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Brian stößt zum Photoshoot mit Drew Boyd hinzu, weil Ted ihn angerufen hat: Drew weigere sich, den Job zu machen, er telefoniere gerade mit seinem Agenten. Brian geht schnurstracks auf den Sportler zu: „Kann ich etwas tun, um zu helfen?“ „Ja, mir meine Hose holen!“ „Ist es dafür nicht ein bisschen zu spät?“ „Ich bin Drew Boyd, und das Spiel geht nach meinen Regeln..“ „Außer, wenn ich den Ball habe.“ Schließlich erklärt Drew Brian leise, dass er sich einfach nicht wohl fühle, wenn alle in so in seiner Unterwäsche anstarren. In den Umkleidekabinen beim Football seien wenigstens alle nackt. Brian nickt. Das Photoshooting läuft, Drew Boyd post mit einem Football und der heißen neuen Unterwäschenlinie von Braun Athletics. Aber nicht nur er, sondern auch der Fotograph, die Assistenten, die Kaffeekocherin und sogar Brian und Ted stehen in ihrer Unterwäsche da und bewundern den unheimlichen heißen Sportler. „Er ist heiß. Zu dumm, dass er eine Hete ist.“, sagt Ted, Drew wie einen Pornostar anstarrend. „Also ich weiß nicht, ob er irgendwas an Shorts verkaufen wird“, fügt Brian sich die Lippen genüsslich beißend hinzu „Aber er wird verteufelt sicher eine Menge Taschentücher verkaufen …“ und die beiden Männer starren weiter auf ihr Model. Emmett und Drew liegen gemeinsam in ihrem Hotelzimmer, nackt, Em seinen Kopf auf Drews Hüfte, während dieser erzählt, es machte ihm nach einer Weile sogar richtig an, dass alle in seinen Unterhosen anschauen. „Aber nur ich weiß, was darunter liegt“, sagt Emmett grinsend, und steht dann auf, da er eigentlich erwartet, dass Drew direkt zur Dusche stürmen möchte – aber der bleibt liegen und zieht ihn wieder zu sich zurück. „Warum die Eile?“, fragt der Spitzensportler. Also legt Emmett sich wieder zurück und die beiden verschlingen ihre Finger miteinander und Emmett lächelt zufrieden: „Erst der Kuss, dann bleibst du sogar ein bisschen hier... als nächstes wirst du mich noch zum großen Spiel einladen!“ Drew lässt seine Hand los, Emmett hat zu viel gesagt, er kenne doch die Regeln: Das, was hier passiert, bleibt in diesen vier Wänden. Danach steht er auf, um zu duschen, und lässt einen verträumten, beinah niedergeschlagenen Emmett zurück. Michael ist außer sich! Denn Hunter ist schon wieder nicht pünktlich nach Hause gekommen. Wütend ruft er auf dem Handy des Jungen an, der jedoch nicht abhebt – vermutlich, weil er gerade zur Tür hineinspaziert. „Das bin ich, der da in deiner Hose abgeht, wie wär’s, wenn du da mal dran gehst?“, faucht Michael. „Was geht denn mit dir ab?“, entgegnet Hunter entspannt. „Du bist wieder mal zu spät Zuhause“, erklärt Ben, ruhig, aber ebenso streng. Hunter erklärt, er sei bei einem Freund gewesen und habe an einem Naturwissenschaftsprojekt gearbeitet. „Jeden Abend der letzten Woche?!“ „Ich sage die Wahrheit. Wenn ihr mir nicht glaubt ist das euer Problem“, schließt Hunter, und geht in sein Zimmer. Michael muss gar nicht aussprechen, was er denkt, denn Ben denkt das selbe. Hunter geht wieder anschaffen. Ben jedoch meint, er hofft, sie hätten ihm mehr Selbstwertgefühl gegeben. Sie würden früher oder später sowieso herausfinden, was er treibt... und dann müssten sie eben damit fertig werden. Lindsay versucht, die Sydney Bloom Galerie aufzuschließen, als Sam Auerbach sie überrascht, und prompt lässt sie die Schlüssel fallen. „Wieso hast du mich nicht zurückgerufen?“, fragt Sam, der sie wiedersehen möchte, wieder und wieder – aber Lindsay sagt ihm, das sei unmöglich. Sie ist verheiratet, sie hat ein Kind, ihre Frau ist schwanger. Es war ein Fehler. Ein großer, großer Fehler. Sam inspiriert sie, bringt sie zum lachen, sie bewundert ihn - und das hat sie wohl verwirrt. Sie habe in dieser besagten Nacht eine Grenze überschritten, die sie nicht hätte überschreiten sollen. Sam widerspricht, er habe schon als Kind über die Grenzen der Bilder im Malbuch gemalt, das kann auch was Gutes sein! „Vielleicht für einen Künstler.“ Sam fragt Lindsay, was mit dem Teil von ihr sei, den sie beide kennen, der Teil, von dem sie beide wissen, dass er da ist? Lindsay lächelt schwach. „Mein Haus hat viele Zimmer“, antwortet sie, „einige davon bewohne ich. Der Rest wird niemals besucht.“ „Wer hat das gesagt?“, fragt Sam ruhig. „Ich.“ Daraufhin lässt er sie ungehindert in die Galerie eintreten und die Tür hinter ihr schließen. Justin, Michael, Melanie und Ted bringen in einem AIDS-Hospiz einige Möbelstücke und Gegenstände vorbei, die Vic der Institution in seinem Testament vermacht hat. Der Leiter des Hospiz bestätigt, Vic sei immer ein guter Freund und großzügiger Unterstützer gewesen, während einer der Bewohner sich eher für Justins Oberkörper interessiert, der das selbstgefällig grinsend hinnimmt. Der Leiter betont, wie dankbar er ihnen ist, sie bräuchten im Moment alles, was sie bekommen könnten. Melanie hofft, dass dieser neue Event Koordinator ihnen helfen kann, Geld für das Hospiz zusammenzukriegen, denn wie Ted anmerkt, in einer anderen Stadt hat er eine Millionen Dollar für eine Stiftung an Spenden eintreiben können. .„Mit der Hälfte wären wir im Himmel!“, verkündet der Leiter optimistisch. Debbie erkennt Emmett im Diner nicht wieder, weil dieser den Sportteil der Zeitung liest. Sie lachen beide darüber, als sich ein Polizist an die Theke setzt, den Debbie offensichtlich gut kennt, aber lange nicht mehr gesehen hat. Er erklärt, er sei ziemlich am Ende gewesen, habe sich jedoch wieder gefangen. „Hast du Carl gesehen?“ Debbie schweigt kurz: „Nein, nicht in letzter Zeit.“ „Ich dachte nur er nimmt dich doch sicher zum Polizei Ball heut Nacht. Hat er dich nicht letztes Jahr mitgenommen? Ich erinnere mich, weil du wirklich gut aussahst.“ Debbie bedankt sich verwirrt, und Emmett vergewissert sich, bevor der Polizist sich an einen Tisch setzt, ob denn nicht jeder, der eine Eintrittskarte kauft, auf den Polizeiball darf. Sein Plan ist offensichtlich: Er will mit Debbie dorthin gehen, damit Carl sieht, was er verpasst! „Nicht viel“, erwidert die Kellnerin ironisch. „Hey, lass uns unser Selbstbewusstsein – und unsre Titten - hochhalten!“ Nachdem Emmett ihr schließlich versprochen hat, ihr ein fabelhaftes Kleid zu besorgen, sagt sie wenigstens nicht nein. Lindsay hat Brian in seinem Büro alles erzählt: „Und jetzt will er mich wiedersehen, und ich habe ihm nein gesagt, das geht auf gar keinen Fall, wir können das nie wieder tun... .“ Brian nickt verständnisvoll und fragt dann unvermittelt, ob Sam einen großen Schwanz hätte. „Es geht nicht um Schwänze!“, erwidert Lindsay verzweifelt-amüsiert, und dann plötzlich sehr ernst: „Ich liebe Melanie.“ Aber wie konnte sie einen Kerl ficken? Das ist doch gar nicht möglich! „Alles ist möglich. Das Erklären ist der schwierige Teil.“, erklärt Brian. Doch Lindsay ist sich sicher, sie war doch schon immer eine Lesbe! Abgesehen natürlich von diesem einen Mal, im College, als sie und Brian … „Mittsommer Verrücktheit“, lacht Brian, sagt dann aber weiter, es sei verständlich, dass Lindsay sich alle zehn Jahre mal nach einem harten Steifen sehen. „Glaub mir, ich verstehe das.“ „Ich weiß nicht, um Melanie so verständnisvoll reagieren wird.“, sagt Lindsay leise. „Dann erzähl’s ihr nicht.“ Brian fasst es für Lindsay zusammen: „Es ist in Ordnung, Schwänz zu mögen, und es ist in Ordnung, Muschis zu mögen, aber nicht auf einmal.“ Er nimmt sich zwei Fotos von Drew zur Hand, zwischen denen er sich entscheiden muss, betrachtet sie genau und fragt: „Also, welches davon magst du?“ Hunter betritt Michaels Laden und bittet ihn um 20 Dollar. „Warum sollte ich dir 20 Dollar geben, wenn du dauernd zu spät kommst und respektlos bist?“ „Wann bin ich denn respektlos?!“ Aber Michael ist sich auch durchaus nicht zu gut, um für Informationen zu zahlen. Er zückt die 20 Dollar und fragt: „Gehst du wieder anschaffen?“ Hunter flucht genervt: „Würde ich dich wirklich um Geld anbetteln, wenn ich anschaffen würde?“ Als Michael dann einwirft, das könnte ja auch ein Plan sein, ihn zu verwirren, gesteht Hunter endlich die Wahrheit: „Ich... ich gehe mit jemandem aus.“ Sogleich ist Michael wie verwandelt, warum habe Hunter das denn nicht gleich gesagt? „Du weißt doch wie Kinder in meinem Alter sind.“, antwortet Hunter wissenschaftlich. „Wir versuchen ein Gefühl für uns Selbst zu entwickeln, welches sich oft durch Widerwillen zur Kommunikation mit Eltern oder anderen Autoritätsfiguren manifestiert.“ Michael drückt ihm dreißig Dollar in die Hand: „Geht ins Kino.“ Hunter verlässt den Laden um einiges glücklicher, und Michael ruft sofort Ben an: „Setz dich hin! Rate mal! Unser Junge hat einen Freund!“ Emmett trägt einen unauffälligen schwarzen Anzug, Debbie ein feuerrotes, aber sehr schönes Kleid. Sie sieht einfach umwerfend aus - aber trotzdem macht sie sich Sorgen, sie sähe aus wie ein Hydrant! Und da hat Carl – i Begleitung - sie auch schon erspäht. „Was mach ich jetzt?!“ „Ganz einfach, steh da und leuchte.“, sagt Em und fängt an unecht zu lachen und Debbie stimmt gleich mit ein um gute Laune vorzutäuschen. Carl kommt schließlich dazu und stellt Debbie und Emmett seine Begleitung vor, eine Frau in einem schwarzen Kleid, Kathrin, von der er Debbie ja bereits erzählt hatte. Diese entschuldigt sich allerdings schnell, und Emmett verkrümelt sich an die Bar, um ihnen allen dreien einen Drink zu besorgen – sowohl Debbie als auch Carl scheinen unangenehm berührt. Carl gibt zu, er habe nicht erwartet, Debbie hier zu sehen. „Ich hoffe, es ist dir nicht unangenehm.“ „Oh nein, nein!“, beeilt er sich zu versichern, „ganz im Gegenteil, es ist schön... ich meine, ich freue mich... ich meine... ich habe keine Ahnung, was ich sagen will.“ Debbie lacht und macht ihm ein Kompliment, er sehe sehr gut aus. „Und du siehst sehr...“ „...rot aus?“, bietet sie an, und da müssen beide lachen. Auf einmal beginnt ein Lied zu spielen, zu dem sie auch letztes Jahr getanzt hatten; Debbie fragt, ob sie nicht einmal das Tanzbein schwingen könnten, natürlich nur als Freunde, gerade da kommt Kathrin zurück und nimmt Carl mit hinein in den Ballsaal, wo er sie fragt, ob sie mit ihm tanzen möchte. Debbie nimmt dankbar Emmetts Drink entgegen – sogar gleich zwei Gläser -, und sieht Carl traurig hinterher. Die Fahrräder haben Einzug ins Babylon genommen, denn an diesem Abend dient es als Schauplatz für die erste Promotion des Liberty Rides! Ted und Justin fragen fleißig Gäste, ob diese nicht als Sponsor oder Fahrer teilnehmen möchten, einer bot Justin sogar 1000 Dollar an, wenn dieser ihm seinen Schwanz zeigen würde. „Ich hoffe, du hast Ja gesagt.“, sagt Ted amüsiert – und der Scheck in Justins Hand und das Grinsen auf seinem Gesicht sprechen Bände. Melanie und Ben stellen sich auf der Bühne an das Mikrofon: Liberty Ride ist eine Fahrradtour von Pittsburgh bis nach Toronto und wieder zurück, jeder Fahrradfahrer mit einem Sponsoren, der Erlös geht ausschließlich an das Hospiz, welches so dringend Hilfe benötigt. Das Gay and Lesbian Center sei stolz zu verkünden, dass sie es geschafft haben, den erfolgreichsten Wohltäter Nordamerikas für sich zu gewinnen: Jeffrey Pendergrass wird mit tosendem Applaus empfangen: Der Mann, der laut Melanie eine erfolgreiche Anwaltskanzlei aufgab, um Bedürftigen zu helfen, verkündet, er würde aus diesem Event das beste und profitabelste wie irgend möglich machen, „aber vorher, lasst uns heute Abend einfach feiern!“ Brian, der bis zu diesem Zeitpunkt schweigend zugehört hat, wendet sich kurze Zeit später an Mr. Pendergrass, als dieser sich an der Bar etwas zu Trinken bestellt. „Darf ich dir einen ausgeben?“, fragt Brian, und Jeffrey erwidert, alles sei hier umsonst, die gesamte Party gehe auf seine Rechnung. Brian antwortet nichts auf der Welt sei umsonst, und außerdem: „Wäre das Geld, dass du für diese Party ausgibst, nicht viel besser zur Hilfe des Hospizes verwendet?“ Aber Jeffrey antwortet: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, je mehr Alkohol fließt, desto besser tun das auch die Spenden.“ Melanie stößt hinzu, fragt, ob Brian Jeffrey ärgere, der das verneint und sich verabschiedet. „Du kennst mich, Mel, ich muss immer Scheiße aufwühlen.“ Hunter küsst in einem Auto jemanden... jemanden mit nackenlangen Haaren... jemanden, der eine hohe Stimme hat... jemanden, der ganz eindeutig ein Mädchen ist. Sie fragt ihn, ob sie ihm einen blasen soll, er verneint hastig, das sei schon okay. „Hat dir schon mal jemand einen geblasen?“ „Klar.“ „Viele Mädchen?“ „Nein!“ Sie erzählt, dass sie es schon zweimal getan hat, einmal im Sommerlager und bei ihrem letzten Freund... aber er denke jetzt doch nicht, dass sie eine Schlampe ist, oder? „Wohl kaum“, antwortet Hunter, und schon kommt das für Jugendliche unumgängliche Thema zur Sprache: Sex. Sie hat wohl versprochen, ihren Eltern Bescheid zu sagen, bevor sie es tut, aber Hunter weiß noch nicht mal, ob er es seinen überhaupt erzählen möchte. „Sie sind nicht wie deine Eltern“, versucht er, zu erklären, „...sie sind zwei Typen.“ Das Mädchen schaut ihn an: „Du meinst, sie sind schwul?“ Hunter schaut nervös zurück, bis sie anfängt zu grinsen: „Das ist ja so cool! Du musst dir doch keine Sorgen machen, nur weil sie schwul sind, erwarten sie doch nicht auch gleich, dass du schwul bist!“ Hunter ist sich da nicht so sicher... aber küssen macht ja eh viel mehr Spaß. Lindsay sitzt mit einer Kanne Tee und einem Buch auf dem Bett, doch starrt nur vor sich hin, hört gar nicht, wie Melanie die Haustür öffnet, eintritt, und ins Schlafzimmer kommt: „Hey!“, begrüßt Mel ihre Frau freudig – die Feier sei ein riesiger Erfolg gewesen, Pendergrass würde ihnen einen ganzen Haufen Geld einbringen! Sie beginnt damit, Lindsay zu massieren, fragt, ob deren Kopfschmerzen besser seien. „Ein bisschen.“ Melanie beginnt, Lindsay zu streicheln, „ich gebe Sam die Schuld.“ „Was, wieso?“, fragt Linds etwas zu hastig. „Na, wegen dem ganzen Stress, den du wegen seiner Ausstellung hattest, seine Erwartungen und deine zu erfüllen... aber das hast du... .“ Mels Hände erreichen Lindsays Brüste, als sie ihre Frau abschüttelt: „Mel, macht es dir was aus, wenn wir das später tun?“ Melanie grinst ertappt: „Tut mir Leid, ich bin nur eine geile, schwangere Damen.“ Dann steht sie auf, um Lindsay warmen Tee zu bringen, der sei ja kalt! Kaum hat sie das Zimmer verlassen, drückt Linds das Buch sehr fest an sich, Knie an ihre Brust gezogen. Debbie knallt Emmett im Diner sein Essen auf die Bar. Es war ein Desaster und das ist seine Schuld! „Verlier nicht den Mut“, beschwichtigt sie Emmett, „wir müssen nur einen anderen Weg finden, seine Aufmerksamkeit zu erregen.“ „Dann müssen wir den schnell finden, denn diese Frau hat Hochzeit in den Augen!“ Da betritt Ted das Establishment und verkündet laut, er habe eine Karte für das Footballspiel der Ironmen am Samstag übrig, vom Quarterback persönlich, wer will mit ihm dorthin gehen? Niemand meldet sich, also tut er so, als hätte er Karten für ein Musical – auf einmal wollen alle. Da es aber wirklich nun mal um ein Footballspiel geht fragt er Emmett, der erst verneint, er habe es doch versprochen... „Wem?“, fragt Ted irritiert. Andererseits, antwortet sein Freund, wenn ungefähr 80.000 Menschen ins Stadion passen würden, wer könnte ihn da im Publikum schon sehen? Und Debbie fragt Ted, ob dieser ihr noch zwei besorgen kann – sie und ein Freund würden gerne dorthin. Jeffrey Pendergrass stattet Brian in Kinnetik einen Besuch ab: „Ich habe gehört, du bist einer der erfolgreichsten schwulen Geschäftsmänner in Pittsburgh.“ „Wer auch immer dir das gesagt hat ist ein Lügner, ich bin der erfolgreichste schwule Geschäftsmann in Pittsburgh.“ Pendergrass will, dass Brians Kunden Sponsoren für den Liberty Ride werden. Also stellt Brian zwei Fragen: Was springt für seine Kunden und, am wichtigsten, für ihn dabei heraus? Die erste Frage erhält eine Standardantwort, gute PR, Sozialengagement, etc., auf die zweite sagt Pendergrass: „Ein persönliches Dankeschön von mir und ein warmes Gefühl in der Magengegend.“ Brian lacht spöttisch, stellt aber eine letzte Frage: Was springt für Pendergrass dabei heraus? „Mein Lebensunterhalt.“ „Endlich. Eine ehrliche Antwort.“ Brian möge es einfach nicht, Anderen zu sagen, wie sie ihr Geld auszugeben haben. Jeffrey erwidert, es wäre aber für seine Kunden sicherlich ein Nachteil, als homophob zu gelten, und würde auch Brians Ruf schaden – es klingt schon fast wie eine Drohung. Das bemerkt auch Brian, lacht aber nur. Pendergrass meint, er würde ja nur daran erinnern wollen, wieso es wichtig sei, dass sie alle ihr Herz und ihr Scheckbuch so weit wie möglich öffnen. Das Footballspiel läuft hervorragend: Emmett kann seine Augen nicht von Drew lassen, und Debbie und Carl jubeln so ausgelassen zusammen als würden sie schon seit Ewigkeiten jeden Samstag ins Stadion gehen. Als Drew einen Treffer erziehlt umarmen und küssen sie sich sogar, und wischen sich dann wie ertappt über den Mund. „Ich hoffe, das hier macht Kathrin nicht aus.“ „Dass ich mit einem Freund zum Spiel gegangen bin?“, fragt Carl lachend, für Debbie jedoch ist das eine bittere Antwort. Emmett fühlt sich hingegen wie im alten Rom im Koluseum und genießt das Spiel, doch schon in der nächsten Sekunde sieht er aus, als wäre er den Löwen zum Fraß vorgewofen worden, denn Sierra, die Verlobte von Drew, ist soeben auf ihrem Platz eingetroffen und erkennt Em natürlich sofort als dieser flüchten will. Sie stellt sich Ted als Drews Verlobte vor, der ihr sagt, was für ein Glück sie hatte, wo sowohl sie als auch Emmett nur zustimmen können und wirft Ted scherzhaft vor, dass sie als ihm all die Frauen zu verdanken hat, die jetzt ihren Zukünftigen auf den Werbepostern ansabbern. Sierra lädt Emmett ein, nach dem Spiel in den Umkleiden vorbeizuschauen, doch der lehnt vehement ab, sie seien mit Freunden hier... „wir nehmen sie einfach mit!“ Als Carl dann zufällig hört, dass er sein Team treffen kann, hat Emmett natürlich keine Wahl mehr. Die Ironmen gewinnen, Drew lässt sich auf dem Feld bejubeln, und Sierra bittet alle, ihr zu folgen. Hunter wird Zuhause mit seiner Lieblingspizza, Ben in cooler Hip-Hop Mütze und vielen Fragen begrüßt: Wie ist dein Freund so? Eher der Streber? Eher der Sportler? „Beides.“ Hattet ihr schon Sex? „Nein!“ Oh das sei schon okay, sie seien ja alle schwule Männer, aber Ben betont, dass Hunter unbedingt die Verantwortung für safe sex trägt. „Mach dir keine Sorgen.“ Also, wann werden wir ihn treffen? Hunter, der inzwischen zusammengekauert auf der Couch sitzt, stottert vor sich hin, bevor er es ihnen endlich erklärt: „Leute, ich habe keinen Freund. Er ist kein Junge.“ „Aber wenn... wenn er kein Junge ist...“, beginnt Michael. „Dann muss er ja ein...“, schließt Ben und kann das ‚M’-Wort nicht mal aussprechen. Die unangenehme Stille, die folgt, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Drew Boyd begrüßt, umgezogen und (hoffentlich) geduscht seine Verlobte, die ihm Carl und Debbie vorstellt und ihn an Ted erinnert. Debbie erkundigt sich, wann die Hochzeit denn steigt. Einstimmig antworten sowohl Drew als auch Sierra: „Juni.“ Sie lächeln und küssen sich. Da entdeckt Drew allerdings auch Emmett, der ein wenig abseits steht, so weit im Hintergrund wie möglich. Sierra fragt Drew, ob er sich noch an Emmett erinnert und Em winkt Drew zu; der entschuldigt sich allerdings, er würde seinen Schatz jetzt gern mit nach Hause nehmen und... sich entspannen. Daraufhin küsst er Sierra tief. Emmett schaut ihnen schmerzerfüllt dabei zu. Brian ist in Pendergrasses Hotezimmer, sehr geräumig, sehr schön und offensichtlich auch sehr teuer. Pendergrass selbst ist im Bademantel und bietet Brian etwas Champagner an, während er sich zurückzieht, um sich umzuziehen. „Der Champagner ist wirklich...“ „...teuer“, unterbricht Brian Pendergrass, „220 Dollar, wenn ich mich nicht irre.“ Er bedient sich an Pendergrasses Kaviar, und fährt fort, er habe selbstverständlich über Pendergrasses „Angebot“ nachgedacht, aber bevor er Geschäfte mache, betreibe er ein wenig Recherche. „Und, was hast du herausgefunden?“ Brian lächelt. Dass Pendergrass ein höllischer Wohltäter sei... nur dass die Organisationen, für die er Geld machen sollte, meistens sehr wenig davon sahen, weil Pendergrass es ausgab – und die Partys würden übrigens auch nicht von Pendergrass, sondern von den Organisationen bezahlt werden. Pendergrass lacht immer noch charmant, was wolle Brian eigentlich von ihm? „Wenn irgendein Wohltäter in meine Stadt kommt und mich bedroht, dann ist es mein Recht, Fragen zu stellen – und Antworten zu bekommen.“ Zum Beispiel gab es einen Fall in Denver: die AIDS-Hilfe-Organisation verklagte Pendergrass, weil er sie durch seine Ausgaben um immense Summen gebracht haben sollte. „Das waren völlig legitime Geschäftsausgaben, mein Büro, Reisen...“ „Noch etwas Kaviar?“, unterbricht Brian höflich, „nein, danke ich - “, entgegnet Pendergrass und begreift erst wenige Sekunden später, was Brian meinte. Der schenkt sich nun doch ein Glas Champagner ein, um mit Pendergrass anzustoßen: „Ich werden auf jeden Fall sicherstellen, dass jeder Cent hier in Pittsburgh dorthin kommt, wo er hingehört.“ Melanie hält Gus gerade noch fest, der die klingelnde Tür öffnen wollte. Freudig wird Sam von Melanie begrüßt, der gekommen ist, um auf Wiedersehen zu sagen. Lindsay schlägt vor, ihn zum Auto zu begleiten, und fragt ihn vor der Haustür angewidert, wieso er noch einmal gekommen sei. Er habe doch sicher so viele Frauen gefickt, ohne auf Wiedersehen zu sagen! „Hey, du weißt ganz genau, dass das nicht einfach nur ein One-Night-Stand wie jedes andere war!“ Und dann sagt Sam etwas beinah Unglaubliches: „Komm mit mir.“ „Was?“ „Ich will, dass du mit mir kommst. Ich hatte schon viele Frauen, aber ich habe nie so etwas gespürt wie jetzt, wie mit dir...“ „Hör auf. Bitte!“ Lindsay erklärt ihm noch einmal, dass sie eine Familie hat, die auf der anderen Seite dieser Tür auf sie wartet! „Das ist, wer ich bin. Und selbst wenn ein winziger Teil von mir etwas Anderes wollen würde, würde ich mich trotzdem noch hier für entscheiden!“ Sam nickt, und küsst sei ein letztes Mal auf die Wange. Dann setzt er sich in sein Auto und fährt davon. Lindsay atmet auf. Debbie hält eine Melone in den Händen und schaut Carl, den Überbringer, etwas ungläubig an. „Wir haben gerade in einem Mordfall ermittelt, als wir an einem Obstladen vorbeikamen.“ „Nun... das ist wirklich... komisch, Carl, aber danke.“ Er scheint beinah verlegen: „Ich wollte dir irgendwie danke sagen. Dafür, dass du mich zu Spiel mitgenommen hast... und dafür, dass ich Drew Boyd treffen konnte.“ Debbie nickt halbherzig, ja, Drew Boyd sei schon etwas ganz Besonderes. „So wie du.“ Debbie schaut Carl überrascht an. „Weil du so eine gute Freundin bist meine ich.“ Sie nickt, und es sprudelt auf einmal aus ihr heraus: „Ich werde immer deine Freundin sein.“ Er nickt, und Debbie schlägt vor, mal wieder etwas freundschaftlich zu unternehmen... bowlen oder angeln oder... „Wie wär’s damit?“, fragt Carl, beugt sich zu ihr hinunter und küsst sie auf die Lippen. „War das ein freundschaftlicher Kuss?“, entgegnet Debbie. „Joa, könnte man so sagen.“ „Na, dann sollte er aber noch um einiges freundschaftlicher sein…“ Und dieses Mal nimmt er sie in die Arme und küsst sie mit Zunge, wie es sich gehört. Emmett liegt nackt im Hotelzimmer und wartet auf Drew. Es wird dunkler und dunkler draußen, aber er kann nicht schlafen, wälzt sich hin und her, schaltet den Fernseher ein, setzt sich auf die Bettkante... und wartet vergebens. „Glaubst du, es ist nur eine Phase?“ Michael liegt im Bett und starrt an die Decke, Ben liest neben ihm ein Buch. „Vielleicht hat er einfach noch nicht den richtigen Jungen getroffen.“ „Genau das haben meine Eltern gesagt, als sie herausgefunden haben, dass ich schwul bin“, entgegnet Ben. Hunter könne genauso wenig ändern wie sie, wer er ist. Michael scheint sich aber Sorgen zu machen: Sie könnten ihm doch bezüglich Frauen überhaupt keinen Rat geben, er habe ja noch nicht mal mit einer geschlafen! Ben legt das Buch weg und schließt die Augen, um zu schlafen, seinem Partner zugewandt, ein Arm um ihn gelegt. „Ich schon. Ein-, zweimal. Es war okay. Ich hab ‘nen Steifen gekriegt und es hat sich nie jemand über meine Leistung beschwert. Aber gleichzeitig dachte ich auch, warum machen da alle so die große Sache draus, ist doch nichts Besonderes.“ Michael kichert, das hätte ein Hinweis sein sollen. Sie könnten Hunter aber nie mit Jungen-Kram helfen. Ben stimmt dem zu. Sie können ihm nicht sagen, wie er den G-Punkt findet. Michael grinst, sie könnten ja Mel und Linds fragen, die wissen sicher bescheit - aber immer noch lässt ihn etwas Bedrückendes nicht los... „Glaubst du, Hunter würde es besser gehen, wenn er hetero Eltern hätte? Leute, die ihn verstehen?“ Ben schaut den Rücken seines Freundes an: „Wir verstehen ihn. Er ist immer noch Hunter, schwul oder hetero macht da keinen Unterschied.“ „Vielleicht nicht für uns... aber was ist mit ihm?“ Emmett und Ted sehen im Woody’s die Wiederholung des Footballspiels, und Emmett erzählt es seinem Freund endlich: „Drew Boyd und ich hatten eine Affäre.“ Ted lacht ihn selbstverständlich aus. „Ich meine es ernst.“ „Ach komm, erwartest du wirklich, dass ich glaube—“ Aber Emmetts stoischer Gesichtsausdruck ändert sich nicht. Ted weiß, dass sein Freund es tatsächlich ernst meint. „Wir trafen uns dreimal die Woche in einem Hotel. Ich habe ihm geschworen, dass ich es nie jemandem erzählen würde... aber jetzt ist es vorbei.“ Er macht eine lange Pause, sein Blick immer noch auf den Drew Boyd im Fernsehen geheftet: „Und das Schlimmste ist, dass ich angefangen hab, mich in den Hurensohn zu verlieben.“ Brian und Justin tragen tatsächlich Brians schwarzen Designersessel ins Hospiz. „Hey“, sagt Justin zu dem Leiter, „ich habe Brian dazu bringen können, seinen 2000-Dollar-Barzelona-Sessel zu spenden.“ „Jaaa, Sexverweigerung funktioniert schon seit Jahrhunderten.“ Doch der Leiter kann sich kaum freuen: Sie bräuchten zuallererst ein Dach über dem Kopf. Jeffrey Pendergrass sollte am gestrigen Abend an einem Meeting teilnehmen, tauchte jedoch nicht auf. Sie riefen sein Hotel an, er hatte ausgecheckt. Er schickte einen Brief, indem es hieß, die Spenden, die er bereits gesammelt hatte, deckten beinah, aber nicht ganz, seine Ausgaben. „Vorher hatten wir wenigstens Hoffnung. Jetzt ist uns nicht mal mehr das geblieben.“ Brian sagt nichts, sieht jedoch so aus, als würde ihm das alles sehr gegen den Strich gehen. Melanie zieht sich ihre Jacke an. „Wohin gehst du?“ Atemübungen für Schwangere, aber Lindsay solle sich nicht bemühen, Michael würde sich dort mit ihr treffen, er sei ein sehr guter Trainer. „Da bin ich mir sicher“, erwidert Linds, „aber was ist mit mir.“ „Ich dachte, du hättest etwas mit Sam in der Galerie zu tun.“ Lindsay starrt ihre Frau an: „Sam ist weg.“ „Aber nicht vergessen.“ Mel sagt Linds, dass sie ihre und Sams rührende Auf Wiedersehen-Szene durch das Fenster hindurch beobachtet hat. Er war ein Freund, ja? Ein Freund, der das Verlangen in Lindsay weckte, zu zeichnen, zu malen, sich auszudrücken... „noch was?“ Lindsay schweigt. Sie schaut Melanie schuldbewusst an, wieder zu Boden, aber bringt es nicht über die Lippen. Das muss sie auch nicht. „Du musst es nicht sagen. Ich weiß es. Man kann nicht neun Jahre mit jemandem zusammen leben und es nicht wissen.“ Linds setzt an, etwas zu sagen, aber Melanie unterbricht sie, sie will ihre scheiß Erklärungen nicht! „Ich wollte dir keine anbieten. Wichtig ist, dass das für mich wieder bestätigt hat, mein Platz ist bei dir. Das hier ist, wer ich bin. Ich gehöre zu dir, und zu Gus, und zu dem Baby. Ich wähle immer noch dich.“ Melanie schließt die Augen für den Bruchteil einer Sekunde, dann hat sie sich wieder gefasst: „Wie überzeugend. Aber ich weiß nicht, ob ich immer noch dich wähle.“ Mit diesen Worten verlässt sie das Haus. Lindsay steht in dem einsamen Flur. Ohne Worte. Ohne eine weitere Chance. |
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