George Schickel / Bruce Gray

Name: George Schickel
Alter: alt – sehr später Spätherbst des Lebens
Beruf: Besitzer eines millionenschweren Konzerns
Hobbys: die Oper, reiten
Besonderheiten: Noch aus einer Generation stammend, in der öffentlich schwul sein keine Option war, hat George alles verloren, als er erst vor wenigen Jahren dabei erwischt wurde, wie er dem Gärtner einen blowjob gab: Seine Frau, seine Kinder, seine Freunde – und um die Popularität von den Gewürzgurken „Schickels’ Pickles“, die auf jedem Hamburger zu finden sind und mit denen George Millionen verdient hat, nicht zu gefährden, wird seine Homosexualität noch heute vor der Öffentlichkeit vertuscht.

George kommt noch von der alten Schule: Er ist höflich, respektvoll und gebildet. In gewisser Weise sehr altmodisch lässt er sich doch auf neue Erfindung wie das Internet ein und weiß damit umzugehen. Er gebraucht gewählte Sprache, ist aber nicht schlagfertig. Ein Junge im Herzen ist George auch heute noch liebevoll und fürsorglich; er mag es zu geben, liebt Abenteuer und hat Stil, Manieren und Respekt gegenüber seinen Mitmenschen.

George wurde mit dem Auftrag geboren das Familiengeschäft weiterzuführen. Er ist seiner Aufgabe hervorragend nachgekommen; die Gewürzgurken seiner Familie, genannt „Schickels’ Pickles“, sind Pittsburgh-weit berühmt, genau wie er selbst. Er heiratete seine Frau Virginia und bekam mit ihr zwei Kinder, wie es sich gehörte. Seinem Verlangen nach Männern ging er sein ganzes Leben lang im Geheimen nach, bis es ihm schließlich zum Verhängnis wurde: Er wurde auf seinen Knien und mit dem Schwanz seines Gärtners im Mund vorgefunden. Virginia, seine Frau, verließ ihn ohne Umschweife oder Scheidungspapiere, und brachte auch seine Kinder gegen George auf. Die Öffentlichkeit erfuhr niemals davon. Er verlor den Kontakt zu seiner Familie und wurde zum Einsiedler auf seinem prächtigen Anwesen; nichts blieb ihm außer seinem Geld und seinem Butler, der immer noch für ihn arbeitet.

Das Leben hat George bitter gemacht. Seit er völlig allein sein Dasein fristet ist seine Motivation und sein Mut beinah auf den Nullpunkt gesunken, obwohl er im Herzen immer noch bereit für das Leben ist. Nur der Sex, den er sich bestellt, bringt noch ein wenig Würze in seinen grauen Alltag... glaubt er.

“In the past few days alone I have lived more than in the past few years.”
– George Schickel

Name: Bruce Gray
Taufname: Bruce Hiebert Gray
Geburtsdatum: 9. September 1939
Geburtsort: San Juan, Puerto Rico
Sexuelle Orientierung: schwul

Bruce Gray hat in seinem Leben schon so einiges erlebt: Zum Beispiel eine Razzia in einer Bar Ende der Sechziger in Montreal. Er uns seine Kollegen, die eigentlich nur auf einen Drink nach der Arbeit unterwegs waren, wurden mit fünfzig anderen in eine einzige Zelle gesperrt und erst um drei Uhr morgens freigelassen – nachdem sich schon alle fleißig mit menschlichen Exkrementen und deren Ausscheidung, Erbrechen und Ohnmachtsanfällen beschäftigt hatten. Doch Bruce nimmt es mit Humor. Wer ihn schon bei Liveauftritten gesehen hat, wird feststellen können, dass er vieles mit Humor nimmt. Zum Beispiel wollte er eigentlich nur Schauspieler werden, weil er sich ausrechnete, dann jede Nacht Sex zu haben, sagte er witzelnd bei Jawbreaker, einer Talkshow.

Bruce wurde auf Puerto Rico als das Kind kanadischer Eltern geboren und zog im Alter von dreizehn Jahren mit ihnen wieder zurück nach Toronto, Kanada. Dort besuchte er das Humberside Collegiate Institute, eine High School, wo er Mitglied im Schwimmteam und im Schülerrat, außerdem ein Ehrenschüler war. In seinem Jahrbuch wurde er für „Mr. Canada“ nominiert. Nachdem er 1960 einen Master-Abschluss für Psychologie an der University of Toronto erworben hatte ging er nach England und arbeitete dort zu Beginn seiner Schauspielkarriere unter anderem zwei Jahre lang mit Donald Sutherland zusammen. Danach kehrte er nach Kanada zurück. Sein beeindruckendes Résumé beinhaltet mehr als 130 Werke, unter anderem:

  • Strange Paradise (1969), in der die blutigste Woche in der Geschichte des Fernsehens stattfand, als neue Autoren entschieden, das alle Charaktere sterben müssten
  • High Hopes (1978), “und niedrige Erwartungen”, wie er lachend bei Jawbreaker hinzufügte & in der es drei Wochen lang um eine verschwundene Brieftasche ging, während in der us-amerikanischen Serie
  • Edge of the Night (1979-80) in nur einer einzigen Szene Mord (seine Tochter stirbt), Inzest (ihr Bruder küsst sie mit Zunge), Alkoholismus (jemand fällt betrunken die Treppe hinunter) und Ehebruch (er betrügt seine Frau mit einer Ermittlerin) geschieht – und das waren nur die erste vier Zeilen des Skriptes.
  • Dallas: „Starting Over“ (1981, als Dr. Cosby)
  • Knight Rider: „Just My Bill“ (1982, als Senator Forbes)
  • Sisters: „Of Mice and Woman“ & „A Thousand Sprinkles“ (1991), produziert und geschrieben von Queer as Folks eigenen Ron Cowen und Daniel Lipman
  • Star Trek: Deep Space Nine: „The Circle“ (1993, als Admiral Chekote)
  • Star Trek: The Next Generation: „Gambit: Part 1“ (1993, als Admiral Chekote)
  • Murder, She Wrote (1984, 89, 91, 93 und 94)
  • Roswell (1994, als Admiral)
  • 90210: „Jobbed“ (1997) & „The 17 Year Itch“ (1990)
  • Babylon 5: Between the Darkness and the Light & Intersections in Real Time (1997, als Vernehmungsbeamter)
  • Traders (fünf Staffeln lang in der Hauptrolle als Adam Cunningham, 1996 bis 2000)
  • My Big Fat Greek Wedding (2002, als Vater des Bräutigams)

    Dann folgte seine Rolle als George Schickel in Queer as Folk. Selbst sagte er über die Serie, dass er sehr froh da, die Rolle zu bekommen – insbesondere froh, eine Rolle zu bekommen, in der er trotz seines fortgeschrittenen Alters romantisch sein konnte, und zwar romantisch mit einem anderen Mann.
    Aber danach war seine Karriere noch lange nicht zu Ende:

  • Cube 2: Hypercube (2002, als Colonel Maguire
  • S.W.A.T. (2003, als Mr. Richard Segerstrom)
  • Navy NCIS: „Eye Spy“ (2004)
  • ER a.k.a. Emergency Room: „House of Cards“ (1995, als Dr. Munch) & Abby Normal (2004, als Carter Board member)
  • The West Wing: „The Dover Test“
  • Star Trek Enterprise: „Awakening“ (2004, als Surak)
  • Charmed: „Carpe Demon“ (2005, als Kheel) & „Ordinary Witches“ (2005, als Elder)
  • Das Schwiegermonster (2005, als TV Executive)
  • Stargate SG-1: „The Ties that Bind“ (2005, als Senator Fisher)
  • Live Once, Die Twice (2006, als Earl McDuff)

    Und das ist nur ein Ausschnitt.
    Für seine Rolle in Traders erhielt er 1998 den Gemini Award, der als kanadischer Preis den us-amerikanischen Emmies gleichzustellen ist, für die beste Darstellung einer fortführenden Hauptrolle in einer dramatischen Serie. Der inzwischen etwas betagte, doch keineswegs des Lebens müde Bruce sagte über das Älterwerden: „Während man älter wird, realisiert man, dass man nichts sein muss außer dem, was man sein will. Man muss aufhören, das zu sein, was seine Eltern wollten, das zu sein, was andere Leute wollten, und man erreicht das Alter, in dem man nur sich selbst ist, denn... wen versucht man zu beeindrucken? Und wenn das passiert ist, wenn du all diesen Schrott losgeworden bist, dann fangen die Leute an, zu dir zu kommen, denn du bist offen und verfügbar.“

    > Weiterführende Links:

    IMDB-Profil
    Bruce Gray in Jawbreaker – ein Bericht von queer as folk addiction, der u. a. als Quelle diente & freundlicherweise Bilder zur Verfügung stellte! Thank you, Heather!

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