etwas zu dunkel für eine gesunde Person. „Wie war dein Ausflug?“ „Unglaublich.“ „Für jemanden, der gerade aus dem sonnigen Spanien kommt, siehst du aber nicht sehr braun aus“, bemerkt Mel, und Brian zögert kurz, bevor er antwortet: „Es hat praktisch jeden Tag geregnet, aber ich habe auch drinnen genug Beschäftigung gehabt.“ Justin bringt Melanie demonstrativ ihren Speck und begrüßt Brian lächelnd: „Du bist zurück.“ „Und du bist hier.“ „Habe ich dir doch gesagt. Wie war dein Ausflug?“ Melanie und Ted antworten an seiner Statt: „Das Wetter war im Arsch...“ „...die Männer aber auch.“ Justin nimmt seine Jacke und seine Tasche: „Ich würde ja gerne alles darüber hören, aber ich muss zur Schule.“ Auch Ted steht auf. „Und ich kenne jemanden, der seinen Hintern vor seinem Boss im Büro haben muss.“ Brian erhebt sich ebenfalls hastig und fragt Justin, ob er diesen fahren soll. „Oh, nur keine Umstände, ich bin mir sicher, du hast viele wichtigere Dinge zu tun.“ Brian folgt ihm trotzdem, und so sitzt Melanie schließlich allein an der Theke – beendet aber gut gelaunt ihr und Teds Essen. Brian hat Justin wohl dazu überreden können, ihn zu fahren, denn sie sitzen zusammen in der Corvette. „Ich wollte dir eine Postkarte schreiben....“ „...aber das Postamt hat gestreikt.“ Brian sieht ihn an, fährt dann fort: „Ich wollte dich anrufen, aber...“ „...dein Akku war leer und du hattest dein Ladegerät vergessen.“ „Woher weißt du das?“ „Du musst dir keine Ausreden einfallen lassen“, antwortet Justin, scheinbar gelassen, aber er schaut aus dem Fenster, „solange das, was auch immer dich belastet hat, weg ist.“ „Oh es ist weg, glaub mir“, bestätigt Brian etwas bitter. Sie biegen in die Einfahrt des PIFA ein, Brian bremst und schaut kurz zu Boden „Übrigens...“, dann aber wieder Justin an, „Ich habe dich vermisst.“ Justin schaut zurück: „Beweis es.“ Brian lächelt schwach, und küsst ihn kurz. „Das war nicht ansatzweise genug.“ Brian lehnt sich etwas näher, küsst ihn wieder, dieses Mal mit ein wenig Lippenbewegung. „Ich bin immer noch nicht überzeugt.“ Brian lacht, schaut wieder weg, Justin macht schon Anstalten, auszusteigen, da zieht Brian seinen Freund zu sich heran und küsst ihn richtig. Schön. Lange. Mit Zunge. So, wie sich das gehört. Justin löst den Kuss lachend: „Okay, okay, ich glaube dir!“ Brian fragt, ob sie sich heute Abend sehen werden, aber Just zuckt nur aufgeregt mit den Schultern: „Wenn ich in der Stadt bin?“ „Wohin fährst du?“ „Hollywood!“ Nachdem Justin ausgestiegen ist nimmt Brian seine Brille ab und schaut ihm hinterher – mit seinen Augenringen könnte er gut den lebenden Toten angehören. In der Sydney Bloom-Galerie versucht Lindsay gerade, einem interessierten Kunden ein Gemälde zu verkaufen. Sie glaubt schon, ihn gewonnen zu haben, da vermasselt es ihr Sam Auerbach mit einer bissigen Bemerkung zu dem potentiellen Käufer. Dieser verabschiedet sich beleidigt, und auch Lindsay ist nicht begeistert. Aber Sam ist nicht da um Lindsays Kundschaft zu vergraulen, er hat sich dazu entschieden, seine Arbeiten in der Sydney Bloom-Galerie auszustellen. „Wieso, nachdem ich Sie ins Gesicht geboxt habe?“, fragt Lindsay. Sam, der immer noch ein Pflaster trägt, reißt es ab, die Wunde ist bereits verhält – er wollte es nur tragen, damit Lindsay Mitleid mit ihm hat. Er bleibt ihr jedoch eine Antwort schuldig, denn in diesem Moment klingelt sein Handy. Er schaut nach, wer es ist, stöhnt und hebt ab: „Was?! ... Ich habe dir schon Geld gegeben, du herzlose Schlampe! Wenn du mehr willst, geh’ auf die Straße wie die Hure die du bist!“ Während er auflegt bedeutet Lindsay ihm eilig, ihr zu folgen, denn die Familien, die die Galerie besuchen, freuen sich ganz und gar nicht über seinen lauten Ton. Er sagt den verwirrt dreinschauenden Kindern, dass das nur seine Frau war und erklärt Linds, er und seine Frau verständen sich nicht besonders gut... tatsächlich verstehe er sich überhaupt nicht gut mit all seinen Ex-Frauen. „Das überrascht mich nicht“, bemerkt Lindsay, ist aber durchaus amüsiert. Sam schwingt sich im hinteren Teil der Galerie auf eine Ablagefläche und sagt ihr: „Du kannst dir gar nicht vorstellen, was für eine Erleichterung es ist, eine Frau zu treffen, die nichts von mir will, außer meine Arbeit auszustellen.“ Und dann gleich die nächste Frage: „Kannst du kochen?“ „Ich bin zufälligerweise ein Meisterkoch.“ „Glaubst du, auch nur eine von denen könnte einen Herd anmachen?! Also, warum lädst du mich nicht zum Essen zu dir nach Hause ein?“ Sam lächelt einnehmend, und Lindsay muss grinsen. In einem modernen, feinen Restaurant in Pittsburgh sitzen Justin und Michael mit Brett Keller an einem Tisch, der seine Begeisterung über RAGE erneut zum Ausdruck bringt: „Als ich es zum ersten Mal sah sagte ich: ‚Danke, Gott, dass endlich jemand einen ehrlich schwulen Superhelden gemacht hat, der einen Freund hat, und der tatsächlich fickt.“ Michael antwortet: „Wir dachten uns, wenn wir es schon machen, dann richtig.“ „Und das habt ihr! Ihr habt jedem schwulen Kind, dass geärgert oder misshandelt wurde einen eigenen Kreutzritter geschenkt, ein eigenes Vorbild!“ „Dankeschön, Mr. Keller.“ „Bitte, nennt mich Brett.“ Nun bringen Autor und Zeichner aber ihre Befürchtungen zum Ausdruck: „Wir sind besorgt, dass jemand etwas ändern könnte.“ Brett schaut sie an, er weiß offensichtlich, worauf sie hinaus wollen: „Zum Beispiel Rage hetero machen? Ich werde jedem Studiofuzzi, der das auch nur zu denken wagt, persönlich den Schwanz abschneiden. Ich will, dass dieser Film genauso dunkel und mutig und spannungsgeladen wie euer Comic wird. Und jeder Schauspieler in Hollywood wird Rage spielen wollen.“ Michael sagt verwirrt, er dachte, Heteros würden keine schwulen Rollen spielen, aber Brett scheint selbstsicher: „Niemand wird diese ablehnen. Wen habt ihr euch den vorgestellt? Johnny? Ashton? Matt?“ Michael und Justin werfen sich vielsagende Blicke zu, und Justin antwortet grinsend: „Brian.“ „Brian?“ „Er ist mein fester Freund...“ „...und mein bester Freund“, fügt Michael lächelnd hinzu, „der Charakter basiert auf seiner Person.“ „Ist er so traumhaft heiß wie Rage?“ Justin nickt vehement, während Michael antwortet: „Manche finden das.“ Justin schaut ihn verständnislos an: „Die meisten finden das.“ Brett möchte Brian daraufhin natürlich treffen, also verabreden sie sich für den folgenden Abend im Babylon, da klingelt auf einmal Bretts Handy – Colin Farrell ist dran. „Hey, Colin, wie würde es dir gefallen, Gayopolis zu retten?“, fragt Brett, und zwinkert den beiden zu. Debbie sortiert Buttons, sie wird am folgenden Tag wieder im Diner arbeiten, und möchte ihr Weste noch ein wenig herrichten. Emmett kommt mit einem Tablett in ihr Schlafzimmer und bittet sie, etwas zu essen, aber Debbie lehnt ab. Em fragt sie, ob sie sicher schon wieder arbeiten gehen möchte, aber Debbie erwidert bloß, Vics Engel würde sich ja nicht selbst bezahlen, und er würde den besten Grabstein auf diesem ganzen Friedhof haben! Da klingelt es, Emmett geht, um zu öffnen, in einigem Abstand gefolgt von Debbie. „Falls das mein Sohn ist, der versucht, mir das auszureden, sag ihm... vergiss es, ich sag’s ihm selbst: Michael, es interessiert mich einen Scheiß--!“ Aber es ist nicht Michael, sondern Polizeiinspektor Carl Horvath, der von Emmett hereingelassen wird. „Carl“, sagt Debbie mit ungewöhnlich erstickter Stimme, und bedankt sich für die Blumen, die er geschickt hat. „Er war ein netter Kerl“, antwortet Carl. „Er mochte dich auch“, erwidert Debbie lächelnd. Emmett bietet Carl an, hineinzukommen und etwas Früchtekuchen von Weihnachten zu essen, und Debbie wirft erklärend ein, dass Emmett jetzt hier wohnt, aber der Polizeiinspektor lehnt ab. Vielmehr wollte dieser nämlich Debbie auf einen Bissen zu Essen einladen. Emmett ist begeistert von der Idee, holt Debbies Mantel, aber die antwortet etwas zögerlich: „Nein, danke, Carl. Ich fange morgen wieder im Diner an... vielleicht ein anderes Mal.“ Justin erzählt Brian, der gerade ins Loft tritt, begeistert davon, wie begeistert Brett Keller war. „Er denkt, es sei ein Meisterwerk!“ „Das ist schön.“ „Und er hat versprochen, dass, was auch immer passiert, die Charaktere genau so bleiben wie sie sind.“ „Toll.“ Brian schreitet ins Schlafzimmer, nicht unfreundlich, sondern einfach erschöpft. Justin folgt ihm: „Und stell dir mal vor: Als wir ihm gesagt haben, dass Rage auf dir basiert, hat er gesagt, ‚ich muss diesen Typen treffen!‘ Also haben wir uns überlegt, wir könnten morgen Abend ins Babylon gehen... abhängig natürlich von deiner Verfügbarkeit.“ Brian zieht sich seine Krawatte aus und antwortet: „Dann muss ich aber meine Strumpfhosen erst von der Reinigung holen“, was ein selbstzufriedenes Grinsen zur Folge hat, als er seine Hose auszieht. Auf einmal hält Brian inne, ein Ausdruck von Schmerz auf dem Gesicht. „Hast du dich verletzt?“ Der Moment geht vorbei. „Muss mir wohl auf Ibiza einen Muskel gezerrt haben.“ Justin grinst, „ja, ich kann mir vorstellen, welchen Muskel.“ Er dreht Brians Gesicht zu sich wie für einen Kuss, doch die Besorgnis kehrt sofort in seine Züge zurück: „Du siehst wirklich müde aus.“ Brian zuckt mit den Schultern, während er sich auch das Hemd auszieht: „Nur Jetlag. Mir geht’s fabulosu, Senior.“ Zum Vorschein kommen graue Shorts, über die Justin nichts Nettes zu sagen hat. „Hey, hol’ dir da drinnen keinen runter!“, ruft Justin gegen die sich schließende Badezimmertür, „ich habe andere Pläne!“ Als die Dusche angeht, klingelt das Telefon, Justin ruft, ob er abnehmen soll, aber Brian antwortet nicht. Also nimmt er den Hörer nicht ab, hört jedoch, wie folgende Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen wird: „Hallo, Mr. Kinney, hier ist Dr. Rabinowitz vom Johns Hopkins Onkologie Center und ich würde gerne mit Ihnen ihre post-operativen Möglichkeiten besprechen. Bitte rufen Sie mich an unter ...“ Sam erzählt Melanie und Lindsay während des Abendessens in ihrem Haus, dass er seiner Tante ein Gemälde zum Geburtstag schenken wollte, doch diese sagte: „Sammy, ich habe deine Bilder noch nie gemocht, aber das Schlafzimmer könnte einen neuen Anstrich gebrauchen!“ Sie lachen. Lindsay erwidert, er wisse ja, was man über Familie sagt, sie wissen das Talent einfach nie zu schätzen. Melanie widerspricht: „Nicht in diesem Haus. Ich liebe Lindsays Gemälde.“ „Du malst?“ Lindsay hält sich zurück, also gibt Melanie für sie an: „Sie ging auf die Carnegie Mellon, hatte ein paar Ausstellungen – warum zeigst du sie Sam nicht mal?“ „Nein!“ Aber durch seinen unwiderstehlichen Charme bringt Sam sie dazu: „Spar’ mir den Bescheidenheits-Scheiß. Jeder Künstler ist ein Egozentriker.“ Lindsay beißt sich nervös lächelnd auf den Nagel, und als sie auf den Dachboden gehen, um sich einige Gemälde anzuschauen, bleibt sie nur in der Ecke stehen, während Mel Sam einige zeigt. Er findet das gut... und mag das eine in der Ecke, es ist süß... . „Ich glaube, Sam hat genug gesagt“, meint Lindsay und will wieder gehen, aber Sam hält sie zurück: „Hey, was weiß ich schon über die Kunst von anderen Leuten, ich mach nur meine eigene. Viel wichtiger ist doch, was denkst du?“ Lindsay betrachtet ihr eigenes Gemälde: „Ich finde es akademisch und uninspiriert.“ Aber Melanie hat noch ein Ass im Ärmel. Sie holt eine sehr detaillierte Zeichnung von einem Obdachlosen hervor, welche sogar Sam Auerbach beeindruckt. Lindsay erzählt, dass sie jeden Tag an ihm vorbeifuhr; er sah so gejagt aus, so hoffnungslos, als sehe er dem Tod ins Auge – oder schlimmer noch: als stünde er vor seinem gescheiterten Leben ... sie musste ihn einfach skizzieren. Michael dekoriert gerade im hinteren Teil seines Ladens eine Rage-Figur, als Justin eintritt, der aussieht, als würde er entweder gleich weinen oder Michael umbringen: „Hast du es gewusst?“ „Hä?“ „Hast. Du. Es. Gewusst?“ „Was?“ „Brian ist nicht nach Ibiza gefahren.“ „Wohin denn dann? South Beach?“ „Johns Hopkins. Das ist ein Krankenhaus in Baltimore.“ Michael schaut Justin geschockt an: „Ich weiß, was das ist. Was hat er da gemacht?“ Justin erzählt Michael, dass Dr. Rabinowitz eine Nachricht auf Brians Anrufbeantworter hinterlassen hat, um sich über die Operation zu erkundigen und die nun folgende Behandlung zu besprechen. „Also habe ich das Krankenhaus angerufen. Dr. Rabinowitz ist ein Onkologe, der sich auf Hodenkrebs spezialisiert hat.“ Michael ist fassungslos: „Oh mein Gott... .“ Justin sieht ihn hoffnungsvoll an: „Also hast du es wirklich nicht gewusst?.“ Michael schüttelt nur den Kopf, den Mund offen. „Aber wenn er dir nichts gesagt hat, und mir nichts gesagt hat, wem hat er es dann erzählt?“, fragt Justin nachdenklich. „...wahrscheinlich niemandem.“ „Dass er Krebs hat?!“ Aber Michael kennt seinen besten Freund gut. Und er weiß auch, was zu tun ist. Sie müssen einfach ihre Klappe halten, denn wenn er wollte, dass sie es wissen, würde er es ihnen schon sagen. Justin ist mit diesem Plan ganz und gar nicht einverstanden, aber Michael hält es für die einzig richtige Lösung. Verzweifelt verbirgt Justin sein Gesicht in seinen Armen. In Kinnetik hält Brian gerade eine Besprechung mit seinen Top-Mitarbeitern, darunter auch Cynthia und Ted, ab. Er stützt sich auf den Tisch auf, die Worte kommen ihm nur sehr, sehr langsam über die Lippen. Schließlich entschuldigt er sich, und setzt sich, die Tür zum Konferenzraum natürlich geschlossen, auf sein Sofa. Ted folgt ihm und fragt besorgt, ob alles in Ordnung sei. „Mir geht’s gut.“ „Du siehst aber sicherlich nicht so aus! Du bist da drinnen ja praktisch ohnmächtig geworden!“ „Ich bin einfach nur ein bisschen müde, von meinen Ausflug.“ „Na ja... du kannst auch nach Haus gehen, wir können das hier morgen fortsetzen...“ „Ich sagte, dass es mir gut, Theodor!“, schnauzt Brian ihn an und steht wieder auf, „jetzt lass uns das scheiß Meeting zu Ende bringen.“ Im Diner ist Debbie gehörig gestresst: Sie verwechselt und vergisst Bestellungen, der erste Tag zurück ist schwieriger, als sie wohl geglaubt hat. Emmett tritt ein, und fragt sie, ob er sie nach Hause bringen könnte: „Gerne, aber meine Schicht endet erst um halb eins.“ Emmett setzt an, zu sagen, dass das kein Problem ist, aber sie fügt hinzu: „Morgens. Ich mach noch eine.“ Emmett schaut sie vorwurfsvoll an, ein Kunde ruft: „Wen muss man hier ficken, um bedient zu werden?!“, Emmett dreht sich zu ihm um und erwidert: „Mich. Das heißt, du wirst noch lange, lange warten müssen!“ Debbie jedoch eilt zu ihm, um die Bestellung (noch einmal) aufzunehmen, als sie auf einmal ein Freund von Vic anspricht. Er bekundet ihr sein Beileid und erzählt, wie gern Vic Debbie gehabt hätte, wie viel und wie gut er von ihr gesprochen hat. „Du warst mehr als nur seine Schwester, du warst seine beste Freundin. Er hat dich bewundert. Ich bin mir sicher, dass die Trauer groß sein muss, aber wenigstens hast du die Gewissheit, dass er dich so sehr geliebt hat.“ Debbie nickt wie betäubt, nimmt ihr Tablett... aber die Trauer ergreift schon überhand, die Schwäche, die Erschöpfung machen sich bemerkbar, das Geschirr rutscht vom Tablett und zerspringt auf dem Boden. Doch Debbie beachtet das nicht weiter, verbirgt nur die Tränen hinter ihren Händen. Emmett nimmt sie in den Arm und führt sie langsam, und ohne Widerrede, zu einem Sitzplatz. In ihrem Haus massiert Michael ihr die Schultern und sagt, sie müsse sich ein paar Wochen freinehmen: „Niemals!“ „Hey!“, weist Emmett Debbie zurecht, „wirst du dich wohl beruhigen? Wir wollen nur dein Bestes.“ „Ich weiß, was mein Bestes ist: Zu arbeiten, damit ich Vics Grabstein bezahlen kann.“ Michael erwidert, dass hieße doch nicht, dass sie sich umbringen muss! Debbie schüttelt nur den Kopf: „Du hast keine Ahnung. Du hast absolut keine Ahnung!“ Michael beendet seine Massage abrupt und sagt wütend: „Dann hilf mir doch auf die Sprünge!“ Aber Debbie trinkt nur weiterhin Tee aus ihrer Tasse und schweigt. Lindsay ist in Sams Hotelzimmer, um dort auszusuchen, welche Gemälde sie für die Ausstellung verwenden wird. Sie kann sich nicht entscheiden, also rät Sam ihr, einfach alle zu nehmen. Sie grinst: „Simple und praktische Lösung.“ Er bietet ihr einen Drink an, den sie akzeptiert, bevor er dann sagt: „Wenn man dich so anschaut würde man nicht denken...“ „...dass ich lesbisch bin?“ „...dass eine Blondine klug, lustig und unglaublich talentiert sein könnte.“ Sie stoßen an, während Lindsay erwidert, es sei nicht so ungewöhnlich. „Ich meine, wie viele Frauen hast du wirklich kennen gelernt, oder dich kennen lernen lassen, bevor du sie gefickt – oder geheiratet – hast?“ Triumphierendes Lächeln auf ihrem Gesicht. „Und wenn man an deine Reaktion auf meine Kunst denkt, war sie wohl alles andere als unglaublich.“ Da widerspricht er jedoch, diese Zeichnung des Obdachlosen... „So etwas habe ich seit Jahren nicht mehr gemacht“, tut Lindsay das ab. „Wieso machst du’s nicht jetzt?“ „Jetzt bin ich damit beschäftigt, eine Frau und eine Mutter zu sein, zu arbeiten...“ „Erspar mir doch die Ausreden. Wenn man ein richtiger Künstler ist hält einen nichts und niemanden auf. Ich könnte mitten in einem Flugzeugabsturz stecken, ich würde immer noch nach einem Bleistift greifen.“ Er wirft ihr einen Block in die Hände und fordert sie auf, jetzt etwas zu malen. Was auch immer sie inspiriere. Und Lindsay entscheidet sich für ihn! Er akzeptiert, und fängt auf einmal an, sich auszuziehen. Lindsay versichert, das sei nicht notwendig, aber da ist er schon nackt und raucht eine Zigarre, also leert sie den Rest ihres Glases auf Ex und beginnt, zu skizzieren. Im Babylon verfolgen Justin und Brian den „Wet Willy“ Wettbewerb, in dem auf der Bühne darüber entschieden wird, wer den größten Schwanz hat, als Michael mit Ben und Brett Keller eintrifft. Michael fällt Brian von hinten an, woraufhin dieser wieder schmerzerfüllt das Gesicht verzieht: „Du gehst aber ganz schön hart ran.“ „Wie geht’s dir? Ich meine, wie war deine Reise?“ Brian grinst ironisch: „Wäre fast nicht mehr zurückgekommen.“ Das können Michael und Justin kaum lustig finden. „Wir hätten dich vermisst“, erwidert Michael, gerade als Brett Keller Brian erspäht: „Das muss er sein. Er sieht genauso aus wie Rage.“ „Brian“, stellt Michael vor, „das hier ist Brett Keller.“ Brian schüttelt dem Regisseur die Hand: „Wow, Hollywoods Wunderjunge.“ Brett scheint amüsiert: „Klingt auch genauso wie er.“ Nachdem der Gewinner des Wettbewerbs verkündet wurde, verabschiedet sich Brian mit den Worten, er würde die Verlierer trösten wollen. Michael fragt Justin verärgert, wieso dieser Brian hat kommen lassen? Er sollte Zuhause sein und sich ausruhen! „Wie soll ich ihn aufhalten, wenn ich doch angeblich nichts weiß?“ Justin folgt Brian trotzdem, und lässt Ben, Brett und Michael allein zurück. Brett macht Pläne, Babylon für den Film genauso nachzuempfinden, wie es auch wirklich ist. Michael begrüßt das, und erwähnt, dass auch Ben ein Schriftsteller sei. „Drehbücher?“ „Romane. Ich habe soeben eines fertig gestellt.“ „Worum geht es?“ „Um die Liebesgeschichte zwischen zwei Männern im Paris der 30er.“ „Schwierig zu verkaufen.“ „Ich wollte es nicht verkaufen.“ Und da kann Ben sich trotz Micheals Warnungen nicht zurückhalten und sagt Brett – auch auf dessen Wunsch hin – seine Meinung: Brett Keller sei berühmt, er habe die Macht, sich alles zu erlauben, was er wollte. Er sei schwul, aber statt ein Projekt mit sozialer Relevanz und Verantwortung zu machen, drehe er gehirnlose Unterhaltung für 12-jährige Jungen. Michael und Brett schauen Ben wortlos an. Auf der Tanzfläche flirtet Brian gerade mit einem Typen, als Justin mit leidendem Gesichtsausdruck zu ihm tritt: „Brian, ich glaube, ich habe Lebensmittelvergiftung oder so was.“ „Dann solltest du nach Hause gehen.“ „...kommst du mit mir? Bitte.“ Und das kann Brian ihm natürlich nicht ausschlagen. Ben und Michael sind wieder zuhause. „Soziale Verantwortung?! Wie konntest du ihn so beleidigen?!“ Michael ist wütend auf Ben, der einfach nur schnaubt: „Dieser Typ ist Betrüger, ein untalentierter Idiot!“ „Das mag deine Meinung sein, aber er ist zufällig einer der erfolgreichsten Regisseure Hollywoods!“ Ben lacht nur höhnisch, was Michael dazu bringt, zu rufen, es sei nichts Falsches daran, Erfolg zu haben, aber Ben bittet ihn, doch nicht naiv zu sein. „Glaubst du, Brett Keller ist erfolgreich, weil er künstlerische Integrität bewahrt hat?“ „Er liebt, was er tut, und er ist verdammt gut darin.“ „Ja“, murmelt Ben, „du gehörst nach Hollywood.“ „Weißt du was?!“ Michael greift seine Jacke. „Ich habe vielleicht nicht dein großartiges, kompromissloses Genie, aber ich glaube, dass hier hat überhaupt nichts mit künstlerischer Integrität zu tun. Ich glaube, hier geht es nur darum, dass jemand einen großen Film aus unserem Comic machen möchte während niemand dein Buch auch nur anzufassen wagt!“ Die Tür knallt hinter ihm ins Schloss. Hunter, der die Auseinandersetzung in seinem Bett unfreiwillig belauscht hat, kuschelt sich mit Furcht auf dem Gesicht enger in seine Decke. Brian knöpft auf dem Bett im Loft sein Hemd auf. „Lass mich helfen.“ „Ich kann das“, erwidert Brian schwach. „Ich weiß, dass du das kannst.“ flüstert Justin, aber tatsächlich sieht Brian so aus, als könne er überhaupt nichts mehr, außer halbtot ins Bett zu fallen. Justin knöpft weiter und zieht es über die Schultern seines Freundes. Justin bedeutet Brian, sich hinzulegen, und hilft ihm dabei, indem er seine Beine auf die Matratze hebt. Dann zieht er Brians Hose aus, unter der schon wieder die grauen Shorts zum Vorschein kommen. „Ich dachte, du hast eine Lebensmittelvergiftung“, flüstert Brian. „Ich schätze, es waren wohl nur Bauchschmerzen“, antwortet Justin und lehnt sich über Brian, sodass er dessen Gesicht sehen kann. „...erzähl mir von Ibiza.“ Brian spricht leise und bruchstückhaft, als wäre er schon beinah ohnmächtig oder eingeschlafen: „Es war, als wäre ich gestorben und in den Homo-Himmel gekommen. Überall wunderschöne Kerle, alle in weiß, die mich alle wollten... und überall wo man hin ging roch es nach... Zitronen-Luftspray.“ Sie lachen beide leise, während Justin Brians Gesicht streichelt, seine Nasenspitze zärtlich an Brians Wange reibt. „Ich habe sogar einen Matador gefickt.“ „Ist nicht wahr“, antwortet Justin leise und Brian lächelt. Schließlich legt Justin Brian einen Finger auf die Lippen, bevor dieses ein letztes, leises Ole aushaucht und einschläft. Justin umarmt ihn, ein Arm um seine Schulter, der andere um seine Taille, und legt seinen Kopf auf Brians Brust. Er drückt kurz seine Hand, küsst zärtlich Brians Haut... und schnieft mitgenommen, und zu Tode geängstigt. Was soll er bloß tun? Michael liegt auf Teds Couch, der ihn, bereits fertig angezogen, versucht mit sanften Geräuschen zu wecken... bis er dann eine andere Taktik anschlägt: „Beweg deinen Arsch, jetzt!“ Das wirkt Wunder, denn genauso hat Debbie ihn immer geweckt. „Ah, aber hat sie dir auch Cappuccino und ein Schokoladencroissant gebracht?“, fragt Ted. Michael bedankt sich, dass er bei ihm schlafen durfte, aber Ted tut das ab. „Immer gerne.“ „Pass auf, was du sagst, sonst hast du am Ende noch einen permanenten Gast.“ „Ach, ich bin mir sicher, du und Ben werdet euch in die Arme fällen, euch küssen und euch vertragen.“ Aber Michael scheint da nicht ganz so überzeugt: „Nicht, bevor er nicht aufhört, sich wie ein eifersüchtiges Arschloch zu benehmen.“ „Ja, ich habe genau das Gleiche getan, als Emmett als Partyplaner immer berühmter wurde – je mehr Erfolg er hatte, desto mehr verabscheute ich es.“ Kauend fragt Michael, ob er die ganze Sache nicht einfach vergessen sollte, wenn sie so viele Probleme mache... „Was? Bist du verrückt? Wie oft bekommt man schon so eine Gelegenheit? Bing Bing, Zeit ist um: Niemals! Du kannst doch nicht dich selbst zu einem Versager machen, nur damit deine Beziehung erfolgreich ist.“ Michael schaut ihn an, und küsst ihn dann auf den Mund: „Danke, Mama.“ Brett findet in Michaels Laden einen Comic, den er schon monatelang gesucht hat, und dem Michael ihm netterweise schenkt. Er umarmt sowohl Michael als auch Justin zum Abschied, er muss seinen Flug erwischen, sagt aber im Hinausgehen noch: „Wenn wir Ashton oder Colin nicht kriegen... dann fragen wir einfach Brian.“ Als die Tür hinter ihm zugefallen ist fragt Michael sofort, wie es Brian denn gehe. „Er tut immer noch so, als sei alles in Ordnung, und ich tue immer noch so, als wüsste ich nichts. Das ist doch scheiße. Ich sag’s ihm“, meint Justin und geht in Richtung der Tür. „Das kannst du nicht tun!“ „Du hast leicht reden, er ist nicht dein Freund. Du liebst ihn nicht.“ „Wenigstens liebe ich ihn genug, um seine Wünsche zu respektieren.“ Emmett sitzt in Carls Büro auf dessen Schreibtisch und erzählt ihm von Vics und Debbies letztem Streit, von der Weihnachtsfeier und dem Grabstein... „Langsam, langsam, ich kann nicht folgen!“ Also fasst Emmett es zusammen: „Niemand kommt an sie ran. Aber etwas sagt mir, so sicher wie, dass in deinem Schrank ein Hemd ist, dass besser zu dieser Hose passt als dieses, dass du es kannst.“ Carl scheint nicht überzeugt, aber Emmett weiß, wovon er redet: „In Zeiten wie diesen braucht ein Mädchen einen Mann.“ Lindsay überträgt ihre Skizze auf eine Leinwand, als Melanie lächelnd hinauf in ihr Atelier steigt: „Es ist lange her, seit ich dich so glücklich gesehen habe.“ „Dank eines verrückten Freundes von mir.“ Lindsay zeigt ihr das Gemälde, mit anderen Worten den nackten Sam. „Oh. Mein. Gott!“ Mel starrt auf die Leinwand „Hat er so für dich posiert?!“ „Mit nichts als einer Zigarre“, grinst Lindsay. „Er ist wirklich verrückt!“ Aber Mel küsst ihre Frau liebevoll. „Ich bin froh, dass er dich inspiriert hat.“ Lindsay wartet, bis sie wieder nach unten gegangen ist, dann wirft sie einen beinah verstohlenen Blick auf de Bild... bevor sie lacht, der Pinsel zwischen ihren Zähnen wie bei einem Schulmädchen, und weitermalt. Michael und Brian, auf dem Boden liegend, zwischen unzähligen leeren Packungen Fast Food, teilen sich einen Joint und schwelgen mal wieder in Erinnerung an ihre Jugend. Brian legt sich auf Michaels Schoß und verlangt, die Geschichte mit Linda Hurley noch einmal zu hören: „Es war die Aufführung der 11. Klasse, und auf irgendeine mysteriöse Art und Weise hatte ich in Our Town den Part von George bekommen, und Linda war Emily. Und da war dieser zärtliche Moment am Ende des zweiten Aktes, in dem George und Emily sich küssen und...“ Brian bricht in Gelächter aus: „...sie dich voll gekotzt hat!“ „Sie hatte die Grippe!“ Aber auch Michael muss lachen. „Da habe ich mich dazu entschieden, kein Schauspieler zu werden.“ „Und jetzt ruft Hollywood, und RAGE: The Movie.“ Michael streichelt gedankenverloren Brians Schulter. „Kommst du zur Premiere?“ „Wieso sollte ich nicht?“ Michael schweigt kurz, dann fährt er fort: „Ich fände es cool, wenn sie in diesem Kino stattfinden würde, weißt du, da, wo alle Stars ihre Fußabdrücke im Zement haben. Es wäre toll, wenn wir unsere Fußabdrücke dort hätten... Michael und Brian, für immer unsterblich... .“ Brian hört ihm mit geschlossenen Augen zu, bequem auf seinem Schoß, die Hand des anderen haltend... bis er auf einmal hört, wie Michael schluchzt. „...Michael?“ Er setzt sich auf und schaut seinen Freund besorgt an. „Mikey?“ „Tut mir Leid“, Michael wischt sich die Tränen vom Gesicht, und gesteht: „Ich weiß es. Ich weiß, dass du nicht auf Ibiza gewesen bist. Ich weiß, dass du ins Johns Hopkins gegangen bist... dass du eine Operation hattest... wenn ich dich verliere, ich wüsste nicht, was ich tun sollte!“ Brian umarmt seinen weinenden Freund: „Mir geht’s gut, mir geht’s gut.“ „Ich sollte es dir nicht sagen“, schnieft Michael in Brians Schulter, „ich hatte ihm gesagt, es sei besser so—“ Auf einmal löst Brian die Umarmung und schaut Michael beinah wütend-panisch an: „Wer?“ Michael wischt sich erneut über die Augen: „Justin hat aus Versehen die Nachricht gehört, die der Arzt auf deinem Anrufbeantworter hinterlassen hatte, und er hat das Krankenhaus angerufen.“ Brian wendet sich von Michael ab, Hand an seinem Mund, und schüttelt den Kopf. Er sieht, höflich formuliert, nicht glücklich aus. Debbie sitzt mit dem Telefon in der Hand auf der Couch und schaut den Home-Shopping Kanal als es an der Tür klopft. Es ist Carl, der fragt, ob sie gerade etwas zu tun habe. „Du hast mich soeben davor gerettet, eine übergroße Zebra-Pfauen Tagesdecke vom Shopping-Kanal zu bestellen.“ Er lächelt. „Kann ich reinkommen?“ „Carl... ich bin wirklich nicht... ich sehe aus wie Scheiße.“ Carl lacht und tritt ein, „hey, ich habe dich direkt am Morgen gesehen, schon vergessen?“ Sie setzen sich an den Küchentisch, und nach einigem Zögern erzählt Debbie Carl, dass sie furchtbare Dinge zu Vic gesagt habe, Dinge, die ihr niemals wieder jemand vergeben könne! „Meine letzten Worte zu ihm waren ‚Fick dich.’. Kannst du dir vorstellen, wie das ist?!“ Karl schweigt kurz, holt leise Luft und schaut Debbie in die Augen. „Bevor meine Frau, Cilia, starb, musste sie ins Krankenhaus, für drei Monate, dahinvegetierend, leidend. Lungenkrebs.“ Carl fällt das Reden nicht leicht. „Sie hatte solch eine Angst, allein zu sterben, dass sie mir das Versprechen abnahm, dass das nicht passieren würde. Also blieb ich bei ihr, Tag und Nacht, schlief in einem verdammten Krankenhaus in einem verdammten Plastikstuhl und musste mit anhören, wie sie nach Luft schnappte und röchelte. Eines Abends war ich so wütend auf das Krankenhaus, auf den Stuhl, auf sie, wegen des Rauchens, dass ich ging und sie allein ließ. Ich setzte mich in eine Bar und trank einen... ich trank so viele, dass ich irgendwann nicht mehr zählen konnte. Als ich wieder kam, war sie tot.“ Die Erinnerung scheint ihm auch jetzt noch Schmerzen zu bereiten. „Meine Cilia war gestorben, während ich mich betrunken hatte. Ich machte mich so lange dafür fertig, Debbie, ich dachte, sie würde mir nie verzeihen. Aber es war ich, der mir nicht verzeihen wollte. Sie wusste, wie sehr ich sie liebte. Wenn sie noch hier gewesen wäre, dann würde sie sagen: Carl, was zur Hölle machst du da?! Genauso ist es mit deinem Bruder. Er wusste, wie sehr du ihn liebst.“ Die ersten Tränen sind still über Debbies Wangen gelaufen, aber als sie spricht ist ihre Stimme erstickt: „Ich wünschte einfach, dass ich ihm sagen könnte, wie Leid es mir tut! Es tut mir so Leid!“ Carl schließt sie in seine Arme: „Er weiß das, Liebes.“ Und sie weint sich an seiner Schulter aus. Ben bittet Hunter, den Abendbrottisch zu decken. „Für zwei oder für drei?“ Ein verständnisloser Blick von seinem Pflegevater: „Für drei natürlich.“ „Dann kommt Michael also zurück?“ „Selbstverständlich kommt er zurück.“ „Ich hab’ euch streiten gehört.“ Ben meint, das würde Paaren eben ab und zu passieren. Hunter meint, er würde ja nur fragen. „Ich meine, was passiert mit mir, wenn ihr euch trennt? Nur, falls ich andere Arrangements machen muss.“ „Wer redet denn hier von Trennung? Du bleibst genau hier. Bei uns.“ Da öffnet sich auch die Tür, und Michael tritt ein. „Hey.“ „Hey.“ Er zieht sich seine Jacke aus und geht dann auf Ben zu. „Gestern Nacht tut mir so Leid.“ „Mir auch.“ Sie umarmen sich fest, während Hunter weiterführende Anweisungen gibt: „Super, jetzt könnt ihr ficken und euch wieder vertragen.“ Ben lacht, und gibt Michael stattdessen einen Brief, den Brett Keller geschickt hat. Es ist der Vertrag, und ein signiertes Autogramm von Cameron Diaz. „...und, wirst du es tun?“, fragt Ben Michael. Der sieht auf: „Ja, wir werden es tun.“ Hunter fällt ihm in den Arm vor Freude: „Ich habe ausgesorgt?!“ Auch Ben gratuliert Michael lächelnd. Brian starrt düster in seinen Aschenbecher. Er sitzt an seinem Esszimmertisch, als Justin ins Loft kommt. „Hey. Ich hab’ ein paar Filme ausgeliehen. Ich dachte, wir könnten hier bleiben und ein sie schauen.“ Er setzt sich neben Brian, der ihn für einen Augenblick so ansieht, als bräuchte er alle Kraft um ruhig zu bleiben, oder als stände er kurz vor dem Abgrund des Wahnsinns. „Was hast du mitgebracht? Terms of Endearment? Love Story? ‚Mein Freund hat Krebs‘?“ Er schleudert die DVDs in eine Ecke. Justin schaut seinen Freund für eine Sekunde hilflos an, doch fängt sich. „Wieso hast du’s mir nicht gesagt?“, fragt er ruhig, Brian steht auf und erwidert schreiend: „Vielleicht, weil ich nicht wollte, dass du es weißt?! Oder -“ Er hebt die DVDs auf „Vielleicht wie es dich einen SCHEIßDRECK angeht?!“. „Brian. Ich bin dein Partner.“ „Nicht mehr! Ich will dich hier nicht sehen, also verpiss dich!“ „Lass den Scheiß.“ „Ich hab gesagt verpiss dich!“ Brian schreitet mit Justins Tasche zur Tür, Justin folgt ihm, „Brian, ich liebe dich und ich will dir helfen!“, aber Brian packt ihn bloß, nachdem er die Tasche nach draußen befördert hat und stößt ihn fast schon brutal vor die Tür „VERPISS DICH!!“ bevor er diese knallend zuzieht. Justin schleudert die DVDs gegen die Loft-Tür, aber es ist zu spät.
“Sat on the metro with love on her mind |
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