Queer as Folk - Episode 5.02

Nach Unten

Das Art-Department im Studio für den nun gestorbenen RAGE-Film wird leergeräumt: Auch Justin muss schweren Herzens mit mehr als nur zerstörten Träumen die Zeichnung von JT und Rage in seine Tasche packen und der Kinorevolution Lebewohl sagen.

Während Brian Ted Anweisungen gibt, wie das Babylon wieder hergerichtet werden soll, schauen sich Ben und Michael ihr Traumhaus an. Es wird lange dauern, das etwas heruntergekommene Gebäude wirklich zu ihrem Traumhaus zu machen, aber Ben ist optimistisch; und das Kinderzimmer könnten sie doch pink streichen oder die Wände mit Mikey-Maus-Tapete bedecken, so diskutiert das glückliche Ehepaar, während Brian Ted sagt, er wolle nächsten Freitag wiedereröffnen und der Darkroom bräuchte dringend eine neue Schicht schwarze Farbe und einen Kondom-Automaten. Wow. Zwei sehr verschiedene Welten.

Im Diner teilen Michael, Ted und Emmett wie immer die Sorgen ihrer Freunde: Michael ist immer noch wütend auf Melanie und Lindsay, während Emmett die Hochzeit des Produzenten der Channel 5 News organisieren muss – und dessen hysterische Braut hat sich kurzerhand dazu entschieden, sowohl Deko, Blumen, Kleidung als auch das Menü noch einmal komplett umzukrempeln – und Ted ist auf Diät. Es wird nicht gerade besser dadurch, dass der nur in enge, schwarze Unterhose gekleidete Traumtyp, der Flyer für die Wiedereröffnung das Babylons verteilt, Ted mit „Sir“ anspricht und bloß laut genug redet, damit Ted ihn auch gut hören kann. Brian gesellt sich zu ihnen und erzählt Michael von seinem Kauf des Nachtclubs. Sein bester Freund hält das zwar nicht für einen vernünftigen Weg, Geld auszugeben, lacht aber trotzdem.

Melanie und Lindsay erhalten von Michael einen Überraschungsbesuch, der sich bei ihnen entschuldigt, wegen dem Aufstand, den er veranstaltet hat. Melanie ist erschöpft und angriffslustig, weil sie die ganze Nacht lang wegen Jenny Rebecca wach war. Lindsay, die ihre Tochter im Arm hält, bleibt wie immer ruhig, selbst noch, als Michael verkündet, dass sie sich nun überlegen müssten, wie viel Zeit JR mit Lindsay und Melanie und Ben und Michael verbringen wird. „Ich bin ihr biologischer Vater!“ „Aber das ändert nichts daran, dass Linds und ich immer noch ihre Eltern sind“, antwortet Melanie. Ihre Position ist klar: Michael wird keine Zeit mit JR verbringen dürfen!

Emmett besichtigt mit dem zukünftigen Ehepaar, dem Produzenten von Channel 5 News und der Dramaqueen, den Austragungsort ihrer Hochzeit. Die Braut ändert noch einmal alle Pläne, von Musik über die Farbe der Taschentücher auf den Damentoiletten; als sie einen Moment allein zusammen haben, sagt der Produzent Emmett, er bewundere ihn wirklich und wisse nicht, wie er es aushalten würde. Emmett antwortet, dafür seien die Schwulen doch da: Um Heten gerade zu biegen.

Justin schaut Brett beim Packen zu, während der Regisseur mit seinem Manager telefoniert, schon auf dem Weg zu seinem nächsten Projekt. Brett versichert Justin allerdings, dass seine Leute weiterhin versuchen werden, RAGE an ein Studio zu verkaufen – der schwule Superheld lässt sich doch durch so einen lächerlichen Studiofuzzi, der nur an Profit denkt, nicht aufhalten! Außerdem könne Justin gerne noch für einige Zeit in Bretts Gästehaus wohnen, bis er etwas Anderes gefunden hat. Justin nickt und lächelt an den angemessenen Stellen – immerhin ist RAGE noch nicht ganz gestorben.

Michael erzählt Ben von seinem furchtbaren Treffen mit Melanie, und wie diese behauptet hat, Michael sei zwar der Vater, aber kein Elternteil. Ben sagt, das sei völliger Unsinn, aber sie müssten rational und ruhig bleiben. „Warum sagt mir das jeder?!“ Für Michael ist eines klar: Er und Ben können JR ein stabileres Zuhause geben als Melanie und Lindsay. Und er wird seine Tochter nicht einfach kampflos aufgeben.

Im Babylon ist alles für die große Eröffnung bereit: Brian, Ted und der neue Clubmanager Alfonso haben die Bude wieder in Stand gebracht, Go Go Boys geheuert und die Alkohollizens auf Kinnetik übertragen lassen. Auch Emmett ist da, um seine Freunde zu unterstützen. Seite an Seite warten die drei gespannt auf die Massen von Schwuchteln, die jede Minute durch die Tür stürmen wird... gleich muss es so weit sein... nur noch ein paar Sekunden...! Aber Babylons Eröffnungsnacht ist ein totaler Flopp. Nur ein paar vereinzelte Besucher kommen, und Brian ist gar nicht glücklich.

Justin trifft auf einer Party Connor James, der ihm sagt, das mit Rage sei furchtbar – in Hollywood gebe es eben einfach keine künstlerische Moral. Justin erzählt ihm, dass Brett den Film weiterhin nicht aufgeben würde. „Das ist unser Brett. Aber wenn hier etwas vorbei ist, dann ist es vorbei“, antwortet Connor nur, stößt noch einmal mit Justin an und verschwindet dann mit einem neuen Typen.

Brian sitzt deprimiert im Diner und erzählt Debbie von seinem Unglück: 12 befickte Homos sind zur Eröffnung des Babylons gekommen (auch noch alles hässlich) und er hat in einer Nacht 8000 Dollar verloren. Und wenn er sich nicht schnell etwas überlegt, werden es in dieser Nacht wieder 8000 Dollar sein – und die Nacht darauf noch mal 8000 Dollar. In diesem Moment betreten drei junge Männer das Diner, die offenbar die ganze Nacht im Poppers verbracht haben. „Poppers?“, fragt Debbie angewidert, „das ist ja älter als ich!“

Lindsay kommt mit Einkäufen nach Hause, um ihren Sohn abzuholen. Melanie ist immer noch erschöpft und aggressiv, weil JR wieder die ganze Nacht lang wach war. „Ich kann sie mal nehmen“, bietet Linds an, aber davon will Mel nichts wissen. „Ich komm schon klar.“ „Ich weiß.“ „Warum fängst du dann mit so was an?“ „Ich fange mit gar nichts an“, erwidert Linds müde, „ich wünschte nur wir könnten...“ „...wieder zusammen kommen?“, fragt Mel trocken. „Miteinander auskommen“, erwidert Lindsay und nimmt Gus auf den Arm, der sich nur widerwillig von seiner anderen Mutter trennen lässt, die gerade die Post durchschaut. „Scheiße!“, flucht Melanie, „dieser kleiner Wichser hat sich einen Anwalt besorgt!“

Michael erzählt Debbie von der Anwältin, einer Schwulenrechtsspezialistin, während er und Ben Carls Lieblingsstuhl in ihr Haus tragen. Debbie antwortet, sie sei froh, dass Michael für sein Recht eintrete, fände es aber schade, dass es so weit kommen musste. „Sie haben mir keine Wahl gelassen. Und wir können sicher ein besseres Zuhause für JR sein als zwei alleinerziehende Mütter.“ Da geht Debbie an die Decke: „Hast du gesagt, alleinerziehende Mütter? Ich war eine alleinerziehende Mutter!“ Sie sagt ihnen, dass nicht jeder das Glück hat, einen Partner an seiner Seite zu haben, dass nicht jeder Zuhause bei seinem Kind bleiben kann; dass manche Leute den ganzen Tag und die ganze Nacht arbeiten müssen um genug Geld zu verdienen, sodass ihre Kinder Jeans und Walkmans haben konnten, genauso wie alle anderen Kinder! Aber dass sie gerne jedes nur mögliche Opfer für ihre Kinder gebracht haben! „Und wenn ihr glaubt, dass ihr es besser machen werdet, dann kann ich nur sagen: Schön für euch.“

Ted Friseur sagt ihm, er erkenne ihn gar nicht mehr wieder, nachdem er so viel zugenommen habe! Und er hat noch eine gute Nachricht: Ted verliert Haare. Ein älterer Kunde im Salon sagt Ted, der beinah an einer Herzattacke stirbt, es solle aufhören, sich selbst zu bemitleiden und sein Alter zu akzeptieren. „Und dann?“, fragt Ted, „dann soll ich sterben?“ „Das, oder nach Palm Spring ziehen, einen Martini trinken und die mexikanischen Jungen anstarren.“ Der Friseur rollt mit den Augen und fragt Ted, was sie denn mit seiner Frisur machen sollten.

Es ist endlich so weit: Der Produzent Don und die Dramaqueen heiraten! Emmett will sie gerade nach draußen zum Altar führen, da toasten sich Braut und Bräutigam noch einmal zu, Don mit einem wunderbaren Trinkspruch: „Von jetzt an wirst du meine Morgennachrichten, meine Abendnachrichten und meine speziellen Nachrichten zwischendurch sein.“ Sie ist so gerührt, dass sie den Wein über ihr Oberteil schüttet. Sie fängt an zu kreischen, er ist entsetzt, nur Emmett weiß, was zu tun ist: Er nimmt kurzerhand das Oberteil der Braut, führt die beiden in die Küche und wirft es dort in einen großen Suppentopf gefüllt mit zwei Flaschen Wein, während das Brautpaar ihn anschreit.

Brian spielt in Lindsays Wohnung mit Gus, während Lindsay ihm von ihren Sorgen erzählt: Jetzt, wo Michael eine Anwältin hat, wird es so enden, dass Lindsay übergangen wird. Das Gericht wird sagen, Lindsay habe kein Recht, Jenny Rebeccas Mutter zu sein. Brian fragt seine Freundin, ob sie Geld brauche. „Ich brauche kein Geld. Ich will, dass du mit Michael redest. Du bist sein bester Freund.“ Brian antwortet nicht, sondern hebt zusammen mit seinem Sohn einen Spielzeugzug wieder auf die kleinen Gleise. „Schau mal, Gus, wir bringen das hier schon wieder in Ordnung.“

Emmett föhnt das nun vollständig rosa gefärbte Hemd und gibt es dann der Braut, greift noch zwei rote Blumen aus dem Strauß eines vorbeigehenden Dekorateur und das Outfit ist perfekt. Das Brautpaar kann ihm gar nicht genug danken, sie halten ihn für ein Genie. Er sagt, das sei alles nur seine Tante Lula gewesen; sie habe auf ähnliche Weise einmal seine weiße Sonntagshose gerettet. „Das ist die Feen in mir: etwas Furchtbares in etwas Wundervolles zu verwandeln. Und ihr beide lauft jetzt zum Altar und lebt glücklich bis an euer Lebensende.“ - und zückt auch schon das Taschentuch.

Im Poppers steigt die Party! Emmett sagt seinem neuesten Trick, sie müssten zu ihm nach Hause gehen, weil das Poppers ja keinen Darkroom hat. „Babylon hat aber einen“, sagt Brian, der überraschenderweise auch in dem Club ist. Emmett tut es natürlich Leid, aber... „es ist nicht meine Schuld, dass die Herde weitergezogen ist. Alle heißen Typen gehen jetzt hierhin.“ Da erspähen die beiden einen Loser auf der Tanzfläche: platin-blonf gefärbte Haare, Kleidung, die viel zu jung für ihn ist... so ein Idiot der das Altern nicht akzeptieren kann. Das Licht wird für einen Moment heller – es ist Ted! Brian geht auf ihn zu: „Auch hier, Theodor?“, fragt er ihn ironisch, und meint dann, Ted solle die Leute zurück ins Babylon bringen, anstatt sie mit seinem Aussehen abzuschrecken.

Justin kehrt ins Loft zurück und erspäht Brian, der auf seinem Bett einen Typen fickt, schon beinah fertig. Als beide dann schließtlich gekommtn sind, grinst Brian Justin an und fragt atemlos: „Wie war dein Flug?“ Und Justin kann sich das Lächeln einfach nicht verkneifen. Er ist endlich wieder Zuhause!

Debbie besucht Melanie, um sich um JR zu kümmern, welche ununterbrochen schreit. Sie hält das Kleinkind im Arm und versorgt es mit einer Wärmflasche, als Melanie vorsichtig sagt, sie verstehe, dass Debbie ihre Enkeltochter sehen möchte und sei dankbar für ihre Hilfe, aber bis diese ganze legale Sache geregelt sei... „Für mich ist die Sache geregelt. Ein Kind gehört zu seiner Mutter. Vielleicht sehe ich das so, weil ich auch eine Mutter bin. Eine alleinerziehende Mutter.“ Melanie bedankt sich, dass Debbie auf ihrer Seite ist, aber die widerspricht: Sie sei nur auf einer Seite, nämlich JRs.

Justin sitzt mit Ted, Emmett, Debbie, Ben und Michael im Diner und erzählt ihnen von Hollywood: Niemand bemerke dich, wenn du kein großes Projekt hatte, alle seinen oberflächlich, du könntest niemandem vertrauen und sogar all die perfekten heißen Typen seien nach einiger Zeit einfach nur langweilig. Es tue ihm gar nicht so Leid, dass RAGE niemals ein Film wurde, denn am Ende hätten sie den Superhelden ja doch hetero gemacht. „Und was willst du jetzt machen?“ Justin zuckt nur mit den Schultern, er habe noch nicht darüber nachgedacht. Debbie küsst seine Wange; Hauptsache, Justin sei Zuhause, wo er hingehöre, und er könne jederzeit seinen Job im Diner wieder haben! Ted isst genüsslich ein Stück Kuchen und fragt Justin dann: „Also, willst du dir bevor wir Kaffee trinken die Kehle aufschneiden oder nachher?“

Emmett holt sich den Scheck bei Don ab, der ihm aber noch etwas zu sagen hat: Er habe ihn die ganze Zeit lang beobachtet und... „ich will dich, Emmett.“ Aber natürlich nicht für Sex, sondern als Channel 5s neuer „Queer Guy“! Emmett soll seine eigene Sendezeit in den Nachrichten bekommen um mit den Zuschauern etwas von seiner „Fee“ zu teilen! Ein paar Tipps zu Dekoration, Mode und Kochen zu geben! Einfach die schwule Sicht der Dinge zu präsentieren. Und wenn auch zuerst zögerlich fühlt Emmett sich doch sehr geschmeichelt und zuletzt lacht er sogar aufgeregt.

Michael und Brian treffen sich im Babylon. „Das mit deinem Baby tut mir Leid“, sagt Brian. „Was, Jenny Rebecca?“ „RAGE.“ „Oh. Na ja, ich habe im Moment andere Sorgen.“ Und da kommen sich auch schon zum Punkt: Brian sagt Michael, er möchte, dass dieser Melanie und Lindsay nicht einen Anwalt auf den Hals jagt, weil die beiden genug Probleme hätten. Denn sonst würde Lindsay am Ende ohne Rechte da stehen. „Na ja, daran hätte sie vielleicht denken sollen, bevor sie Melanie betrogen und mich angelogen hat“, erwidert Michael und fragt Brian, wieso ihn das überhaupt interessiert; „weil ich Gus’ Vater bin.“ „Ja, klar, du musstest erst ein Ei verlieren bevor es dir überhaupt aufgefallen ist!“ Brian antwortet nichts, sondern sieht Michael einfach nur an, als würde ihm plötzlich was über Michael klar werden. Michael entschuldigt sich, beharrt aber darauf, dass Jenny Rebecca besser bei ihm und Ben in einem stabilen Familienleben aufgehoben sei als bei zwei streitenden Lesben! „Wann hast du dich verändert?“, fragt Brian plötzlich. „Wann bist du dieser verurteilende, überhebliche Heilige geworden? Du und der Professor heiraten in Kanada und das gibt dir das Recht das Leben aller anderen zu beurteilen?“ „Die Frage ist nicht, wann habe ich mich verändert, die Frage ist, warum hast du das nicht getan!“, erwidert Michael, „wann wirst du endlich aufhören, ein viel zu alter Clubjunge zu sein und endlich erwachsen werden?!“ „Ah, jetzt bin ich also auch das Objekt deiner Missbilligung. Mikey, es gibt auch einen Nachteil an deiner perfekten Hochzeit, und der heißt schwule Scheidung. Schwuchteln und Lesben können ihr Leben genauso verscheißen wie alle anderen auch.“ Michael erwidert lediglich, er tue einfach nur das Beste für seine Tochter und beschütze seine Rechte. „Es tut mir Leid, dass du das nicht so sehen kannst.“

Ted steht sehr kritisch vor seinem Spiegel, befingert seine Haut, seine Haare und seinen Bauch. Da betritt zum Glück Emmett seine Wohnung, um ihm von den guten Neuigkeiten zu berichten: Er ist Channel5s neuer Queer Guy! Er wird Pittsburgh zeigen können, wie man fabelhaft ist! „Du kannst mit mir anfangen“, antwortet Ted und beklagt sich bei seinem Freund über seine Falten, seine Haare, sein Gewicht... Emmett zieht ihn vor den Spiegel und fordert ihn dazu auf, sich selbst anzusehen, aber sein wirkliches Selbst: Das Selbst, das Crystal besiegt hat, am Liberty Ride teilgenommen hat, einen super Job hat – „du hast dein Leben umgekrempelt, Ted! Und darauf solltest du sehr, sehr stolz sein.“ Ted stimmt ihm zu, und Emmett macht sich wieder auf den Weg, um ins Fitnessstudio zu gehen und dann seinen Schönheitsschlaf zu bekommen – Studiolichter seine ja so gnadenlos, zeigen jede Falte und machen dich fünf Kilo schwerer. Sobald er gegangen ist greift Ted zum Telefon und bittet um einen Termin bei einem Arzt.

Melanie besucht Michael in seinem Comicbuchgeschäft. „Mein Anwalt hat gesagt, ich soll nicht mit dir reden“, sagt er als Begrüßung, aber Mel meint, sie könnten sich doch sicher auf etwas einigen, sie seien immerhin Freunde, Familie. Niemand bestreite, dass Michael ein Teil von JRs Leben sei, aber jetzt gerade muss Mel sie doch sogar noch selbst füttern, aber später... wenn Jenny Rebecca vier oder fünf Jahre alt ist, dann könnte sie sicher Zeit mit Ben und Michael verbringen, das sei sehr vernünftig. „Wie dumm glaubst du, bin ich? Erst sagst du mir, ich habe keine Rechte, was nicht stimmt, dann willst du, dass ich so einem lächerlichen Plan zustimme.“ „Du weißt eben einen Scheiß darüber, wie man ein Kind erzieht!“, erwidert Mel wütend, „Das sagt sogar deine eigene Mutter!“ Michael knallt die Comics, die er in der Hand hält, auf den Tisch: „Ach ja? Tja, mir ist es scheiß egal, was meine Mutter sagt! Ich werde klagen und ich werde das halbe Sorgerecht für Jenny Rebecca bekommen!“

Brian und Justin sind schon wieder gut dabei: Sie ficken im Loft, in allen möglichen Stellungen. Als sie dann endlich ausgelaugt aufs Bett fallen, Arme und Beine über- und untereinander, fragt Brian, ob das alles war, woran Justin sich erinnern konnte „Besser. Und bei dir?“ Brian zuckt grinsend mit den Schultern und antwortet in beiläufigen Ton, es sei ok gewesen. „Nur ok?“ Justin spielt mit, stützt sich auf seine Arme und setzt sich dann auf Brians Bauch, „Es war großartig. Sag, dass es großartig war!“ Er beginnt, Brian zu kitzeln und zu küssen, der lacht, versucht ihn abzuwehren und schließlich ruft: „Okay, okay, es war großartig!“ Justin rollt von ihm herunter, sodass sie sich anschauen, und Brian sagt es noch einmal. „Es war großartig.“ Und nach einigen Sekunden: „Ich dachte, du kommst nie mehr zurück.“ „Hab’ ich mir gedacht.“ „Warum solltest du auch?“ „Ich habe keine Ahnung“, antwortet Justin und steht auf, um ins Badezimmer zu gehen. Als er zurückkehrt raucht Brian eine Zigarette und schaut sich eines von Justins Storyboards an. Er merkt, das Justin etwas auf dem Herzen liegt und fragt: „Was?“ Nach einigem Zögern rückt sein junger Geliebter schließlich mit der Wahrheit heraus: Er hat allen erzählt, wie furchtbar es in LA gewesen sei, aber tatsächlich habe er es geliebt. Es war so aufregend. Sie hätten die Welt verändert, den ersten schwulen Superhelden erschaffen! Und jetzt sei alles vorbei. „Und du bist zurück“, fügt Brian hinzu, „das muss eine ziemliche Enttäuschung sein.“ Justin lässt sich Zeit mit seiner Antwort, dann küsst er Brian zärtlich: „Pittsburgh hat immerhin noch eine Sache, die es in Hollywood nicht gibt... wenn dein Angebot noch gilt...?“ Brian lächelt, und beugt sich nach einer kurzen Pause hinunter zu seiner Kleiderkommode. Langsam öffnet er eine der Schubladen. Sie ist leer.

“Never know how much I love you
Never know how much I care
When you put your arms around me
I get a fever that’s so hard to bear
You give me fever
When you kiss me
Fever when you hold me tight
Fever in the morning, fever all through the night.”
(Superpitcher – Fever, Endlied)



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Text & Screencaps © QaF Germany
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