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Immer noch versuchen die Freunde, Antrag 14 aufzuhalten: Sie wollen eine große Benefizveranstaltung auf die Beine stellen, um Geld für ihre Kampagne einzunehmen, und hängen dafür Plakate auf, während sie sich lauthals über das Arschloch im Weißen Haus beschweren; sie, das sind Debbie, Michael, Ben und Justin, werden aber nicht lange in Ruhe gelassen: Eine Autokolonne fährt an ihnen vorüber, die mit Plakaten ausgestattet ist, auf denen steht: Stimmt „ja“ bei Antrag 14! Mit Megaphonen verkünden die Fahrer der Autos, Jesus vergebe Sündern, man solle christliche Werte in diesem Land aufrechterhalten und die homosexuelle Agenda stoppen! Der Schmerz und die Wut steht allen vieren ins Gesicht geschrieben. Melanie, Ben, Michael und Emmett befinden sich in dem stattlichen Ballsaal eines Hotels, wo sie das Benefiz veranstalten wollen. Emmett hofft, er kann Drew dazu überreden, als Gast Star aufzutauchen - allein die Publicity, die ihnen das geben würde! Aber es sieht nicht so aus, als würde ihr Benefiz überhaupt stattfinden, denn ihr Kontaktmann beim Hotel hat schlechte Nachrichten: Das Hotelmanagement möchte ihnen den Raum nun doch nicht zur Verfügung stellen, denn einige der Investoren könnte dann ja als schwulenfreundlich angesehen ... „Es tut mir Leid“, fügt er hinzu, „Ich unterstütze voll und ganz was Sie tun, ich lebe selbst seit fünfzehn Jahren in einer Beziehung... aber ich muss auch meine Job beschützen.“ Ted sitzt in Kinnetik angeregt vor seinem Computer als Brian überraschend hinter ihn tritt: „Theodore, habe ich dir nicht etwas über Masturbieren am Arbeitsplatz gesagt?“ Aber Ted hat natürlich nicht masturbiert, sondern auf der Seite husbandmaterial.com nach der Flucht seines jüdischen Doktors nach einem Ehemann gesucht. „Noch so einer“, stöhnt Brian genervt, lässt sich aber ein paar der Männer vorführen: Steuerbeamte, Ärzte, Anwälte, alle die nach einem langen Arbeitstag gerne kuscheln. Brian zeigt ihm eine ganz andere Seite mit einem gar nicht so anderen Typen, nur, dass dessen Foto nackt ist, er keine Zeit für einen Job hat und nach einer harten Runde Sex gerne kuschelt. „Zu schade, dass er in Australien ist“, ärgert Ted Brian. Aber der hat Neuigkeiten: Er war gerade eben beim Arzt, und er sei kerngesund – keine Spur mehr von Krebs. Ted umarmt seinen Freund glücklich, der sich selbst als Belohnung eine Reise nach Australien zum schwulen Mardi Gras in Sydney geschenkt hat. In weniger als 48 Stunden wird er dort sein! Als Melanie nach Hause kommt steht Lindsay in der Küche und kocht. Beide erinnern sich an den letzten Abend, das plötzliche Verlangen, die Wut, der Sex... Melanie räuspert sich und erzählt, das Hotel habe ihnen den Raum weggenommen, war Lindsay ziemlich negativ überrascht. Es sei doch ziemlich spät um noch einen neuen Veranstaltungsort zu finden, oder? Lindsay zeigt Mel allerdings die reparierte Vase, sie hat die Scherben wieder zusammengeklebt. Mel nickt und will gehen „Werden wir einfach so tun, als sei nichts geschehen?“, fragt Linds schließlich. Aber Mel zuckt nur mit den Schultern: „Das passiert vielen getrennten Paaren... die meisten sagen sogar, es sei besser als während der Ehe. Es war ein Fehler.“
Justin fragt Debbie im Diner, ob diese jemals mit einem jüngeren Mann zusammen war. „Schätzchen...“, antwortet sie, „...vor Carl habe ich kaum einen lebendigen Mann gekannt.“ Aber wenn sie die Chance gehabt hätte, hätte sie es sofort getan, genau wie die glückliche Jennifer! „Ihr Kinder, ihr schenkt euren Eltern wirklich nichts, oder?“ Jennifer habe dasselbe Recht wie Justin und Brian haben. „Hatten“, stellt Justin richtig. Ben und Michael rufen jeden möglichen Veranstaltungsort in Pittsburgh an, doch es ist hoffnungslos: Entweder sind sie ausgebucht oder wollen keine homosexuelle Bürgerrechtsbewegung unterstützen. Ben legt verzweifelt auf und nennt Michael den letzten Ausweg: Er könnte Brian fragen, ob sie das Babylon bekommen dürfen. „Nein!“, antwortet Michael bestimmt. „Dann müssen wir das Center anrufen und ihnen sagen, dass die Benefizveranstaltung abgesagt werden muss.“ Während Brian im Loft einen Typen fickt lässt er sich von diesem Tipps über die besten Orte Sydneys geben. Plötzlich klopft es an Tür. Brian will nicht öffnen, bis sein Handy auch noch anfängt zu klingeln – muss ein Notfall sein. Herein spaziert Ted, der ihm aufgeregt berichtet, Leo Brown von Brown Athletics habe gerade von Drew Boyd gehört und wolle ein neues Modell – und Brian müsse ihm das besorgen, ganz egal, was für einen Vertrag er mit Boyd hat! Emmett besucht Drew, der sich eine Talkshow ansieht, in der sein Verhalten öffentlich diskutiert wird – um noch deprimierter zu werden, glaubt Emmett. Drew wurde gerade von Brian angerufen, der ihn gefeuert hat. „Ich habe nun offiziell alles verloren. Ich wusste, dass mein Coming Out nicht einfach wird, aber dass es so schlimm sein würde...“ Emmett bittet ihn darum, zu dem Benefizkonzert mitzukommen, dort könne er sehen, was für ein Idol er für schwule Männer geworden ist... „Aber ich bin professioneller Footballspieler, nicht professionelle Schwuchtel.“ Drew bittet Emmett, ihn allein zu lassen. Melanie spaziert mit Corrine die Straße entlang... aber irgendetwas stimmt nicht. „Corrine...“ „Ich weiß es schon“, erwidert diese. „Es ist nicht deine Schuld“, stellt Mel schnell klar, „sondern...“ „Lindsays“, beendet Corrine ihren Satz. Ja, Melanie denkt immer noch an Lindsay, immer, sie kann jedes Gespräch irgendwie auf Lindsay steuern; und das sei ja auch normal. Aber das nächste Mal solle sie warten, bis sie sich eine Tube Zahnpasta kaufen könne ohne Lindsays perfektes Lächeln zu erwähnen, bevor sie einem armen Mädchen Hoffnungen macht. Ted zeigt Brian die Fotos des neuen Brown-Modells – er ist perfekt, nicht nur, weil viele Mädchen unter Eid schwören würden, dass er sie vergewaltigt hat sondern auch weil er somit absolut hetero ist. Da klopft Michael an die Tür und tritt ein. Ted lässt die beiden allein, nachdem sich herausgestellt hat, dass er mit Brian reden möchte. „Du bist hier, weil du etwas willst“, stellt Brian sofort fest, „und das ist nicht zufällig, dich zu entschuldigen.“ Michael antwortet, das schulde ihm Brian – dessen Entschuldigung sei ja wohl kaum ernst gemeint gewesen. Brian schnaubt nur: „Aber das ist nicht der Grund, wieso du hier bist.“ Michael erzählt ihm, sie hätten das Hotel verloren und alle anderen Orte seien ausgebucht. „Außer das Babylon“, sagt Brian, „du willst also nichts mit meiner Welt zu tun haben, bis deine sie braucht.“ Michael will schon gehen, wenn es ein Problem sei sollte Brian das doch einfach sagen, doch der hält ihn auf: „Ich habe nicht gesagt, dass ihr das Babylon nicht haben könnt.“ Und er gibt es ihnen sogar kostenlos, obwohl Michael ihm 10.000 Dollar anbietet – sie sollten es als sein Beitrag gegen Antrag 14 auffassen. Melanie kommt mit einem fröhlichen Lachen und einem Strauß Blumen nach Hause, der Name ihrer Ex-Frau auf den Lippen – aber sie wird ins kalte Wasser geworfen: Lindsay sitzt mit Jennifer an einem Tisch und bespricht mit ihrer konkrete Pläne des Hausverkaufs. Jen meint, sie könnten locker 10.000 verdienen, und sie habe ein paar Kunden die dringend in diese Nachbarschaft einziehen wollten! Jennifer verabschiedet sich mit einem „bis Morgen,“, dann fragt Melanie Linds, ob sie nun wirklich verkaufen wolle. „Ich dachte, wir wollten das beide. Also sollten wir das jetzt auch endlich tun. Nette Blumen.“ Brian stemmt in aller Ruhe Gewicht im Fitnessstudio, während Emmett ihn fertig macht, weil er Drew gefeuert hat. „Wie konntest du das tun?! Du bist der schwule Chef einer erfolgreichen Firma, wie kannst du solche Homophobie zulassen? Ich wette, du hast nicht mal für ihn gekämpft!“ Brian bestätigt das. Er lässt Ted vorrechnen, dass er mit Brown einen 20 Millionen Dollar Kunden verlieren würde, was mehr als 2 Millionen Umsatz bedeutet. Wieso um Gottes Willen sollte er das aufgeben, nur weil Emmetts Freund plötzlich die Entscheidung traf, der Welt mitzuteilen, er sei schwul? Emmett sagt ihm nur, nun verstehe er, wieso Brian so ein erfolgreicher Businessmann ist und verschwindet aus dem Fitness Studio. Später am Abend hält Brian in seinem Auto an einer Straßenecke und erspäht Justin, der Aufkleber auf die Benefizplakate klebt, die verkünden, dass die Veranstaltung ins Babylon verlegt wurde. Einen Moment lang schaut Brian Justin beinahe schon wehmütig an, als Justin die Corvette erspäht und lächelnd an Brians Fenster tritt. Er fragt ob dieser auch zum Benefiz kommen wird, es sei immerhin von ihm gesponsert und würde die Rechte jeder homosexuellen Person in Pennsylvannia beschützen. „Nah, ihr müsst den guten Kampf ohne mich austragen – ich fliege nach Australien. Man sagt, Mardi Gras sei der schwulste Ort der Welt, abgesehen natürlich von Disneyland.“ Eine Stille tritt ein, und Brian schließt etwas unbeholfen: „Na ja... pass auf dich auf.“ „Du auch.“ Es ist Zeit für das Benefiz! Ben und Michael, die noch bis zur letzten Minute alle Kartenkäufer über den Wechsel des Ortes informiert haben, sind im Diner, um Debbie abzuholen. Ben schlägt vor, Brian etwas als Dankeschön zu kaufen und es ist sei doch einfach nur Schade, dass Brian und Michael—„Hör auf!“, unterbricht ihn Michael. Auch Debbie ist wütend: Kiki sollte sie eigentlich schon vor einer Stunde ablösen aber sie sei immer noch nicht da! Sie schickt Michael und Ben schon mal vor, sie würde nachkommen sobald es ginge! Das Babylon ist gefüllt bis oben hin mit Leuten und extravagant dekoriert. Ted ist mit Lewis dort, den er die ganze Zeit im Arm hält, damit dieser nicht in Panik gerät. Monty und Eli sind begeistert und glatt versucht, die ganze Nacht zu tanzen! Justin erzählt Ben und Michael, dass Brian in Australien ist, nachdem Ben meinte, er würde sich gerne bei ihm bedanken – und Eli kommentiert: „Kein Wunder, er hatte ja auch schon jeden Mann auf diesem Kontinent!“ Auch Jennifer kommt an, mit Tucker, was Justin unendlich peinlich ist. Nachdem Tucker Getränke holen gegangen ist, sagt Jennifer ihrem Sohn scharf: „Wenn es einen Antrag 15 gibt, der die Rechte von mittelalten Frauen auf ein Leben abschaffen will, hoffe ich, dass du für mich auch kommst.“
Da betritt Emmett die Bühne, aufgemacht als Host des Abends: Der Glitter glitzert auf seinem Gesicht im Scheinwerferlicht, das sich auf die Bühne richtet: „Ladies und Gentlemen, willkommen zu diesem Event gegen Antrag 14!“ Ted stellt Ben und Michael Lewis vor und gemeinsam applaudieren sie ihrem Freund auf der Bühne: „Lass uns dem Weißen Haus, der Hauptstadt, den Hasserfüllten und Homophoben diese Nachricht überbringen: Wir werden nicht schweigen!“ Jennifer scheint sich köstlich zu amüsieren. „Und jetzt darf ich ankündigen, ein Mädchen, das wie wir, einfach nur Spaß haben will. Die eine, die einzige Cyndiiiiii Lauper!“ Brian steigt in eine Limousine, die ihn zum Flughafen bringen soll. Der Fahrer informiert ihn, dass sein Flug noch pünktlich kommen wird. Nur ein paar Blöcke weiter laufen Melanie und Lindsay Seite an Seite aufs Babylon zu: „Wenn du dich nicht 25 Mal umgezogen hättest!“, schnauzt Mel Linds gerade an, „Dass du immer zu spät sein musst!!“ „Der Babysitter war zu spät, es war nicht meine Schuld, okay?!“, entgegnet Lindsay wütend. Vor dem Eingang treffen sie ihre Freundin Dusty, die sich spontan entschieden hat, doch noch zu kommen, ihre Frau mit den Kindern ist zu Hause – das hier sei schließlich wichtig! „Ach, Scheiße“, sagt Mel plötzlich, „ich habe mein Handy im Auto gelassen. Geht ruhig schon vor, ich finde euch!“ Dusty geht schon mal hinein, aber Lindsay entscheidet sich, draußen auf Melanie zu warten.
„When it’s said and done what you need will come!” Inzwischen toben die Zuschauer ungehemmt und Cyndi Lauper dreht noch ein wenig auf: “And time won’t let me, let you let me waste it this time!“ Während sie weiter singt, „ I can see the frown you wear, all around like some faded crown,
like a watch over wound”, bittet Ted Michael, Lewis ein Glas Wasser zu holen, “gonna call down to this diamond buried underground”, Lewis habe nämlich Angst in großen Menschenmassen und er würde ihn nicht allein lassen wollen, “gonna pull you up by your love, by your love.” Michael stimmt natürlich gerne zu, die Lichter blitzen wieder auf und werden immer heller und heller: “May you shine! You can shiiiine!“ An der Bar begrüßt Michael Dusty, „Shiiiiiiiine!“ Das Licht taucht Cyndi Lauper in gleißendes Licht, Blitz, Licht, Michael dreht sich zur Bühne und erstarrt, sein Gesicht plötzlich Schreckensverzerrt in helles Licht getaucht, auch Ben und Ted starren verwirrt, Justin dreht sich dem gleißenden Licht entgegen und wird plötzlich zurückgeschleudert! Brian sitzt in der Limousine, als auf einmal im Radio die aktuelle Sendung wegen dringenden Nachrichten unterbrochen wird: „Soeben fand eine Explosion im Babylon statt, einem homosexuellen Club, in dem heute Abend ein politisches Benefizkonzert gegen Antrag 14 stattfand. Laut Behördenangaben gibt es schwere Verletzungen, möglicherweise auch Todesopfer. Man weiß noch nichts über die Ursachen.“ Die Zeitschrift, die Brian gehalten hat, fällt zu Boden als er dem Fahrer sagt: „Drehen Sie um!“
Vor dem Babylon herrscht Chaos und Panik: die Feuerwehr sperrt das Viertel, der Rettungsdienst versorgt Verletzte, Polizeiwagen – und Brian, der aus seinem Taxi ausgestiegen ist und überwältigt von dem Szenario nicht weiß, ob er es glauben kann. Sein Babylon, in Trümmern, umringt von Polizei und Feuerwehr, Verletzte, Schreie, Massenpanik – und seine Familie war hier, seine Freunde, sein Geliebter... alle waren sie hier. Alle könnten sie schwerverletzt sein, verschüttet unter Trümmern des Clubs, sogar tot... Brian schaut sich um, angsterfüllt, suchend? Schließlich erspäht er Jennifer, die mit Tucker in eine Decke gewickelt wurde und sich ebenso angsterfüllt umschaut. „Jennifer. Jennifer! Geht es dir gut?!“ „Ja...“, „Nein“, unterbricht sie Tucker, „sie hat ihr Bein verletzt“, „Justin ist immer noch da drinnen“, Jennifer ignoriert ihn einfach, „du musst ihn finden!“, fleht sie Brian panisch an. Sofort stürzt er in den Club, dem Strom der flüchtenden Opfer entgegen, hinein in die dunkle, staubige Halle, wo immer wieder Elektrokabel Funken sprühen, Feuer ausbrechen und Bruchstücke kollabieren. Ein Feuerwehrmann fordert alle dazu auf, das Gebäude zu verlassen – wenn sie dazu in der Lage sind. Brian ignoriert das, dringt immer weiter in die Ruine ein, „Justin!“, seine Stimme klingt hoch, rau, angsterfüllt, „JUSTIN!“ Stattdessen entdeckt er jedoch Ted, GottseiDank!, Ted und Lewis, „Ted! Was ist passiert? Hast du Justin gesehen?“ Aber Ted schüttelt nur den Kopf, zuckt mit den Schultern, er weiß es nicht, aber er ist unverletzt. Brian geht weiter, stößt einen Feuerwehrmann von sich und bedeckt seinen Mund mit der Hand. Jemand schreit: „Hilfe, bitte, bitte helft mir!“ Ein blutiger Schuh steht auf dem Boden, mit einem blutbedecktem Tuch verhüllen zwei Feuerwehrleute eine Leiche, auch oben auf dem Catwalk, wo Brian früher Kerle beobachtete, liegt eine Toter... .Ein Elektrokabel sprüht gleißende Funken, Justin, der einem Mann nach draußen hilft, geht gerade noch rechtzeitig in Deckung! Brian zieht den Blut- und Dreckverschmierten jungen Mann in seine Arme und klammert ihn an sich. Seine Hände streichen vorsichtig über Justins Wange, „bist du verletzt?“ „Nein, nur ein paar Kratzer... hast du meine Mutter gesehen?“ „Ihr geht’s gut, sie ist draußen, sie sucht dich.“ Dort sieht er etwas, was er sich gewünscht hatte, niemals sehen zu müssen: Michael, kaum mehr erkennbar so sehr ist durch Schmutz und Blut verändert worden, liegt auf einer Liege, die von zwei Sanitätern in einen Krankenwagen geladen wird. Er ist notdürftig verbunden, Sauerstoff wird ihm durch zwei Schläuche in die Nase eingeführt – mehr lebendig als tot. Ben steigt ebenfalls noch in den Krankenwagen, „ich bin sein Partner!“, dann rast das Auto davon. Debbie bittet Carl, sie zu fahren, „ich kann nicht, Schatz, ich bin im Dienst“, Brian legt seinen Arm um seine Ziehmutter und führt sie davon. „Ich fahre dich, Deb.“ Melanie und Lindsay, die durch viele glückliche Zufälle nicht im Gebäude waren, stehen geschockt und erschüttert daneben. Ted, der mit Lewis gerade den Club verlässt, stützt den Mann – der sich aber von ihm losreißt und panisch ruft: „Ich muss hier weg! Warum habe ich jemals auf dich gehört?!“ In der Notaufnahme diskutiert Brian mit dem Arzt. Ben wartet. Debbie läuft auf und ab, Tränen in den Augen. Melanie und Lindsay sitzen bewegungslos da. Ben schließt die Augen, schmerzerfüllt. Brian legt ihm eine Hand auf die Schulter. Ein Herz schlägt. Tock tock. Tock tock. Tock tock... „Was, wenn ich ihn verliere?“, fragt Debbie, „was soll ich dann tun?“ „Du wirst ihn nicht verlieren und hier geht es nicht um dich, also setz dich!“, fährt Ben sie an und Debbie gehorcht mit einer Entschuldigung. Als der Arzt in den Warteraum tritt, umzingeln ihn Brian, Ben, Melanie und Lindsay sofort. „Er hat viel Blut verloren“, berichtet der Arzt, „bevor wir operieren können, braucht er eine Transfusion.“ „Worauf warten Sie denn noch?!“, fragt Brian gereizt. „Seine Blutgruppe ist AB negativ, den haben wir nicht mehr vorrätig und müssen jetzt bei den anderen Krankenhäusern nachfragen.“ Keiner der Freunde kann helfen – nur Brian: „Okay, ich bin 0 negative, das ist universal einsetzbar, richtig?“ Er krempelt schon seinen Ärmel hoch, aber der Arzt lehnt sein Blut ab; er dürfe es nicht nehmen, denn Homosexuelle seien ein zu großes Risiko, wegen HIV. Das kann Brian nicht akzeptieren. Der Arzt geht, doch Ben muss Brian gewaltsam zurückhalten, ihm nicht zu folgen: „Nehmen Sie mein Blut, Sie scheiß Hurensohn!!“ Ben sagt ihm, er könne sowieso nicht spenden, weil er Krebs hatte. Carl sagt Drew am Babylon, dass es Emmett gut gehe, er sei dort drüben. Drew kämpft sich durch die Menge und wird sofort von einem Journalisten mit Mikrofon verfolgt: „Was denken Sie über das, was hier passiert ist? Haben Sie Angst, Ihre Fans zu verlieren, jetzt, da sie schwul sind?“ Drew stößt den Journalisten von sich: „Im Moment habe ich mehr Angst, dass Leute ihre Leben verlieren. Emmett!“ Er schließt seinen Freund in die Arme, der immer noch geschwächt in eine Decke gewickelt vor dem Club steht. „Wie geht’s dir?“ „Ach...“, antwortet er leise, „...ein bisschen Rauch eingeatmet... aber ich werde es überleben.“ Drew atmet erleichtert auf: „Es tut mir Leid, dass ich nicht hier war.“ Und er umarmt Emmett wieder, der nur murmelt: „Na ja... du bist ja jetzt hier“ und beginnt lautlos zu weinen. Michael liegt in einem vorübergehenden Zimmer, Brian, Ben und Debbie mit dem Arzt um ihn herum versammelt. „Wir haben den Blutverlust stabilisieren müssen, aber er hat innere Blutungen. Wir müssen sofort operieren.“ Debbie stellt die alles entscheidende Frage: „Wird er wieder gesund werden?“ Der Arzt antwortet vorsichtig: „Bei diesem Blutverlust... können wir nur hoffen.“ Brian blickt auf den Boden und versteckt sein Gesicht hinter den Fingern. Debbie streichelt die Stirn ihres Sohnes und befiehlt ihm, das hier durchzustehen. Ben streichelt noch einmal die Hände seines Partners, küsst seine Stirn und sie überlassen das Schicksal ihres Freundes, Sohnes, Ehemannes den Ärzten. Lindsay, schon in ihren Schlafanzug gekleidet, tritt mit Gus im Arm in Melanies... in ihr gemeinsames Schlafzimmer. „Ich glaube, ich habe ihn aufgeweckt. ...ich musste ihn einfach halten.“ Melanie, die in dem Doppelbett liegt, kann das gut nachvollziehen: Auch sie hält Jenny Rebecca fest an sich gedrückt. „Geht es dir gut?“, fragt Lindsay, aber berichtigt sich sofort: „Was für eine blöde Frage. Wie könnte es irgendjemandem jetzt gut gehen?“ „Ich bin nur dankbar“, antwortet Melanie, „dafür, dass du niemals pünktlich bist.“ „Und dafür, dass du dein Handy vergessen hast“, erwidert Lindsay, „versprich mir, dass du nie wieder etwas nicht vergessen wirst.“ „Wenn du mir versprichst, dass du nie wieder irgendwo pünktlich sein wirst.“ Sie nicken beide und schweigen. Schließlich dreht Lindsay sich um, um wieder in ihr Zimmer zurückzugehen, aber Melanie schlägt die Bettdecke zurück: „Linds.“ Lindsay zögert, aber dann: „Bitte...“ Also legen sie sich gemeinsam ins Bett: Stirn an Stirn, Hände ineinander verschlungen, ihre Kinder zwischen ihnen schützend umarmt... einfach dankbar.
Debbie sitzt in der Krankenhauskapelle und Brian gesellt sich zu ihr. Sie lächelt ihn an: „Du weißt, ich war schon immer ein gutes katholisches Mädchen. Ich habe immer geglaubt, dass Gott für alles einen Grund hatte. Aber jetzt weiß ich nicht so ganz genau, warum er Michael und den anderen das angetan hat. Deswegen bitte ich ihn nicht, sondern ich befehle ihm, dass er Michael da durchbringt. Und zwar nicht meinen Sohn Michael... denn ich bitte nicht für mich, sondern für ihn.“
Vor dem Babylon hat das Chaos noch immer kein Ende genommen. Aber als Justin und Brian aufeinander zu gehen, beide noch immer schmutzig, Justin in einer Sanitäterjacke gegen die Kälte geschützt, da scheint die Welt um sie herum für ein paar kostbare Momente still zu stehen. Sie umarmen sich wieder... Brians Faust schließt sich so fest um Justins Jacke, als würde er ihn nie wieder loslassen wollen. „Wird Michael gesund werden?“ „Sie wissen es nicht.“ Sie lassen sich wieder los, Justin schaut etwas unbeholfen auf den Boden und Brian beißt sich auf die Lippe: „Ich habe versucht, dich auf deinem Handy anzurufen, aber du bist nicht dran gegangen.“ Ein kurzes Schweigen, dann fährt er fort, seine Stimme immer noch bewegt von Panik, Erleichterung und... „Ich hatte so eine scheiß Angst um dich. Alles, woran ich denken konnte, war: ‚Bitte, lass ihm nichts zustoßen.‘ “ Justin schaut ihn an, als Brian näher an ihn herantritt, sein Arme um ihn legt und leise in sein Ohr flüstert: „Ich liebe dich.“ |
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