Queer as Folk - Episode 5.08

Nach Unten

Nachdem sich Brandon und Brian fast durch ihre ganze Liste gefickt haben treffen sie sich im Woody’s, um ein Zwischen-Resumé zu ziehen: beide haben bereits sechs Kerle gehabt. Und da treten auch schon Nr. 7 und 8 ein – wie praktisch!

Michael und Justin hieven mit viel Mühe eine Matratze die achtzehn Stockwerke bis zu Justins Wohnung hoch – „Wohnung“ in Anführungszeichen, denn im Grunde genommen ist es ein leerer Raum mit nichts weiter als abgerissener Tapete an den Wänden und einem vermutlich schimmeligen Waschbecken. Justin bedankt sich vielmals bei Michael dafür, dass er ihm Hunters Bett geliehen hat. „Ja, mach dir keine Sorgen darum, es zurückzugeben. Ich glaube nicht, dass wir es noch einmal brauchen werden.“ Michael erzählt Justin, dass Brian ihn beschuldigt hat, Justin „angesteckt“ zu haben, aber der sagt, das sei Unsinn. Er wolle einfach Dinge, die er an Brians Seite niemals hätte haben können. Es tue ihm nur Leid, dass er Michaels und Brians Freundschaft zerstöre. „Das hat Brian ganz allein geschafft“, entgegnet Michael.

Beim Frühstück erzählt Emmett Carl, dass er dauernd Telefonanrufe erhält, bei denen einfach aufgelegt wird. Debbie ist sofort der hysterischen Ansicht, er habe einen Stalker und sollte sich Pfefferspray kaufen und einen Karatekurs belegen um den Bastard richtig fertig zu machen! Carl, als Polizist, versucht sie zu beruhigen: Selbst wenn Emmett einen Stalker hat, ist dieser höchst wahrscheinlich harmlos.

Lindsay bringt Melanie eine Tasse Tee und gemeinsam betrachten sie auf Melanies Laptop den neuesten Verlauf der Spenden für den Antrag 14 – „es ist unglaublich, wie viel Geld manche Menschen ausgeben, nur um uns davon abzuhalten das gleiche Leben zu führen wie sie“, meint Linds düster, aber abgesehen davon wirken die beiden geradezu... glücklich. Mel scheint es nichts auszumachen, dass Lindsays Kopf praktisch auf ihrer Schulter ruht und lobt ihre Ex-Frau sogar noch für den perfekten Tee, den sie gemacht hat. Als Michael zur Tür hineinkommt, um seine Tochter abzuholen, bemerkt auch er das sofort: „Es scheint ja fast als wäret ihr wieder normal.“ Linds grinst. Beinahe. Sie leben in einer häuslichen Trennung – beide wohnen im selben Haus, Lindsay auf dem Dachboden, Melanie auf der ersten Etage; sie teilen sich alle Aufgaben und die Zeit mit ihren Kindern, leben aber zwei komplett getrennte Leben. Und auch wenn Michael sich das für ihn und Ben niemals vorstellen könnte, meint Lindsay doch, es würde sehr gut funktionieren.

In Kinnetik fragt Brian Ted, ob er eine Gehaltserhöhung hätte, nachdem dieser ihn erst zum Mittagessen und dann zum Abendessen eingeladen hat. „Ich dachte nur, jetzt, da du die Liebe deines Lebens und deinen besten Freund, deinen Seelenpartner, verloren hast, bräuchtest ein bisschen Aufheiterung, jemanden, mit dem du deinen Schmerz teilen kannst“, erwidert Ted. Er sei nicht mehr ein jämmerlicher Steuerberater, sondern habe selbst einmal alles und jeden, den er liebte, verloren! Brian müsse mit ihm sprechen, diese Bürde mit jemandem teilen, dann ginge es ihm sofort besser. Brian sieht ihn an: „Meine Mutter war eine kaltblütige Schlampe. Mein Vater war ein missbrauchender Alkoholiker. Ihre Ehe war hasserfüllt, weswegen ich wahrscheinlich nicht willentlich oder in der Lage dazu bin, selbst eine langfristige, treue Beziehung zu führen. Die Tatsache, dass ich selber trinke wie ein Penner, Drogen missbrauche und Promiskuität neu definiert habe hilft nicht besonders. Als Folge habe ich die zwei Menschen verloren, die mir am meisten bedeutet haben.“ Danach schickt er Ted aus seinem Büro, denn sein „Mittagessen“ ist gerade angekommen: Nr. 9 auf der Liste.

Melanie, Justin und Corrine, eine Freundin, arbeiten in Pittsburghs GLCs „Stop Antrag 14“-Büro auf Hochtouren. Sie telefonieren mit verschiedenen Leuten, von denen sie sich erhoffen, Spenden oder wenigstens Unterstützung zu erhalten. Justin und Melanie haben Erfolg, aber Corrine endet ihre Unterhaltung mit: „Ich werde mich daran erinnern, wenn sie mich in die Heizöfen werfen!“ Ben kommt herein und gibt ihnen Listen von Firmen, die den Antrag 14 unterstützen. „Oh nein“, seufzt Justin. „Sag’s nicht, Brian ist auch drauf.“ „Schlimmer. Mein Vater.“

Emmett läuft eine dunkle, verlassene Gasse entlang, als auf einmal ein Autoalarm los geht! Wie vom Blitz getroffen springt er in die Luft, nur um dann weiterzugehen und laut mit sich selbst zu sprechen: „Emmett, du hast keine Stalker. Warum würde irgendjemand dich stalken wollen? Okay, du bist im nationalem Fernsehen und jeder liebt den Queer Guy und du hast einen superheißen Arsch aber—!“ Plötzlich greift ihn eine dunkle Gestalt und drückt ihn gegen eine Steinwand, Emmett schreit, fleht, er könne seine Tasche abgeben, oder ein Autogramm, alles nur bitte nicht...!!
„Emmett“, versucht eine allzu bekannte Stimme ihn zu beruhigen. Es ist Drew Boyd.
In seinem Auto erzählt Drew Emmett, dass er ihn ständig angerufen habe – dann aber immer den Mut verlor. Er braucht einfach jemanden, der ihm zuhört... und als Emmett nicht widerspricht, erzählt Drew ihm, er habe Sex mit einem Fan gehabt, der das mit einer versteckten Kamera aufgenommen hat und die Bilder an die Presse verkaufen wollte. Beim ersten Mal erpresste er Drew „nur“ um 100.000 Dollar, aber jetzt will der Fan mehr. Als Drew seiner Frau Sierra davon erzählte hat diese ihn verlassen. Sie gehen gerade durch eine Scheidung. „Das tut mir wirklich Leid, Drew, aber, ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann.“ „Ich brauche Rat von jemandem, den ich vertrauen kann.“ Emmett beginnt vorsichtig, er habe Drew schon beim letzten Mal gesagt, er solle sein Coming-Out haben. „Und ich habe dir schon beim letzten Mal gesagt, ich bin nicht schwul!!“ Aber Emmett glaubt ihm das nicht: „Wenn du mir gegenüber nicht ehrlich sein kannst ist das in Ordnung. Aber sei wenigstens dir selbst gegenüber ehrlich.“

Corrine und Melanie sind die letzten in dem verlassenen Antrag 14 Büro; Corrine regt sich fürchterlich über die homphoben Arschlöcher auf, mit denen sie an diesem Tag sprechen musste! Aber es gibt auch etwas Positives, das sie zu sagen hat: Sie lädt Melanie zum Abendessen ein. Ein Date. Ein richtiges Date. Erst antwortete die überrumpelte Melanie (das ist ein Anblick!), sie sei mit ihrem Baby und dem Antrag 14 und ihrer Arbeit zu beschäftigt... aber als Corrine nicht locker lässt, ein Mädchen müsse doch trotzdem noch essen!, stimmt sie kichernd zu und rennt beim Herausgehen prompt gegen einen Stuhl.

Michael findet einen wütenden Ben in Hunters altem Zimmer vor, der darin raucht, ohne auch nur ein Fenster geöffnet zu haben: „Wo ist sein Bett?“ „Ich habe es Justin gegeben. Er braucht es.“ Hunter sei nun mal nicht hier. Und wenn er zurückkommt, dann kaufen sie eben ein neues Bett. „Wo gehst du jetzt hin?“, fragt Ben, als Michael den Raum verlassen will, „Verkaufst du seine Kleidung und schneidest sein Gesicht aus allen Fotos?“ „Ich lasse ihn los!“ „Wenigstens habe ich noch ein bisschen Vertrauen!“ Michael sieht Ben nur kopfschüttelnd an: „Vertrauen, Verleugnung, nenn‘ es wie du willst. Ich mache mit meinem Leben weiter. Du triff deine eigene Entscheidung.“

Brandon und Brian treffen sich mal wieder im Woody’s, um Listen und Unterschriften der Zeugen zu vergleichen. Brian hat zwar schon 9 von 10 Kerlen gefickt und Brandon erst 8, aber es gibt eine schlechte Nachricht für Brian: Seine Nummer 10 wird sich früh am nächsten Morgen auf einen zweiwöchigen Urlaub aufmachen.

Justin fragt seinen Vater in dessen Büro, ob es ihm egal sei, dass Antrag 14 Justin und jedem anderen Homosexuellen in Pennsylvania jedes Recht nehmen würde. „Ich glaube, das ist der Sinn der Sache.“ „Und es interessiert dich nicht, dass ich niemals heiraten oder ein Kind adoptieren oder eine Eheversicherung abschließen darf?!“ Aber Craig Taylor denkt, was die Mehrheit der Amerikaner sagen: Leute wie Justin seien eine Schande und Blasphemie in Gottes Augen. Warum würden sie erwarten, dafür belohnt zu werden? „Das wollen wir doch gar nicht“, erwidert Justin hitzig, „wir wollen nur dieselben Rechte wie alle anderen auch!“ „Und damit die heilige Ehe und die Familie beschmutzen?“ Justin schnaubt: „Ja, du hast gut reden, du hast Mama betrogen!“ Da reicht es Craig: „Nur zu deiner Information, Justin: Bevor du der Welt verkünden musstest, dass du schwul bist und stolz drauf, hatten wir eine richtige Familie, und es lief ziemlich gut! Wenn du einen Sündenbock suchst, dann schau also nicht mich an.“

Emmett und Ted spazieren durch den Park – Ted sehr froh, dass er seinen Freund hat, seine Säule der Stärke. „Nicht ganz so stark“, erwidert Emmett, „als ich neben Drew saß wollte ich ihn die ganze Zeit so sehr haben, obwohl ich mir geschworen habe, ihn nie wieder zu sehen.“ Ted gibt Emmett zu bedenken, nicht jeder habe so viel Glück, so offensichtlich schwul zu sein wie Emmett; es nie verstecken zu müssen, nie Angst haben, entdeckt zu werden. Er selbst sei am College in die beliebteste Studentenvereinigung eingeladen worden... aber auch nur bis er eines Nachts betrunken seinem männlichen Kommilitonen erzählte, er sei in ihn verknallt. Der schlug ihm darauf hin ins Gesicht und er wurde rausgeschmissen. Wenn es für ihn kleine Leuchte schon so schwierig war, wie muss es dann erst für Drew sein?

Brians Nr. 10 sitzt im Flugzeug – und in der Reihe dahinter: Brian, der sich vorbeugt, um bei der Stewardess noch ein paar extra Nüsse zu bestellen und so wie durch Zufall Nr. 10 entdeckt. Wenige Momente später fickt er den Mann schon auf der Flugzeugtoilette.

Michael findet gemeinsam mit Debbie in seiner Küche eine versteckte Packung Cornflakes, auf die Hunter noch gekritzelt hat: „Nehmt eure befickten Hände weg!“ Debbie fragt, ob er von Hunter gehört habe, aber Michael verneint das – kann sie das glauben? so ein undankbarer kleiner Scheißer! Wer sonst hätte ihn aufgenommen und zu einem Teil der Familie gemacht?! Nicht, dass Michael das kümmern würde... aber Ben habe es richtig mitgenommen. Sie streiten sich in letzter Zeit nur noch und haben nicht mal mehr Sex. Debbie erwidert, sie beide müssten wie alle Eltern lernen, dass der Zeitpunkt kommt, wo man seine Kinder nicht mehr kontrollieren kann; man kann nur hoffen, dass man ihnen genug Stärke und Vernunft mitgegeben hat, um durchzukommen, und dass sie sich erinnern werden, wo man wohnt, damit sie zurückkommen... „Das wird er nicht. Du und Ben sollten das endlich verstehen.“

Ben tut alles andere als das: Er geht zielstrebig auf eine Gruppe Stricher zu – und ist das nicht Hunter, der da aus dem Auto eines Kunden steigt?! „Hunter!“, ruft Ben entsetzt, aber es ist nur irgendein anderer Junge, der Ben allerdings gnädigerweise anbietet, er könne Hunter für ihn sein. Der lehnt ab, bezahlt aber einen anderen Stricher für die Information, dass Hunter Pittsburgh verlassen hat. Er wollte an irgendeinen warmen Ort, er habe es hier gehasst. Bens Augen sind feucht, als er sich umdreht und das Angebot des Jungen, sich gegen Geld aufheitern zu lassen, wieder ablehnt.

Melanie und Corrine kehren lachend von ihrem Date zu Mels Haus zurück. Sie unterhalten sich über das fabelhafte griechische Essen, das sie soeben genossen haben und halten erst vor der Türschwelle an, Corrine erwartungsvoll, Melanie... etwa tatsächlich nervös? Als Corrine sie küssen möchte dreht Melanie sich zur Seite und wendet ein, ihr Atem würde sicher nach Zwiebeln stinken und das letzte Mal sei so lange her... „Na gut. Dann eben ein anderes Mal“, antwortet Corrine lächelnd, aber Melanie wäre nicht Melanie Marcus, wenn sie sich von so etwas wie Angst zurückhalten lassen würde. Sie nimmt Corrines Jacke in beide Hände und küsst sie dann.
Gerade als Lindsay die Tür öffnet, um den Müll rauszubringen.
„Oh. Oh. Ich – die Müllabfuhr kommt morgen und...“
„Linds, das ist Corrine. Wir... wir arbeiten zusammen, wegen Antrag 14.“
„Oh. Oh! Mir ist gerade eingefallen, dass ich den Müll von oben vergessen habe... also werde ich den jetzt mal holen gehen... den Müll, von oben... und euch beide... also... .“
Und damit schließt Lindsay die Tür. Unangenehmer und unbeholfener hätte es kaum verlaufen können.

Emmett sitzt im Diner als Brian eintritt und Unmengen Kaffee und Frühstück bestellt, er war die ganze Nacht auf. „Ein Mann in deinem Alter sollte besser auf sich aufpassen; du könntest an einem Schlaganfall sterben!“, weist Debbie ihn zurecht. „Ich zähle drauf, dass du mich zu erst erwischt“, entgegnet Brian und erzählt Emmett auf dessen Frage hin, er sei innerhalb von 24 Stunden nach Mexiko und wieder zurück geflogen, weil er „wichtigen Geschäften“ nachgehen musste. Zwei Mal sogar, einmal auf Flughöhe und einmal bei der Landung. Emmett lacht. Zwei Männer kommen herein, die sich lauthals darüber unterhalten, ob sie diesen Typen auf dem Magazincover den ficken würden, und ob er wohl aktiv oder passiv sei. „Über wen redet ihr?“, fragt Emmett und reißt ihnen nach einen Blick auf das Titelblatt die Zeitschrift aus der Hand; die Schlagzeile lautet: „Boyd likes Boys“ – Drew Boyd steht auf Jungs.

Michael, Debbie, Ben und Justin demonstrieren mit einigen anderen vor Craigs Geschäft gegen Antrag 14; sie verteilen Flyer an die Kunden, die den Laden betreten wollen, um sie darüber aufzuklären, was Taylor Electronics da genau unterstützt. Auf einmal fährt ein Polizeiwagen vor und ein Beamter steigt aus, der sie bittet das Gelände zu verlassen – es sei nämlich privat und die Demonstranten somit illegal hier. Debbie lässt sich erst nicht überzeugen, aber Ben und Michael schaffen sie weg – nur Justin bleibt stehen. Seinem Vater, der gerade herausgekommen ist, um zu sehen, ob die Polizei die Demonstranten bereits wie gewünscht entfernt hat, sagt er: „Ich gehe nicht.“ Der Polizeibeamte bittet ihn, Streitigkeiten mit seinem Vater nicht öffentlich oder auf diese Weise auszutragen, aber das hat Justin ja schon versucht. Stattdessen sagt er: „Komm schon, Dad. Ich stehe hier, vor deiner Tür, vor dir. Zeig ihnen, wie sehr du die „Familie“ beschützen willst und verhafte deinen eigenen Sohn.“ Und genau das tut Craig auch. Justin wird von dem Beamten in den Polizeiwagen geführt und über seine Rechte aufgeklärt.

Mal wieder im Woody’s treffen sich Brian und Brandon wie Geschäftspartner und Brian präsentiert Brandon das Flugticket. Er ist fertig, Brandon nicht. „Ich denke, du wirst dir dann deine Trophäe holen wollen?“ Oh ja. Brian wird sich seine „Trophäe abholen.“

Drew erzählt Emmett, mal wieder in seinem Auto, dass er dem Erpresser gesagt habe, er solle sich ins Knie ficken und kein Geld mehr erwarten. Daraufhin habe dieser seine Drohung war gemacht und ist zu den Klatschmagazinen gegangen. Aber Drew Boyd lässt sich nicht verarschen! Er hat seine Anwälte schon angerufen, er verklagt den Erpresser auf 30 Millionen Dollar und wird behaupten, die Fotos seien mit Photoshop gemacht worden. Wenn die Leute glauben, sie können sich mit Drew Boyd anlegen, dann werden sie sich aber staunen! „Und was, wenn du das nächste Mal einen Mann fickst?“ „Es wird kein nächstes Mal geben. Es gibt genug Frauen!“ „Natürlich...“, entgegnet Emmett, „...nur wann hast du das letzte Mal eine Frau gefickt und dabei nicht an einen Mann gedacht? Es wird wieder passieren. Das bist nun mal du. Und willst du dir jedes Mal die Frage stellen, ob er dich erkannt hat, ob er dich erpressen wird? Willst du für den Rest deines Lebens so leben?“

„Danke für die Kaution“, sagt Justin artig zu Ben und seiner Mutter, als die beiden mit ihm die Polizeistation verlassen. „Ich habe dir zwar immer beigebracht, danke und bitte zu sagen, aber ich hätte nicht gedacht, dass es jemals in diesem Zusammenhang sein würde“, antwortet Jennifer. Sie müsse erstmal ein ordentliches Wörtchen mit Craig reden, beginnend mit „du perverser Hurensohn“, aber Justin meint, das sei bloß Zeitverschwendung. Er habe immer geglaubt, sein Vater würde sich eines Tages daran gewöhnen, aber jetzt denkt er, Craig wäre es lieber er sei tot anstatt schwul. Ben meint, Craig wisse ja gar nicht, wie viel Glück er hat, einen Sohn zu haben und verabschiedet sich dann. Jennifer sagt Justin, auch wenn Craig das nicht so sehe, für sie würde er immer ihr Sohn sein. „Es tut mir nur Leid, dass ich damals Scheiße gebaut hab’ “, antwortet Justin, „du weißt schon, dass ich... Dad hat gesagt, ich habe... dass ihr euch wegen mir geschieden habt.“ Jennifer umarmt ihren Sohn fest: „Das ist eine Lüge. Wir hatten schon Probleme lange bevor du uns gesagt hast, dass du schwul bist. Wenn er das glauben will, um sein Gewissen zu erleichtern, schön. Aber wage es ja nicht, dir selbst die Schuld zu geben!“

Im Obergeschoss des Hauses, wo Lindsay nun wohnt, erzählt sie Brian, wie furchtbar es war, Corrine und Melanie beim Küssen zu sehen während sie dort mit den bescheuerten Müllsäcken stand! Trotz allem, was sie wusste, hatte sie doch irgendwie gehofft, dass sie und Melanie, jetzt, da sie wieder zusammen wohnen, wieder... „Zusammen kommen würden? Ihr Lesben könnt einfach eure Vergangenheit nicht loslassen. Komm endlich drüber weg!“, antwortet Brian ungehalten, und Lindsay antwortet genauso scharf: „Das sagt der Richtige. Glaubst du, ich weiß nicht von deiner Wette mit Brandon? Jede weiß davon. Es ist nicht nur irrsinnig sondern auch einfach erniedrigend, dass du dich immer noch wie ein jugendlicher Sexsüchtiger verhältst! Ich hoffe, dass du gewinnst, auch wenn du schon etwas viel Wertvolleres verloren hast. Aber erzähl mir nichts davon, meine Vergangenheit loszulassen bevor du es tust!“

Carl und Debbie schauen sich auf dem Sofa zusammengekuschelt gerade CSI an, als es an der Tür klopft. Carl öffnet sie und da steht Drew Boyd! Da geht Carls Footballherz natürlich auf. Er bittet ihn herein und Debbie ruft mit ihrem lauten Organ nach Emmett. „Ich wollte Ihnen nur sagen...“, beginnt Carl, „...mir ist es ganz egal mit wem Sie was im Bett tun, Sie werden immer ein genialer Spieler sein!“ Drew sieht beinah dankbar aus: „Sie haben ja keine Ahnung, wie Leid es mir tut, dass Sie das sagen musste, aber wie froh ich bin, dass Sie es getan haben.“ Da kommt Emmett die Treppe herunter – und ist da etwa ein Lächeln auf Drews Gesicht zu sehen?

Melanie bietet Lindsay in der Küche an, das Abendessen mit ihr zu teilen. „Haben wir nicht gesagt, jeder macht sein eigenes Abendessen?“, fragt Linds, aber das scheint Mel nicht mehr so wichtig. Sie entschuldigt sich, dass Lindsay sie und Corrine beim Küssen hatte sehen müssen. „Denk gar nicht erst drüber nach!“, antwortet Lindsay bestimmt, „ich entschuldige mich dafür, euch einfach so unterbrochen zu haben.“ Die beiden stellen sich nebeneinander, um das Abendessen vorzubereiten und Melanie schlägt vor, wenn einer von ihnen beiden jemand Anderes daten würde—„Datest du sie etwa?“, fragt Linds. „Nein... ich meine... nein, denke ich.“ „Aber ihr trefft euch?“ „Ja... ja, ich denke schon. Ich weiß nicht. Wie auch immer, wenn einer von uns Interesse an einer anderen Person hat sollte es eine Regel sein, dass wir diese Person nicht ins Haus bringen.“ Lindsay stimmt zu. „Siehst du, wir können so etwas doch lösen. Gott sei Dank sind wir reife Erwachsene.“

Brandon tritt ins Loft ein, damit Brian seinen Gewinn einstreichen kann – damit Brian Brandon ficken kann. Ohne große Worte geht er ins Schlafzimmer, zieht sich aus und bettet seinen perfekten Körper auf die ägyptischen Laken. Aber anstatt das Brian sich auf ihn stürzt betrachtet er den Mann nur. Dann, zögerlich: „Im Grunde genommen war es ja kaum ein Sieg, wenn man bedenkt wie viele Jahre an Erfahrung und Fachwissen ich dir voraus habe.“ „Deine Jahre sind gezählt...“, erwidert Brandon, „...irgendwann wird dein Thron bröckeln und ich werde dich stürzen.“ Brian beißt sich auf die Lippe. Noch einmal lässt er seine Augen über Brandons Körper wandern. Dann nimmt er Brandons Hose und wirft sie ihm zu. „Zieh deine Hose an. Und dann verschwinde.“

Emmett fragt Drew, der in seinem Zimmer steht, ob er denn überhaupt hier sein sollte – bei einem Schwulen. „Ich darf Freunde haben, egal ob sie schwul sind oder nicht“, entgegnet der Footballspieler, aber das sieht die Presse offenbar anders: Blitzlichter und laute Stimmen erscheinen auf einmal vor dem Fenster – Emmett späht hinaus und erblickt die einen Reporter nach dem anderen. „Sag denen das, Schätzchen“, antwortet Emmett und zu seiner Überraschung sagt Drew: „Vielleicht werde ich das sogar. Ich empfinde wirklich etwas für dich, Emmett. Ein Teil von mir will dich küssen... dich umarmen... und ich schätze mal, das macht mich... .“ Da geht es nicht mehr weiter. Emmett tritt einen Schritt näher an ihn heran und flüstert beinah unhörbar: „Du musst es sagen.“ Drew sieht ihn an, sein Gesicht stoisch, und trifft eine Entscheidung: „Schwul.“ Emmett küsst ihn und die beiden umarmen sich.

In den Nachrichten berichtet die Sprecherin über Antrag 14, der laut seiner Initiatoren sicher stellen solle, dass Homosexualität die Kirche und Amerika nicht zerstören wird. Angewidert schaltet Ben den Fernseher aus und Michael, der auf seinem Laptop etwas nachschaut, stupst ihn an: „Ben. Du solltest dir das hier mal anschauen.“ Es ist eine E-Mail von Hunter, in der es heißt: Mir geht es gut. Macht euch keine Sorgen. In Liebe, Hunter.
„Nicht viel“, sagt Ben. „Es war das, was wir hören brauchten“, erwidert Michael lächelnd und nimmt Bens Hand in seine.

Im Babylon beobachten Brian und Ted gemeinsam, dass Brandon wieder zurückgekehrt ist – aber Brian entschließt sich dazu, dessen Bann aus dem Babylon aufzuheben. Er hat gewonnen – auf mehr als nur eine Art und Weise.

In Gedenken an Darryl Armstrong



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