Queer as Folk - Episode 5.11

Nach Unten

In einer Kirche haben sich alle Freunde, Familie und viele Unbekannte versammelt als Brian in die Trauerhalle tritt. Alle tragen schwarz und gehen nacheinander auf einen Sarg zu – es ist Michaels Beerdigung.
Emmett tritt gerade vom Sarg zurück, Debbie ergreift in Tränen aufgelöst Brians Hand, der diese kurz drückt und dann weitergeht, um sie Ben auf die Schulter zu legen. Lindsay und Melanie weinen beide, Justin starrt ins Leere und Brian schaut in den Sarg hinein – aber es ist sein eigener Körper, der dort drinnen liegt! „Armer Brian“ sagt Michael, der plötzlich neben Brian stehtn.
Brian öffnet die Augen. Er sitzt immer noch verschmutzt im zerstörten Babylon und Carl teilt ihm und Ted mit, dass jemand eine Bombe gelegt hat. Jemand, der Antrag 14 offenbar nicht unterstützt hat. 4 Tote, 67 Verletzte, davon 11 wohlmöglich fatal. Es sei einfach furchtbar, aber sie hätten noch keine Spur von dem Täter. Er bittet sie um eine Gästeliste, Mitarbeiterliste und eine Aussage der beiden. Und Michael würde immer noch operiert werden. Brian bittet Ted, mit ihm zu kommen und ins Krankenhaus zu fahren, aber Ted lehnt ab; er habe zu viel zu tun, Versicherung, das Polizeizeug... „es ist sieben Uhr morgens, Ted.“ Aber er bleibt trotzdem.

Im Krankenhaus läuft Emmett auf und ab, auf und ab, er ist immer noch aufgeregt. Debbie und Ben sitzen nebeneinander, Justin wartet ihnen gegenüber. Brian kommt an und bringt die Nachricht von der Bombe mit. Emmett ist entsetzt, aber Justin nicht: Es gebe doch tausende von hasserfüllten Schweinen. Ein Junge stellt den Fernseher im Warteraum um und in einem Actionfilm explodiert etwas. Emmett steht sofort nervös auf und verabschiedet sich – sie sollen ihn anrufen, wenn sich etwas ändert. Kurze Zeit später erzählt der Arzt den restlichen Wartenden, die Operation sei beendet, sie mussten Michaels Milz entfernen aber es ist ihnen gelungen, die innere Blutung zu stoppen. Aber er sei optimistisch, wenn auch mit Vorbehalten. Jetzt müsse Michael erst einmal schlafen, und auch sie sollten das tun. Brian und Justin folgen dem Rat.

Während Melanie JR füttert erhält Lindsay die glückliche Nachricht, dass Michael wieder gesund wird. Mel sagt Linds, dass sie etwas gemerkt hat, als sie am Morgen aufgewacht ist. Nämlich dass Lindsays Gesicht das ist, was sie jeden Morgen als erstes für den Rest ihres Lebens sehen will. Lindsay erwidert das und sie küssen sich. Das wieder vereinte Paar will Michael im Krankenhaus besuchen und Melanie ruft bei Dusty an um zu fragen, ob sie die Kinder bei ihr lassen können. Aber ans Telefon geht nur Marie, Dustys Lebensgefährtin, die eine alles-verändernde Nachricht hat: Dusty ist bei dem Attentat ums Leben gekommen.

Brian betritt an Cynthias Seite Kinnetik, die erleichtert vom Herzleiden ihrer Mutter berichtet – wenn sie am vergangenen Abend nicht auf sie hätte aufpassen müssen, dann wäre auch sie bei dem fatalen Benefizkonzert gewesen. Phil aus dem Artdepartment hingegen hat sich die Hüfte gebrochen als er letzte Nacht von den panisch flüchtenden Massen niedergetrampelt wurde. Brian sagt, er wird in anrufen, Essen und Pornos schicken. Ted, der noch immer wach und am arbeiten sit, berichtet ihm, er habe sich schon um die Versicherung gekümmert und ein paar Angebote von Baufirmen eingeholt. „Hast du nicht was vergessen? Willst du nicht fragen, wie es Michael geht?“ Brian erzählt seinem Buchhalter, dass es Michael gut gehen wird, aber Ted macht nicht gerade Freudensprünge. Er habe auch keine Zeit ins Krankenhaus zu gehe, er ist zu beschäftigt damit dafür zu sorgen, dass die Situation im Babylon und Brians ganzem Unternehmen sich so schnell wie möglich wieder normalisiere.

Im Hörsaal unterhalten sich die Studenten angeregt über die Bombe, als Ben hereinkommt. Er schlägt vor, das Vorlesungsthema abzublasen und stattdessen darüber zu reden, wie man auf solche Hassverbrechen reagieren sollte. Einer schlägt vor, so zurückzuschlagen, wie man auch angegriffen wird. Ein Anderer erwidert, würde alles „Auge für Auge“ ablaufen, würden nur noch mehr blinde Idioten rumlaufen. Ben sagt, er glaubt, man dürfe nicht mit Gewalt zurückschlagen sondern mit Leidenschaft und Vernunft. „Sie leben ja auch in einer Traumwelt! Sie haben einen guten Job, ein gutes Gehalt... Sie könnten sogar als hetero durchgehen.“ „Sie leben in einer sicheren Blase. Ihnen kann nichts was.“ „Meine Partner … mein Ehemann wurde letzte Nacht von der Bombe fast tödlich verletzt“, antwortet Ben, „wenn ich bis jetzt in einer Blase gelebt habe, dann ist diese jetzt zerplatzt.“

Emmett sitzt auf der Couch, isst Pudding mit Ahornsirup und schaut Schwarz-Weiß-Filme. Drew kommt hinunter und bietet ihm an, mit ihm joggen zu gehen, das würde ihn immer aufheitern. Emmett zieht es aber vor, den Ahornsiruppudding seiner Tante Lula zu essen – der würde ihn schon aufheitern. Drew erzählt ihm, er sei gebeten worden, bei der Trauerveranstaltung am heutigen Abend ein paar Worte zu sagen, und er habe zugestimmt. Dabei ginge es nicht um schwul oder hetero sein, sondern darum, ein Mensch zu sein. Emmett ist trotzdem überrascht – und er will auch nicht mitkommen. „Du solltest aber.“ Aber Emmett bleibt hart. Carl kommt herein und bekommt diese Unterhaltung mit. Aber alles was er will ist duschen, ein Nickerchen machen und ins Krankenhaus fahren.

Ben gesellt sich wieder zu Debbie ins Krankenhaus, die immer noch nicht nach Hause gegangen ist. Gerade, als er ihr eine Schüssel Suppe holen möchte, wacht Michael plötzlich auf! Er ist kaum bei Bewusstsein, aber froh, zu hören, dass er gesund werden wird. Er möchte wissen, was passiert ist, aber Ben will ihn erst einmal schonen. Er küsst Michaels Stirn, „bin gleich wieder da, Braunauge“, und geht, um die Suppe zu holen – aber vor der Zimmertür steht jemand, den er nicht erwartet hat: Hunter. „Wieso so überrascht?“

Brian besucht Justin zum ersten Mal in seiner „Wohnung“ / heruntergekommene Bleibe. Justin erklärt, die Wohnung sei zwar nicht das Landhaus seiner Träume mit Pool, Tennisplatz und Stallungen aber es ist alles was er sich leisten kann und malt an einer großen Leinwand. Er sagt, als er beim Abschlussball niedergeschlagen wurde habe er gelernt, der beste Weg um mit so einer Situation fertig zu werden ist etwas zu erschaffen, etwas, was diesen Arschlöchern zeigt, das sie ihn nicht gekriegt haben. Und Brian ist froh, dass sie Justin nicht gekriegt haben und schließt den jungen Mann in seine Arme, dessen farb-verschmiertes Hemd ignorierend. Er fragt ob Justin gehört habe, was er ihm letzte Nacht gesagt hat. „Ja das habe ich. Du hast gesagt, dass du mich liebst.“. Justin löst sich schon wieder aus der Umarmung als Brian fragt: „ Und wie wäre es, wenn du mich heiratest?“
Justin starrt ihn an, hält es erst für einen Witz, aber Brian besteht darauf, er meine es ernst. Aber Justin hat dafür nur ein grinsen übrig. Das sei doch Unsinn, nichts Anderes als Schnellschusspanik. Brian habe doch selbst gesagt, die Ehe müsse von ihrer Natur aus versagen. „Ich habe meine Meinung geändert“, sagt Brian. Justin erwidert: „Ich auch. Ich will keine Ehe mit jemandem, der aufgrund seiner Natur darin versagen muss.“ Als Brian ihm von seinem Traum erzählt sieht Justin sich nur noch bestätigt: Er kennt Brian zu gut. In ein paar Tagen würde alles wieder so sein wie vorher, und noch Heirat keine Spur mehr. „Also danke für die Frage, aber die Antwort ist Nein.“. Brian sieht ihn beinah verstört an.

Hunter erzählt, er sei nach Disneyworld gefahren; er hatte seine Mutter immer angebettelt, aber die ihn immer wieder vertröstet – und dann sei er eben per Anhalter dort hingekommen, und zwar, ohne jemandem einen zu blasen. Michael und Ben bestätigen, dass sie stolz auf ihn sind. Dort hat er sich einen Job gesucht, er arbeitete als Zwerg, und als er von Babylon hörte hat er natürlich sofort Zuhause angerufen und schließlich das erste Flugzeug nach Pittsburgh genommen. „Du wirst doch gesund werden, oder?“, fragt Hunter Michael, der antwortet: „Jetzt, wo du da bist.“

Carl zieht sich an, um zu der Gedenkveranstaltung zu gehen und bittet Emmett noch einmal mit ihm zu kommen. Er erzählt ihm eine Geschichte von einem Polizisten, der nicht nur Polizist sein wollte, sondern Super Copt! An seinem ersten Tag hat er gleich mit einem häuslichen Konflikt zu tun – und der Ehemann zückt kurzerhand vor seinen Augen die Pistole und erschießt sowohl Frau als auch die kleine Tochter. Am nächsten Tag konnte der Super Cop nicht mehr aus dem Bett – wörtlich, er konnte sich nicht bewegen. Bis er realisierte, dass schlechte Dinge nun mal passieren, und selbst wenn das unser Job ist, können wir es nicht immer verhindern. „Und, ist der Polizist aufgestanden?“ Carl nickt und senkt danach den Kopf: „Ja, ich bin wieder aufgestanden.“ Und seit dem Danke er Gott für Jeden neuen Tag seines Lebens, denn das ist das einzige, über das er wirklich die Kontrolle hat.

Ted erfährt von dem Inspekteur der Versicherung im Babylon, es seien nur oberflächliche Schäden, das sei schnell wieder aufgebaut für nur ca. 100.000. Als Ted das Brian erzählt, der gerade eine noch intakte Flasche Jack Daniel’s gefunden hat, antwortet der, er wolle Babylon nicht wiedereröffnen. „Aber es ist dein persönlicher Spielplatz!“ „Jetzt ist es ein Schlachtfeld.“ Ted schaut ihn verständnislos an. „Du sagtest doch du würdest eher sterben als zu sehen, dass unsere fröhliche Homo-Welt ‚heterosiert’ wird,“ „ … es sind genug Menschen gestorben.“, antwortet Brian nur mitgenommen. Er verabschiedet sich, er würde Ted ja an der Gedenkfeier sehen... „ja, natürlich...“, antwortet Ted gedankenverloren. Brian schaut ihn besorgt an.

Lindsay bestellt im Diner Essen für Marie, Dustys Frau. Melanie erzählt Justin an einem Tisch, wo dieser mit Gus mit Wachsmalstiften malt, dass sie den Tod ihrer Freundin noch nicht einmal fassen kann. Als Lindsay dazu kommt sagt sie, Marie habe kein Recht auf Dustys Kinder – wenn Antrag 14 bewilligt werden würde könnte sie sie verlieren. „Ich dachte die ganze Zeit“, antwortet Lindsay, „‘was, wenn es einer von uns gewesen wäre?‘ Ich fand den Gedanken furchtbar, dass wir das letzte Jahr unseres Lebens damit verbracht haben, getrennt und zerstritten zu sein.“ Melanie küsst sie: „Aber wir haben noch rechtzeitig erkannt, was wirklich wichtig ist.“ Und Justin?

Brian und Jennifer sind gemeinsam im Loft, weil Brian das Loft verkaufen will. Sie bittet um ein Getränk, mit dem sie ihre Beruhigungs-Pillen herunterschlucken kann, und erst bietet er ihr Jack Daniel’s an, bevor er ihr ein Glas Wasser gibt. Sie erkundigt sich nach Michael, und sagt, Debbie sei eine Inspiration, so gut halte sie das alles aus! Jennifer danke Gott einfach nur, dass Justin gesund ist – und Brian auch. Brian schaut sie an, und die beiden stoßen darauf an. Sie berichtet außerdem, dass er schon der vierte Anruf des Tages sei, alle wollten die Liberty Avenue verlassen – sie hatte Brian eigentlich nicht als Panikverkäufer eingeordnet. Brian sagt, das ist er nicht und fügt dann hinzu: „Ich habe ihm einen Heiratsantrag gemacht.“ Geschockt dreht Jennifer sich um: „Was?“ „Keine Sorge, er hat abgelehnt. Ich muss das hier einfach jetzt sofort machen.“ Jennifer nickt geschockt – er müsse nur diese Unterlagen unterschreiben, was Brian auch sofort tut. Beim Hinausgehen dreht Jennifer sich noch einmal um: „Wenn es ein Trost ist: Mir tut es Leid, dass ich nicht deine Schwiegermutter sein werde.“

Während Ted sich in die Sauna begibt versammeln sich alle anderen Freunde bei der Gedenkfeier, auch Emmett. Drew erzählt in einer Rede, er sei gebeten worden, hier aufzutreten, weil er ein Held ist. „Wieso?“, fragt er, „Weil ich Football spiele? Weil ich nach lebenslangen Lügen endlich ehrlich zu mir war? Das macht mich nicht zum Helden. Die Menschen, die für ihre Rechte kämpfen, egal, was die Konsequenzen sind, sind Helden. Und die Leute, die gestern verletzt wurden oder sogar ihr Leben gelassen haben waren Helden, auch wenn sie gegen einen mächtigen Gegner gekämpft haben: Hass. Gegen den Hass von Menschen, die vergessen haben, dass Amerika jedem gehört. Also lasst uns eine Schweigeminute einlegen.“ Ted legt sich währenddessen nackt in einen der Saunaräume und bald tritt ein anderer Mann ein, der die Tür hinter sich schließt. Währenddessen berichtet Debbie davon, dass Michael wieder gesund werden wird – und plötzlich ruft ein Mann: „Dein Sohn hätte sterben sollen!“ Am Rande der Demonstration hat sich eine Gruppe von Menschen versammelt, die Schilder in die Höhe halten, auf denen steht, Gott sei nicht schwul und Homosexuelle würden in der Hölle brennen. Der Mann wiederholt lauthals, Michael sollte sterben und in der Hölle auf ewig bestraft werden, aber zu viel mehr kommt er nicht: Ben stürzt sich auf ihn und beginnt, ihn mit der Faust ins Gesicht zu schlagen, wieder und wieder, er drückt den Typen zu Boden, Brian stürzt dazu, um ihn zurückzuhalten. Auch Carl und Emmett mischen sich ein, sogar Emmett schlägt einen anderen Mann mit der Faust, Polizeisirenen heulen schon auf, Carl und Brian gelingt es endlich, Ben von dem Mann, der bewusstlos am Boden liegt, zu trennen, doch Ben kann nicht aufhören und tritt noch einmal mit voller Wucht auf den bewusstlosen Mann. Und Ted, der seinen Sex anscheinend alles andere als genossen hat, sitzt mit dem anderen Mann auf der Bank.
Ted erzählt ihm, dass einer seiner besten Freunde verletzt wurde, weil er ihn zur Bar geschickt hat. Es sei alles seine Schuld. Wenn er selbst gegangen wäre, um das Getränk zu holen... „Aber das bist du nicht.“ Der Mann steht auf, er sei froh, jetzt endlich mal Gott gefickt zu haben. Ted spreche sich selbst viel zu viel Macht zu. Der Mann nimmt etwas Wasser aus seiner Flasche und segnet Ted damit wie als sei es Weihwasser: „Deine Sünden sind dir vergeben.“

Brian fährt Ben nach Hause, der einfach nicht fassen kann, was er getan hat. Er wischt sich mit Brians (unbenutzten) Spermataschentüchern sogar noch Blut von den Händen. „Gottseidank blute ich nicht. Das ging gegen alles, woran ich glaube, alles, was ich meinen Studenten beibringen... ich bin jetzt kein Stück besser mehr als diese Monster.“ „Das heißt, ich kann dich nicht mehr Zen-Ben nennen?“, antwortet Brian. „Du nennst mich Zen-Ben?“, erwidert Ben und nimmt eine Zigarette von Brian an: „Du bist ein schlechter Einfluss.“ „Ich tu mein Bestes. Ich weiß ja nicht, was Buddha sagen würde, aber dein Ehemann wäre sehr stolz auf dich.“ Ben sieht Brian wieder etwas ruhiger an: „Wenn ihn jemand kennt, dann du.“ „Kannte.“ „Wenn er wüsste, dass du den Arzt beinah umgebracht hättest, weil er dein Blut nicht nehmen wollte...“ Aber Brian will darüber überhaupt nicht reden: „Mrs. Novotny-Bruckner hat klargestellt, dass wir keine Freunde mehr sein müssen, nur weil wir unser ganzes Leben lang befreundet waren.“

Debbie kauft sich und Hunter in der Krankenhauskantine etwas zu essen und bezahlt für beide – „das Recht der Großmutter.“ Sie ist entsetzt, zu hören, dass Hunter wieder zurück nach Disneyworld fliegen will! Warum ist er dann überhaupt nach Hause gekommen? Ben und Michael hätten gerade begonnen, zu akzeptieren, dass er nicht da ist, und jetzt... „Vielleicht hättest du gar nicht zurück kommen sollen.“ Hunter guckt Debbie wie geohrfeigt an. „Vielleicht hast du recht.“, sagt er kleinlaut. „Ich habe nicht immer Recht“, sagt Debbie leise , „aber ich glaube, du bist zurückgekommen, weil du sie genauso sehr vermisst wie sie dich. Und weil du gehofft hast, dass sie dich darum bitten werden, zu bleiben.“

Emmett und Drew joggen nun doch gemeinsam, alldieweil Emmett sich darüber freut, dass er diesem Arschloch so richtig eine mitgegeben hat! Wer hätte gedacht, dass man Fäuste auch für so was gebrauchen kann? Wenn sein Vater ihm damals im Sommer richtiges Boxen beigebracht hätte, dann wäre sein Leben vielleicht anders gewesen!

Melanie und Lindsay kommen von Dustys Beerdigung zurück, immer noch geschockt, und Melanie auch ängstlich: Sie hat den Glauben verloren, dass durch harte Arbeit und ein bisschen Hoffnung alles gut werden wird. Sie leben in einem Land, in dem die Leute sie nicht mehr hinter ihrem Rücken hassen müssen sondern es ganz öffentlich im Weißen Haus, im Fernsehen und auf der Straße tun können! Wollen sie wirklich hier leben? Hier ihre Kinder großziehen? „Willst du etwa wegziehen?“, fragt Lindsay. Melanie sinkt erschöpft aufs Bett: „Ich weiß nicht mehr, was ich sage. Ich bin wahrscheinlich einfach paranoid.“ Aber ihr Großvater wusste auch, dass es nicht nur ein Vorfall war und ist nach Amerika gegangen. Vielleicht sollten sie das im Interesse ihrer Familie auch tun.

Der behandelnde Arzt sagt Michael, er kann in einigen Tagen nach Hause gehen, was Debbie, Ben und Hunter natürlich ungemein freut! „Wenn ihr nichts dagegen habt... dann würde ich auch gerne wieder nach Hause kommen“, schlägt Hunter vor. Ben lächelt: „Ich glaube, damit sind wir einverstanden.“ Da tritt noch eine Überraschung ein: Ted kommt mit einer großen Ladung Luftballons herein. „Wo warst du denn?!“, schnauzt Debbie ihn an, aber Michael winkt ab: „Ist egal. Ich bin froh, dass du jetzt hier bist.“ „Und ich erst“, antwortet Ted.

Justin sitzt in Brians Corvette: „Als du sagtest, du wolltest mir etwas zeigen, dachte ich nicht, dass es in West Virginia sein würde“, sagt Justin. „Es ist nicht mal eine halbe Stunde von Pittsburgh entfernt“, antwortet Brian und fährt ihn zu einem riesigen Landhaus, mit Tennisplätzen, einem Stall und einem Atelier. Beeindruckt steigt Justin aus: „Wer wohnt hier?“ „Wir.“ „Was?“ fragt Justin ungläubig. „Ich habs gekauft!“
Brian führt Justin in das großzügige Wohnzimmer, mehr schon ein Ballsaal, in dem ein fröhliches Kaminfeuer prasselt. Brian hat tatsächlich das Anwesen gekauft, in der Hoffnung, es sei alles, was Justin sich wünscht. Es ist sogar noch viel mehr als das, aber Justin wiederholt, wer würde Brian nicht heiraten. Er gibt zu „Ich bin ohne jeden Zweifel der mieseste Hochzeits-Kandidat auf dem Planeten. Aber anders herum betrachtet ist das auch der Grund, warum ich der beste Kandidat bin!“ Doch Brian sagt Justin, jetzt, da er hinter der Idee steht, tut er das voller Leidenschaft und hat seine Meinung zum Thema Ehe geändert. „Ich habe endlich den einzigen Grund gefunden es zu tun.“ „Und der einzige Grund wäre?“ Brian schweigt einen Moment. „Um dem Menschen, den ich liebe, zu beweisen, wie sehr ich ihn liebe. Dass ich alles sagen, tun und sein würde, nur, um ihn glücklich zu machen.“
„Du hast das gekauft? Diesen Palast?!“ Brian zuckt mit den Schultern. „Es ist für meinen Prinzen.“ Er verkauft auch das Loft und das Babylon... „Ohne zu wissen, was meine Antwort sein wird?“
Justin starrt ihn an – ist das Brian Kinney? Wirklich Brian Kinney? Der, der gesagt hat, er glaube nicht an Liebe, sondern an Ficken? Der, der gesagt hat, er hätte keinen Freund, Partner oder Geliebten?
„Also meinst du es wirklich ernst?“, fragt er, verunsichert. „Ich habe nie etwas ernster gemeint.“ Justin nickt. Er schaut sich um und tritt dann an Brian heran: „Okay.“ „Okay?“ „Tun wirs.“ „Sag es.“ „Ja.“ „Was, ja?“ „Ja. Ja, ich werde dich heiraten.“ Justin nimmt Brians Gesicht in seine Hände und sieht ihm in die Augen: „Ich werde dich heiraten!“
Sie besiegeln ihre Verlobung mit einem Kuss und einer Umarmung. Justin sah selten so glücklich aus wie jetzt. Brian zittert ein wenig, und Justin fragt für einen Moment beunruhigt: „Was? Jetzt sag nicht, dass du es dir noch mal überlegst!“ Aber Brian lächelt ernst zurück und antwortet: „Ganz und gar nicht.“
An diesem Abend liegen sie nackt vor dem Kaminfeuer, Hände streicheln Haut und Lippen küssen sich ... und der Kreis schließt sich.

“Well I could sleep forever
but it’s of her I dream
if I could sleep forever
I could forget about everything
if I could sleep forever.”
(The Dandy Warhols – Sleep) “Well I could sleep forever
but it’s of her I dream
if I could sleep forever
I could forget about everything
if I could sleep forever.”
(The Dandy Warhols – Sleep)



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