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Die Storyboards des zukünftigen RAGE-Filmes erzählen uns davon, wie Zephyr und Rage verzweifelt versuchen, dem Land der Klone zu entkommen. Michael und Brian hingegen sind im... na? Richtig! Im Babylon! Man, damit werden aber viele Folgen begonnen. Wird das etwa langsam langweilig? Das scheint Michael zumindest zu finden. Er und Brian tanzen gut gelaunt, bis plötzlich alle Anderen um sie herum erstarren und Michael sich umschaut: Irgendwie ist es doch immer alles dasselbe; dieselben Typen, dieselbe Musik, derselbe billige Glitter, der von der Decke fällt... es sei doch alles nur eine Illusion, eine Lüge! Brian scheint das nicht so viel auszumachen. Er freut sich darauf, Justin endlich wiederzusehen. Der junge Mann ist immer noch in L.A. und arbeitet an Rage, und Brian will ihn am Wochenende einen Überraschungsbesuch abstatten. Als er im Backroom ist (und Todd gegrüßt hat, dem es mal wieder gut geht), telefoniert er mit Justin, der ihm verkündet, er müsse noch drei weitere Monate in Los Angeles bleiben. Brett spricht sogar schon von einer Fortsetzung von Rage! ... Brian sagt nicht, dass er Justin vermisst, aber diese Nachricht scheint ihn offensichtlich nicht zu erfreuen. Vier glückliche Eltern: Michael, Ben, Melanie und Lindsay schauen sich in dem Haus der beiden Frauen (scheinbar) glücklich ihre kleine Tochter an. Jenny Rebecca ist schon ordentlich gewachsen, aber immer noch ein kleines Baby. Melanie und Lindsay versichern Michael, dass sie nichts brauchen und alles unter Kontrolle haben; „Natürlich“, sagt Ben, nach all diesen Jahren funktionierten die beiden doch sicher wie eine gut geölte Maschine. Darauf freut er sich schon! Lindsay erzählt ihnen, nächste Woche sei ihr zehnjähriges Jubiläum, aber sie wollten nicht feiern – zu erschöpft. Erst als ihre Gäste gegangen sind lassen Melanie und Lindsay die Schauspielerei fallen. Sie werden ihren Freunden wohl bald erzählen müssen, dass sie kein Paar mehr sind und Lindsay schon seit JRs Geburt nicht mehr in dem Haus lebt. Debbie und Carl stehen auf der Straße und unterhalten sich darüber, in welchem Haus sie zusammen leben möchten: Carls oder Debs. Sie hatte zwar zugestimmt, dass sie ihr Haus eigentlich verlassen wollte, aber das war kurz nach Vics Tod gewesen, als sie all die schmerzhaften Erinnerungen hatte... aber jetzt... es sei eben einfach ihr Zuhause. Carl meint, es sei nach wie vor Debbies Entscheidung. Es wird also ihr Haus werden! Glücklich über diese Entscheidung betreten sie Debbies Haus... und finden Emmett auf der Couch vor, der sehr lauten Sex hat. Debbie scheint amüsiert und Carl... ja... Carl sieht nicht gerade wie eine fröhliche Hete aus. „Willkommen zuhause“, sagt Debbie ihm nur. Michael und Ben haben ein Problem mit ihren Nachbarn, denn die feiern ununterbrochen laute Sexpartys, sodass man sogar in ihrer eigenen Wohnung kaum das Wort des Anderen versteht. Michael fragt Ben, ob Mel und Linds auf ihn auch etwas angespannt wirkten und schlägt vor, die Jubiläumsparty für Melanie und Lindsay zu organisieren, wenn diese zu müde seien; Ben erwidert, er hoffe, sie wären an ihrem zehnten Jubiläum nicht zu erschöpft zum „Feiern“: Sie beginnen, sich in der Küche zu küssen. Hunter läuft an ihnen vorbei: „Ich dachte, sobald man verheiratet ist, fickt man weniger.“ Ben will ihn offensichtlich zurechtweisen, aber Michael zieht ihn einfach wieder zu sich. Ted (und seine allmählich immer größer werdende Wampe) hat gute Nachrichten für Brian, während dieser ihn die ganze Zeit darauf aufmerksam macht, dass er zunimmt: Kinnetik hat Brian im letzten Quartal so viel Geld eingebracht, dass dieser sich ruhig eine Kleinigkeit gönnen könnte. Du weißt schon, diese Extravaganz, der Luxus, den man sich nie richtig leisten konnte? Ein Ferrari? Ein Warhol? Oder ein Jet für Justin, damit dieser immer aus Hollywood zu ihm fliegen kann? Brian wird schon etwas finden, aber das Gerede über Justin scheint ihn nachdenklich zu machen.
Michael und Ben treffen sich mit zwei Freunden von ihnen, Eli und Monty, einem schwulen Pärchen, dass in der Vorstadt lebt und zwei eigene Kinder großzieht: Sie sind beide biologische Väter von jeweils einem, und beide Kinder haben dieselbe Mutter. Die Gegend, in der sie wohnen, scheint sich hervorragend gemacht zu haben: Geschwindigkeitsbegrenzungen, Sicherheit, ein Spielplatz... sie fragen Ben und Michael: „Habt ihr je darüber nachgedacht, umzuziehen?“ Im Fitnessstudio liest Emmett sich die Wohnungsanzeigen durch, denn er würde sowohl gerne sowohl sich als Debbie und Carl eine Szene wie in der vergangenen Nacht ersparen – auch wenn die beiden ihn nicht gebeten haben, auszuziehen. Ted steht neben ihm und isst fröhlich Müsliriegel, bis Emmett ihn darauf aufmerksam macht, dass Ted etwas... na ja... rundlich... ähm... robust... „fett wirst“, beendet Brian den Satz für ihn. „Fett?“ Darüber kann Ted nur lachen. Nach seiner Drogensucht war er ein Schatten seiner selbst, er lege einfach wieder etwas zu! Ted persönlich findet sich sehr sexy – und der Typ, der ihn vielsagend anschaut, scheint dasselbe zu denken. Ted folgt ihm, Emmett macht sich auf den Weg und Brian lädt Michael dazu ein, mit ihm die Situation im Dampfbad auszuchecken, aber Michael muss ablehnen, denn er erwartet einen Anruf von Brett. Und was tut Brian noch hier? Muss er nicht seinen Flug nach LA kriegen? Doch Brian erzählt ihm, dass er nicht zu Justin fliegen wird.
Die Storyboards von Rage erzählen uns mehr: Der bösartige Reverend Swineheart („Pater Schweineherz“) predigt Hass gegen alle Homosexuellen, während Rage hilflos gefesselt in den Katakomben über einem Feuer hängt. Aber JT ist auf dem Weg, ihn zu retten! Emmett bringt Michael all die Snacks und Gerichte vorbei, die er für Melanies und Lindsays Überraschungsparty vorbereitet hat. Ben hört nicht auf, anzumerken, wie klein die Wohnung doch sei und wie laut die Nachbarn und und und... Emmett sagt Michael, Ben habe schon Recht, auch wenn er den Nachteil an einer permanenten Sexparty nebenan nicht sehen kann. Doch Michael sei immerhin verheiratet, und hat einen Sohn – und eine Tochter ... aber Michael will nicht umziehen. Selbst wenn sie es wollten, dann müssten sie sich erst mal alle ihre Finanzen anschauen und sicher gehen, dass es auch klappt, ein Haus zu kaufen sei nicht dasselbe wie ein Sweatshirt! Brian und Michael schlendern an einigen Geschäften vorbei, Brian auf der Suche nach seiner „Kleinigkeit“. Michael lädt ihn zu Melanies und Lindsays Jubiläumsparty ein, aber Brian lehnt dankend ab – er könne sich niemals vorstellen, zehn Jahre lang denselben Schwanz zu lutschen. „Außer es ist Justins“, bemerkt Michael grinsend. Aber Brian schüttelt nur den Kopf: Justin wird aus L.A. nicht zurückkehren. „Was soll das heißen?“, fragt Michael, „das letzte Mal, als ich mit ihm gesprochen habe, sagte er, er würde nur länger bleiben... .“ „Er musste es nicht sagen. Erst sind es drei Monate, dann sechs – bevor du es weißt wird er ein Jahr dort sein, dann fünf. Und ich kann ihm keinen Vorwurf machen, er verbringt dort schließlich die beste Zeit seines Lebens.“ Und genau das scheint wahr zu sein, denn Justin wird in ebendiesem Moment von Connor gefickt. „Er hat mit seinem Leben weitergemacht – es ist an der Zeit, dass ich das auch tue“, endet Brian seinen Satz, und Michael ist offensichtlich genervt, aber hat auch Mitleid mit seinem Freund.
Melanie ist wirklich überrascht, als sie die Tür öffnet, und plötzlich alle ihre Freunde mit Essen und Blumen in ihr Haus stürmen. Mit der Ausrede, Lindsay sei mit Gus im Supermarkt verschwindet sie hastig ins Schlafzimmer und ruft ihre Ex-Frau an, denn—„sie veranstalten einen beschissene Überraschungsparty für uns!“ Brian ist mal wieder im Backroom des Babylons und scheint den blowjob zu genießen, als plötzlich die Lichter angehen. Na, da hat der Sex aber ganz schön viel von seinem Zauber verloren. Rufe werden laut, „macht das Licht wieder aus“, aber die tritt die Polizei ein und verkündet, der Club sei geschlossen. Alle gehen murrend, nur Brian lässt sich zu Ende blasen und dankt dem Polizisten, der auf ihn gewartet hat: „Ich werde dasselbe mal für Sie tun.“ Michael und Ben sind als Letzte übrig. Lindsay versucht, ihnen zu erklären, warum sie es ihnen nicht vorher gesagt haben, aber im Grunde genommen ist es unmöglich: Sie und Melanie greifen sich ständig an und bereiten jedem Satz des Anderen ein schnelles Ende. Michael erhebt seine Stimme schließlich: „Als ich zugestimmt habe, der Vater des Kindes zu sein, dachte ich, dass sie ein warmes Zuhause mit zwei liebevollen Müttern haben würde. Wer hätte gedacht, dass es alles eine befickte Lüge war?! Und wenn ihr wirklich plant, sie so aufzuziehen, mit irgendeinem Teilzeitbeschluss und ständigem Streit, dann hätten JR in erster Linie niemals geboren werden sollen!“ Ted schaut sich mit seinem neuen Freund alte Filme an, die dieser offenbar unsagbar heiß findet. „Der Geruch eines alten Mannes hat etwas“, sagt sein Freund, und riecht plötzlich an Teds Haut, „was mich so heißt macht... und die grauen Haare, die sich langsam durch das Schwarz hindurch kämpfen...“, er streichelt Teds Haar, „...und der runde, volle Bauch... willst du noch ein Stück Pizza?“ Aber Ted hat es die Sprache verschlagen.
Emmett, des Nachts tief in den Kühlschrank hinein gebeugt, hört, wie jemand sich nähert: „Shawn, Schätzchen, ich habe dir doch gesagt, du sollst in meinem Zimmer bleiben.“ Michael und eine seht gereizte Debbie regen sich gemeinsam im Diner über Melanie und Lindsay auf – und überraschenderweise lässt auch Brian sich auf einen Stuhl neben Michael sinken und stimmt mit ein: „Mein Herz ist gebrochen!“ „Oh ja“, fährt Michael fort, „vertrau niemals einem Paar Lesben!“ Brian fragt Michael, was zur Hölle die beiden mit der Schließung von Babylon zu tun hatten?! „Darüber regst du dich auf? Wen interessiert es schon, dass Babylon geschlossen wurde?“, fragt Michael ihn ungläubig einige Momente später, als sie eine Seitenstraße entlang zu Brians Auto laufen. „Mich interessiert es, wenn irgend so ein beschissener Clubbesitzer illegalen Aktivitäten nachgeht und deswegen der Club geschlossen wird!“ Und dass ihre beiden Kinder, Gus und JR, nun das Produkt einer zerrütteten Beziehung werden würden, das sei Brian egal? Der erwidert, er habe selten solche Dramaqueens wie Michael, Melanie und Lindsay gesehen. Erst ruft Lindsay ihn an und heult ihm einen vor, und jetzt auch noch Michael... „Moment“, unterbricht Michael, wirklich wütend, „du wusstest davon und hast es mir nicht gesagt?!“ „Sie hat mich darum gebeten, es nicht zu tun.“ „Das heißt deine Loyalität zu ihr ist wichtiger als unsere Freundschaft?!“ „Tu nicht so, als ginge es hier um uns, Michael, denn das tut es nicht.“ Aber Michael scheint etwas Anderes zu denken. In einem weiteren Storyboard schwebt JT scheinbar hilflos durch Raum und Zeit und fragt sich, ob er Rage jemals wiedersehen wird... auch Justin, der über sein Zeichenbrett geneigt steht, scheint nachdenklich. Er zückt sein Handy, um jemanden anzurufen, doch da wird er von Connor unterbrochen, der in seinem Rage-Kostüm sagt: „Ich habe versprochen, dich zu retten, JT.“ Justin lacht, und in dem körperengen silbernen Kostüm, das wirklich nicht mehr viel Raum für Fantasie lässt, sieht Connor unverschämt gut aus. Brett tritt jedoch auf einmal ein und bringt die Hiobsbotschaft: Die Produzenten haben soeben den Stecker gezogen. RAGE: The Movie ist vorbei. „Das können die doch nicht machen!“, erwidert Justin, aber sie können, und sie haben. Das Studio ist besorgt um das politische Klima, um jemanden, den sie in Washington verärgern könnten, um die Meinung von Eltern, um eine mögliche Abschreckung der Familien... stattdessen finanzierten sie nun „Die Passion Moses“. Brett schließt mit den für die folgenden Monate geradezu prophetischen Worten: „Schwul ist out. Gott ist in.“ Gus niest, als Lindsay ihn bei Melanie absetzt. Linds glaubt, er habe sich die Erkältung gestern Nacht zugezogen, und Mel meint, es sei ja auch Wahnsinn gewesen, ihn hier her zu zerren. „Du warst es, die mich angerufen hat“, entgegnet Lindsay. Melanie schnauzt sie an, sie hatte einen guten Grund, die Wahrheit weiter vor ihren Freunden zu verschweigen. Jetzt muss sie sich auch noch mit dem Scheiß der Anderen herumschlagen, nicht nur mit ihrem Eigenen und lehnt sogar Hilfe beim Wechseln von Jennys Windeln ab: „Geh einfach zur Arbeit!“ Lindsay bleibt im Türrahmen noch einmal stehen und sagt: „Es musste getan werden.“ Beinah verletzlich antwortet Mel: „Ich weiß... aber irgendwie... es zu sagen, und ihre Gesichter zu sehen... das hat es real gemacht.“ Und Lindsay antwortet Nichts. Was gibt es schon noch zu sagen? Ben und Michael spazieren mit Eli und Marty mit den zwei Kindern durch das „gute“ Viertel – anscheinend sind auch all die anderen Nachbarn schwul, und haben Kinder. Als sie ein Haus, das zum Verkauf steht, passieren, fragt das schwule Pärchen noch einmal, ob Michael und Ben denn nicht umziehen wollen, aber Ben antwortet, sie hätten es besprochen und würden erst einmal dort bleiben, wo sie sind. Michael jedoch bittet darum, die Nummer des Maklers aufzuschreiben – er hat sich dazu entschlossen, dass es an der Zeit für eine Veränderung ist. Ted stürzt ins leere Babylon, wo Brian ihn erwartet. „Ich habe mir die Kleinigkeit gekauft, von der du gesprochen hast.“ Erwartungsvoll sieht Ted ihn an. „Du stehst darin.“ Ted braucht ein paar Sekunden, dann blickt er Brian horrorerfüllt an: „BABYLON?! Ich habe gesagt ein ‚Spielzeug’, nicht das ganze Spielzimmer!“ Das sei ein sehr, sehr schlechtes Investment! „Und was wäre ein gutes Investment, Theodor? Zu heiraten und in den Vorort zu ziehen? Kinder aufzuziehen, Gott zu fürchten, seine Steuern zu zahlen? Ein weiterer wandelnder Geist zu werden, der einkaufen geht und seine Kinder zur Schule fährt? Das ist ihr Tod. Nicht meiner.“ Die Kamera folgt Brian, als er den Catwalk entlangläuft: „Ich bin ein Schwanzlutscher! Ich bin schwul! Und zu jedem, der mich bemitleidet oder hasst, sage ich: Beurteile dich selbst.“ Mit beiden Händen hält er das Geländer das Catwalks fest, während die Lichter des totenstillen Babylons um ihn herum tanzen: „Das ist, wo ich liebe. Das ist, wer ich bin!“ „Und Rage steht am Beginn einer neuen Welt und einer neuen Ära...!“ |
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