Queer as Folk - Episode 5.06

Nach Unten

Das gute alte Babylon, wie immer ein Platz für die männlichen Götter Pittsburghs mit ihren Six-Packs und halbnackten Ärschen – und für Emmett, Justin, Ted und Brian. Ted hat es seit seiner Operation wild getrieben und sich jeden Tag der Woche einen heißen Kerl nach dem Anderen geangelt. Aber auf einmal entdecken sie jemanden, der die Schönheit all der anderen Männer noch überschattet: Ein neuer Typ im Babylon, blond, im schwarnzen Tang Top, sexy, selbstbewusst – und Brians neue Beute, sehr zu Justins offenem Missfallen. Brian schubst Ted vielsagend zurück und folgt dem jungen, heißen Mann in den Backroom. Dort stellt er sich einfach zwischen ihn und irgend so einen anderen Typen, der sich sofort zurückzieht, als er Brian sieht. Deswegen steht er mit dem neuen Kerl allein und lässt langsam seinen Zeigefinger dessen Brust hinuntergleiten. Mein Gott, er bekommt ja auch wirklich jeden, den er will!
Oder auch nicht. Denn gerade, als seine Hand den Schoß des neuen Mannes erreicht hat, packt der plötzlich sein Handgelenk, entfernt es von seinem Körper und lässt Brian stehen.
Das ist ein sehr, sehr schlechtes Zeichen.

Justin und Michael schauen sich in seinem und Bens Haus das Titelbild für das neueste RAGE-Comic an: Rage und JT werden heiraten! Auf einem Planeten, wo, nicht wie Pennsylvanien, Homo-Ehen legal sind. Michael lädt Justin zu ihrer Hauseinweihungsfeier ein, der sagt, er würde gerne kommen... und Michael und Ben einen beinah eifersüchtigen Blick zuwirft, als die beiden sich liebevoll küssen. Da tritt auch Hunter ein, der eigentlich um sechs hätte Zuhause sein müssen, aber er habe noch mit seinem Partner für die morgige Debatte geübt. „Immer, wenn ich das gesagt habe, dann war ich eigentlich draußen und habe gekifft.“, verkündet Justin grinsend. Hunter meint, die Diskussion würde vor der ganzen Schule stattfinden und handelt von der Todesstrafe. Er sei voll dafür. „Ich sage, grill die Wichser!“ „Jetzt weißt du, warum wir so stolz auf ihn sind, oder?“, fragt Michael Justin amüsiert.

Emmett stellt dieses Mal als Queer Guy vor, wie viel hübscher Mann aussieht, wenn man sein fortschreitendes Alter akzeptiert und anstatt ihre Halbglatze zu überkämmen, diese stolz zur Schau trägt. Sogar seine Kollegen mögen ihn inzwischen sehr und der Produzent Don erzählt ihm hocherfreut, wegen ihm seien die Quoten um zwei Prozent gestiegen! Jetzt wolle angeblich jeder Fernsehsender die schwule Sicht der Dinge, Channel 1 habe eine Transsexuelle für den Wetterdienst angeheuert. Außerdem gibt er Emmett einen großen Stapel Fanpost und erinnert ihn an sein Treffen am folgenden Tag, wo er seinen Fans Autogramme geben soll. „Leute die Schwuchteln hassen, lieben dich!“, sagt Don Em mit einem Schulterklopfen.

Debbie liegt krank auf ihrem Sofa und wird von Carl mit Frühstück und besorgten Blicken verwöhnt, aber es scheint ihr nicht recht zu helfen. „Was, wenn es die Vogelgrippe oder BSE ist?!“ Sie scheint müde und gleichzeitig aufgeregt, denn offensichtlich kann ihr kein Arzt sagen, was genau sie hat. Deswegen möchte sie heute auch noch mal zu einem neuen Arzt gehen, sich die vierte Meinung anhören. Carl möchte sie schon fahren und die Arbeit ausfallen lassen, aber das lässt Debbie nicht zu: Dann würde sie sich nur noch schlechter fühlen, weil sie ihn von der Arbeit abhalten würde! Nachdem er ihr das Versprechen abgenommen hat, sie würde ihn sofort anrufen, wenn sie etwas von dem neuen Arzt hört, lässt Carl sie allein.

Im Fitnessstudio verteilt Emmett fleißig pinke Flyer, die für sein morgiges „Fantreffen“ werben, wo er Autogramme schreiben und kostenlose Tipps verteilen wird! Ted, der ebenso tüchtig Gewichte stemmt, erklärt er, es sei beinah ein heiliger Auftrag, die armen Seelen in dieser Stadt zu retten. Da erspähen sie beide einen heißen Typen – aber nicht den aus dem Babylon, sondern Troy, der Ted aus Mitleid während Pride vor drei Jahren gefickt hat! So sehr war Ted noch nie in seinem Leben erniedrigt worden... und er will Rache!

Ben ist auf dem Weg zu Hunters Schule und telefoniert mit Michael: „Nein, ich werde ihn nicht nervös machen... ich werde in der hintersten Reihe sitzen, er wird überhaupt nicht wissen, dass ich da bin!“ Vor der Schule fragt er Callie, wo die Aula sei, er wolle sich nämlich die Debatte seines Sohnes anschauen. Callie beschreibt ihm zwar den Weg, sagt aber auch, dass heute keine Debatte stattfindet und fragt ehrlich besorgt, ob es Hunter gut gehe. „Er war die ganze Woche lang nicht in der Schule.“ Ben stottert, er habe Hunter wohl missverstanden und es sei alles in Ordnung. Aber jetzt stellt sich natürlich die Frage, wo Hunter denn war und wo er jetzt gerade ist. Und die Antwort ist ja beinah offensichtlich.

Emmetts Fantreffen ist ein voller Erfolg: er stellt einem heterosexuellen Mann ein Outfit zusammen, dessen Frau sich bei ihm dafür bedankt, dass er ihren Mann dazu gebracht hat, sich eine Glatze zu rasieren – seitdem lasse sie ihn kaum mehr aus dem Schlafzimmer! Emmett zieht sich kurz „backstage“ zurück, wo Lindsay und Ted ihm gratulieren – und sogar Brian ist hier. Ja, auch er sei stolz auf Emmett – stolz darauf, dass er eine weiteres schwules Fernsehunikat zu seinen Freunden zählen kann; mit anderen Worten, jemand, der nicht bedrohlich, sexlos sei und keine Eier hätte. „Meine Fans lieben mich“, erwidert Emmett. „Weil du soooo niedlich bist. Aber würden sie dich auch lieben, wenn sie wüssten, dass dir in den Arsch gefickt wirst und du es genießt?“ Emmett schnaubt nur, er könne Brian ja gar nicht sagen, wie viel es ihm bedeutete, dass er hier sei. Brian legt ihm eine Hand auf die Schulter, die aber sofort von einer alten Dame entfernt wird, die sich durch die Security gekämpft hat und ruft: „Sie sind ja soooo niedlich!“ Brian erinnert das schmerzhaft an den heißen neuen Mann im Babylon, der ihn abgewiesen hat, und Emmetts Hochstimmung fällt auf einmal in sich zusammen. Könnte Brian Recht haben?

Als Hunter mal wieder zu spät nach Hause kommt entschuldigt er sich wieder damit, er sei im Diskussionsclub gewesen, und das neue Thema sei... „...Geheimnisse und Lügen?“, fragt Michael verbissen. „Wir wissen, dass du nicht in der Schule warst.“ Ben, der es eher ruhig angehen lassen wollte, wirft Michael einen vorwurfsvollen Blick zu. Hunter meint, er wolle nicht darüber reden, aber sie müssten doch reden, erwidern seine Eltern! Es gebe sicher eine Lösung für alles! Aber Hunter sieht das nicht so. Sein Lebens war bis jetzt scheiße. Und er würde ganz sicher nicht zurück zur Schule gehen, denn wenn ihn alle seine Mitschüler anstarren wie einen Drecksack dann fühle er sich auch so. Abwechselnd versichern im Michael und Ben, er sei kein Drecksack, sondern ein mutiger, intelligenter, lustiger, wundervoller Mensch, er sei ihr Sohn und sie würden ihn lieben und sie wissen, was er durchmacht! Hunter schüttelt als Antwort den Kopf: „Ihr habt keine Ahnung.“

Justin und Brian sitzen im Woody’s, Brian sehr nachdenklich und offensichtlich bei dem Versuch, sich zu betrinken, während Justin in einem Katalog nach einem Geschenk für Bens und Michaels Hauseinweihungsfeier sucht. Er verlangt nach Brians Hilfe, der sehr unhöflich ablehnt. „Was ist dein Problem?!“, erwidert Justin gereizt. „Ich habe kein Problem, ich bin eine problemfreie Zone.“ „Wirst du’s mir sagen oder nicht?“ „Nein.“ „Schön.“ Justin ist deutlich sehr genervt von Brian, der es noch ein bisschen hinauszögert: „Du würdest es sowieso nicht verstehen. Dafür bist du zu jung.“ Als Justin ihn jetzt beinah wütend dazu auffordert, er solle ihm verdammt noch mal sagen, was passiert ist, erzählt Brian, wie er dem Typen gefolgt ist und ihn beinahe hatte... bringt dann aber den Rest nicht über die Lippen, doch Justin begreift schon. „Mein Gott...“, er legt ihm ironisch-tröstlich eine Hand auf die Schulter, „...wenn’s dich irgendwie tröstet, du bist immer noch der heißeste Mann in Pittsburgh.“ Er bringt offensichtlich wenig Verständnis für Brians Problem auf: „Jetzt hilf mir mit diesem Geschenk.“ Aber Brian sagt, er wird nicht zu Michaels Party gehen.

Debbie erwischt Carl und Emmett stöhnend über den Küchentisch gebeugt. „Was zur Hölle...?!“ Da entfernt Emmett den Wachsstreifen von Carls Rücken, der ihm nur für sein nächstes Segment geholfen hat und vor jammernd vor Schmerzen die Küche verlässt. Debbie fühlt sich immer noch schlecht, obwohl das Thermometer sagt, ihr ginge es einwandfrei und auch die Ärzte denken, sie ist bei bester Gesundheit. Emmett stellt ihr eine überraschende Frage: „Findest du mich sexy?“ Denn Brian habe ja behauptet, die Leute würden den Queer Guy nur mögen, weil er nicht bedrohlich ist. Und Brian habe ja schon irgendwie Ahnung... „Ach Quatsch!“, erwidert Debbie bestimmt. Obwohl sie ihm zugestehen muss, dass es einem heterosexuelles Publikum natürlich unangenehm sein würde, zwei Männer beim Küssen zu sehen... und noch mehr so beim Sex. „Auch das hat Brian gesagt. Aber weißt du was? Ich glaube, es wird Zeit, dass mein Publikum darüber hinwegkommt.“

Troy kommt im Fitnessstudio auf Ted zu und sie beginnen eine Unterhaltung. „Ich kenne dich von irgendwoher...“, überlegt Troy, Ted schon nervös, „...ach ja, South Beach! Wir haben uns da getroffen... .“ Ted atmet aus, er sei noch nie da gewesen. „Würdest du denn wollen?“, antwortet Troy. „Nach South Beach gehen?“ „Nein. Dich mit mir zu treffen.“ Ted dreht sich zu Troy um und blickt ihn abschätzend an.

Brian trifft sich in einem Restaurant mit einer Kundin, die eine neue Anti-Aging Creme für Frauen über 35 vermarkten möchte, denn ab diesem Alter sei man für Männer praktisch unsichtbar. „Und Sie wollen sie wieder sichtbar machen“, antwortet Brian, während er einen Mann – den Mann aus dem Babylon, der ihn abgelehnt hat – nur diesmal in Anzug. „Sie Männer haben so ein Glück, dass Sie sich damit nicht rumärgern müssen.“ „Seien Sie sich da mal nicht so sicher“, antwortet Brian, beeindruckt die Kundin noch mit einem spontanen Namen für die Creme und entschuldigt sich dann – denn der heiße Typ ist aufgestanden und auf die Toilette gegangen, wohin er ihm folgt. Brian stellt sich an das Pissoir neben ihn und sie messen sich gegenseitig nur mit Blicken... doch der junge Mann schaut nicht mal an Brian runter und schon wieder lässt er ihn stehen.

Debbie trifft sich mit Melanie im Diner und hält ihre Enkeltochter glücklich im Arm, froh, dass dieser ganze Sorgerechtsunsinn endlich vorbei ist. Kiki, die Kellnerin, steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch während Debbie Mel erzählt, dass es ihr schlecht ginge, aber jeder Arzt sie als gesund bezeichnen würde. Sie habe ja kaum die Energie gehabt, um ins Diner zu kriechen! Als Kiki dann wirklich fast ohnmächtig wird steht Debbie resolut auf und hat innerhalb von einer Minute den ganzen Diner im Griff und alle Klienten zufrieden gestellt. Melanie grinst, als sie Debbie ihre Krankheit verkündet: BFM. Bored out of your fucking mind. Einfach nur tödlich gelangweilt.

Für sein neues Segment braucht Emmett nur zwei Requisiten: Ein Paar Boxershorts und ein Paar engerer Unterhosen. Er verkündet den heterosexuellen Jungs lautstark, die Boxer könnten sie vergessen, während die engeren Unterhosen sie weit bringen würden. Er drückt sich zwar nicht so offen aus, sagt aber im Grunde genommen, es würde ihren Arsch und ihren Schwanz betonen und lässt durchblicken, dass er sich da selbst keine Sorgen machen müsste. Seine Kollegen sind geschockt und Don der Produzent fragt ihn, wieso er das Thema seines Segment geändert habe: „Tja, heiß-wachsen ist notwendig, aber es ist nicht sexy“, begründet Emmett locker, bis Don ihm sagt, er solle sich besser eine Arbeitslosenversicherung anschaffen. Denn wenn er noch einmal seine Unterwäsche zeigte, oder den Zuschauern mitteilte, er habe einen großen Schwanz und einen geilen Arsch, oder über sein Sexleben redete, oder auch nur irgendetwas anderes versuche als Heten in Metrosexuelle zu verwandeln, dann sei er gefeuert! „Bleib bei Kochen und Blumen!“

„Bleib wenigstens für eine Stunde“, bittet Justin Brian, als sie vor Michaels Tür stehen, aber der sagt, er würde sich auf einen Gastauftritt beschränken, immerhin müsse er ja noch zu seiner Sexparty. Michael begrüßt sie freudig, und in dem Haus steigt tatsächlich schon die Party: Ben filmt Monty, Eli und Debbie, die ihnen alles Gute für das neue Haus wünschen, und Deb sagt Carl, es sei erstaunlich, was aus dieser Nachbarschaft geworden sei: Vorher seien es nur Puffs und Saunen gewesen. Auch Melanie ist mit Jenny Rebecca gekommen und bedankt sich bei Michael für die Einladung, trotz allem, was vorgefallen sei. „Wir sind doch immer noch Familie, oder?“, sagt Michael schlicht und gibt mit seiner Tochter an, die alle unheimlich süß finden. Hunter sitzt allein auf der Treppe, während Ted verkündet, er wird Troy den Fuck seines Lebens geben und ihn dann fallen lassen. Brian „lobt“ Emmett für sein Segment und fragt, ob er schon gefeuert sei, aber Emmett erwidert, ganz im Gegenteil, sein Produzent habe gesagt, es sei Zeit, dass sie Schwule als komplette und sexuelle Menschen zeigen. Lindsay und Melanie stehen am Buffet und erinnern sich lachend an ihre eigenen Hauseinweihungsfeier, vor der die Toilette noch spontan ausfiel und ungefähr 100 Lesben im Hinterhof in die Büsche pinkelten – die Stimmung zwischen ihnen ist schon besser.
Michael und Ben verkünden in einer kleinen Rede nicht nur ihr Glück über das neue Haus, sondern verteilen auch das neueste RAGE-Comic: „Rage und JT heiraten!“ Monty und Eli sagen fröhlich, es sei ja Zeit, dass diese beiden Superhelden sich endlich niederlassen und eine Superfamilie gründen. Brian hingegen erzählt Michael, wie er in einer Arztpraxis das idyllische Bild zweier Kinder in Hochzeitskleid und Anzug gesehen habe, kurz bevor die Schwester ihm mit einer Nadel in den Finger stach. „Und seitdem hast du eine Abneigung gegen Heirat? Nur weil es nicht deinen Anti-Familien-Moralvorstellungen übereinstimmt heißt es nicht, dass du drauf spucken musst“, erwidert Michael. „Okay“, antwortet Brian, lässz das Comicbuch auf eine Ablage fallen und lässt einen enttäuschten Justin und einen verständnislosen Michael zurück, der aber schnell von Debbie abgelenkt wird: Sie würde gern eine Aufnahme von der glücklichen Familie machen. Ben geht Hunter holen: „Hey, Kumpel, wir hätten gerne was mit der ganzen Familie, also wenn du Lust hast... .“ „Warum würdest du mich dafür dabei haben wollen?“, entgegnet dieser und zieht sich in sein Zimmer zurück.

Auf seiner Sexparty genießt Brian gerade einen Typen, als der heiße Kerl aus dem Babylon wieder auftaucht, der ihn schon zwei Mal abgewiesen hat. Brians Typ wendet sich mit den Worten „Ein besseres Angebot kommt an.“ sofort dem Neuen zu, der ja noch arroganter reagiert als Brian! Mit offenen Armen lässt er sich verwöhnen und sieht Brian dabei die ganze Zeit in die Augen... .

Justin hilft Michael in seinem Comicbuchladen aus. Sie haben schon insgesamt 700 Ausgaben verkauft und ständig kommen neue Kunden herein, die es haben möchten. In einer ruhigen Minute beschwert sich Justin bei Michael darüber, war er selbst eigentlich erwartet hatte, wie blöd er doch war, zu glauben, dass sich Brian verändern würde. Dazu bräuchte es eine genetische-verändernde Bestrahlung! „Das ist eine gute Geschichte“, antwortet Michael. „Aber auch nur eine Geschichte“, erwidert Justin. Das Leben imitiere nun mal nicht die Kunst.

Ben versucht Hunter, der frierend auf der Veranda sitzt, etwas aufzumuntern: „Das war eine gute Party, oder?“ Klar, wenn eine gute Party sei, dass Michael und Ben Hunter die Kamera ins Gesicht halten und so tun als seien sie eine glückliche Familie, antwortet Hunter. „Wir sind eine glückliche Familie. Wir können das zusammen durchstehen.“ „Scheiß auf deine falschen Hoffnungen. Die Welt ist ein Drecksloch.“ Ben schweigt kurz, dann bietet er Hunter an, auf eine neue Schule zu wechseln, sie sei exzellent, habe hunderte von Schülern auf der Warteliste, aber er kenne jemanden und habe deswegen ein was bewirken können... „Und warum sollte ich auf eine andere Schule gehen?! Da werden sie es doch auch irgendwann herausfinden und dann wird die ganze Scheiße wieder von vorne losgehen!“

Carl trifft sich mit Debbie im Diner. „Carl... ich weiß jetzt, was mit mir nicht stimmt... .“ Carl ergreift sofort ihre Hände und versichert ihr, sie würden, was auch immer es ist, gemeinsam durchstehen – er gehe nirgendwohin. Debbie lacht gerührt und verkündet ihm, dass sie ihren alten Job wieder haben möchte. Sie habe es nie als Arbeit empfunden, viel mehr als eine Art Tanz, und sie sei die Primaballerina... und selbst wenn der Liberty Diner nicht gerade das Pittsburgh Royal Ballet wäre, dann ist es doch, wer sie ist. Und Carl, wenn er auch versucht, sie umzustimmen, gibt nach: „Wenn es das ist, was du willst, dann bin ich damit einverstanden.“ „Gut!“, ruft Debbie begeistert und zieht sich ihre Jacke aus, unter der ihr normales Kellnerinnenoutfit verborgen war: „Denn meine Schichte hat schon vor fünf Minuten begonnen!“

Ted hat Troy ans Bett gefesselt und fickt ihn hart. Danach steht er auf, löst die Fesseln aber nicht und geht ins Bad, als sei die Erfahrung für ihn gleichgültig gewesen. Troy hingegen kann gar nicht aufhören, von ihm zu schwärmen. Er sei schon mal in diesem Haus gewesen, aber da habe er so einen Loser gefickt, das war damals sein Mitleidssex gewesen. „A propos Mitleidssex...“, beginnt Ted, wird aber unterbrochen, denn Troy bittet ihn darum, ihn noch mal zu ficken. „Ja, es gibt da etwas, das ich dir sagen möchte...“, versucht er es erneut, aber Troy führt den Satz fort: „...dreh dich um, denn ich will dich ficken?“ Ted atmet tief durch: „Was ich dir sagen will... das ist... dreh dich um.“ Und Troy tut das mit Freude.

Hunter belauscht, wie Michael und Ben diskutieren, wie sie weiter verfahren sollen – ihn zwingen zur Schule zu gehen oder ihm noch Zeit lassen? Er kommt die Treppe hinunter, mit einer Tasche um die Schulter und fertig angezogen. Ben ermahnt ihn, nicht zu spät zurückzukommen, aber das wird kein Problem sein: „Ich gehe. Für immer.“ Er gehöre doch überhaupt nicht hierhin! Er würde ihnen immer nur Probleme bereiten, sie immer nur in Verlegenheit bringen und lächerlich machen! Weder Michael und Ben können das glauben, und Michael will überhaupt nicht, dass es so anfängt: Hunter würde hier bleiben, fertig aus! Sie seien seine Eltern, seine Erziehungsberechtigen, und es sei ihm auch egal, ob er Hunter in dessen Zimmer einsperren müsse, aber der Junge würde nirgendwohin gehen! „Michael“, warnt Ben und drückt Hunter Geld in die Hand, damit er sich durchschlagen kann. „Was soll das?!“, fährt Michael seinen Partner an, aber Hunter steht schon an der Tür und gibt Ben seinen Hausschlüssel. So gibt auch Michael ihm noch etwas Geld. „Steck es in deinen Schuh oder so... für Notfälle.“ Und Hunter kann immer noch nicht verstehen, wie Michael und Ben ihm so viel Liebe entgegenbringen können. Wortlos verlässt er das Haus, seine Eltern beide den Tränen nahe.

Justin sitzt an seinem Laptop während Brian sich fürs Babylon fertig macht und ein Oberteil nach dem anderen anprobiert, die sich alle wie ein Ei dem anderen gleichen. Er fragt wiederholt nach Justins Meinung, der ihn nicht einmal anschaut. Vielleicht wäre Brian ja weniger missgelaunt, wenn er nicht die ganze Nacht rumficken würde. „Wer sagt, dass ich ficke? Ein anderer hat ihn gekriegt.“ Justin schnaubt verächtlich. Jeder würde mal abgewiesen werden, verdammt noch mal! Aber Brian starrt nur in den Spiegel, sucht nach Zeichen des bedrohlichen Alterns – „Es hat begonnen.“ Justin sieht beinah so aus, als würde auch er gegen die Tränen kämpfen, sagt aber bestimmt: „Als ich in LA Männer gefickt habe war das ja alles spaßig. Aber als ich wieder zurückgekommen bin und meine Sachen in deine Kommode gelegt habe, dachte ich, dass wir endlich ein richtiges Paar werden. So wie Michael und Ben. Dass wir eines Tages die Dinge haben werden, die sie haben.“ Er wird immer leiser. „Ein Haus... vielleicht sogar eine Familie... .“ Brian hört ihm zwar zu, fragt dann aber lediglich: „Wie sieht das hier aus?“, und wendet sich dann wieder dem Spiegelbild zu. „...heiß!“, antwortet er seinem eigenen Spiegelbild.

“I can’t think straight
Help me now before it’s too late
Now what do I care?
‘Cause we’re going nowhere.
Going nowhere
Going nowhere
Going nowhere
I can go there.”
(Cut Copy – Going Nowhere, Endlied)



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